DISKUSSIONS- und DIALOG-FORUM

JUDENTUM - CHRISTENTUM - ISLAM - RELIGION - WISSENSCHAFT - MYSTIK - METAPHYSIK - UFOLOGIE - GEHEIMGESELLSCHAFTEN

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/======================================================== Stufen zu Gott ========================================================\

»Einem jedem Volke gaben wir Norm (Religion) und einen offenen Weg. Wenn es Allah nur gewollt hätte, so hätte er euch allen nur e i n e n Glauben gegeben; so aber will er euch in dem prüfen, was euch zuteil geworden ist. Wetteifert daher in guten Werken, denn ihr werdet alle zu Allah heimkehren, und dann wird er euch über das aufklären, worüber ihr [auf der Erde] uneinig wart.« (Qur'an, 5:48)

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Es gab einmal einen Rosenstrauch. Er war mit Sorgfalt gepflanzt, und so wuchsen die Wurzeln tief in die Erde hinein, die lange darauf vorbereitet worden war, ihn zu empfangen. Diese Wurzeln waren Abraham. Als die Rose heranwuchs, musste sie richtig beschnitten werden, sonst wäre sie wild gewuchert und hätte nicht erfüllt, was der Gärtner mit ihr vorhatte. Dank der guten Erde, den tiefen Wurzeln und dem Beschneiden war der Stamm gerade und stark. Dieser Stamm war Moses. Eines Tages kam in der Knospe die vollkommenste rote Rose hervor, die man je gesehen hatte. Die Knospe war Jesus. Die Knospe ging auf; die Blüte war Muhammed

"Der, der nicht weiß, daß er nicht weiß, ist ein Narr - meide ihn. Der, der nicht weiß, und weiß, daß er nicht weiß, ist ein Kind - lehre ihn. Der, der weiß, und nicht weiß, daß er weiß, schläft - erwecke ihn. Doch der, der weiß, und weiß, daß er weiß, ist ein Weiser - folge ihm. (Sufi-Spruch)

HERZLICH WILLKOMMEN!

Wer Du auch bist, woher Du auch kommst, Wohin Du auch gehst,

Sei einfach anständig und freundlich zu Deinem Gegenüber,

Denn von einer Quelle stammen wir, zu ihr kehren wir einst wieder zurück.

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offline Habakuk
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1 Geschrieben Dienstag, April 20, 2010 @ 12:30:31  

Evolution

Die Kraft, die neue Arten schafft

27.06.2008, 17:42

 

Von Hanno Charisius

Theorie oder Tatsache? Planlos oder zielgerichtet? Acht Antworten auf wichtige Fragen zur Evolution.

Was ist Evolution?

Sie ist der Mechanismus, der neue Arten entstehen lässt. Im Gegensatz zur Revolution verläuft die Evolution nicht sprunghaft, sondern allmählich. Sie geht zumeist in unzähligen, zunächst unscheinbaren Veränderungen vor. Diese Varianten verschaffen ihren Trägern Vor- oder Nachteile.

So können sie sich mehr oder weniger gut fortpflanzen als Artgenossen mit anderen oder keinen Änderungen. Weil alle Individuen um begrenzte Ressourcen konkurrieren, setzen sich von den Nachkommen jeder Generation eher diejenigen durch, die besser an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst sind.

Der vielzitierte Ausdruck "survival of the fittest" besagt nicht, dass die Stärksten überleben, sondern dass diejenigen Vorteile haben, die am besten angepasst sind. Auch der Mensch ist in der Evolutionstheorie ein zufälliges Produkt von Mutationen und natürlicher Auslese. Daher war die Entdeckung der Evolution für das menschliche Selbstbewusstsein eine Revolution.

Ist Evolution Theorie oder Tatsache?

"Nach allem was man heute weiß, ist es eigentlich irreführend, die Evolution als Theorie zu bezeichnen", hatte der nach Charles Darwin wohl wichtigste Evolutionsforscher Ernst Mayr selbstbewusst formuliert, bevor er im Februar 2005 im Alter von 100 Jahren starb.

Streng wissenschaftsphilosophisch besehen, muss man allerdings von einer Theorie sprechen, da sich kein endgültiger Beweis führen lässt, etwa dafür, dass sich Menschen, Tiere und Pflanzen allesamt aus einem Einzeller entwickelt haben. Angesichts der Vielzahl von Belegen für die Richtigkeit der Theorie bezeichnet sie für die große Mehrheit der Wissenschaftler jedoch eine Tatsache.

Gibt es Belege, die gegen die Evolution sprechen?

Keine, die ernst zu nehmen wären. Kritiker bemängeln gern das Fehlen von Zwischenstufen zwischen zwei verwandten Arten. Das lässt sich jedoch leicht damit erklären, dass Zwischenwesen nicht zu unterscheiden sind, von der einen oder der anderen Art. Aber es gibt eine Menge offener Fragen, und die Mechanismen der Evolution sind noch nicht in allen Einzelheiten verstanden.

 

Existieren verschiedene Evolutionstheorien?

Die Evolutionstheorie selbst unterliegt einer Evolution. Darwin und Wallace waren nicht die Ersten, die sich über die Entstehung der Arten Gedanken gemacht haben. Bereits 1000 Jahre vor den beiden lebte in Bagdad der Gelehrte Uthman al Jahith, der auf ähnliche Weise beschrieb, wie neue Arten entstehen. Immanuel Kant sah im 18. Jahrhundert die Ähnlichkeiten verschiedener Organismen als Hinweis auf einen gemeinsamen Ursprung. Auch Goethe hatte ähnliche Gedanken.

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné glaubte zwar fest an einen Schöpfer, doch hatten ihm seine Beobachtungen gezeigt, dass sich Arten verändern können. Und schließlich hatte auch Darwins Großvater Erasmus einen gemeinsamen Ursprung aller Organismen vermutet.

Erst sein Enkel und Wallace fanden jedoch den entscheidenden Mechanismus. Neben der darwinistischen werden heute noch weitere Evolutionstheorien diskutiert, die sich jedoch nicht im Grundprinzip unterscheiden, sondern in der Gewichtung verschiedener Einflussfaktoren.

 

Lässt sich vorhersagen, in welche Richtung sich die Evolution bewegt?

Evolution hat keine Richtung, die Organismen passen sich auch nicht gezielt der Umwelt an. Es überleben schlicht nur solche, die es in der jeweiligen Umgebung aushalten. Steigt zum Beispiel in einem Tümpel die Salzkonzentration, werden nur Bakterien überleben, die zufällig damit umgehen können.

Im Labor lässt sich die Entwicklung von Mikroorganismen immerhin grob steuern, indem man das Milieu, in dem sie wachsen, gezielt verändert. Es ist nicht einmal gesagt, dass Evolution einen Fortschritt bringt. Häufig entwickeln sich Eigenschaften sogar mehrfach bei verschiedenen Lebewesen. Das Auge wurde etwa 40 Mal von der Natur erfunden. Und die verschiedenen Vogelarten haben das Fliegen auf mindestens drei Wegen entwickelt.

Lassen sich die Mechanismen der Evolution gezielt nutzen?

Das geschieht bereits seit Tausenden von Jahren, bei der Zucht von Tieren und Pflanzen. In diesem Fall selektiert jedoch nicht die Natur, sondern der Züchter entscheidet, welche Eigenschaft er fördern möchte. Auch bei der Medikamentenentwicklung hilft das evolutionäre Prinzip heute, wenn es etwa um das Design eines Wirkstoffmoleküls geht.

 

Entstehen heute noch neue Arten?

