Es gab einmal einen Rosenstrauch. Er war mit Sorgfalt gepflanzt, und so wuchsen die Wurzeln tief in die Erde hinein, die lange darauf vorbereitet worden war, ihn zu empfangen. Diese Wurzeln waren Abraham. Als die Rose heranwuchs, musste sie richtig beschnitten werden, sonst wäre sie wild gewuchert und hätte nicht erfüllt, was der Gärtner mit ihr vorhatte. Dank der guten Erde, den tiefen Wurzeln und dem Beschneiden war der Stamm gerade und stark. Dieser Stamm war Moses. Eines Tages kam in der Knospe die vollkommenste rote Rose hervor, die man je gesehen hatte. Die Knospe war Jesus. Die Knospe ging auf; die Blüte war Muhammed

HERZLICH WILLKOMMEN!

Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Mystik,Metaphyik, Reinkarnation, Ufologie, Paläo-Seti, Wissenschaft, Gesellschaft, Evolutionstheorie, Politik, Geheimgesellschaften, Wirtschaft

Wer Du auch bist, woher Du auch kommst, Wohin Du auch gehst,

Sei einfach anständig und freundlich zu Deinem Gegenüber,

Denn von einer Quelle stammen wir, zu ihr kehren wir einst wieder zurück.
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Geschrieben Mittwoch, Oktober 1, 2008 @ 14:03:18  

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Thema: Reinkarnation - wahr oder nicht?

Oum Amin (offline)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #271Datum: 27.09.2008, 20:40  

Selam

Und was ist mit den Bittgebete:

Diese Bittgebete sind dabei sehr hilfreich:

O Allah, verleihe uns Ruhe in unserem Herz und lass uns in jedem Augenblick Deiner gedenken. Denn nur mit dem Gedenken an Dich finden unsere Herzen wahre Ruhe. Gib uns Klarheit in der Sicht, damit wir das erkennen, was richtig ist und danach trachten und das erkennen, was irreführt und davon Abstand nehmen.

O Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir, dass durch mich jemand irregeht oder ich selbst in die Irre gehe. Ich suche Zuflucht bei Dir, dass durch mich jemand einen Fehler begeht oder ich selbst einen Fehler begehe. O Herr schütze mich davor, dass ich jemandem Unrecht antue oder dass mir selbst Unrecht getan wird und schütze mich davor, dass ich unwissend handle, und dass die Handlungen anderer mir gegenüber von Unwissenheit geleitet sind.

und das öfteres Lesen von Zuflucht Suren 113 und 114.

Sie Wären echt hilfreich lächeln


Sprich: "Er ist Allah, ein Einziger , [112:1]
Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt). [112:2]
Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden , [112:3]
und Ihm ebenbürtig ist keiner." [112:4]
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Ziggy (offline)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #272Datum: 28.09.2008, 23:20  


Hallo Leute,

ich hoffe ich reisse jetzt kein Loch in dieses Thema aber mir als ein nicht an einen oder mehrer Götter glaubenden Menschen, kommen beim Lesen immer neue Fragen auf.
Davon mal eine jetzt so zwischendurch:

Mehrere hundert Millionen Menschen glauben seit Jahrtausenden an Reinkarnation und diese Idee zieht sich durch allemöglichen Religionen oder Kulten, wie steht ein Muslim zu dieser Tatsache?

Dann musste ich mich weiter Fragen, Wie steht ein Muslim oder jeder Angehörige einer anderen Religion, überhaupt zu dem Thema andere Religionen? Unterliegen die jeweils anderen alle einem Irrglauben?

Warum gibt es keinen einheitlichen Glauben?

(Insgeheim denke ich ja sowieso, dass alle Religionen im Kern dasselbe wollen und als Wegweiser und Ratgeber zu betrachten sind, weil sie allesamt von Menschenhand gemacht sind und eben für den Menschen gemacht sind.)

Die einen glauben dass es Reinkarnation gibt, die anderen nicht, einige sagen, der Herr vergibt Euch alle Sünden, weil er so nett ist und andere sagen, nein, wer sich nicht strikt nach bestimmten Regeln hält, der kommt in die Hölle.

Was ist aber mit einem Indio in Brasilien im Regenwald?

Er als (nach Eurer Sicht) Gottes Geschöpf, hat doch nie die Chance bekommen, den Koran zu lesen, hat er deswegen Pech und kommt in die Hölle?

Was ist mit seiner Götterwelt oder seinem Sonnengott oder woran auch immer er glaubt (ich weiß es grad nicht)?

Ist es nicht so, dass egal wo wir herkommen mögen, ob Neger, Jude, Kanake, Schlitzauge, Bleichgesicht etc., wir alle den gleichen Grundsätzen folgen, nämlich: Seid nett zueinander, Schützt Euch, Eure Familien, Eure Umwelt und beutet niemanden aus, helft Hilfsbedürftigen und seid nicht zu gierig.
Jeder weiß (bzw. sollte wissen) was passiert, wenn man eines dieser menschlichen Universalgebote bricht.
Auf kurz oder lang kommt es zu Konflikten, mit einem selbst, mit der Umwelt oder dem sozialen Umfeld.

Wie seht Ihr das?

Ach ja, um auf die Ursprungsfrage der Reinkarnation zurück zu kommen, so wie ich das sehe, erübrigt sich die Diskussion deshalb darüber, denn wie sagt der Engländer so schön: These are all different shades of grey.

Im übrigen, habe ich mitbekommen, dass es in fast jeder Religion auch jemanden gegeben hat, der empfahl, sich nicht strikt an Geschriebenes zu halten.


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Nur Efsan (offline)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #273Datum: 29.09.2008, 02:17  


Hi Ziggy, Willkommen im Forum - hab dich glaub ich noch nicht begrüßt Lächeln

Du schneidest viele gute Fragen an, deren Beantwortungen sich ellenlang hinziehen können,weil es zahlreiche Ansatzpunkte gibt. Ich versuche mal die Antworten vage anzuschneiden, andere Geschwiser und Forummitglieder können mit ihren Gedanken fortfahren.

Warum sich die RI seit Jahrtausenden in allen Religionen und Kulturen einnistet, zeigt für mich nochmals, dass der Mensch für die Ewigkeit geschaffen worden ist. Intuitiv glaubt oder nimmt jeder an, dass es ein Leben nach dem Tod geben muss. Denn ein "Nichts" können wir uns nicht vortstellen, wenn ich dir sage "versetz dich mal in die Lage ein "Nichts" oder "im Nichts" zu sein"- ich kann mir ganz gut vorstellen dass das nur bis zu einem bestimmten Grad geht - alles in einem schreit förmlich nach Leben- unser Denken, unsere Gefühle, unser Herz, unsere Vorstellung, unser Verstand, der sagt "Nur das kann es doch nicht gewesen sein!"..
Also existiert bei jedem Menschen ein "Weiterlebgedanke", guckt man sich alle alten Kulturen und auch Religionen an- immer wieder taucht ein Leben nach dem Tod auf, allerdings in verschiedenen Varianten Lächeln
Dieses "Nichts"-Syndrom trat eigentlich erst ab dem 19./20. Jahrhundert hervor - mit dem Atheismus oder besser gesagt in vielen Fällen mit der Agnostik. Oder auch mit dem Nihilismus..

Ich als Muslima stehe zu der Tatsache so: Gott hat den Menschen nicht nur für 60 Jahre Erdenleben geschaffen, des Menschens Potential und Beschaffenheit, Wert ist dermaßen hoch, dass es eine Ewigkeit erfordert.
zitat:
Dann musste ich mich weiter Fragen, Wie steht ein Muslim oder jeder Angehörige einer anderen Religion, überhaupt zu dem Thema andere Religionen? Unterliegen die jeweils anderen alle einem Irrglauben?

