Ein Standardwerk zum Thema Evolution. Der Kauf lohnt in jedem Fall. Kutschera gelingt es, in guter, verständlicher und leicht zu lesender Form die Grundzüge der Evolution und der Evolutionstheorie vorzustellen. In den einzelnen Kapiteln deckt er eine breite Palette an Themen ab, die die Evolution darstellen und erklären.
Man hätte sich an etlichen Stellen mehr Quellenangaben gewünscht. Eine Reihe von Behauptungen stehen im Raum, die aber nicht durch Literaturangaben belegt sind. Z.B. "Alle Lebewesen, die je auf dier Erde gelebt haben, stammen von einigen primitiven Urform ab. Dieser Gedanke konnte inbesondere durch die moderne Molekularbiologie in vollen Umfang bestätigt werden" (S. 82) Gerne würde man hier in der einschlägigen Literatur weiter forschen, um die Gültigkeit dieser These zu überprüfen.
Der Autor wendet sich in den Kapiteln 10 und 11 dem Thema "Evolution und Kreation" zu. Er geht auf die Haupteinwände gegen die Evolution ein und bringt seine Gegenargumente. Allerdings sind seine Argumente gegen die Kreationisten extrem schwach. Man gewinnt den Eindruck, daß Kutschera händeringend nach jedem gedanklichem Strohhalm gereift, der ihm gegen die Schöpfungslehre Schützenhilfe leisten könnte. Die Publikation schließt mit dem Epilog: Evolution, christlicher Glaube und Ethik.
Kutschera ist davon überzeugt, daß es zur Evolutionstheorie keine Alternative gibt. Sie ist für ihn der einzige plausible Mechanismus zur kausalen (naturalistischen) Erklärung der Stammesentwicklung der Organismen der Erde (S. 258). Selbstkritisch gesteht er aber ein: "Es soll abschließend ausdrücklich hervorgehoben werden, dass viele Fragen zu den molekularen Mechanismen der Evolution noch offen sind. Diese zentrale Problematik wird jedoch weltweit mit großen Aufwand erforscht und schrittweise einer Lösung nähergebracht." (S. 83). Wie zuversichtlich er in die Zukunft schaut, bringt dieser Satz zum Ausdruck: "Wir können davon ausgehen, daß auch dieses große Geheimnis der Evolutionsbiologie (d.h. die Entstehung des Lebens) irgendwann einmal entschlüsselt werden wird" (S. 142). Das ist doch aber das Eingeständnis, daß man auf die wichtigste Frage der Evolutionstheorie, nämlich der Entstehung des Lebens bisher keine Antwort hat. Und trotzdem ist die Evolution für Kutschera eine Tatsache.
Dieses Buch wird Ihnen helfen, zu verstehen, warum die Evolution und die Evolutionstheorie auf tönernen Füßen stehen. Die angeblichen Fakten, die für Evolutionstheorie sprechen, sind nur zweckmäßige Deutungen im Rahmen eines naturalistischen Weltbildes, das Gott bewußt ausklammert. Von Beweisen für Evolution kann nach der Lektüre dieses Buches nicht die Rede sein. Lesen Sie aufmerksam ab "2.6 Die klassischen Evolutionsbeweise". Es wird Ihnen nicht entgehen, daß sich Kutschera forwährend im Kreis dreht. Er behauptet es gäbe eine Evolution und diese Behauptung ist gleichzeitig der Beweis (Zitat: "Zusammenfassend zeigen diese Dokumente, daß die rezenten Organismen nur als historisch gewordene Endstufen eines Jahrmillionen langen Entwicklungsprozesses verstanden werden können." Dabei gilt es doch, diese Behauptung zu beweisen!) Man ist erstaunt, daß Kutschera trotz all der offenen Fragen, die die Evolution aufwirft, keine andere Deutung der Entstehung des Lebens (z.B. durch Schöpfung) gelten läßt.
Eine Stellungnahme zu: "Neuauflage der 'Evolutionsbiologie' von U. Kutschera" © www.evolutionsbiologen.de
Eine kurze Rezension von Daniel C. Dreesmann Evolution - Wissenschaft statt Schöpfungsglauben © www.wissenschaft-online.de (Dreesmann ist u.a für die guten Argumente gegen den Krationismus dankbar. Ich sehe das anders: Die Argumente sind ein Papiertiger. Aber urteilen Sie selbst und versuchen Sie einmal mit diesen Argumenten gegen einen geschulten Kreationisten anzutreten.)
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