1 Geschrieben Freitag, September 4, 2009 @ 03:55:24
sa
das folgende ist aus dem türksiche überstezt.
da muss man wissen, dass im türksichen, alle Namen in Klammern gleichzeitig auch Personen namen sind.
Das Ramadantagebuch einer 5-jährigen
Ramadan 1
Es ist heute alles ganz komisch zu Hause.
Alle gehen ganz besonnen und ruhig zur Arbeit und zur Schule.
Mama sagte: „Zeyneb komm ich mach dir Frühstück“
Niemand sonst hat etwas gegessen oder getrunken.
Nicht mal meine Schwester!
Ramadan 5
Zuerst dachte ich, die machen eine Diät.
Dann habe ich alle beobachtet.
Gegen Abend werden sie alle ruhig.
Sie decken den Tisch und warten den Gebetsruf ab.
Irgendwie macht es Spaß sie so zu sehen.
Gerade meine Schwester, die immer quasselt, so ruhig zu sehen macht mir unendlich viel Freude.
Aber ich traue mich nicht zu lachen.
Ramadan 9
„Warum benehmen sie sich so komisch?“ hab ich meine Schwester gefragt.
„Das wirst du verstehen wenn du erwachsen bist“ hat sie gesagt.
Was anderes hab ich auch nicht erwartet.
Dann hab ich Mama gefragt. Sie sagte nur „Ramadan“.
Papa sagte nur „Oruc (fasten)“.
Ramadan 11
Also hatten einige Personen die „Ramadan“ und „Oruc“ heißen, meiner Familie das Essen und Trinken verboten!
Als ich meiner Freundin Fatima das erzählte, sagte sie, dass ihre Familie auch tagsüber nichts mehr isst und trinkt.
Ramadan 14
In der Nacht hörte ich Geräusche und Stimmen, ich wurde davon wach.
ich wollte es meinem Vater erzählen, aber er war nicht in seinem Bett!
Gezwungener Maßen ging ich zu meiner zickigen Schwester ins Zimmer.
Sie war auch nicht im Bett!
Ich hatte keine Angst. Ich werde mit den Einbrechern schon ganz alleine fertig..
Ich nahm den Besenstiel in die Hand und stürmte in die Küche.
Ich erstarrte mit dem angehobenen Besenstiel in der Hand.
Meine Familie war beim Essen!
Die sind ja ganz schön ausgefuchst.
Tagsüber haben sie Angst vor „Ramadan“ und „Oruc“, können deshalb nichts essen
und holen alles heimlich Nachts nach!
Dann lachen sie mich auch noch aus.
Diese Feiglinge!
Ramadan 17
Anfangs habe ich wirklich mit dem Gedanken gespielt, „Ramadan“ und „Oruc“ auswendig zu machen, und sie zu verklagen.
Aber dann bemerkte ich, dass meine Schwester immer sanftmütiger wurde, je weniger sie aß.
Und meine Eltern stritten sich auch nicht mehr.
Na dann… weiter machen!
Bestimmt sind „Ramadan“ und „Oruc“ sehr liebe Onkels.
Ramadan 19
Jeden Tag kommen Tanten mit weißen Kopftüchern zu uns.
Die sitzen alle zusammen und lesen Koran.
Die reden nicht mehr wie immer über Möbeln, Schwiegertöchtern und Schwiegermüttern.
Die machen auch für alle Dua.
Meine Tante trägt plötzlich auch Kopftuch.
Steht ihr übrigens sehr gut.
Ramadan 22
Alles geht wie gewohnt weiter.
Sogar die im Fernsehen reden ganz ruhig.
Und alle sagen abends den Gebetsruf auf.
Die ganze Stadt fängt auf einmal an zu essen.
Das ist irgendwie sehr angenehm.
Ramadan 24
„Oruc“ macht mich neugierig.
Gestern unterhielt sich meine Mutter mit meiner Tante.
Sie fragte: „wenn ich so und so mache, schwindet mein (oruc) fasten? “
oder: „Was wenn dies und das passiert, ist dann mein Oruc weg?“
Offensichtlich ist „Oruc“ eine sehr sensible Person!
Er geht weg wenn die Menschen etwas Schlechtes tun.
Ich glaube er mag nichts was böse ist.
Ich bin sehr neugierig geworden.
ich will „Ramadan“ und „Oruc“ endlich kennenlernen.