Ich kann nur in meinem Namen reden: Wir sehen alle Menschen als Geschwister an, glauben überzeugt daran, dass es nur eine "Religion" oder eher "Weltsicht" geben kann- nämlich die, die von Gott kommt - genau so wie es auch nur einen Gott gibt. (Wir befinden uns nicht auf dem Olymp Zwinkern ) Gott hat sich ,und macht es immer noch, in verschiedenen Weisen uns Menschen "offenbart"
und möchte erkannt und anerkannt werden. Also gibt es Gott als Primärquelle aller "Überzeugungen", und die verschiedenen Religionen kommen eigentlich alle von Ihm, nur sind einige etwas verändert worden.
Doch was die Menschen verbindet, ist nicht nur die Religion,dieselbe Meinung etc., laut Islam ist die Verbindung des Menschseins ausschlaggebend.
zitat:
Warum gibt es keinen einheitlichen Glauben?

In einer weltlichen Klausur gibt es entweder mehrere oder nur eine richtge Lösung. Aber da nicht alle Studenten,Schüler die gleichen Gedankenstränge, die gleiche Logik, die gleiche Erkenntnis, die gleiche Meinung und Perspektive haben, (weil sie sich unterschiedlich auf die Klausur vorbereitet haben- oder auch nicht), kommt es zu mehreren "Lösungen". Das heisst aber nicht, dass alle Lösungen auch zutreffend sind.
zitat:
(Insgeheim denke ich ja sowieso, dass alle Religionen im Kern dasselbe wollen und als Wegweiser und Ratgeber zu betrachten sind, weil sie allesamt von Menschenhand gemacht sind und eben für den Menschen gemacht sind.)

Du hast Recht, alle "Sichten" haben die gleiche oder wenigstens ähnliche Grundlagen im Glauben. Doch dass Religionen von Menschenhand gemacht wurden , da stimme ich mit dir nicht ganz überein. Eher: für Menschen gemacht, und die Menschen haben diese dann so verstanden oder auch noch dazu umgeändert wie sie wollten. Das wiederlegt aber die Primärquelle nicht, sondern zeigt eher, dass Menschen verschieden sind. Das wiederlegt nicht die Wahrheit "der richtigen Lösung von oben".
zitat:
Was ist aber mit einem Indio in Brasilien im Regenwald?

Er als (nach Eurer Sicht) Gottes Geschöpf, hat doch nie die Chance bekommen, den Koran zu lesen, hat er deswegen Pech und kommt in die Hölle?

Was ist mit seiner Götterwelt oder seinem Sonnengott oder woran auch immer er glaubt (ich weiß es grad nicht)?

Es ist extrems problematisch und polemisch als Mensch solches zu sagen und alle in die Hölle zu verbannen, zumal Gott über Seine Geschöpfe richtet, nicht wir. Aber ich kann dazu sagen: Gott offenbart sich in dreierlei Arten:1.) Durch das Buch des Universums,Kosmos 2.) Durch seine Gesandten 3.) Durch Seine Offenbarungsbücher, Schriften.

Gehen wir von einem Indio aus:
Er kann weder lesen noch hat derjenige iwas von iwelchen Gesandten mitbekommen. Gibt es dennoch für ihn nicht das Sprachrohr Gottes in Form von seiner Erschaffung? Die Harmonie und Schönheit der Natur, die Eintracht und Vielfalt der Tier-und Pflanzenwelt, alle sind Botschafter und Bezeuger Gottes und Seiner Einheit und Einzigartigkeit.

Die Universalgebote, wie du es so schön sagst, sind universal. Also gibt es auch einen "Universalgebieter" oder "Universalgebotenaufsteller", der diese Normen für unser Bestes aufgestellt hat, denn sie kommen allesamt aus "der Universalreligion" -nämlich von Gott selbst. In der Vielfalt steckt immer eine Einheit........
So viel von mir




(Bisher wurde dieser Beitrag 2 mal editiert, als letztes von Nur Efsan am 29.09.2008 @ 02:49)
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Cemil Kaya (online)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #274Datum: 29.09.2008, 09:13  


Hallo Ziggy,

herzlich willkommen im Forum. Ich hoffe, du wirst Spaß an den Diskussionen haben und daraus auch was Nützliches für dich entnehmen.
zitat:
Mehrere hundert Millionen Menschen glauben seit Jahrtausenden an Reinkarnation und diese Idee zieht sich durch allemöglichen Religionen oder Kulten, wie steht ein Muslim zu dieser Tatsache?

Dafür, daß du nicht an Gott und/oder Götter glaubst, stellst du aber ganz schön fortgeschrittene Fragen Zwinkern

Tendierst du etwa "heimlich" zum Buddhismus? Zwinkern

Wenn du mich fragst, wäre dies besser als Atheismus und Materialismus.

Wie der Muslim zur besagten Tatsache steht, haben wir unter diesem Thread ziemlich ausführlich gesehen: er (oder sie, Muslima) glaubt im allgemeinen nicht daran, weil der Islam es nicht direkt und deutlich lehrt. Im Gegenteil, es sieht sogar so aus, als würde der Islam gegen sie stehen, obschon die Reinkarnation (RI) vom Urgrund her kein Thema für ihn, den Islam, war, das er sie konkret thematisiert und negiert hätte. Die späteren Muslime bzw. muslimischen Gelehrten waren aber damit konfrontiert, so daß viele von ihnen ihre Meinung dazu geäußert haben.

Natürlich gibt es auch Muslime, die an die RI glauben und es sogar, wie ich es tat, von der Quelle her zu legitimieren versuchen. Diese sind jedoch in der Minderheit.
zitat:
Dann musste ich mich weiter Fragen, Wie steht ein Muslim oder jeder Angehörige einer anderen Religion, überhaupt zu dem Thema andere Religionen? Unterliegen die jeweils anderen alle einem Irrglauben?

Warum gibt es keinen einheitlichen Glauben?

Einen einheitlichen Glauben kann es aufgrund menschlicher Natur und Reife bzw. Unreife praktisch nicht geben. Der Beweis dafür sind alle Religionen, in denen jeweils keine Einheit herrscht. Im Qur'an (Koran) wird gesagt, daß die Verschiedenheit der Religionen (Farben, Sprachen etc.) zum Aneinander-Kennenlernen diene. Dies ist im Allgemeinen als Dialog, Prüfung, Lernprozeß zu verstehen und im Speziellen als Selbt- und Menschenkenntnis.
zitat:
Im übrigen, habe ich mitbekommen, dass es in fast jeder Religion auch jemanden gegeben hat, der empfahl, sich nicht strikt an Geschriebenes zu halten.

Dies und die Bejahung dessen kann mißverstanden werden, aber du hast recht. Strikte d.h. strenge Einhaltung kann zur Verbohrtheit, Verbissenheit und zum Fanatismus führen. Liebe, Mitgefühl, Flexibilität, Toleranz... sollten, neben der authentischen Einhaltung der Gebote, entscheidende Rolle spielen.

Keine einzige Religion sollte insgesamt (also in allen Punkten) als absolut betrachtet und auch nicht wörtlich verstanden werden. Die Relativität der Lehren ergibt sich zum einen aus der menschlichen Entwicklung und zum anderen aus der Vergänglichkeit gewisser Lehren. Zum Absoluten gehören Gottes Existenz und das jenseitige Leben. Und auch darin sind viele Symbole und Metaphern vorhanden.

Da ich nur dieses eine Posting von dir kenne, weiß ich nicht, wie du sonst über die Themen denkst. So wie du dich in deinem Posting äußerst, gehörst du - erfreulicherweise - nicht zu den fanatischen Atheisten. Es sieht sogar so aus, als ob du noch auf der Suche wärst und dir nicht ganz sicher, woran du glauben sollst. Der Anschein kann natürlich täuschen.

Freundliche Grüße
Cemil


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Adem (offline)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #275Datum: 29.09.2008, 19:11  

zitat:
Warum gibt es keinen einheitlichen Glauben?

Wenn du die monotheistischen Religionen meinst liegst du eigentlich falsch. Die Kernglaubenssätze sind bei jeden Religionen gleich.

