1 Geschrieben Freitag, Dezember 21, 2007 @ 03:36:01
Geschrieben von Cemil am 20. September 2000 14:29:26:
Als Antwort auf: Reinkarnation geschrieben von Mohamed am 20. September 2000 08:01:08:
Salam Mohamed,
Du schreibst:
>abgesehen davon, daß Du zugeben mußt, daß die einzelnen Verse von Dir sehr *bemüht* in Richtung Reinkarnationstheorie interpretiert worden sind: was für eine Rolle spielt dann noch für Dich der Tag der Auferstehung?
Tatsache ist, daß wir Menschen unterschiedliche Wahrnehmungsvermögen haben, und zwar aufgrund insbesondere der unterschiedlichen seelisch-geistigen Reife, eng verbunden mit der Entwicklung und Erweiterung des Bewußtseins, dessen Hauptmerkmale oder Kompononenten aus den drei Teilen WILLE, VERSTAND (Intellekt) und GEFÜHL (Empfinden) bestehen. Alle drei Teile des Bewußtseins sollten nach Möglichkeit gleichwertig betrachtet und harmonisch entwickelt werden.
Natürlich hat das Ganze d.h. das Ich-Bewußtsein, der Geist und die Seele an sich viel komplexeres Wesen, als daß man sie mit dem Besagten begrenzen und erklären könnte. Dennoch tragen diese kurze fundamentale Erläuterungen zum Verständnis notwendiger Fragen und "Rätsel" ein wenig bei.
Die Entwicklung des Menschen realisiert sich dreierlei: a) durch das Schicksal, b) durch sich selbst (Introspektion/Selbserkenntnis und Selbstschulung, ehrliche, aufrichtige Ausübung der Religion, Studium und Forschung der Wissenschaften...) und c) durch einen Meister, Guru, Sufi-Lehrer (letzterer kann nur ein Wegweisender und Aufklärende sein). Die ersten zwei betreffen die meisten Menschen. Ersteres allein ist kaum und letzteres selten anzutreffen.
Warum ich scheinbar vom Thema Abweichendes "vortrage"? Ganz einfach: weil alles miteinander zusammenhängt, so auch die obige Ausführung sowohl mit der Reinkarnationsfrage als auch mit Deiner gutgemeinten Kritik.
Was glaubst Du: warum interpretieren Juden und Christen beispielsweise die den letzten Propheten betreffenden Verheißungen in Widerspruch zueinander und zu muslimischem Verständnis stehend? Machen sie dies bewußt und mit voller Absicht, um die "anderen" zu "ärgern"? Oder glauben sie wirklich jeweils an ihre Interpretationen genauso aufrichtig wie Muslime an ihre eigenen?
Auch ich habe z.B. die christlichen Interpretationen so ähnlich kritisiert, wie Du meine, wohlwissend jedoch, daß sie davon (aufrichtig) überzeugt sind. Erst wenn man es versteht, sich meditativ an ihre Stelle zu versetzen, wie sie zu denken und zu fühlen, wird man und kann man sich von allen fanatischen oder annährend fanatischen Gefühlen loslösen. Ich muß ganz ehrlich eingestehen, ich bin noch nicht völlig "geheilt" davon. Zuweilen reagiere ich emotional und verletze unbeabsicht unsere christlichen Diskussionspartner. Doch ich arbeite an mir.
Du sagst, ich hätte mich sehr *bemüht", die Ajats in Richtung der Reinkarnation zu interpretieren. Wenn dies im Sinne einer ehrlichen Bemühung zu verstehen ist, da gebe ich Dir recht: Man muß sich Mühe geben, um den Qur'an zu verstehen. Schließlich gibt es nicht umsonst tausende Bände von Qur'an-Interpretationen, die um ein richtiges Verständnis dessen _bemühen_. Ohne Fleiß kein Preis ;-)
Doch wenn Du im Sinne einer "Gewalt-Interpretation" meintest, kann ich Dich beruhigen: ich bin fern davon, das Wort Gottes mit Gewalt und Willkür zu interpretieren. Mit meinen Interpretationen kann ich mich höchstens irren - irren ist menschlich. Doch meine Bemühung (und mein Glaube, meine Überzeugung) ist ehrlich und aufrichtig.