Permanent. Wenngleich die Mechanismen der Evolution meist so langsam ablaufen, dass sie sich der menschlichen Wahrnehmung entziehen.

 

Unterliegt der Mensch noch den Kräften der Evolution?

Die Entwicklung der Menschheit verlief noch bis vor einigen hundert Jahren rasant, und hat sich seit der Erfindung der Landwirtschaft vor 10.000 Jahren sogar beschleunigt.

Deshalb vermuten viele Forscher, dass die Evolution des Menschen längst nicht zum Stillstand gekommen ist, obgleich sie nicht sagen können, welche natürlichen oder gesellschaftlichen Selektionsfaktoren zurzeit die Richtung bestimmen.


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2 Geschrieben Donnerstag, April 22, 2010 @ 14:19:11  

Hallo Habakuk,

ich freue mich über jeden Beitrag. Lieben Dank für deinen. Doch würde ich gerne erfahren, was dir an dem zitierten Beitrag am meisten zusagt bzw. was der eigentliche Anlaß dazu war. Ich nehme an, es ist die Frage, ob die ET eine Tatsache sei. Sie ist ja auch eine Tatsache, eine Wahrheit, für alle, die an sie glauben, so wie die Religionen jeweils für ihre Anhänger Wahrheiten darstellen. Nein, bitte nicht an dem Begriff "Wahrheit" verweilen, da eine Tatsache zur Realität und diese zur Wahrheit zugehörig ist und sein muß. So wie es außer dem Sein kein anderes Sein geben kann, gibt es auch keine mehrere und sich gegenseitig tatsächlich ausschließende Wahrheiten.

An anderer Stelle sagte ich vor kurzem, daß die ET keine Tatsache sei, ja, für mich persönlich nicht mal eine Theorie, sondern eine Hypothese, eine Spekulation, die als Alternative zur Religion dient. Der im Artikel genannte Ernst Mayr ist ein Evolutionsvertreter (gewesen), ich weiß, aber ich habe auch eiinige Zugeständnisse von ihm gelesen, wie ich welche von anderen ET-Vertretern zuweilen zitiert habe. Für mich ist es unverständlich, wie man an Etwas, das man glaubt, von dem man absolut überzeugt ist, es zuweilen niederschmetternde Aussagen machen kann, und dennoch hinterher weiterhin genauso überzeugt davon sein kann.

"Unser Glaube an die Evolutionsidee beruht auf unserer Abneigung, die entgegengesetzte Lehre der speziellen Schöpfung anzunehmen."

Louis T. More

 

MfG
Cemil


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3 Geschrieben Donnerstag, April 22, 2010 @ 17:19:39  

Hi Cemil,

ich freue mich über jeden Beitrag. Lieben Dank für deinen. Doch würde ich gerne erfahren, was dir an dem zitierten Beitrag am meisten zusagt bzw. was der eigentliche Anlaß dazu war.

Zuerst mal sorry, weil die Formatierung etwas verunglückt ist. Warum weiß ich auch nicht. Plötzlich waren große Teile in Großbuchstaben und ich hatte keine Lust, das alles von Hand abzutippen. 

Ich nehme an, es ist die Frage, ob die ET eine Tatsache sei.

Eigentlich aus zwei Gründen: Erstens, weil in dem Artikel knapp und verständlich ein kleiner Überblick zur ET gegeben wird. zweitens, weil darin auch ein früher islamischer Gelehrter, UTHMAN AL JAHITH, erwähnt wird, der schon vor 1000 Jahren in die selbe Richtung gedacht hat. 

Sie ist ja auch eine Tatsache, eine Wahrheit, für alle, die an sie glauben, so wie die Religionen jeweils für ihre Anhänger Wahrheiten darstellen.

Glaubenswahrheiten werden geglaubt. Naturwissenschaftliche Wahrheiten können überprüft werden und müssen nicht geglaubt werden. Selbst "Ungläubige" können und müssen die Fakten akzeptieren, außer sie ignorieren sie, oder deuten sie unzulässig in ihrem Sinne um.

An anderer Stelle sagte ich vor kurzem, daß die ET keine Tatsache sei, ja, für mich persönlich nicht mal eine Theorie, sondern eine Hypothese, eine Spekulation, die als Alternative zur Religion dient.

Das dachte ich mir schon. Ich habe umgekehrt den Eindruck, daß du, der du deine Gewisshait aus dem Koran und den Antworten eines dir erschienenen Engels ableitest, damit Spekulationen zum Opfer fällst. 

Der im Artikel genannte Ernst Mayr ist ein Evolutionsvertreter (gewesen), ich weiß, aber ich habe auch eiinige Zugeständnisse von ihm gelesen, wie ich welche von anderen ET-Vertretern zuweilen zitiert habe. Für mich ist es unverständlich, wie man an Etwas, das man glaubt, von dem man absolut überzeugt ist, es zuweilen niederschmetternde Aussagen machen kann, und dennoch hinterher weiterhin genauso überzeugt davon sein kann.

Ich sage ja: du hast falsche Vorstellungen von der ET und auch vom wiss. Erkenntnisprozeß. Du würdest in Mayrs Büchern eine Menge solcher Stellen finden. Auch bereits im Werk von Darwin. Zum großen Teil sind es aber Fragen, die erst gestellt, Probleme, die erörtert und dann diskutiert und oft auch zufriedenstellend beantwortet werden. Kreationisten zitieren meist nur den ersten Teil; die Fragen. Vielleicht noch gar nicht mal aus bösem Willen, sondern weil sie sich ja fast immer nur selber (und ihre Kollegen) zitieren und nie in den Originalwerken lesen. :-)

Außerdem gibts natürlich auch aktuelle ungelöste Detailfragen. man bräuchte aber den größeren Überblick um zu erkennen, daß diese die ET insgesamt keineswegs in Frage stellen können.

Außerdem ist Evolution ein geschichtliches Geschehen. Sie passiert natürlich auch noch heute, aber vieles ist eben Vergangenheit und wie in der Geschichte werden wir auch für historische Fragen zur Evolution nie alles wissen können. So ist das halt. Ihr Moslems wißt auch nicht über jede Sekunde im Leben des Mohammed Bescheid. Trotzdem bezweifelt ihr nicht die Eckpunkte seiner Lehre und seines Lebens. 

Die ET ist vergleichsweise viel viel besser abgesichert!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Der Habakuk.


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4 Geschrieben Montag, April 26, 2010 @ 20:24:55  

Hallo Habakuk,

Quote:
Zuerst mal sorry, weil die Formatierung etwas verunglückt ist. Warum weiß ich auch nicht. Plötzlich waren große Teile in Großbuchstaben und ich hatte keine Lust, das alles von Hand abzutippen

Ich habs schon umformatiert, wie du sehen kannst. Der Grund war, daß es in einer Tabelle fest formatiert verankert war. Habe nur den Text markiert, kopiert und außerhalb der Tabelle als normale Text eingefügt; die Tabelle samt Inhalt danach entfernt. Der Text in Großbuchstaben hat sich automatisch re-formatiert.

LG
Cemil


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5 Geschrieben Montag, April 26, 2010 @ 21:19:14  

Hallo Habakuk,

Quote:
C.K.:
Ich nehme an, es ist die Frage, ob die ET eine Tatsache sei.

Eigentlich aus zwei Gründen: Erstens, weil in dem Artikel knapp und verständlich ein kleiner Überblick zur ET gegeben wird. zweitens, weil darin auch ein früher islamischer Gelehrter, UTHMAN AL JAHITH, erwähnt wird, der schon vor 1000 Jahren in die selbe Richtung gedacht hat. 