Jede Religion (monoth.) hat die Glaube an Gott, Prophetentum, Auferstehung, Engel, Teufel, Paradies, Hölle. Unterschieden gibt es Details.
Es ist durchaus normal dass sich mit der zeit die Religionen geändert und mehrere Fraktionen gebildet habe. Denn Menschen haben verschieden Neigungen, Sitten und Traditionen. Demensprechend färben sie sich.

Es wäre wirklich unrealistisch von miliarden menschen mit tausenden Jahren Geschichte zu erwarten, sie sollen einen einzigen Religion mit eine einzige Auslegung haben. Selbst die kleinsten Philosophen hatten Nachkommen die dies oder das unterschiedlich kommentiert haben.
zitat:
Wie steht ein Muslim oder jeder Angehörige einer anderen Religion, überhaupt zu dem Thema andere Religionen? Unterliegen die jeweils anderen alle einem Irrglauben?

In Islam werden andere Religionen anerkannt! Christen und Juden, welche als Leute der Schrift genannt werden, haben Gesandten und heilige Bücher bekommen. Diese werden nicht abgelehnt. Sie werden als "Gläubig" eingestuft.
Aber du musst zugeben dass diese schliesslich "sehr alte" Religionen sind welche geographisch und kulturell von den einheimischen Kulturen, Aberglauben und Traditionen Einfluss bekommen haben. Deswegen hat Gott die letzte Religion geschickt. Und das ist islam.
zitat:
Was ist aber mit einem Indio in Brasilien im Regenwald?

Er als (nach Eurer Sicht) Gottes Geschöpf, hat doch nie die Chance bekommen, den Koran zu lesen, hat er deswegen Pech und kommt in die Hölle?

In islam gibt es da zwei Meinungen. Eine sagt. Wenn diese Menschen ohne den Koran kennenzulernen, durch die Natur und Kosmos Gott finden und an einen Gott glauben kommen sie nicht in die Hölle. (Maturidiansicht)
die Zweite Ansicht besagt; Weil sie nicht die Möglichkeit hatten Islam zu kennen werden sie nicht bestraft. Also wenn sie sogar nicht an einen Gott glauben werden sie NICHT in Verantwortung gezogen. (das ist allerdings Eschariansicht)

Beide beruhen auf ein Ayat "Gott bestraft nicht diejenigen, zu dem Er keine Gesandten geschickt hat."

Grusse

Adem


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Ziggy (offline)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #276Datum: 30.09.2008, 03:50  


Hallo Leute,

zunächst einmal dankeschön für die Zeit und Mühe auf meinen Beitrag einzugehen.

Ich werde im Folgenden auf einige Eurer Punkte der Reihe nach eingehen:

Nur Efsan:

Du sprichst zuerst an, dass sich niemand ein "Nichts" vorstellen kann, dass jeder sich nach einem "Leben danach" sehnt, bzw. dass es irgendwie weitergeht.
Das ist so nicht richtig, ich glaube auch nicht, dass das erst mit den Nihilisten kam. Ich weiß auch nicht wer sich das mit den Agnostikern ausgedacht hat aber als ich irgendwann mal die Definition von Agnostiker bei Wikipedia durchgelesen habe, fand ich das für mich persönlich recht vernünftig.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wenn man tot ist, dass Leben erlischt.
Davon wie ich unter der Erde liege bekomme ich ja zum Glück dann nichts mehr mit. Es mag irgendwie traurig klingen dass dann alles zu Ende ist, außer die Gedanken an die Toten, die sie in unserer Erinnerung weiterleben lassen aber man darf dann nicht zu sentimental sein, sondern es als Teil des Lebens akzeptieren.
Mich stört es ehrlich gesagt auch nicht besonders. Denn wir alle müssen sterben und wo ist (rein objektiv) der Unterschied zu einer Ameise, die wir aus Versehen beim spaziergang töten und uns? Wir sind Lebewesen auf diesem Planeten und somit Teil des biologischen Gleichgewichts.

Bezüglich des einheitlichen Glaubens bringst Du das Beispiel mit den Schülern, die alle unterschiedlich gut oder schlecht auf eine Klausur vorbereitet sind, somit die Lösungen uneinheitlich sind. Bleibt aber die Frage offen, welche die richtige Lösung ist. Denn jede Religionsgemeischaft proklamiert natürlich für sich den wahren Glauben zu verfolgen.

In den weiteren Punkten sind wir uns halbwegs einig, außer dass Du alles mit Gottes Werk begründest und ich das ganze aus einer komplett außenstehenden Beobachterposition betrachte und alles dem Menschen und seiner gefilterten Wahrnehmung seiner jeweils eigenen Realität zuschreibe.


Cemil Kaya:

Du hast richtig erkannt, dass ich irgenwie ein Suchender bin.
Bei mir ist es nur so, dass ich nicht religiös erzogen bin aber dadurch, dass mein Vater (ohne angeben zu wollen) recht belesen ist und wir Iraner sind, ich einiges vom Islam aufgeschnappt habe. Zwar mehr über Politik und Soziologie aber ich habe eher meine eigene Entwicklung vollzogen und eher in etwas älterem Alter meinen Vater bewusst zu speziellen Themen befragt habe.
Während meiner Jugend habe ich viele Unterschiedliche Menschen kennengelernt mit sehr verschieden Lifestyles, aus allen Schichten und in allen Ausprägungen.
Da ich schon immer scheinbar ein beobachtendes und analysierendes Kind war, habe ich mir das alles angesehen und meine eigene Meinung versucht darüber zu bilden und mir so meine Welt zu erklären.
Dabei habe ich parallelen zwischen Verhaltensweisen festgestellt, die bei allen Menschen gleich waren, die sich durch Kulturen, Subkulturen, Religionsgemeinschaften etc. zogen.

Ich denke man kann durch diese menschentypischen Eigenschaften, das Entstehen von Religionen erklären.
Auch habe ich danach gesucht, wie die ganzen Religionen entstanden sind, in welchen zeitlichen, psycho-sozio-kulturellen Rahmenbedingungen, diese entstanden sind, habe mich versucht in damalige Menschen einzufühlen um zu begreifen, wie ihre Gedankenwelt ausgesehen haben muss.

Duu hast die fanatischen Atheisten angesprochen. Diese repräsentieren auch nicht meinen eigenen "Glauben" wenn ich ihn mal so nennen darf.
Die Atheisten tun in der Tat oft etwas überheblich aber das muss man ihnen nachsehen, denn sie können nicht anders. Die Gläubigen, die aus ihrer Sicht ihr Leben unnötig erschweren und sich einer virtuellen Macht, die irgendwann mal jemand erfunden hat unterordnen, sind alle "dumme" Schafe, die missbraucht werden und stumpf alles glauben was ihnen von der Kanzel runtergeprädigt wird.
Es ist mehr das Unverständnis darüber warum jemand solch einer Idee völlig unreflektiert hinterherläuft und denen da oben, das Geld und die Macht in die Schuhe steckt, der Glaube daran, dass Religionen die Menschen nur für dumm verkaufen.

Ich war auch mal dieser Ansicht aber wie gesagt, im Laufe der Zeit stellte auch ich mir einige Fragen.

Das was ich glaube, ist bisher auch mehr eine Vermutung und ein gewisser Instinkt als Gewissheit.
Aus dem bisher beobachteten schließe ich auf Energien, die es in diesem Universum gibt, die uns beeinflussen, durchdringen und die wir als Sender und Empfänger tragen. Diese Energien hat die westliche Wissenschaft bisher nicht nachweisen können. Das heisst aber nicht dass es sie nicht gibt.
Aus der Existenz dieser "Energien" und den Erfahrungen der Menschen mit ihnen durch alle Epochen, haben sich die Unterschiedlichsten Einstellung dazu gebildet. Ich erkläre das Zustandekommen von Religionen dadurch, dass Menschen, die gewisse Erfahrungen gemacht haben und oder eine gewisse geistige Reife erlangt haben, sich mitgeteilt haben und von anderen aufgrund ihres ethisch moralischen Handelns als Propheten oder Gottes Vertreter auf Erden bezeichnet wurden. So ähnlich wie bei "Das Leben des Brian". Er war einfach nur ein cooler Typ, der da in etwas reingeraten war....