Ramadan 25
In diesen Tagen redet jeder von „Kadir“ Nacht. (Laylat ul Qadr)
ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der eigens für sich eine Nacht hat.
Wer ist denn dieser „Kadir“?
Seine Nacht soll wertvoller sein als tausend Monate.
In dieser Nacht soll man nicht schlafen, sondern beten und im Koran lesen.
Ramadan 26
Ich liebe iftar (Fastenbrechen)
Das Abendessen nennen sie so.
Das Essen in der Nacht heißt Sachur.
Vor dem Iftar haben wir immer viel Spaß.
Mein Vater bringt uns immer in verschiedenen Moscheen.
Alle sind so freundlich.
Ramadan 28
Voller Neugier habe ich gewartet, und dann bin ich eingeschlafen.
„Kadir“ kam mit seiner Nacht und ist wieder gegangen ohne, dass ich ihn
sehen konnte.
Ich verstehe vieles nicht.
Deshalb vermisse ich meinen Bruder.
Wenn ich meine Schwester frage lacht die mich ehe nur aus.
Und dann erzählt sie das auch noch ihren Freundinnen, und dann lachen sie alle gemeinsam über mich.
Mein Bruder geht auf eine Uni.
„Wann kommt mein Bruder?“ frage ich meine Mutter
„Wenn „Bayram“ (iyd) kommt“ sagt sie.
„Oruc“, „Ramadan“, in der Nacht kommt „Kadir“ und jetzt noch ein „Bayram“!
ich traue mich nicht zu fragen wer „Bayram“ ist.
Warum kommt mein Bruder nicht, ehe „Bayram“ kommt?
Vielleicht ist „Bayram“ ja ein Freund von meinem Bruder!?
Ich habe mein Bruder sehr vermisst.
Er soll „Bayram“ holen und mit ihm zusammen nach Hause kommen.
Ramadan 29 / Arafa
Und jetzt noch eine Frau!
Können die nicht vernünftig „Arife“ sagen?
Warum Arafa?
Sollte das nicht Arife heißen?
So wie meine Tante…
„Arafa kommt und wir haben nicht mal alles sauber gemacht“ sagt meine Mutter.
Das heißt: „Arafa“ ist sehr pingelig!
Meine Leute sind in heller Aufruhe.
Erst sollte „Bayram“ kommen und dann noch „Arafa“.
Sie sind ständig in Eile, sie putzen und backen immer zu.
ich habe Mama gefragt wann „Bayram“ kommt.
Sie sagte: „nach Arafa“
Also sind „Bayram“ Und „Arafa“ nicht miteinander verheiratet.
Nicht mal verwandt sind sie!
oh, ich bekomme Kopfschmerzen.
Wäre nur mein Bruder hier, er würde mir alles erklären.
Und…. Bayram ist da!
Als ich am Morgen aufstand habe ich alle beim frühstücken erwischt!
ich dachte zuerst, vielleicht ist „Oruc“ gestorben oder so.
In der Nacht kam mein Bruder nach Hause.
Ich hab vor Freude geschrien!
Wir haben uns wirklich sehr vermisst.
ich habe ihm alles gepetzt.
Ich bemerkte wie er mich anlächelte während ich redete.
es war eine gute Entscheidung mit meiner Schwester nicht darüber zu reden.
Immer wo mein Bruder Lächelte, brach sie in schallendes Gelächter aus!
ich tat so als wäre ich beleidigt, aber mein Bruder hat mich sofort getröstet.
Er hat mir alles erzählt und mich über alles aufgeklärt.
Diesmal hab ich nur gelacht.
***
Mein Bruder hat es mir versprochen,
Er wird es Niemandem weitererzählen.
Er hat mich gefragt, ob er das aufschreiben kann, und ich habe es ihm erlaubt.
So entstand „das Ramadantagebuch“.
Mein Bruder nennt das „das 5 jährigen- Syndrom“
was ein Syndrom ist hab ich nicht verstanden…
Aber ich vertraue meinem Bruder.
Bayram gefiel mir sehr.
Aber ich fürchte nur, dass meine Schwester wieder so zickig sein wird, deshalb bin ich traurig, dass der Ramadan geht.
Währe es nicht schön wenn es immer Ramadan sein könnte?
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Nur die Zunge ist schärfer als ein Katana, und nur die Tinte ist wetvoller als Blut.