Zum ersten Grund: Dankeschön.

Zum zweiten: Warum wird der besagte muslimische Gelehrte deinerseits einfacher bestätigt, als andere, die ihrer Zeit Jahrhunderte voraus waren und aus dem Qur'an mit den modernen (gegenwärtigen) wissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmende Tatsachen ableiteten? So z.B.., daß die Erde rund ist und das Atom teilbar usw. Diese werden im Westen kaum entsprechend gewürdigt, weil es stets mit dem Islam zu tun hat. Der obige Gelehrte mag seine Thesen auch aus dem Qur'an abgeleitet haben, aber er steht so ziemlich alleine gegenüber anderer, früherer oder heutiger, Gelehrten im Islam. Das hat vielleicht nicht viel zu sagen, weil die Wahrheit undemokratisch ist, wie ich es oft sagte.

Quote:
C.K.:
Sie ist ja auch eine Tatsache, eine Wahrheit, für alle, die an sie glauben, so wie die Religionen jeweils für ihre Anhänger Wahrheiten darstellen.

Glaubenswahrheiten werden geglaubt. Naturwissenschaftliche Wahrheiten können überprüft werden und müssen nicht geglaubt werden. Selbst "Ungläubige" können und müssen die Fakten akzeptieren, außer sie ignorieren sie, oder deuten sie unzulässig in ihrem Sinne um.

Diese Sätze sind mir all zu gut bekannt, und sie treffen im Normalfall zu, in diesem speziellen Punkt jedoch nicht. Zunächst gilt, daß heute nicht von "wissenschaftlichen Wahrheiten" gesprochen werden kann, weil u.a. die ständigen Revisionen und Verwerfungen der Hypothesen, Theorien sowie die Widersprüche innerhalb der Wissenschaft bei selben Angelegenheiten, fast alles relativiert haben. Zweitens gibt es in der Evolutionstheorie, also speziell und ausschließlich in der Evolutionstheorie (nicht in der allgemeinen Naturwissenschaft) Glaubenswahrheiten genauso wie in den Religionen. Es wird geglaubt, daß das Leben aus Materie, von selbst, zufällig entstanden sei; daß die Makroevolution wahr sei usw. Es gibt hierin keine Beweise, kein Wissen. Es sind geglaubte Hypothesen/Spekulationen/Interpretationen. Dies gilt insbesondere für das Leben. Die von dir geäußerte Überprüfung der ET ist in den wichtigsten Punkten nicht möglich, weil es dabei um unüberprüfbare, zeitlich längst vergangene Phänomene (gradualistische) geht. Deren (makro-evolutive) Rekonstruktion im Labor ist uns nicht möglich, zumal wir nicht wirklich wissen, wie und was genau zu jenen Zeiten alles geschehen ist.

Quote:
C.K.:An anderer Stelle sagte ich vor kurzem, daß die ET keine Tatsache sei, ja, für mich persönlich nicht mal eine Theorie, sondern eine Hypothese, eine Spekulation, die als Alternative zur Religion dient.

Das dachte ich mir schon. Ich habe umgekehrt den Eindruck, daß du, der du deine Gewisshait aus dem Koran und den Antworten eines dir erschienenen Engels ableitest, damit Spekulationen zum Opfer fällst.

 

Es war nirgends von einem Engel die Rede, die erschienen sei, sondern von einem menschlichen Lehrer, der zu den Adepten, den Eingeweihten oder Erleuchteten (Awliya) gehört. Dessen Unterbewertung deinerseits hat mit deiner Unkenntnis und Erfahrungslosigkeit mit solchen Geistesgrößen zu tun; ist also verzeihlich. Alles, was ich bisher darüber erzählte (und ich habe wenig erzählt), als Einbildung, Täuschung, Traum o.ä. abzutun, ist deshalb meinerseits zu verstehen. Allein die Realität eines solchen Lehrers würde aber in der Tat als Beweis und Erkenntnis genügen. Doch hinzu kommt, wie du sagst, der Qur'an; hinzu kommt mein Verstand, meine Logik; hinzu kommen meine eigenen Erfahrungen und gesammelten Kenntnisse; hinzu kommen all die Kontra-ET-Beweise sowohl von mir als auch von zahlreichen Gelehrten, Wissenschaftlern, Forschern...

Dabei ist noch ein Punkt zu erwähnen, der für mich sehr wichtig ist: Das Vermögen oder die Fähigkeit/Gabe, voneinander "scheinbar" unabhängige Dinge miteinander in Einklang zu bringen und ihre gegenseitige Bestätigung oder aber Widerlegung des einen von ihnen durch das andere zu erkennen. Ein Beispiel: Man muß nicht immer nur das Gehirn neurologisch bzw. neuropysiologisch erforschen, um darauf zu kommen, daß nicht alle menschlichen Eigenschaften davon abhängig sind oder daraus entstehen/hervorgehen, weshalb es noch etwas anderes im Spiel sein müsse. Man kann auch direkt herausfinden, daß es ein Geist, eine Seele gibt, um damit sicher zu sein, daß das Gehirn keineswegs alles ist.

MfG
Cemil


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6 Geschrieben Dienstag, April 27, 2010 @ 16:54:03  

Hi Cemil,

 

Zum zweiten: Warum wird der besagte muslimische Gelehrte deinerseits einfacher bestätigt, als andere, die ihrer Zeit Jahrhunderte voraus waren und aus dem Qur'an mit den modernen (gegenwärtigen) wissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmende Tatsachen ableiteten? So z.B.., daß die Erde rund ist und das Atom teilbar usw. Diese werden im Westen kaum entsprechend gewürdigt, weil es stets mit dem Islam zu tun hat. Der obige Gelehrte mag seine Thesen auch aus dem Qur'an abgeleitet haben, aber er steht so ziemlich alleine gegenüber anderer, früherer oder heutiger, Gelehrten im Islam. Das hat vielleicht nicht viel zu sagen, weil die Wahrheit undemokratisch ist, wie ich es oft sagte.

Nun, ich muß ja wohl nicht gleich die ganze restliche arabisch-islamische Geisteswelt mit zitieren, wenn ich einen Artikel hier poste, in dem einer, nämlich Al-Dschahiz erwähnt wird.  Außerdem kenne ich sicher viele arabische Gelehrte gar nicht. {#emotions_dlg.emo_smile}

Es war auch als Anreiz für dich gedacht,  dich vielleicht mal mit ihm näher zu beschäftigen. Wie weit das folgende Zitat von ihm aus der Wikipedia modernisierend überstzt wurde, kann ich nicht beurteilen, aber es klingt doch relativ modern für unse Ohren:

"„Tiere befinden sich in einem Kampf um die Existenz; um Ressourcen, um zu vermeiden, gefressen zu werden, um Fortpflanzung. Umwelteinflüsse beeinflussen den Organismus, so dass neue Eigenschaften entwickeln werden, die das Überleben sichern, mit dem Ergebnis, dass neue Arten entstehen."

Diese Sätze sind mir all zu gut bekannt, und sie treffen im Normalfall zu, in diesem speziellen Punkt jedoch nicht. Zunächst gilt, daß heute nicht von "wissenschaftlichen Wahrheiten" gesprochen werden kann, weil u.a. die ständigen Revisionen und Verwerfungen der Hypothesen, Theorien sowie die Widersprüche innerhalb der Wissenschaft bei selben Angelegenheiten, fast alles relativiert haben.