Adem:

Du begründest ebenfalls wie Nur Efsan, die Dinge aus islamischer Sicht.
Mir ist zwar klar geworden, dass es auch im Islam oder generell in den verschiedenen Religionen doch sehr viele kleine Unterschiede gibt, aber Du sagst selber
zitat:
Es wäre wirklich unrealistisch von miliarden menschen mit tausenden Jahren Geschichte zu erwarten, sie sollen einen einzigen Religion mit eine einzige Auslegung haben.

was also soll man glauben?
Nur weil die anderen zugegebenermaßen sehr alte Religionen sind, heisst das für mich aber nicht, dass ich mich dann für die neuere entscheiden muss, bzw. dass diese eher einen Anspruch darauf hat richtig zu sein. Nimm doch mal die Scientologen, die sind auch recht neu, oder die Zeugen Jehovas, Mormonen, der Voodoo Kult ode der UFO Sekten Typ, der vor einiger Zeit mal die Bild Zeitung geschmückt hat. Der hatte auch seine Anhänger.
Ich habe wie gesagt, mit allen gängigen Religionen und Strömungen Konfrontationen gehabt und finde dass jeder von ihnen ein Stück weit recht hat aber der Rest ist, theologische Bürokratie in meinen Augen, denn wenn die Vergänglichkeit gewisser Lehren akzeptiert wird (Cemil), dann doch auch, dass der Islam sich evtl. anders weiterentwickeln wird. Wo bleibt da die Konstante? Wer hat recht?

Ich finde diesen Meinungsaustausch sehr interessant.
Dennoch bin ich ein wissenschaftlicher Mensch und nur weil ich die Frage nach dem Anfang von Allem nicht beantworten kann, denke ich dennoch dass uns eine Antwort nicht wirklich zu interessieren braucht, denn sie tangiert unser Leben nicht weiter und alles mit einem Schöpfer zu erklären passt nicht in mein Verständnis der Dinge. Selbst wenn es ihn gäbe, kann ich auch ein glückliches Leben führen, ohne ihn in irgendeiner Art zu ehren.
Viel wichtiger und naheliegender ist, dass wir alle mal miteinander auf diesem Erdball klarkommen.

Danke und für weitere Anregungen stehe ich noch einige Tage zur Verfügung, bis meine Bachelorarbeit, drei Hausarbeiten und Lernen für Prüfungen anfängt, aaaah!!! Was mache ich hier, ich sollte schlafen Zwinkern




(Bisher wurde dieser Beitrag 1 mal editiert, als letztes von Ziggy am 30.09.2008 @ 03:51)
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Cemil Kaya (online)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #277Datum: 30.09.2008, 04:52  


Hallo Ziggy,

danke für deine ausführliche Antwort.

Du schreibst:
zitat:
Aus dem bisher beobachteten schließe ich auf Energien, die es in diesem Universum gibt, die uns beeinflussen, durchdringen und die wir als Sender und Empfänger tragen. Diese Energien hat die westliche Wissenschaft bisher nicht nachweisen können. Das heisst aber nicht dass es sie nicht gibt.

Demnach dürfte dich die Theorie von den morphogenetischen Feldern des Wissenschaftlers Rupert Sheldrake interessieren, wenn du sie nicht bereits kennen solltest.

Ja, es gibt solche Energien, welche von der Wissenschaft noch nicht entdeckt worden sind. Diese sind die Mütter aller bekannten Energieformen.

Doch keine (bekannte) Energie an sich hat Intelligenz und andere Bewußtseins-Eigenschaften, es sei denn, man bezeichnet Den Schöpfer selbst als eine Art unbekannte Energie mit solchen Attributen. Und so ähnlich wird ja auch im Qur'an in dem berühmten Lichtvers ein Gleichnis von Gott gegeben. Es wäre also nichts Negatives daran, sich seinen Gott als eine (unbekannte) Energieform "vorzustellen". Wichtig sind dabei die besagten Eigenschaften (Intelligenz, Wille, Macht...), die man jener Energie zuschreiben müßte, um für sich eine vernünftige Erklärung für das Werden und Vergehen der Dinge zu haben. Es sei denn, wiederum: man ist nicht auf der Suche nach Antworten und glaubt, auch ohne sie glücklich leben und sterben zu können.

Ob man sich aber nach seinem Tode immer noch glücklich fühlt, wenn man feststellt, daß es doch gar nicht so gewesen war, wie man sich das sein ganzes Leben lang vorgestellt hat, sondern es ein Leben nach dem Tode gibt? Das Gegenteil davon wird man ohnehin nicht mitbekommen.

Grüße
Cemil


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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #278Datum: 30.09.2008, 14:45  

zitat:
Du begründest ebenfalls wie Nur Efsan, die Dinge aus islamischer Sicht.
Mir ist zwar klar geworden, dass es auch im Islam oder generell in den verschiedenen Religionen doch sehr viele kleine Unterschiede gibt, aber Du sagst selber

Ja ich bin Moslem. Wir brauchen uns nichts vorzumachen. Es gibt keine Neutralität. Jeder hat seine Ansicht, sei es religiös oder nicht religiös. Entweder man hat eine Religion oder man hat es nicht. Gibt es ein mittleres Weg? Es gibt Feuer oder Wasser. gibt es Gemischtes?
Man hört einige Sachen über Religionen und gibt an, als ob diese Eigene freie Gedankengänge sind. Nein ist es nicht. Das ist moderne Philosophie oder kritisismus.

Abgesehen davon gibt es natürlich kleine Unterschiede. Wieso es welche geben habe ich mit soziologische und Kulturelle Gründe erklärt und das hat mit islamischer Sicht nichts zu tun. Das ist rational und plausibel und hat mit Frömmigkeit nichts zu tun.
zitat:
was also soll man glauben?

Um diese Frage zu stellen muss du mindestens 10 Bücher von den jeweiligen Autoritäten lesen. Du kannst von mir aus von alle Religionen welche lesen. Sonst hat deine Frage keine Bedeutung. Was soll ich sagen, wenn du sowieso im Hintergedanken meine Gedanken als Einseitig einstufst. Was erwartest du von einem Moslem oder Christen. Natürlich lobt jeder seine Religion, aber ob es inhaltlich richtig ist sollst du entscheiden.

Ehrlich gesagt finde ich es auch nicht moralisch, Religionen wie Dinge betrachten die sich vor deinen Augen beweisen müssen. Religionen müssen dir im Grunde nichts beweisen. Du bist "wie wir" nichts besonderes lieber Ziggy. Zwinkern
zitat:
Nur weil die anderen zugegebenermaßen sehr alte Religionen sind, heisst das für mich aber nicht, dass ich mich dann für die neuere entscheiden muss, bzw. dass diese eher einen Anspruch darauf hat richtig zu sein.

Das ist logisch. Es ist kein Beweis aber es ist ein logischer Werdegang. Wenn Gott Religionen schickt dann schickt er sie nicht rückwärts! Zu erst kam Moses as dann Jesus as. Wenn die beide Propheten sind dann ist es logisch dass der letzte der Aktuelste ist. Genau das habe ich gemeint. Ein rationaler Mensch sollte dies zu erst mal akzeptieren. Es ist einfach logisch. Kein allein ausreichender beweis aber logisch. Weil diese Religionen auch gewisse Ähnlichkeiten haben. Es wäre Dumm zu behaupten zB dass Christentum eine Erweiterung von Hinduismus ist, das wäre unlogisch. Es wäre aber durchaus logisch zu sagen Christentum ist eine Erweiterung von Judentum.
zitat:
Ich habe wie gesagt, mit allen gängigen Religionen und Strömungen Konfrontationen gehabt

Gut das kann ich nicht wissen. Abgesehen von dir kennen ich viele Moslems die keine Ahnung von Islam haben und vieles missverstehen. Also das ist relativ. Ich kenne? Aber was kennst du, von wem, wieweit?
zitat:
Nimm doch mal die Scientologen, die sind auch recht neu, oder die Zeugen Jehovas, Mormonen, der Voodoo Kult ode der UFO Sekten Typ, der vor einiger Zeit mal die Bild Zeitung geschmückt hat. Der hatte auch seine Anhänger.