Wenn die besagten Verse und aus dem Gedächtnis zitierten Ahadith andere Bedeutungen haben sollten, würde ich sie gern erfahren. Für mich sind sie Selbserklärend, wenn dort beispielsweise steht, daß, der Gottes-Leugner angesprochen und darauf hingewiesen wird, daß er "schon mal" tot war und Gott ihn "wieder lebendig" machte, dann "wieder" töten und "wieder" lebendig machen und zum Schluß zu sich holen würde.
Hier bedarf es einer sachlichen und unvoreingenommenen Betrachtung. Der angesprochene Verleugner Gottes könnte fragen, wann er denn "tot" gewesen wäre, um lebendig gemacht zu werden. Denn Gott liefert hier einen Beweis dadurch, in dem Er uns daran _erinnert_, daß wir schon mal tot waren und dann wieder lebendig gemacht worden sind. Man muß hier die Tatsache berücksichtigen, daß der gemeinte "Tod" nicht "Nichtexistenz" ist sondern konkret der "Tod" im Sinne von "vorher lebendig".
Dabei sollte man unbedingt auch in Erinnerung rufen, daß Gott am Anfang der Schöpfung das Wesen des Menschen schuff und sie fragte, wer ihr Herr, ihr Schöpfer, sei. Alle Menschen, die eines Tages auf der Erde leben sollten, haben einhellig darauf geantwortet, daß Gott, Allah, ihr Herr und Schöpfer sei. Nun, dies macht eindeutig klar, daß Gott erst unseren Geist schuff und diesen fragte, nicht unseren Körper, der noch nicht existierte.
Beachte auch die qur'anische Tatsache, daß Gott darin uns ansprechend immer wieder darauf hinweist, wir sollen uns _erinnern_. "Erinnere Dich..." - so beginnen zahlreiche Ajets über die Geschichten von Vergangenheit, die wir ja in "diesem" Körper gar nicht miterlebten oder mitbekamen.
Nachstehend werde ich weitere relevante Ajats zitieren und mir *Mühe* geben, sie nach bestem Wissen und Gewissen zu interpretieren. Anschließend werde ich Deine Frage bezüglich der Auferstehung so gut es geht beantworten. Vorher jedoch sei kurz auf etwas hingewiesen, das ich für sehr denkwürdig erachte.
Wie Du weißt, hat Gott nicht umsonst d.h. "zufällig" (den es in Wirklichkeit gar nicht gibt) Muahammed (s.a.w.) als den letzten Propheten und Arabisch als letzte Offenbarungsschrift bzw. Sprache ausgewählt. Alle Gelehrten und kompotenten Fachleute, sofern sie unvoreingenommen und seriös sind, bestätigen die Tatsache, daß das Arabische die geeignetste und gewaltigste Sprache ist, um die Gefühle und Gedanken exakt auszudrücken. Zudem besitzt es alle Begriffe, um einer umfassenden Religion, wie es der Islam ist, gerecht zu werden.
Das Arabische, insbesondere das Qur'an-Arabische, hat solche religiöse und geistige Begriffe, die in anderen Sprachen entweder nicht gibt oder sie den Sinn und den Inhalt des Entsprechenden nicht exakt wiedergeben können. Einer davon ist beispielsweise "Samed" in der 112. Sure (Al-Ihlas), ein anderer ist "Nafis". Es gibt noch viele andere Begriffe, die erst durch lange Erklärungen richtig übertragen werden können.
Damit möchte ich darauf hinaus: Im Arabischen gibt es ein Begriff, der Uralt ist, nämlich "Tanasuh" = Reinkarnation. Doch er drückt die Wiedergeburt exakter und konkreter aus als der Begriff "Reinkarnation" je imstande sein könnte, weil er, der begriff "Tanasuh", ausschließlich die _menschliche_ Reinkarnation meint, wogegen "Reinkarnation" oder "Wiedegeburt" für alle Lebewesen genommen werden kann.
Das Arabische drückt also die menschliche Reinkarnation mit dem Wort "Tanasuh" aus, wogegen es für die Tiere, und Pflanzen sowie Mineralien andere Begriffe kennt (Tiere: "Mash" d.h. "Tamasuh", Pflanzen: "Rash" d.h. "Tarasuh" und Mineralien: "fash" d.h. "Tafasuh"
. Frage: Wozu gibt es im Ur-Arabischen passende und exakte Begriffe dafür und warum gibt es keinen für das _EIN-malige_ Leben???