Theorien sind Modelle der Realität. Als solche sind sie mehr oder weniger gute Annäherungen an diese und insofern haben sie auch Wahrheitscharakter. Außerdem wird nicht alles in den NW wild hin und her ge- und verworfen. Es erfolgen eher Verfeinerungen und Verbesserungen, also immer bessere Annäherungen an die Realität. 

Es wird geglaubt, daß das Leben aus Materie, von selbst, zufällig entstanden sei; daß die Makroevolution wahr sei usw. Es gibt hierin keine Beweise, keinWissen. Es sind geglaubte Hypothesen/Spekulationen/Interpretationen. Dies gilt insbesondere für das Leben. Die von dir geäußerte Überprüfung der ET ist in den wichtigsten Punkten nicht möglich, weil es dabei um unüberprüfbare, zeitlich längst vergangene Phänomene (gradualistische) geht. Deren (makro-evolutive) Rekonstruktion im Labor ist uns nicht möglich, zumal wir nicht wirklich wissen, wie und was genau zu jenen Zeiten alles geschehen ist.

Über den Beginn des Lebens macht die ET keinerlei Aussagen! Also gibts da von Seiten der ET auch nichts (oder alles) zu glauben!

Daß Ereignisse und Phänomene vergangen/historisch sind, bedeutet nicht, daß sie nicht überprüfbar wären. Das kann im Einzelfall durchaus so sein, wenn dazu keinerlei indizien, Informationen, Erkenntnisse, befunde vorliegen; es muß aber nicht so sein.  Gradualistisch bedeutet in der Et auch nicht, daß es sich um historische ereignisse handelt, sondern bezeichnet dier Auffassung, daß evolutive Veränderungen und Artbildung durch fortwährende kleine Anpassungen und Modifikationen mit konstanter Geschwindigkeit über viele Generationen hinweg passiert. (Gegensatz dazu: Punktzualismus, punctuated equilibrium)

Und auch wenn wir die auf der Erde innerhalb von mehreren Milliarden abgelaufene Evolution natürlich nicht ganz im Labor nachmachen können, so können doch experimentell die Mechanismen der Evolution erforscht und "nachgemacht" werden. Außerdem wäre das "Nachmachen" gar nicht nötig, um gültige Aussagen treffen zu können. Die Geschichtswissenschaften können auch die Geschichte nicht "nachmachen", aber dennoch wahre und richtige Aussagen über historische Begebenheiten und Ereignisse treffen!

Es war nirgends von einem Engel die Rede, die erschienen sei, sondern von einem menschlichen Lehrer, der zu den Adepten, den Eingeweihten oder Erleuchteten (Awliya) gehört

Es war von beidem die Rede. Das hast du damals geschrieben:

 Stell dir vor, es erscheint dir ein Engel, und diese Erscheinung ist so gewaltig, daß du überhaupt keine andere Möglichkeit hast, als die Erscheinungstatsache zu akzeptieren. Wenn der Engel dir ständig erscheint und du mit und durch ihm viele Wunder erlebst, wirst du dann jede Aussage von ihm auf die Goldwage legen und skeptisch reagieren? Bestimmt nicht. Ein hochgestiegener, erleuchteter Mensch steht über die Engel, da er (wie jeder Mensch) nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist.

In Erinnerung ist mir wohl hauptsächlich der Engel geblieben. Wahrscheinlich deswegen, weil mir nicht klargeworden ist, ob du von einem noch lebenden Lehrer spricht, oder einem bereits toten.  

Allein die Realität eines solchen Lehrers würde aber in der Tat als Beweis und Erkenntnis genügen. Doch hinzu kommt, wie du sagst, der Qur'an; hinzu kommt mein Verstand, meine Logik; hinzu kommen meine eigenen Erfahrungen und gesammelten Kenntnisse; hinzu kommen all die Kontra-ET-Beweise sowohl von mir als auch von zahlreichen Gelehrten, Wissenschaftlern, Forschern...

Möglicherweise würde die Existenz eine solchen Lehrers in spirituellen Dingen einem als "Beweis" genügen. Solang man einen hat und ihm vertraut ist man sein Schüler und er der Lehrer. Ohne Vertrauen besteht dann wohl auch keine solche Beziehung mehr. Dennoch: warum sollte auch da nicht Skeptik ihren Platz haben? Abgesehen davon, daß es gar nicht wünschenswert wäre, kann man sich schließlich gar nicht zum Glauben zwingen.  Zum Koran ist zu sagen, daß er, wie die Bibel auch, kein naturwissenschaftliches Lehrbuch ist. Verstand und Logik sollten sich an den nachprüfbaren Fakten und Belegen orientieren. Mir genügen die Erkenntnisse der Biologie und Geologie, Paläontologie usw. für meinen Standpunkt. 

 

Über den Beginn des Universums kann man ja ruhig geteilter Meinung sein; hier hat die Wissenschaft auch keine letztgültigen Antworten. Meinetwegen gilt dasselbe auch über den Beginn des Lebens auf der Erde. Da ist noch vieles offen und ungeklärt, bietet also Raum für Spekulationen. Aber die nachfolgende Entwicklung der Arten ist zweifellos vernünftig nur durch Evolution beschreibbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Der Habakuk. 

 


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7 Geschrieben Mittwoch, April 28, 2010 @ 10:51:31  

Hallo Habakuk,

Quote:
Nun, ich muß ja wohl nicht gleich die ganze restliche arabisch-islamische Geisteswelt mit zitieren, wenn ich einen Artikel hier poste, in dem einer, nämlich Al-Dschahiz erwähnt wird.

Ja, natürlich hast du damit recht, aber ich hatte dabei andere Zeiten und Postings im Kopf, wo es um die pro-islamischen Gelehrten und/oder allgemein pro-islamischen Themen ging. Diese zu akzeptieren fällt dir und Ähnlich-Eingestellten sehr schwer. Das ist etwas, das nachdenklich macht.

Quote:
Es war auch als Anreiz für dich gedacht,  dich vielleicht mal mit ihm näher zu beschäftigen. Wie weit das folgende Zitat von ihm aus der Wikipedia modernisierend überstzt wurde, kann ich nicht beurteilen, aber es klingt doch relativ modern für unse Ohren:

"„Tiere befinden sich in einem Kampf um die Existenz; um Ressourcen, um zu vermeiden, gefressen zu werden, um Fortpflanzung. Umwelteinflüsse beeinflussen den Organismus, so dass neue Eigenschaften entwickeln werden, die das Überleben sichern, mit dem Ergebnis, dass neue Arten entstehen."

Gewöhnliche Umweltfaktoren (Wind, Regen, Licht, Vulkane, Überflutungen...) beeinflussen nicht den Organismus im Sinne, daß neue Organe entstehen (können). Weder dieser Gelehrte noch Darwin kannten und wußten etwas von der DNA/-S und Kromozomen sowie deren sowohl Komplexität als auch Stabilität. Für die Mutationen bedaf es, wie du weißt, z.B. starker radioaktiver Strahlung, die aber keine neuen Organe entstehen lassen (z.B. aus Vorderbeine Flügel, aus Herz Nieren etc.), sondern dem Organismus schaden, sie entarten.

Quote:
C.K.:
Diese Sätze sind mir all zu gut bekannt, und sie treffen im Normalfall zu, in diesem speziellen Punkt jedoch nicht. Zunächst gilt, daß heute nicht von "wissenschaftlichen Wahrheiten" gesprochen werden kann, weil u.a. die ständigen Revisionen und Verwerfungen der Hypothesen, Theorien sowie die Widersprüche innerhalb der Wissenschaft bei selben Angelegenheiten, fast alles relativiert haben.