Die dind keine Monotheisten, besonders dis Scientologie ist diskutabel, denn ob sie überhaupt an Gott glauben kann man diskutieren. Diese Religionen haben keine Verbindung zu unseren Vorfahren und sind Unautoritär. Wie gesagt kann jeder behaupten dass er Prophet ist, aber wer soll das entscheiden, Ich hab da kein Einfluss. Es gibt menschen die Raten anbeten (Indien). Das kann ich nicht ändern. Ist nicht meine Sache.

Abgesehen davon ist die islamische Theologie meiner Meinung nach die logischste. Kein Heiliogtum von Menschen, keine Götzendienerei, keine Rassismus, keine Antiwissenschaftliche Ansichten (ganz im Gegenteil eine Harmonie) und wissenschaftlich belegte Perönlichkeiten und Schrifte. (zB ist Islam die einzige historisch belegbare Religion. Hat man originale Papiere von Moses oder Jesus, hat meine ihre Siegel u.a.?-Nein)

Wenn du wissenschaftlich eingestellt bist, dann solltes du diese Seite auch bei deiner Rehcerche ausnutzen.

Grüsse

Adem


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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #279Datum: 02.10.2008, 02:01  


Wiedergeburt ist eine haltlose abergläubische Vorstellung ohne jede Grundlage. Sie taucht auf als Ergebnis einer unbewussten Furcht gewisser religionsloser Menschen über das "Verschwundensein nach dem Tod", oder an die Furcht, die Menschen mit wenig Rückhalt im Glauben verspüren, wenn sie an das Jenseits nach dem Tod denken. Für beide dieser Gruppen ist es eine attraktive Aussicht, nach dem Tod noch einmal auf die Welt zu kommen.

Der Quran sagt jedoch ganz klar, dass es nur ein einziges Leben in dieser Welt gibt, in der die Menschen geprüft werden. Es wird ebenfalls klargemacht, dass es nach dem Tod keine Rückkehr gibt in diese Welt. Das der Mensch nur einmal stirbt, wird in folgendem Vers betont:

Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten, und so bewahrt Er sie vor der Höllenstrafe. (Sure 44:56 - ad-Dukhan)


Gönülden sevenlere selam olsun...


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icon1 Re: Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #280Datum: 02.10.2008, 12:31  

Bismillah
Selam

zitat:(tomurcuk,02.10.2008, 02:01)
Wiedergeburt ist eine haltlose abergläubische Vorstellung ohne jede Grundlage. Sie taucht auf als Ergebnis einer unbewussten Furcht gewisser religionsloser Menschen über das "Verschwundensein nach dem Tod", oder an die Furcht, die Menschen mit wenig Rückhalt im Glauben verspüren, wenn sie an das Jenseits nach dem Tod denken. Für beide dieser Gruppen ist es eine attraktive Aussicht, nach dem Tod noch einmal auf die Welt zu kommen.

Diese Begründung wird besonders von den Atheisten/Materialisten auf den allgemeinen Religions- und Jenseitsglauben bezogen geäußert; und sie ist sowohl für diesen als auch für den RI-Glauben völlig falsch. Die Begründung hierfür liegt - unter anderem - wiederum darin, daß die Reinkarnationsvorstellung viel komplexer und verwobener ist, als lediglich der Jenseitsglaube, den die RI automatisch bzw. zusätzlich mitbeinhaltet - und besagt, daß das Jenseitsleben das eigentliche Ziel ist, nicht die Reinkarnation, die nur als Werkzeug dafür angesehen wird. Der einzige entscheidende Unterschied liegt in der mehrmaligen Geburt, welche die Sache ja auch komplizierter macht.
zitat:
Der Quran sagt jedoch ganz klar, dass es nur ein einziges Leben in dieser Welt gibt, in der die Menschen geprüft werden. Es wird ebenfalls klargemacht, dass es nach dem Tod keine Rückkehr gibt in diese Welt. Das der Mensch nur einmal stirbt, wird in folgendem Vers betont:

Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten, und so bewahrt Er sie vor der Höllenstrafe. (Sure 44:56 - ad-Dukhan)

In Post Nr. 65 sagte Bruder Adem zu diesem Vers:
zitat:
"Hier steht wiederum eindeutig dass nach dem ersten Tod keinen Zweiten geben wird, als ob Gott erstaunlicherweise allein dir antwortet. Nach dem ersten Tod-keinen zweiten Tod!!! Wenn bei dir hier die Glocken nicht schlagen, weis ich auch nicht mehr Bruder..."

Darauf habe ich bereits aus unterschiedlichen Aspekten geantwortet. In Sure 56 wird ab Ajet 56 bzw. 57 wird von der Empfängnis und Geburt gesprochen sowie deren Wiederholung.

Ebenfalls in Post Nr. 65 zitiert Bruder Adem aus dem Qur'an und kommentiert dies wie folgt:
zitat:
anbiya95. Und es ist ein unwiderruflicher Bann für eine Stadt, die Wir zerstört, daß sie nicht wiederkehren sollen,

Hier wird auch über ein ganzes Volk berichtet, welches Gottes Befehle nicht Folge geleistet hatten. Allah sagt, sie werden nicht wieder kehren, nachdem sie zerstört sind!! Geht es noch deutlicher?

Und darauf habe ich u.a. mit dem Post Nr. 77, 79, 115 geantwortet und besonders mit dem Post 219 hatte ich einen der besten Gegenbeweise dargelegt, weshalb ja gerade er (P. Nr. 219) bis jetzt zu den vollständig ignorierten gehört.

Selam
Cemil


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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #281Datum: 02.10.2008, 19:38  


Du hattest keine gegenbeiweise dargelegt bruder. Du hast es versucht. Ich akzeptiere diese Beweise nicht. Das sind keine Beweise. Du hast immer angebliche Andeutungen verwendet und behauptet dass diese geheime Indizien beinhalten. Sowas sehe ich als kein Beweis. Ich dagegen habe eindeutige Zitate verwendet. Der Unterschied ist dass die von mir verwendeten Zitate keine lange Erklärungen abgegeben müssten. Ein Beweis ist das was man beim ersten Lesen versteht. Deine Beweise muss man erst interpretieren um es als Beweis zu sehen. ZB nehmen wir "Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten". Wenn man das beim ersten mal liest wird jeder das gleiche Verstehen. Du aber zwingst dich es anders zu verstehen und suchst da einige Hinterinformationen. Und sowas ist rational gesehen "kein" Beweis. Also inakzeptabel. Enttäuscht

Vesselam

Adem


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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #282Datum: 03.10.2008, 01:26  

Bismillah
Selam

Lieber Bruder Adem,

du hast anscheinend leider nicht überprüft, was sich in Post Nr. 219 befindet, sonst würdest du nicht sagen:
zitat:
Der Unterschied ist dass die von mir verwendeten Zitate keine lange Erklärungen abgegeben müssten. Ein Beweis ist das was man beim ersten Lesen versteht. Deine Beweise muss man erst interpretieren um es als Beweis zu sehen. ZB nehmen wir "Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten". Wenn man das beim ersten mal liest wird jeder das gleiche Verstehen. Du aber zwingst dich es anders zu verstehen und suchst da einige Hinterinformationen.


Warum nicht?

Weil ich dort z.B. zitiert habe:

"Habt ihr noch nicht von jenen gehört, die aus Todesfurcht ihre Wohnstätten verließen? Es waren ihrer Tausende. Da sprach Allah zu ihnen: 'Sterbet!' Hernach belebte er sie wieder; Allah ist gnädig gegen die Menschen, doch die meisten danken ihm nicht dafür." (2: 243 bzw. 244 nach Ullmann/Winter).

Was bitte gibt's daran, das man zu einer bestimmten Richtung hin "zwingen" müßte?

