2 Geschrieben Sonntag, Mai 10, 2009 @ 02:39:45
Abgeschickt von Cemil Kaya am 25 November, 2006 um 01:22:51:
Antwort auf: Re: Der Anfang von Jott am 24 November, 2006 um 19:09:36:
: : Scheinlogik ist, daß Du mit einem nichtexistierenden "Wenn" operierend gegen das fein abgestimmte, existierende Sein, argumentierst. Das wäre zu vergleichen mit einem technisch fein abgestimmten Konstrukt, wogegen Du argumentieren würdest, daß, falls es "anders" (womit Du die Feinabstimmung ausschließt) konstruiert wäre, wir heute nicht hätten sagen können, es sei gut durchdacht und fein abgestimmt.
: Mit dem Konstruktbeispiel implizierst du gleich wieder einen Designer des Universums.
Das ist doch ganz klar; jeder imliziert das, wovon er überzeugt ist.
: Und es hinkt noch dazu, denn das Argument lautet andersherum: Wenn die Konstanten anders wären, so wäre ganz sicherlich kohlenstoffbasiertes Leben (also wir) nicht möglich.
Was ist das für ein 'Argument'? Es ist sinnfrei, wenn nicht sinnlos.
: Ergo können wir _nur_ in einem solchen Universum existieren, das die Existenz von kohlenstoffbasiertem Leben ermöglicht, weswegen wir uns auch _nur_ in solch einem Universum über die anscheinende "Feinabstimmung" des Universums wundern können. Das ist dann die Entkräftigung des Anthropischen Prinzips.
Zunächst: nicht 'anscheinend', sofern wir unserem Verstand vertrauen können, wenn nicht, dann hätten wir gar nichts in der 'Hand'.
Die 'Entkräftung' sieht tatsächlich sehr traurig aus, unter anderem deshalb, weil Du meinem Argument nichts konkret (darauf eingehend) entgegen zu halten hast. Da wir uns in _diesem_ Universum befinden, müssen wir von ihm ausgehend unsere Urteile abgeben - nicht, wie es wäre oder sein könnte, wenn und wenn....
: Nebenher gibt es noch die Ansichten, dass diese Feinabstimmung gar nicht existiert, weil unsere physikalischen Gesetze nur grobe Näherungen an das "echte Sein" darstellen und auf die Hilfe von diversen Konstanten angewiesen sind.
Warum setzt Du das echte Sein in Anführungszeichen? Was wäre, wenn die Neigung der Erde oft schwanken oder andere Neigungen annehmen würde? Es gibt explizite Bücher über die Feinabstimmungen, Genialitäten etc. in der Natur, in Mikro- und Makrokosmos, so daß es Zeitverschwendung wäre, mehr darüber zu schreiben.
:"Viele Konstanten" gilt in der Physik als unelegant. Eine mögliche zugrundeliegende Formel käme aber ohne Konstanten aus, womit dann auch die "Feinabstimmung" passé wäre.
"Mögliche", "käme", "wäre"... :-)
: Wiederum eine andere Ansicht der Kosmologie greift eine Idee der Quantenphysik auf, wonach Quanten von einem Zustand in einen anderen "tunneln" können. Ist nun das Vakuum gar nicht der unterste Energiezustand (quantentechnisch möglich), so ist auch im Universum ein "Tunneln" möglich. Diese Blasen des "wahren Vakuums" würden sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten (ähnlich der Bildung von Eiskristallen in einem Gewässer - hier bloß ohne Lichtgeschwindigkeit) und die Naturkonstanten verändern. In solch einem "Kosmologischen Phasenübergang" würde unsere Existenz ausgelöscht, ohne dass wir es kommen sähen oder gar bemerkten. - Physikalisch ist das kein Hirngespinst.
Nur eine gedankliche Hypothese - gegenüber der erlebten und erforschten Realität. Hingegen ist die These, daß das Universum, selbst unser Gehirn holografisch sei, plausibler, näherliegend angesichts entsprechender Schlußfolgerungen spezieller Forschungen.
: : Es ist nun mal so, wie es ist, und _davon_ auszugehen ist die Logik schlechthin.
: Genau das sag ich ja: Es ist so! Wenn es anders wäre, gäbe es uns nicht. Der große Plan ist damit irrelevant!
Was für großer Plan? Die Rede ist von dem Hier und Jetzt und den darauf basierenden Schlußfolgerungen über die Feinabstimmung. "Wäre, gäbe..., ist hier in Wirklichkeit irrelevant.
: : Außerdem: Die größten Wissenschaftler sind von der Feinabstimmung der Welt beeindruckt, wogegen Du dies mit "fein abgestimmt zu sein _scheint_", aus Gründen des Atheismus und Materialismus ganz so nebenbei abzuschwächen versuchst. Das ist nix gut.
: Das Heranziehen einer unbestimmten Menge als Argument (die größten Wissenschaftler) ist immer verdächtig...
...solange man sich bewußt gegen die Tatsachen stellt _oder_ sich aber diesbezüglich recht wenig oder gar nicht auskennt. Zudem: die Bestimmbarkeit der Summe ist was? Richtig: total irrelevant, da sogar viele atheistische/materialistische Wissenschaftler die Genialität in der Natur, die Feinabstimmung im Sein an-/erkennen und gestehen.
Was mich erstaunt, ist die oft beobachtete Tatsache bei Anti-Spirituellen, daß sie sich thematisch entweder dumm stellen ("was, wo wie, wer?") oder 'tausend' Wischi-Waschi-Thesen anführen, um das, worum es konkret geht, durcheinander zu bringen und Zweifel zu säen.
Einerseits wird dem Verstand überhaupt nicht vertraut und andererseits aber dem sich - durch eigene Aussagen feststehende Relativität ignorierend - nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen 'geschrien', als ob diese ohne den Verstand funktionieren würde.
Ich hätte es gern, wenn Anti-Religiösen und Anti-Spirituellen die Wahrheit ganz offen aussprechen und sagen würden, daß sie diese um jeden verbalen Preis bekämpfen wollen, weil sie uns - angeblich notwendig - ins Mittelalter versetzen würden. Das wäre nicht nur ehrlich, sondern würde den wahren Standpunkt zeigen, wonach man wissen würde, weshalb sie auch die besten Argumente ständig dementieren müssen.
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******