Theorien sind Modelle der Realität. Als solche sind sie mehr oder weniger gute Annäherungen an diese und insofern haben sie auch Wahrheitscharakter. Außerdem wird nicht alles in den NW wild hin und her ge- und verworfen. Es erfolgen eher Verfeinerungen und Verbesserungen, also immer bessere Annäherungen an die Realität.

Um ein Beispiel zu geben: Daß die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht, bedarf keiner Theorie mehr, ist keine Theorie mehr, sondern kann heute unterschiedlich konkret nachgewiesen werden; es ist eine Realität, es ist eine Wahrheit. Die Suggestion, daß die ET genauso eine Realität, genauso eine Tatsache sei, ist hingegen ein Wunschdenken. Immer wieder liest oder hört man, daß ehemalige ET-Vertreter sie entweder verwerfen oder große Revisionen darin fordern; hin und wieder liest oder hört man Zugeständnisse von ET-Exponenten über die markanten, entscheidenden Schwachpunkte der Evolutionstheorie usw. Das zeigt genug den Unterschied zur wahren Realität, wie sie sich in Bezug auf die frühere Theorie, die Erde sei rund und drehe sich um die Erde, klar äußert.

Das gegenwärtige Verständnis der Naturalisten (=Materialisten) über die Wahrheitsfrage der Dinge ist eine gewaltige Revision im Verständnis. Es betrifft das, was du im ersten Satz sagtest, nämlich, daß "Theorien modelle der Realität" seien. Konkreter formuliert besagt dies, daß es nichts besseres und höheres gibt als Theorien, die immer wieder falsifizierbar seien oder sein sollten. Das ist nicht richtig. Tatsächlich gibt es eine Steigerung, nämlich, daß eine bewiesene Theorie keine Theorie mehr darstellt, sondern die Realität reflektiert, wie sie ist.

Die Ursache/-n für dieses relativierte Verständnis sind dreierlei:

  1. die Theorie von der Unschärfe-Relation;
  2. die ständigen und widersprüchlichen Hyphothesen, Spekulationen, Ungewißheitst-Äußerungen allgemein in wissenschaftlich relevanten und auch weniger relevanten Themen; und
  3. die bisherigen Revisionen der ET seit Darwin.

Im Gegensatz zu manchen heutigen ET-Wissenschaftlern, war Darwin zuweilen ehrlicher und äußerte gewisse Kriterien, deren Erfüllung das Aus der Theorie bedeuten würde. Da es allerdings keine bessere atheistische Alternative zu finden war als der Darwinismus, wurde daran festgehalten, nur eben immer wieder neuformuliert, revidiert, auf neue Hoffnungen gesetzt (man werde schon den Beweis bzw. dies oder jenes noch finden) usw.

Quote:
Über den Beginn des Lebens macht die ET keinerlei Aussagen! Also gibts da von Seiten der ET auch nichts (oder alles) zu glauben!

Das stimmt nun so wirklich nicht. Wir sprechen hier von einer umfassenden Weltanschauung, die sogar bis auf (astro-)physikalische Phänomene, zu den Ursprüngen der Daseins-Entstehung, expandiert, zurückgeführt wird, zum Urknall. Was das Leben betriff, wird gesagt, daß alles mit der Entstehung einer ersten Urzelle (Einzeller in der "Ursuppe") begann.

Quote:
Daß Ereignisse und Phänomene vergangen/historisch sind, bedeutet nicht, daß sie nicht überprüfbar wären. Das kann im Einzelfall durchaus so sein, wenn dazu keinerlei indizien, Informationen, Erkenntnisse, befunde vorliegen; es muß aber nicht so sein.  Gradualistisch bedeutet in der Et auch nicht, daß es sich um historische ereignisse handelt, sondern bezeichnet dier Auffassung, daß evolutive Veränderungen und Artbildung durch fortwährende kleine Anpassungen und Modifikationen mit konstanter Geschwindigkeit über viele Generationen hinweg passiert. (Gegensatz dazu: Punktzualismus, punctuated equilibrium)

Wikipadia:

Quote:
Der Punktualismus (englisch Punctuated equilibrium, im Jargon abgekürzt Punk Eek) ist eine von den amerikanischen Paläontologen Niles Eldredge und Stephen Jay Gould erstmals 1972 vorgestellte Theorie welche ausgehend von Ernst Mayrs Theorie der allopatrischen Artbildung eine Erklärung von diskontinuierlichen Änderungsraten und Sprüngen in Fossilreihen liefert. [...] 

Eng damit zusammen hängt die Vorstellung von der Unvorhersagbarkeit biologischer Evolution: Würde das Rad der Zeit in eine bestimmte naturgeschichtliche Epoche zurückgedreht, so würde sich eine gänzlich andere Entwicklung ergeben.

Der Punktualismus wurde oft als moderne Version einer sprunghaften Evolution, ähnlich wie sie von Richard Goldschmidt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertreten wurde (Hopeful Monster), misinterpretiert. S.J. Gould hat diese Interpretation widersprochen, betont dass der Punktualismus im Rahmen der Synthetischen Evolutionstheorie steht[1] und hat speziell einen Bezug des Punktualismus zu Goldschmidts Hypothese verneint[2]. Als Gradualismus mit variabler Entwicklungsgeschindigkeit ist der Punktualismus heute weitgehend akzeptiert[3]. Umstritten ist bis heute jedoch die relative Bedeutung punktualistischer Mechanismen. Zunehmend wird die Diskussion in Bezug auf konkrete Organismengruppen geführt, da sich immer mehr zeigt, dass sich an einer Art oder Gattung studierte evolutionäre Mechanismen wenig verallgemeinern lassen.

Die von mir mehrmals erwähnte Makroevolution hängt damit zusammen und bedeutet große Sprünge in den Veränderungen1.

Die in der Fußnote angegebene Quelle, nämlich die Seite von Lönnig, ist insgesamt lesenswert, finde ich.

MfG
Cemil

 

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FUßNOTEN

1) "Das (die Diskontinuität, die "Überlieferungslücken") gilt dann für alle 32 Ordnungen der Säugetiere und in den meisten Fällen ist der Bruch in der Überlieferung noch auffallender als im Falle der Perissodactylen. In den meisten Fällen ist der Bruch so scharf und die Lücke so groß, dass der Ursprung der (jeweiligen Säuger-) Ordnung spekulativ und viel diskutiert ist..." (http://www.weloennig.de/NeoB.Ana4.html)


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8 Geschrieben Mittwoch, April 28, 2010 @ 17:55:34  

Hi Cemil!

Gewöhnliche Umweltfaktoren (Wind, Regen, Licht, Vulkane, Überflutungen...) beeinflussen nicht den Organismus im Sinne, daß neue Organe entstehen (können).

Dschahiz schrieb von neuen Eigenschaften, nicht Organen. Aber egal. Er war sicher kein "Darwinist", aber hatte für seine Zeit schon Gedanken, die noch heute so manchem Muslim fremd geblieben sind. :-)

Weder dieser Gelehrte noch Darwin kannten und wußten etwas von der DNA/-S und Kromozomen 

Richtig. (Chromosomen). Und? Umso beeindruckender!

sowie deren sowohl Komplexität als auch Stabilität. Für die Mutationen bedaf es, wie du weißt, z.B. starker radioaktiver Strahlung,

Nein. Im Prinzip reicht auch beliebig schwache Strahlung. Es muß auch nicht radioaktive Strahlung sein, sondern kann auch jede andere ionisierende Strahlung sein, z.B. UV-Strahlung. Außerdem werden Mutationen auch durch bestimmte chemische Stoffe ausgelöst. Und schließlich gibts noch sowas wie Spontanmutationen, bei denen dies ohne jeden äußeren Einfluß geschieht.  

die aber keine neuen Organe entstehen lassen (z.B. aus Vorderbeine Flügel, aus Herz Nieren etc.), sondern dem Organismus schaden, sie entarten.