Diese "Tausenden" waren tot und Gott hat sie erneut belebt. Ohne scharfsinnige Hintregrundserklärung, entnimmt man daraus sofort die Tatsache, daß Tausende von Menschen gestorben sind und sie durch Wiederbelebung zurück ins materielle Dasein gebracht wurden.

Die tiefere Bedeutung darin ergibt sich erst nach dieser Offensichtlichkeit. Und die offenkundige Bedeutung widerlegt wiederum selbst (also ohne Hintergrunderklärung) folgende Behauptungen von Schwester Amira und dir:

===================================================

Schwester Amira hat geschrieben (P. Nr. 44):

Folgende Koranverse widerlegen die Theorie der Reinkarnation:

Sura 23:
(99)Wenn dann der Tod an einen von ihnen herantritt, sagt er: "Mein Herr, bringe mich zurück,
(100)auf dass ich Gutes tue von dem, was ich unterlassen habe." Keineswegs, es ist nur ein Wort, das er ausspricht. Und hinter ihnen steht eine Schranke bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden.


Das heißt, wenn jemand das irdische Leben verlässt, so hat er keine Chance, wieder zurück zu kehren, um etwas wieder gut zu machen. Man stirbt den irdischen Tod nur ein einziges Mal und kehrt erst am Tage der Auferstehung wieder zum Leben zurück

Bruder Adem bestätigte Schwester Amira:

zitat:POST Nr. 55:

Darüberhinaus hat dir Amira egnug Ayats geschrieben wo eindeutig von "Einem Tod" die rede ist. Wieso nimmst du diese nicht an? Leugnest du diese Ayats?


Und wir alle lesen im Qur'an:

"Habt ihr noch nicht von jenen gehört, die aus Todesfurcht ihre Wohnstätten verließen? Es waren ihrer Tausende. Da sprach Allah zu ihnen: 'Sterbet!' Hernach belebte er sie wieder; Allah ist gnädig gegen die Menschen, doch die meisten danken ihm nicht dafür." (2: 243 bzw. 244 nach Ullmann/Winter).

Insgesamt zitiert aus Post Nr. 219
===================================================

Wie man sehen kann, werden die zwei Behauptungen (die von anderen Postern als solche bejaht und akzeptiert werden), es gebe allgemein kein Zurück, es gebe allgemein keine zweite Chance, von der obigen Ajet eindeutig widerlegt.

Heißt das aber nicht, daß dann ein Widerspruch im Qur'an existiert? Denn einerseits wird gesagt, es gebe kein zurück mehr und andererseits dem scheinbar widersprechend von Tausenden berichtet wird, die Gott doch zurückgeschickt hat.

Nein, lautet die Antwort, wenn man ab hier den verstecken Hintergrund bzw. die versteckten Hintergründe erkennen und verstehen kann:

1. Es ist keine "Wiederbelebung" derselben Körper; es gibt nämlich generell kein Zurück zum alten, verstorbenen Körper, um das Verpaßte nachzuholen, wird ja im Qur'an selbst gesagt. Die absoluten Ausnahmen stellen jene Wunder dar, die bei frisch verstorbenen Körpern den Geist und die Seele wieder mit dem Körper für ganz kurze Zeit verbindet. Das hat sowohl hz. Jesus (a.s.) als auch hz. Muhammed (s.a.w.) mit Allahs Erlaubnis vollbracht.

2. Wir haben gelesen: "... Hernach belebte er sie wieder; Allah ist gnädig gegen die Menschen, ..."

Zu beachten sind zwei Begriffe: "gnädig" und: "gegen die Menschen" Bedeutet in Kontext: Allahs solche Gnade gilt nicht nur für diese Tausenden, sondern generell für alle Menschen. Dies ist die wahre Göttliche Gnade und Gerechtigkeit.

3. Wiederum in Kontext wird gesagt: "... Hernach belebte er sie wieder; Allah ist gnädig gegen die Menschen, doch die meisten danken ihm nicht dafür."

Nach der Verallgemeinerung "gegen die Menschen" ist zu beachten, daß die meisten Menschen Gott "dafür nicht danken". Wofür? Für das, was soeben gesagt wurde! Wofür denn sonst?

Nun seid ihr dran Zwinkern

Aber bitte sachlich, nicht beleidigend sein. Danke.

Selam
Cemil



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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #283Datum: 03.10.2008, 05:15  

zitat:
"Habt ihr noch nicht von jenen gehört, die aus Todesfurcht ihre Wohnstätten verließen? Es waren ihrer Tausende. Da sprach Allah zu ihnen: 'Sterbet!' Hernach belebte er sie wieder; Allah ist gnädig gegen die Menschen, doch die meisten danken ihm nicht dafür." (2: 243 bzw. 244 nach Ullmann/Winter).

Was bitte gibt's daran, das man zu einer bestimmten Richtung hin "zwingen" müßte?
zitat:
Ohne scharfsinnige Hintregrundserklärung, entnimmt man daraus sofort die Tatsache, daß Tausende von Menschen gestorben sind und sie durch Wiederbelebung zurück ins materielle Dasein gebracht wurden.


Du sagst ohne scharfsinnige Hintergrunderklärung! Keine Andeutungen!
Lies dir die Stelle ganz in Ruhe nochmal Bruder. Da ist eindeutig von Tod sein und Wiederbelebung die Rede, aber von "Anderen Körper" oder "Seelenwanderung" ist keine die Rede. Was bedeutet diese Wiederbelebung? Es gibt zwei grobe Möglichkeiten, die in Tefsir Büchern erklärt werden:

1-Wort wörtlich gemeint. Eine Gemeinschaft (möglicherweise die Ägypten, welche von den Feinden geflohen sind aus Panik) wurde getötet und Gott hat sie wieder belebt.

Wenn wir dass wort wörtlich, ohne Hintergrunderkläerung nehmen kommt nicht Reinkarnation raus, sondern ein Wunder Gottes, nämlich Gott weckt Tote auf. Da du so viel auf die Suche nach Reinkarnationsandeutungen bist ist es normal dass du auf einmal sowas verstanden hast. Solch eine Wiederbelebung ist uns nicht Fremd. ZB hatte Jesus as auch Tote Menschen wiederbelebt, was man nicht auf die RI zurückführen kann.
zitat:
Zu beachten sind zwei Begriffe: "gnädig" und: "gegen die Menschen" Bedeutet in Kontext: Allahs solche Gnade gilt nicht nur für diese Tausenden, sondern generell für alle Menschen. Dies ist die wahre Göttliche Gnade und Gerechtigkeit.

Das Wort Gnade kommt fasst nach allen Fassaden in Koran vor. Jede Sure fängt damit an. Ob man das Wiederbelebung mit allen menschen verbinden kann glaube ich nicht. Denn die Gnade wird hier in´Bezug auf die Hilfe Gottes verwendet. Gott hat geholfen-Er hilft allen Menschen. Nicht Gott hat wiederbelebt-wird er alle wiederbelen.
zitat:
Nach der Verallgemeinerung "gegen die Menschen" ist zu beachten, daß die meisten Menschen Gott "dafür nicht danken". Wofür? Für das, was soeben gesagt wurde! Wofür denn sonst?

Wie oben gesagt bezieht sich diese "für" auf die Dankbarkeit generell. "Gott ist gnädig-die Menschen danken nicht dafür" Also dafür, obwohl Gott gnädig ist. Das wars.

2-Wie wir wissen gibt es viel Teshbih in Koran. Einige Tefsirgelehrten denken dass da mit "Tod sein" Teshbih gemeint ist. Eine Bevölkerung die Gottes Pfad verlassen hat, ist ausgestorben und nidergegangen und Gott hat letzendlich eine neue, frische und fromme Bevölkerung bzw Nachwuchs erschaffen.

Darüberhinaus ist für mich der Ayat "Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten" viel konkreter und offener. Es erklärt unsere gesamte Frage für die Reinkarnationsmöglichkeit.

