1 Geschrieben Samstag, September 12, 2009 @ 02:44:37
Re: Ein paar Gedanken zur Sprachstatistik des Korans
Geschrieben von Cemil am 28. Dezember 2003 10:44:17:
Als Antwort auf: Ein paar Gedanken zur Sprachstatistik des Korans geschrieben von Gunther M. Michel am 24. Dezember 2003 10:33:16:
Grüß Gott, Gunther, und Friede sei mit Dir,
>Grüß Dich Gott, Cemil,
>die Frage nach auffälligen Zahlen und Zahlenverhältnissen im Koran ist m.E. nicht so einfach zu beantworten. Die von Dir angeführten Beispiele haben, so scheint es, eine gewisse Schlagkraft, aber wenn man dabei nur auf intuitive Erkenntnis setzt, können sie auch abgelehnt werden, wie das mit einem gewissen Recht Gato Negro tut.
Hat Gato, offenbar eine Atheist-Materialist-Agnostiker-Kombination, auch gewisses Recht in Bezug auf manche christliche Dogmen?
Bisher konnte keiner die Behauptung realisieren, solche und ähnliche Besonderheiten des Qur'ans könne man auch aus beliebig anderen Werken (Romanen z.B.) erbringen. Einer hat mal aus einer meiner (Postings-)Passagen versucht, die 112. Sure zu imitieren - und kläglich versagt (konnte jedoch nicht zugeben, daß er versagte).
Der Sinn des überwiegenden Teils der Wortstatistik im Qur'an ist selbstredend, ganz offensichtlich, wie z.B.:
------------------------------------
- "Tag" (sing.) = 365 x
- "Tage" (plr.) = 30 x
- "Monat" = 12 x
------------------------------------
- "Sage" (du) = 332
- "Sie sagten" = 332 x
------------------------------------
- "Die Erde" (Diesseits) 115 x
- "Jenseits" = 115 x
------------------------------------
- "Teufel" (Satan) = 88 x
- "Engel" = 88 x
------------------------------------
- "Pflanze" (Flora) = 26 x
- "Baum" = 26 x
------------------------------------
- "Glaube" = 25 x
- "Unglaube" = 25 x
------------------------------------
- "Paradies" = 77 x
- "Hölle" = 77 x
------------------------------------
- "Sommer/Heiß" = 1 + 4 = 5 x
- "Winter/Kalt" = 1 + 4 = 5 x
------------------------------------
- "Wein" (Alkohol) = 6 x
- "Trunkenheit" = 6 x
------------------------------------
- "Sonne" = 33 x
- "Licht" = 33 x
------------------------------------
- "Mann" = 23 x
- "Frau" = 23 x
------------------------------------
Manche andere sind erklärungsbedürftig, wie etwa:
------------------------------------
- "Erleichterung" = 36 x
- "Erschwerung" = 12 x (3 x 12 = 36)
------------------------------------
Es ist zwar der numerische Bezug der beiden zueinander offensichtlich, jedoch deren tiefere Bedeutung, tieferer Sinn nicht sofort erkennbar. Warum 36 und warum 12? Die Quersumme von 36 ist 9, die der 12 ist 3. Alle Zahlen ergeben sich aus 1-9; und die 3 ist die Zahl der Dreidimensionalität, der Physikwelt, was die "Erschwerung" (des physischen Lebens) etwas verständlicher macht.
Hier ein Paar Gedanken zur Zahl 9:
Christliche Vorstellung:
"9 - Als 3 x 3 Zahl für das vollkommen Himmlische, Heilige, die Zahl steht für göttliches Bewusstsein; die neunte Stunde ist die Todesstunde. Christi. Bei den Chinesen ist die neunstöckige Pagode Abbild des Himmels. Die Mathematik weiß, dass sich durch Addition der 9 die Quersumme einer Zahl nicht ändert: 9 ist also unsichtbar und verhält sich neutral."
Q.: http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?Glossar/Zahlenmystik.htm
"In der Zahlensymbolik hat die Neun - wie alle ungeraden Zahlen - einen männlichen Aspekt. Sie symbolisiert potenzierte (drei mal drei) psychische Energie. In Analogie zur neunmonatigen Schwangerschaft der Frau gilt die Neun als Symbol für eine Neugeburt im wörtlichen wie im übertragenen geistigen Sinne."
Q.: http://www.topcomnet.de/hp/traum_n.htm#Neun
"Die Neun entspricht der höchsten Schwingung, die es geben kann und steht für die Vollkommenheit und göttliches Bewußtsein. Sie enthält die 3 x 3. Zahlen, die die 3 und die 9 enthalten, haben immer einen sehr göttlichen Bezug.
Ein mathematisches Phänomen der Neun ist, das sich durch Addition der Neun die Quersumme nicht ändert. Sie ist sozusagen unsichtbar und verhält sich neutral."
Q.: http://www.kabbalah.de/zahlmyst.html
"Die Zahl 9: Quadratzahl von 3 bzw. 3 * 3 drückt höchste erreichbare Vollendung aus."
Q.: http://m.holzapfel.bei.t-online.de/themen/zahlen/zahlen.html
Es ist aber auch nicht unbedingt erforderlich, alle Bedeutungen und allen Sinn jeweiliger Zahlen zu kennen und zu verstehen, um die die Relevanz und Signifikanz (an-) zu erkennen. Die innere Bereitschaft ist dabei oft entscheidend, nicht die meist offensichtliche Erstaunlichkeit der Entdeckungen im Qur'an oder in der Bibel.