Informiere dich  mal über die sogenannten Homeoboxgene, das sind Gene höherer regulativer Ordnung, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung spielen und genau für das, also z.B. für die morphologische Differenzierung von Beinen, Flügeln usw.  Bedeutsam sind. Nieren werden außerdem nicht aus Herzen gebildet. Wie kommst du auf sowas?

Um ein Beispiel zu geben: Daß die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht, bedarf keiner Theorie mehr, ist keine Theorie mehr, sondern kann heute unterschiedlich konkret nachgewiesen werden; es ist eine Realität, es ist eine Wahrheit. 

Trotzdem gibt es noch Flach-Erde-Vertreter und Hohlweltanhänger, die sich nicht überzeugen lassen. 

Die Suggestion, daß die ET genauso eine Realität, genauso eine Tatsache sei, ist hingegen ein Wunschdenken. Immer wieder liest oder hört man, daß ehemalige ET-Vertreter sie entweder verwerfen oder große Revisionen darin fordern;

Du solltest weniger Kreationistenliteratur lesen. {#emotions_dlg.emo_wink}

Das gegenwärtige Verständnis der Naturalisten (=Materialisten) über die Wahrheitsfrage der Dinge ist eine gewaltige Revision im Verständnis. 

Historisch gesehen ist es gerade umgekehrt: Während noch vor 200 oder 300 Jahren so gut wie alle an ihre Götter und eine Schöpfung glaubten, an die Arche Noah etc. so sind es heute nur noch hardcore-Fundis, die dies so glauben.

Die Ursache/-n für dieses relativierte Verständnis sind dreierlei:

  1. die Theorie von der Unschärfe-Relation;
  2. die ständigen und widersprüchlichen Hyphothesen, Spekulationen, Ungewißheitst-Äußerungen allgemein in wissenschaftlich relevanten und auch weniger relevanten Themen; und
  3. die bisherigen Revisionen der ET seit Darwin.

Die "Revisionen" waren  Weiterentwicklungen von Darwins Erkenntnissen. Hypothesen und Spekulationen gibst es natürlich auch in den NW und das ist auch gut so! Du darfst sie aber nicht mit den wohlbegründeten Theorien verwechseln! Was dein Punkt 1 damit zu tun haben soll, ist mir unverständlich. 

Quote:
Über den Beginn des Lebens macht die ET keinerlei Aussagen! Also gibts da von Seiten der ET auch nichts (oder alles) zu glauben!

 

Das stimmt nun so wirklich nicht. Wir sprechen hier von einer umfassenden Weltanschauung, die sogar bis auf (astro-)physikalische Phänomene, zu den Ursprüngen der Daseins-Entstehung, expandiert, zurückgeführt wird, zum Urknall. Was das Leben betriff, wird gesagt, daß alles mit der Entstehung einer ersten Urzelle (Einzeller in der "Ursuppe") begann.

 

Das  (Urknall usw.) hat aber mit der ET nichts mehr zu tun! Bitte trenne das geistig klar!

Die in der Fußnote angegebene Quelle, nämlich die Seite von Lönnig, ist insgesamt lesenswert, finde ich.

Lönnig ist Zeuge Jehovas und Vertreter des Intelligent Design. Seine Ansichten sind dubios und glaubensgeprägt. Also nicht empfehlenswert!

 

Mit freundlichen Grüßen

Der Habakuk.


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9 Geschrieben Donnerstag, April 29, 2010 @ 15:16:19  

Hallo Habakuk,

daß wir nicht auf einen grünen Zweig kommen, liegt vermutlich an mir, an meiner Schwäche, die Dinge besser, akzeptabler und nachvollziehbarer zu erklären.

Quote:
Dschahiz schrieb von neuen Eigenschaften, nicht Organen. Aber egal. Er war sicher kein "Darwinist", aber hatte für seine Zeit schon Gedanken, die noch heute so manchem Muslim fremd geblieben sind. :-)

Wenn man die spirituellen Elemente (Geist, Seele) wegläßt, also ihre Existenz verneint, muß man alle quantitativen wie qualitativen Eigenschaften notwendig auf die entsprechenden organe zurückführen; bedeutet: ohne Organe, keine Eigenschaften. Beispiel: Flossen werden - schwubti wup! - zu Beinen. Die Eigenschaft davon: Laufen. Die (Vorder-) Beine werden - schwubti wup! - zu Flügeln. Die Eigenschaft davon: Fliegen/Flug-Eigenschaft. Gibt es also Eigenschaften ohne entsprechende Organe, Körperteile? Nein.

Es gibt aber auch neue Eigenschaften, ohne daß es neue Organe dafür geben zu müssen. Eine neue Aktion durch vorhandene Organe und Glieder. Doch das bringt der gedachten Evolution nichts. Z.B. Eintauchen von Früchten ins Meerwasser (seitens einer Art von Affen), weil sie salzhaltig besser schmecken. Das oder Ähnliches hat aber Dschahiz sicher nicht gemeint. Ein anderes, thematisch relevanteres Beispiel von Eigenschaften wäre z.B. die Wabenkonstruktion der Bienen:

File:Bienenwabe im Bau 51a.jpgBienenwabe, die von den Bienen gerade ausgebaut wird (Detail). Man sieht die Zellen genau von oben. Der Boden jeder Zelle besteht aus drei rautenförmigen Vierecken, die in einer Zelle mit 1, 2 und 3 bezeichnet sind. Diese Rauten sind nicht eben, sondern stehen leicht schräg so dass die Mitte der Zelle, wo die drei Rauten aneinander stoßen, der tiefste Punkt ist. Die Zellen auf der gegenüberliegenden Seite der Wabe liegen nicht genau gegenüber den Zellen auf der Vordereite, sondern um eine halbe Zellenbreite seitlich und nach oben oder unten versetzt. Mit blauer Farbe sind die Umrisse einer Zelle auf der gegenüberliegenden Seite gekennzeichnet, mit a, b und c die drei Rauten an deren Boden. Auf diese Weise hat jede Zelle je eine Raute mit drei benachbarten Zellen auf der gegenüberliegenden Seite der Wabe gemeinsam. Die helleren oberen Ränder um jede Zelle herum sind aus Gründen der Stabilität leicht verdickt, so dass sie gegenüber der sechseckigen Wabenform (schwarze Linie) mehr abgerundet erscheinen (rot gekennzeichnet). Sie liegen bei dieser noch nicht ganz fertig gebauten Wabe ca. 1 cm über den Böden der Zellen (später werden sie ca. 1,5 cm tief). Die Seitenwände sind bei dieser Ansicht von den oberen Rändern verdeckt, sie werden nur am Bildrand, vor allem unten rechts, etwas sichtbar.
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Bienenwabe_im_Bau_51a.jpg&imgrefurl=http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bienenwabe_im_Bau_51a.jpg&h=1232&w=1643&sz=744&tbnid=SC0CLB4xN5RipM:&tbnh=112&tbnw=150&prev=/images%3Fq%3Dbienenwabe&usg=__Fha63AW7tFwKLOXl2fuL8168wBM=&ei=gnTZS4DpKouBOJDt-PQP&sa=X&oi=image_result&resnum=4&ct=image&ved=0CBcQ9QEwAw