Vesselam

Adem


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Cemil Kaya (online)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #284Datum: 03.10.2008, 21:52  

Bismillah
Selam Bruder Adem,

mein "netter Versuch" hat also nicht gefruchtet? Hatte ich gehofft, er würde u.a. bei dir positiv ankommen? Nein. Hattest du gehofft, deine Gegenargumente würden meine Ausführungen widerlegen? Ja.
zitat:
Lies dir die Stelle ganz in Ruhe nochmal Bruder. Da ist eindeutig von Tod sein und Wiederbelebung die Rede, aber von "Anderen Körper" oder "Seelenwanderung" ist keine die Rede. Was bedeutet diese Wiederbelebung? Es gibt zwei grobe Möglichkeiten, die in Tefsir Büchern erklärt werden:...

Der erste unbewußte Fehler: Wenn dort eindeutig von Todsein und Wiederbelebung die Rede ist, wie konnten dann die Interpreten zwei voneinander so krass unterschiedliche Auslegungen hervorbringen und wie konntest du sie als "zwei grobe [!] Möglichkeiten [!]" bezeichnen und nachahmen?

Sorry, es ist in der Tat eine Nachahmung, keine Selbstdenke. Selbstdenke wäre deine erste Aussage, daß dort eindeutig von Todsein und Wiederbelebung die Rede ist. Die Aussage verliert ihren Wert durch die "zwei groben [!] Möglichkeiten [!]". Möglichkeit ist die erste Stufe des "So-sein-Könnens", Wahrscheinlichkeit die zweite Stufe, was besagt, daß die zwei Auslegungsformen nicht mal die Stufe der Wahrscheinlichkeit besitzen.

Jetzt konkret zu den zwei "groben [!] Möglichkeiten [!]":
zitat:
1-Wort wörtlich gemeint. Eine Gemeinschaft (möglicherweise die Ägypten, welche von den Feinden geflohen sind aus Panik) wurde getötet und Gott hat sie wieder belebt.

Und die zweite "grobe Möglichkeit":
zitat:
2-Wie wir wissen gibt es viel Teshbih in Koran. Einige Tefsirgelehrten denken dass da mit "Tod sein" Teshbih gemeint ist. Eine Bevölkerung die Gottes Pfad verlassen hat, ist ausgestorben und nidergegangen und Gott hat letzendlich eine neue, frische und fromme Bevölkerung bzw Nachwuchs erschaffen.



Zunächst die Nr. 2: Der Vers gibt nicht den geringsten Anlaß zum Teschbih-Verständnis; er ist klar und so eindeutig, wie du eingangs treffend festgestellt hast. Es wird nämlich gesagt: "Da sprach Allah zu ihnen: 'Sterbet!' Hernach belebte er sie wieder". Wie kannst du aus dem Satz: "Danach belebte er sie wieder", eine "neue, frische und fromme Bevölkerung bzw. Nachwuchs" ableiten, wo der Satz so eindeutig ist? Gott belebt später (Hernach) genau die wieder, die zuvor gestorben waren, keine andere (als Nachfahren).

Zu 1: Diese Auslegung ist zwar richtig, jedoch korrektur- und ergänzungsbedürftig. Ich weiß gar nicht, bei welchem Fehleraspekt ich beginnen soll. Ich unternehme mal wieder einen ganz "netten Versuch":

1) Wo es darum ging, daß der Mensch nur ein Mal lebt und ein Mal stirbt, war für dich die Sache ganz klar:

"Deine Beweise muss man erst interpretieren um es als Beweis zu sehen. ZB nehmen wir "Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten". Wenn man das beim ersten mal liest wird jeder das gleiche Verstehen. Du aber zwingst dich es anders zu verstehen und suchst da einige Hinterinformationen."

Und jetzt Schwester Amira in bezug auf Sure 23, Ajet 99 f.:

"Das heißt, wenn jemand das irdische Leben verlässt, so hat er keine Chance, wieder zurück zu kehren, um etwas wieder gut zu machen. Man stirbt den irdischen Tod nur ein einziges Mal und kehrt erst am Tage der Auferstehung wieder zum Leben zurück." (P. Nr. 44; s. P. Nr. 282).

Schwester Tomurcuk:

"Der Quran sagt jedoch ganz klar, dass es nur ein einziges Leben in dieser Welt gibt, in der die Menschen geprüft werden. Es wird ebenfalls klargemacht, dass es nach dem Tod keine Rückkehr gibt in diese Welt. Das der Mensch nur einmal stirbt, wird in folgendem Vers betont:

Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten, und so bewahrt Er sie vor der Höllenstrafe." (Sure 44:56 - ad-Dukhan)
(P. Nr. 279).

Jetzt kommt unsere liebe Schwester Oum Amin zu Wort:

Der Quran sagt uns in aller Deutlichkeit, dass es uns nicht möglich sein wird, nach dem Tod in diese Welt zurückzukehren:

Und es ist ein unverletzliches Verbot, dass keine Gemeinschaft wiederkehrt, die Wir vernichteten.
(Sure 21:95 - al-Anbiya) (P. Nr. 172).

Noch mal du aus deinem Post Nr. 55:

"Darüberhinaus hat dir Amira egnug Ayats geschrieben wo eindeutig von 'Einem Tod' die rede ist. Wieso nimmst du diese nicht an? Leugnest du diese Ayats?"

a) die erste "grob mögliche" Auslegung steht gegenüber diesen Behauptungen und Leugnungsunterstellungen diametral entgegen, da es von zwei Mal Leben und zwei Mal Sterben die Rede ist, zumal dies an anderer Stelle des Qur'ans klar bestätigt wird:

Sie werden sagen: "Unser Herr, Du hast uns zweimal sterben lassen und uns zweimal lebendig gemacht, und wir bekennen unsere Sünden. Ist da nun ein Weg, um zu entkommen?" (40:11)

Eindeutig von "einem Tod"? Oder eindeutig von "zwei Mal Leben und zwei Mal Sterben"? Jene Tausenden, die nach ihrem ersten Tod "wieder lebendig" gemacht wurden, mußten danach selbstverständlich noch einmal sterben. Von daher ist die Auslegung, daß das Leben (!) im Mutterleib gewisserweise als "Tod" bezeichnet werden könne, absoluter Unsinn.

Außerdem sollte man bedenken, daß dieses 2 x Sterben und 2 x Leben explizite das Materielle meint. Deshalb ist hier im Grunde von "drittem" Leben die Rede, wenn nicht gar von "viertem":

  1. Die lebendige geistige Existenz im Geistbereich;
  2. das erste materielle Leben;
  3. das erste materielle Sterben;
  4. das zweite materielle Leben;
  5. das zweite materielle Sterben;
  6. das erneute Leben im Geiste.

Das macht vier verschiedene Lebenszyklen.

Und in diesem Kontext wiederum muß man zwei Tatsachen mitberücksichtigen:

  • Die Reinkarnation sollte keine offizielle Lehre des Islam werden;

  • die Hinweise dazu sollten nicht die individuellen Summen der Wiedergeburten wiedergeben, sondern lediglich klar machen, daß es mehr als ein Leben existiert. Wieviele es jeweils sind, spielt dann keine entscheidende Rolle.


b) Die Fortsetzung des angehenden Verses:

Hernach belebte er sie wieder; Allah ist gnädig gegen die Menschen, doch die meisten danken ihm nicht dafür"

steht ganz klar in Kontext mit der Wiederbelebung, das heißt: die Gnade Allahs bezieht sich hier speziell auf die Wiederbelebung, die ihrerseits weder als eine medizinische Wiederbelebung des selben Körpers noch als Wunder anzusehen ist, wonach die verstorbenen und höchstwahrscheinlich bereits begrabenen Körper jener Tausenden wie Zombies aus den Gräbern hervortraten und eine "zweite Chance" bekamen. Dies wurde, wie ihr mir durch andere Ajets aufgezeigt habt (siehe oben), strikt ausgeschlossen: es gibt kein Zurück zum verstorbenen und begrabenen Körper für eine zweite Chance bzw. fürs Nachholen des Versäumten oder für die Korrektur der begangenen Fehler.