Die innere Bereitschaft jedoch, die sich aus dem Hauptglauben (aus der Bekenntnis) ergibt, ist nicht nur positiv und auch nicht nur negativ zu verstehen. Wer dies so oder so einseitig betrachtet, hat bereits Fehlurteil ausgesprochen.
Überprüfe bitte Deinen Glauben, daß Jesus Gott und Gottes-Sohn sei, daß er Wunder wirkte, Tote erweckte usw. Für keines dieser Dogmen ist ein Beleg, einen Beweis zu erbringen, sondern nur zu versuchen, wie man dies logisch-vernünftig, emotional und/oder indirekt aus der PSI-Forschung nahebringen könnte.
>Es fragt sich ja wirklich, was für eine Aussage in der gleichen Vorkommenshäufigkeit der Wörter Mann und Frau im Koran, wenn sie zutrifft, eingeschlossen sein soll. Denn einer Gleichheit und Gleichbehandlung von Mann und Frau ist im Koran sonst doch nicht das Wort geredet, wie zum Beispiel aus den Erbregelungen hervorgeht, nicht wahr?
Kein informierter Muslim vermag die Gleichheit von Mann und Frau zu behaupten, und was die "Gleichbehandlung" betrifft, ist sie ebenfalls ein Mytos der westlichen Gesellschaft, die keinen realen Hintergrund hat und auch keinen haben könnte, da eine Gleichbehandlung eine Ungerechtigkeit wäre! Dies muß übrigens auch auf das Kind bezogen werden, welches weder mit erwachsenem Mann noch einer erwachenen Frau "gleich" ist und gleich wie diese behandelt werden könnte oder dürfte.
Gerechtigkeit besteht nicht oder nicht immer in der Gleichmachung und Gleichbehandlung, sondern auch im jeweiligen Verdienst, im jeweiligen Vermögen und in der jeweiligen Natur. Du kannst einem Mann, einer Frau und einem Kind nicht jeweils 50 Kilo Gewicht zum tragen geben, sondern mußt deren Vermögen und Natur berücksichtigend die Last (der obigen Reihe nach) reduzieren.
Du kannst einer schwangeren Frau nicht sagen, sie solle gefälligst genauso Arbeiten, wie ein Mann (Gleichbehandlung), da beide Geschlechter "gleich" wären. Du müßtest ihren Zustand berücksichtigen, auch nach der Schwangerschaft ihr und dem Neugeborenen die Gelegenheit des Zusammenseins geben, was Du dem Mann nicht geben müßtest.
Ja, Mann und Frau sind im Islam nicht Gleich und verdienen auch nicht gleiche Behandlung, wozu auch das Kind mitzuzählen ist, und was auch in der modernen Zivilisation der Fall ist. Nur wird ständig wiederholt, wie ungerecht doch der Islam gegenüber den Frauen sei, da er zwischen ihnen einen Unterschied mache.
Ich hatte schon mal darauf hingewiesen, daß manche Christen sich hinter der modernen Auffassung der Geschlechter stellend den Islam kritisieren und die wahre biblische Vorstellung von Mann und Frau entweder ignorieren oder, wenn man sie konkret darauf aufmerksam macht, total mißinterpretieren und so darstellen, als würde die Bibel die gleiche Vorstellungen haben wie die heutige Emanzipation und sog. Frauenrechte.
Übrigens stellt die heutige Sachlage fast das dar, was Muhammed (s.a.w.) voraussagte: Frauen würden männlicher, diese weiblicher und die Macht würde den Frauen übergehen. In der Gesellschaftsvorstellung hat sich dies voll erfüllt, in der Politik größtenteils, wenn auch noch immer keine Frau (und kein Schwarzer) als Präsidenten z.B. in den USA zur Macht kam.
Im Islam sind Mann und Frau gleichwertig vor Gott, jedoch nicht gleich in der Praxis auf Erden, da sie unterschiedlich erschaffen wurden. Die unterschiedliche Betrachtung und Behandlung der Geschlechter kann man in der Bibel, im Qur'an und in allen anderen großen Religionen wie im Hinduismus, Buddhismus usw. finden, ist also keine rein islamische Erfindung.
Der wahre Grund, warum ständig der Islam angegriffen wird, ist seine Machtpotential, die Gefahr, daß andere, weltliche Mächte durch ihn untergehen oder weitgehend ihre Machtposition verlieren könnten.
Was der Islam braucht, ist u.a., daß Frauen sich islamisch weiterbilden sollten und ihre islamischen Rechte erkennen und sie durchsetzen mögen. Manche ihrer Rechte hat man im Westen erst im 20. Jahrhundert anerkannt, besonders was die Schwangerschaft und Nachschwangerschaft betrifft. Heute noch verdienen Frauen weniger als Männer, auch bei gleicher Arbeit, und sie erhalten weniger Rente als Männer, nur um zwei Beispiele zu nennen, die ein Muslim als ungerecht betrachtet.
Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. hat man die westlichen Gesetze hinsichtlich der sog. Stiefkinder erbrechtlich der islamischen angepaßt, natürlich ohne Bezug darauf. Im Islam hatten und haben diese die gleichen Rechte wie die eigenen Kinder.
Der Unterschied in der weiblichen und männlichen Erbe läßt sich nicht seperat betrachten und beurteilen, sondern man muß erst das ganze System kennen, um darüber gerecht beurteilen zu können. Im Endeffekt hat die Frau im Islam mehr Vorteile als der Mann.
In einer Welt, wo täglich hunderttausende Kinder und Frauen mißhandelt, vergewaltigt und brutal ermordet werden, hat man menschlich kein Recht, die islamischen Vorstellungen zu kritisieren, dem so etwas völlig fremd war, als er noch ganzheitlich praktiziert wurde.
[...]