Dies ist eine Konstruktions-Eigenschaft der Bienen durch vorhandene Organe/Glieder. Anhand dieser könnten die Bienen theoretisch auch unterschiedlichste Wabenzellen konstruieren. Wenn sie also vorher erst dreieckig, dann vier, dann fünf, schließlich sechseckige Wabenzellen hergestellt haben, so wäre dies zweifellos eine neue (letzte) Errungenschaft bzw, Eigenschaft. Hat man eine solche Eigenschafts-Entwicklung durch Fossilien nachweisen können? Wie stellt man sich überhaupt vor, daß es so was stattgefunden haben soll? Die älteste Biene ist eine exakte Biene (wie die heutigen). Beweis: "Bernstein-Biene":

Fossiierte Biene in Bernstein (Orchiedeen-Pollen auf den Rücken)

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,502795,00.html
http://www.imkerverein-reutlingen.de/die_bienen.htm 

MfG
Cemil 

 


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10 Geschrieben Donnerstag, April 29, 2010 @ 16:56:40  

Hi Cemil,

Daß wir nicht auf einen grünen Zweig kommen, liegt vermutlich an mir, an meiner Schwäche, die Dinge besser, akzeptabler und nachvollziehbarer zu erklären.

Ich glaube eher, daß es so ist, daß du von deinen religiösen Prämissen nicht lassen willst, und ich nicht von meinen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Für mich ist es so, daß die Naturwissenschaften einen Rahmen der Realität beschreiben. Sie sagen also nicht alles über diese Welt aus (das können und wollen sie auch gar nicht), aber gewisse Eckpunkte und Rahmen werden von ihnen beschrieben. Platz für eine Religion, für einen Gott sehe *ich* darin durchaus noch, aber eben nicht im Widerspruch zu dem als richtig erkannten Wissen, das uns die Naturwissenschaften liefern! Bei dir ist es wohl umgekehrt: dein Rahmen und deine Eckpunkte werden durch den Koran und deinen Gottglauben gebildet und du läßt nur die naturwissenschaftlichen Fakten gelten, die in diesen  Rahmen störungsfrei hinein passen.  

Dies ist eine Konstruktions-Eigenschaft der Bienen durch vorhandene Organe/Glieder. Anhand dieser könnten die Bienen theoretisch auch unterschiedlichste Wabenzellen konstruieren. Wenn sie also vorher erst dreieckig, dann vier, dann fünf, schließlich sechseckige Wabenzellen hergestellt haben, so wäre dies zweifellos eine neue (letzte) Errungenschaft bzw, Eigenschaft. Hat man eine solche Eigenschafts-Entwicklung durch Fossilien nachweisen können? Wie stellt man sich überhaupt vor, daß es so was stattgefunden haben soll?

Ich glaube, der Weg ging eher von runden "Waben" aus in Richtung sechseckige. Das Sechseck ist jedenfalls die geometrische Anordnung für Waben, die bei gegebenem Raum den Materialaufwand minimieret. So ist wohl eine der gängigen Erklärungen des Phänomens.  ich habe dazu was Altes (von Darwin) gefunden, das ich hier mal reinkopiere:

 

"Zellenbauinstinkt der Korbbienen. Ich beabsichtige nicht, über diesen Gegenstand in minutiöse Einzelnheiten einzugehen, sondern will mich darauf beschränken, eine Skizze von den Folgerungen zu geben, zu welchen ich gelangt bin. Es muss ein beschränkter Mensch sein, welcher bei Untersuchung des ausgezeichneten Baues einer Bienenwabe, die ihrem Zwecke so wundersam angepasst ist, nicht in begeisterte Verwunderung geriete. Wir hören von Mathematikern, dass die Bienen praktisch ein schwieriges Problem gelöst und ihre Zellen mit dem geringstmöglichen Aufwand des kostspieligen Baumaterials, des Wachses nämlich, in derjenigen Form hergestellt haben, welche die größtmögliche Menge von Honig aufnehmen kann.

...

 alten Kokons zur Aufnahme von Honig verwenden, indem sie ihnen zuweilen kurze Wachsröhren anfügen und ebenso auch einzeln abgesonderte und sehr unregelmäßig abgerundete Zellen von Wachs anfertigen. Am andern Ende der Reihe haben wir die Zellen der Korbbiene, zu einer doppelten Schicht angeordnet; jede Zelle ist bekanntlich ein sechsseitiges Prisma, dessen Basalränder so zugeschrägt sind, dass sie an eine stumpfdreiseitige Pyramide von drei Rautenflächen gebildet passen. Diese Rhomben haben gewisse Winkel, und die drei, welche die pyramidale Basis einer Zelle in der einen Zellenschicht der Scheibe bilden, gehen auch in die Bildung der Basalenden von drei anstossenden Zellen der entgegengesetzten Schicht ein. Als Zwischenstufe zwischen der äußersten Vervollkommnung im Zellenbau der Korbbiene und der äußersten Einfachheit in dem der Hummel haben wir dann die Zellen der mexicanischen Melipona domestica, welche P. HUBER Gleichfalls sorgfältig beschrieben und abgebildet hat. Diese Biene selbst steht in ihrer Körperbildung zwischen unserer Honigbiene und der Hummel in der Mitte, doch der letztern näher; sie bildet einen fast regelmäßigen wächsernen Zellenkuchen mit cylindrischen Zellen, worin die Jungen gepflegt werden, und überdies mit einigen großen Zellen zur Aufnahme von Honig. Diese letzten sind fast kugelig, von nahezu gleicher Größe und in eine unregelmäßige Maße zusammengefügt. Der die Beachtung am meisten verdienende Punkt ist aber der, dass diese Zellen in einem Grade nahe aneinander gerückt sind, dass sie einander schneiden oder durchsetzen müssten, wenn die Kugeln vollendet worden wären; dies wird aber nie zugelassen, die Bienen bauen vollständig ebene Wachswände zwischen die Kugeln, da, wo sie sich kreuzen würden. Jede dieser Zellen hat mithin einen äußeren sphärischen Teil und 2-3 oder mehr vollkommen ebene Seitenflächen, je nachdem sie an 2-3 oder mehr andere Zellen seitlich angrenzt. Kommt eine Zelle in Berührung mit drei anderen Zellen, was, da alle von fast gleicher Größe sind, notwendig sehr oft geschieht, so vereinigen sich die drei ebenen Flächen zu einer dreiseitigen Pyramide, welche, nach HUBER's Bemerkung, offenbar als eine rohe Wiederholung der dreiseitigen Pyramide an der Basis der Zellen unserer Korbbiene zu betrachten ist. Wie in den Zellen der Honigbiene, so nehmen auch hier die drei ebenen Flächen einer Zelle an der Zusammensetzung dreier anderen anstossenden Zellen notwendig Teil. Es ist offenbar, dass die Melipona bei dieser Art zu bauen, Wachs und, was noch wichtiger ist, Arbeit erspart; denn die ebenen Wände sind da, wo mehrere solche Zellen aneinander grenzen, nicht doppelt, sondern nur von derselben Dicke wie die äußeren kugelförmigen Teile; und doch nimmt jedes ebene Stück Zwischenwand an der Zusammensetzung zweier aneinanderstossenden Zellen Teil.

...