Was übrig bleibt, ist ein neues Leben, eine Wiedergeburt, die gänzlich anders ist als eine Rückkehr zum gleichen Körper mit der gleichen Identität.

Das mit dem Ausnahme-Wunder der Propheten, wonach ein frisch Verstobener sozusagen wieder auferweckt wird, ist, wie ich schon sagte, eine andere Tatsache und hat nichts mit einer zweiten Chance zu tun. Es gilt nur für die Lebenden als Beweis, daß der Verstorbene nicht wirklich tot ist, sondern nur den Körper verlassen hat. Hierbei handelt es sich um die Verbindung des Geistes und der Seele mit dem Körper durch den elektromagnetischen Verbindungsstoff, der in der Metaphysik Astral-/Mentalmatrize genannt wird, auch bekannt als die "Silberschnur".

Zum Schluß erneute Erinnerung an den Kreislauf des Lebens und des Todes:

„Du lässt die Nacht in den Tag übergehen, und Du lässt den Tag in die Nacht übergehen. Du bringst das Lebendige aus dem Toten, und Du bringst das Tote aus dem Lebendigen hervor, und Du bescherst Unterhalt, wem Du willst, ohne (viel) zu rechnen.“ (Quran 3:27, Übersetzung von Adel Theodor Khoury).

Der Tag- u. Nachtzyklus oder Kreislauf dient hier zum Verständnis des diesem folgenden Satzes vom Zyklus/Kreislauf des Lebens und des Todes. Ich meine, dies ist einer der schönsten Vergleiche der Reinkarnation. Den Tag könnte man als das Leben und die Nacht als den Tod bezeichnen.

Die "Bescherung des Unterhalts ohne (viel) zu rechnen", möchte sagen: "Bescherung des Lebens ohne (viel) zu rechnen", denn die Gaben des Unterhalts, des Reichtums und der Armut, sind individuell genau berechnet bzw. so unterschiedlich wie nichts anderes. Und "Allah ist schnell (und exakt) im Rechnen" wird an anderer Stelle gesagt.


Selam
Cemil


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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #285Datum: 10.10.2008, 21:39  

Bismillah
Selam

Es ist mir schon klar, daß ich mein eigenes Prinzip - mehr oder minder - verletze, wenn ich, wie in Post Nr. 158 (S. 5) gesagt, jemanden, der mit einer Frage überfordert ist und seine Schwierigkeit damit hat, durch wiederholten Hinweis noch mehr in die Enge treibe. Doch die gewichtigkeit der Hauptfrage, ob es Reinkarnation gibt oder nicht, verlangt den Hinweis. Diesen werde ich also doch geben und aber Namentlich niemanden ansprechen.

Zuvor sei erneut daran erinnert, daß die RI-Vorstellung keine offizielle und offenbare Lehre des Islam ist und daß die erdrückende Mehrheit der Ausleger/Interpreten/Gelehrten dagegen steht, insofern die Reinkarnationsfrage für sie überhaupt ein Diskussions-Thema war oder ist. Meist ist es eine Reaktion auf einen entsprechenden Zustand, auf eine entsprechende Frage und keine Aktion von ihnen.

Auffällig und Gemeinsamkeit bei allen RI-kritischen muslimischen Autoren ist u.a. ihre extrem feindselige Haltung gegen die Reinkarnationsvorstellung, so daß RI-befürwortende Muslime - wie ich - diese negative Haltung für sehr übertrieben und unverständlich erachten. Denn was ist daran so schlimm, wenn man glaubt, Gott in Seiner Güte und Barmherzigkeit würde den Menschen, Seinen Geschöpfen, mehr als eine Chance, ergo mehr als 1 x Leben (auf Erden) gibt, damit sie mehr lernen, wachsen, sich entwickeln und ihre Fehler korrigieren sowie ihren Schöpfer erkennen?

Daran ist an sich überhaupt nichts Schlimmes - im Gegenteil! Warum also die besagte negative, übertriebene Reaktion darauf? Die (richtige) Antwort darauf lautet: Weil die Reinkarnationsvorstellung so einige tradierte Vorstellungen über Bord wirft und dafür eine neue bzw. neu zu erscheinende Sichtweise in den Islam zu integrieren versucht, so daß man sich fürchtet, der wahre d.h. authentische Islam würde dadurch erheblichen Schaden bekommen und sich verändern. Man hat also vor seiner Manipulation angst. Aus dieser Sicht betrachtet, kann man die extreme Reaktion verstehen.

Auf der anderen Seite wiederum gibt es in der Tat so manche Qur'an- und/oder Hadith-Aussagen, welche die tradierte Vorstellung von 1 x Leben und 1 x Sterben fast zu einem selbstverständlichen konsequenz avancieren lassen, wie z.B.:

Sura 23:
(99)Wenn dann der Tod an einen von ihnen herantritt, sagt er: "Mein Herr, bringe mich zurück,
(100)auf dass ich Gutes tue von dem, was ich unterlassen habe." Keineswegs, es ist nur ein Wort, das er ausspricht. Und hinter ihnen steht eine Schranke bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden.


Und die "Auferweckung" wird wiederum streng in nur einem einzigen Sinne verstanden: Am Ende der Zeit, wenn kein Mensch mehr physisch existiert, wenn also alle Menschen (körperlich) schon tot sind, wird Gott ihre Leiber aus den Gräbern, aus der Luft oder aus was auch immer herausholend (denn nicht jeder Mensch wird körperlich traditionell begraben; viele sind im Feuer, Wasser/Meer, durch Explosionen gestorben, und viele werden in Zukunft auf anderen Planeten, im Weltall, sterben) auferwecken - so, wie sie vor ihrem Tod als Person gewesen waren.

(Wird noch - inschaAllah - fortgesetzt werden)






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(Bisher wurde dieser Beitrag 2 mal editiert, als letztes von Cemil Kaya am 11.10.2008 @ 05:54)
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Oum Amin (offline)
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icon1 Re: Reinkarnation - wahr oder nicht? #286Datum: 10.10.2008, 22:49  


Lieber Bruder Cemil Kaya,

Es gibt eigentlich ein enormen unterschied zw. RI und Evolution, denn die RI, im Gegensatz zur Evolution, beschäftigt sich mit einer Wissenschaft, die uns verborgen ist und die wir nicht erforschen bzw. überprüfen können, ob wahr oder nicht.
Daher sind, meiner Meinung nach, Spekulationen über Seele und Geist sehr gefährlich in dem Sinn, dass der Teufel (Schaitan)- na'alhu Allah -eine gute Chance hat, die Leute zu verführen und in die Irre zu Führen.

Ich habe mal auch kurz und tief in meine Gedanken an der RI geglaubt, als meine Mutter starb und kurz darauf mein Sohn geboren wurde. Ich habe den Eindruck gehabt, dass ihre seele an ihm rein gegangen ist. Ich habe mir dann viele Gedanken darüber gemacht, warum das nicht sein kann und warum ich als gläubige Muslima nicht daran glauben darf.

Ich bin dann zu diesem Schluß gekommen:

Als Muslime muss wir der Teufel zum Feind nehemen

Der Teufel (verdammt sei er) hat eigentlich die gleichen Tricks, wie er die Menschen entführen kann und die muss man kennen und vermeiden.

Die Frage ist jedoch, wie erkennt man diese TricksFragezeichen

Meine Antwort ist ganz kurz:

a. Er greift die Glaubensgrundsätze des Islam an (flüstert gegen die)
b. er verbreitet die Glaubensgrundsätze von nicht-Muslime (durch flüsterungen)

Die RI gehört zu den Glaubensgrundsätze von Heiden (Hindu, Buddisten)
wenn sie rechtgeleitet wären, wären sie schon Muslime.

Das sind einfach meine Gedanken dazu.

Selam


Sprich: "Er ist Allah, ein Einziger , [112:1]
Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt). [112:2]
Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden , [112:3]
und Ihm ebenbürtig ist keiner." [112:4]
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