Wenn Bienen einen Platz haben, wo sie in zur Arbeit angemessener Haltung stehen können, — z.B. auf einem Holzstückchen gerade unter der Mitte einer abwärts wachsenden Wabe, so dass die Wabe über eine Seite des Holzes gebaut werden muss, — so können sie den Grund zu einer Wand eines neuen Sechsecks legen, so dass es genau am gehörigen Platze unter den anderen fertigen Zellen vorragt. Es genügt, dass die Bienen im Stande sind, in geeigneter relativer Entfernung von einander und von den Wänden der zuletzt vollendeten Zellen zu stehen, und dann können sie nach Maßgabe der imaginären Kreise, eine Zwischenwand zwischen zwei benachbarten Zellen aufführen; aber, so viel ich gesehen habe, nagen und arbeiten sie niemals die Ecken einer Zelle eher scharf aus, als bis ein großer Teil sowohl dieser als der anstossenden Zellen fertig ist. Dieses Vermögen der Bienen unter gewissen Verhältnissen an angemessener Stelle zwischen zwei soeben angefangenen Zellen eine rohe Wand zu bilden, ist wichtig, weil es eine Tatsache erklärt, welche anfänglich die vorstehend aufgestellte Theorie mit gänzlichem Umsturze bedrohte, nämlich dass die Zellen auf der äußersten Kante einer Wespenwabe zuweilen genau sechseckig sind: inzwischen habe ich hier nicht Raum, auf diesen Gegenstand einzugehen. Dann scheint es mir auch keine große Schwierigkeit mehr darzubieten, dass ein einzelnes Insekt (wie es bei der Wespenkönigin z.B. der Fall ist) sechskantige Zellen baut, wenn es nämlich abwechselnd an der Aussen- und der Innenseite von zwei oder drei gleichzeitig angefangenen Zellen arbeitet und dabei immer in der angemessenen Entfernung von den Teilen der eben begonnenen Zellen steht, Kreise oder Cylinder um sich beschreibt und in den Schneidungsebenen Zwischenwände aufführt.

Da die natürliche Zuchtwahl nur durch Häufung geringer Modifikationen des Baues oder Instinktes wirkt, von welchen eine jede dem Individuum in seinen Lebensverhältnissen nützlich ist, so kann man vernünftigerweise fragen, welchen Nutzen eine lange und stufenweise Reihenfolge von Abänderungen des Bautriebes, in der zu seiner jetzigen Vollkommenheit führenden Richtung, der Stammform unserer Honigbienen haben bringen können? Ich glaube, die Antwort ist nicht schwer: Zellen, welche wie die der Bienen und Wespen gebildet sind, gewinnen an Stärke und ersparen viel Arbeit und Raum, besonders aber viel Material zum Bauen. In Bezug auf die Bildung des Wachses ist es bekannt, dass Bienen oft in großer Not sind, genügenden Nektar aufzutreiben; und ich habe von TEGETMEIER Erfahren, dass man durch Versuche ermittelt hat, dass nicht weniger als 12-15 Pfund trockenen Zuckers zur Secretion von einem Pfund Wachs in einem Bienenkorbe verbraucht werden, daher eine überschwängliche Menge flüssigen Nektars eingesammelt und von den Bienen eines Stockes verzehrt werden muss, um das zur Erbauung ihrer Waben nötige Wachs zu erhalten. Überdies muss eine große Anzahl Bienen während des Secretionsprozesses viele Tage lang unbeschäftigt bleiben. Ein großer Honigvorrat ist ferner nötig für den Unterhalt eines starken Stockes über Winter, und es ist bekannt, dass die Sicherheit desselben hauptsächlich gerade von der Erhaltung einer großen Zahl von Bienen abhängt. Daher muss eine Ersparnis von Wachs, da sie eine große Ersparnis von Honig und von auf das Einsammeln des Honigs verwandter Zeit in sich schließt, eine wesentliche Bedingnis des Gedeihens einer jeden Bienenfamilie sein. Natürlich kann der Erfolg der Bienenart von der Zahl ihrer Parasiten und anderer Feinde oder von ganz anderen Ursachen abhängen und insofern von der Menge des Honigs unabhängig sein, welche die Bienen einsammeln können. Nehmen wir aber an, dieser letztere Umstand bedinge es wirklich, wie es wahrscheinlich oft der Fall gewesen ist, ob eine unseren Hummeln verwandte Bienenart in irgend einer Gegend in größerer Anzahl existieren kann, und nehmen wir ferner an, die Kolonie durchlebe den Winter und verlange mithin einen Honigvorrat, so wäre es in diesem Falle für unsere Hummeln ohne Zweifel ein Vorteil, wenn eine geringe Veränderung ihres Instinktes sie veranlasste, ihre Wachszellen etwas näher aneinander zu machen, so dass sich deren kreisrunde Wände etwas schnitten; denn eine jede auch nur zwei aneinanderstossenden Zellen gemeinsam dienende Zwischenwand müsste etwas Wachs und Arbeit ersparen. Es würde daher ein zunehmender Vorteil für unsere Hummeln sein, wenn sie ihre Zellen immer regelmäßiger machten, immer näher zusammenrückten und immer mehr zu einer Maße vereinigten, wie Melipona, weil alsdann ein großer Teil der eine jede Zelle begrenzenden Wände auch anderen Zellen zur Begrenzung dienen und viel Wachs und Arbeit erspart werden würde. Aus gleichem Grunde würde es ferner für die Melipona vorteilhaft sein, wenn sie ihre Zellen näher zusammenrückte und in jeder Weise regelmäßiger als jetzt machte, weil dann, wie wir gesehen haben, die sphärischen Oberflächen gänzlich verschwinden und durch ebene Flächen ersetzt werden würden, wo dann die Melipona eine so vollkommene Wabe wie die Honigbiene liefern würde. Aber über diese Stufe hinaus kann natürliche Zuchtwahl den Bautrieb nicht mehr vervollkommnen, weil die Wabe der Honigbiene, so viel wir einsehen können,

hinsichtlich der Ersparnis von Wachs und Arbeit absolut vollkommen ist.

So kann nach meiner Meinung der wunderbarste aller bekannten Instinkte, der der Honigbiene, durch die Annahme erklärt werden, natürliche Zuchtwahl habe allmählich eine Menge aufeinanderfolgender kleiner Abänderungen einfacherer Instinkte benützt; sie habe auf langsamen Stufen die Bienen allmählich immer vollkommener dazu angeleitet, in einer doppelten Schicht gleiche Kugeln in gegebenen Entfernungen von einander zu beschreiben und das Wachs längs ihrer Durchschnittsebenen aufzuschichten und auszuhöhlen, wenn auch natürlich die Bienen selbst von den bestimmten Abständen ihrer Kugelräume von einander ebensowenig wie von den Winkeln ihrer Sechsecke und den Rautenflächen am Boden ein Bewusstsein haben. Die treibende Ursache des Prozesses der natürlichen Zuchtwahl war die Konstruktion der Zellen von gehöriger Stärke und passender Größe und Form für die Larven bei der größtmöglichen Ersparnis an Wachs und Arbeit; der individuelle Schwarm, welcher die besten Zellen mit der geringsten Arbeit machte und am wenigsten Honig zur Sekretion von Wachs bedurfte, gedieh am besten und vererbte seinen neuerworbenen Ersparnistrieb auf spätere Schwärme, welche dann ihrerseits wieder die meiste Wahrscheinlichkeit des Erfolges in dem Kampfe ums Dasein hatten."


 

Die älteste Biene ist eine exakte Biene (wie die heutigen). Beweis: "Bernstein-Biene":

Das kann man nur grob morphologisch eigentlich _so_ gar nicht sagen. Sag eher: das war schon vor 30 oder 40 Millionen Jahren eine Biene. Welche genau und ob es diese Art heute so noch gibt, ist wieder was ganz anderes. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Der Habakuk.


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