Nun die entsprechenden Ajets (aus Zeit- und Platzgründen nicht alle):
"AUF DIE NACHT LÄßT DU DEN TAG FOLGEN UND AUF DEN TAG DIE NACHT. AUS DEM TODE LÄßT DU LEBEN HERVORGEHEN UND DEN TOD AUS DEM LEBEN, UND DU ERNÄHRST, WEN DU WILLST, OHNE MAß (An- oder Abrechnung)." ( 3, 28 nach Ludwig Ullmann. Bei anderen 3, 27).
Nicht ohne Sinn wird hier in der ersten Hälfte von dem Zyklus, vom Kreislauf, von der Sequenz von Tag und Nacht gesprochen, um es gleich mit der nächsten Hälfte in Kontext mit dem Kreislauf unseres Lebens und Todes zu bringen, womit die Parallelen verdeutlicht werden sollten.
"GOTT HAT EUCH AUS DER ERDE WIE PFLANZEN WACHSEN LASSEN. DANN WIRD ER EUCH ZU IHR ZURÜCKKEHREN LASSEN UND (WIEDER AUS IHR) HERVORBRINGEN. UND GOTT HAT EUCH DIE ERDE ZU EINER AUSGEBREITETEN UNTERLAGE [zu einem Teppich und/oder Bett] GEMACHT, DAMIT IHR AUF IHR WEGE ALS BREITE DURCHGÄNGE BEGEHEN KÖNNT." (71,17-20, nach A.T. Khoury/M.S.Abdullah).
Anmerkung: nur die Ergänzungen in Eckigen Klammern sind von mir.
In diesen Versen stecken mehrere Bedeutungen und Realitäten. Der Hinweis auf oder der Vergleich mit Pflanzen hat u.a. die obige Bedeutung vom Kreislauf des Lebens und Sterbens. Nach dem erstgenanten "wachsen lassen" sterben wir und kommen wieder auf sie zurück, wobei wir uns immer daran erinnern sollten, daß "wir" nicht nur aus "Materie" bestehen, sondern insbesondere aus Seele und Geist. Hier wird das _Wesen_ des Menschen _angesprochen_ und gemeint ist hingegen der physische Körper, der analog einer Pflanze lebt, stirbt und wieder lebt usw.
Die zweite Hälfte der Passage ist sehr interessant. Gemeint ist hauptsächlich "Bett" als Vergleich mit der Erde, wobei es hier nicht um die Form der Erde geht, sondern ihre Bedeutung für uns Menschen als ein "Bett". Nur wenige Übersetzer "trauen" sich, in ihrer Übersetzung das "Bett" zu erwähnen, weil sie meinen, man könne auf dem "Bett" doch nicht "umhergehen" und es besitze auch keine "Durchgänge". Statt dessen nehmen sie meistens den Begriff "Teppich" oder, wie hier, einfach "Unterlage". Beide Begriffe sind in Wahrheit zu berücksichtigen, und zwar jeweils für eine metaphysische und eine wissensachaftliche Bedeutung.
Wissenschaftlich (geologisch) gesehen betrifft es die Erdkruste, welche wie ein "Teppich" über die Erde "ausgebreitet" wurde. Als "Bett" übersetzt, lautet der metaphysische Sinn dessen, daß wir es für den Schlaf benützen d.h.: Wachen/Schlafen, Wachen/Schlafen... Im Falle der Erde: Leben/Sterben, Leben/Sterben... = Kreislauf vom Leben und Sterben.
Diese Ausführungen mögen bezüglich der Reinkarnationfrage ausreichen.
Was nun Deine Frage betrifft, was für eine Rolle für mich die Auferstehung spielen würde. Das ist eine interessante Frage. Sofern man die Auferstehung als eine körperliche und am Ende aller Zeiten _auf der Erde_ vorstellt, ist die Auferstehung mit Tanasuh nicht in Einklang zu bringen. Die Kritiker der Reinkarnation stellen die Frage, mit welcher Körper denn nun der Mensch auferstehen würde. Wer aufmerksam und unvoreingenommen die islamischen Informationen hinsichtlich des Geistes und des Körpers liest und darüber sinniert, wird sowohl im Qur'an und in den Ahadith als auch in den Aussagen großer Sufis die primäre Wichtigkeit des Geistes (Ruhh) und die sekundäre Unwichtigkeit des materiellen Körpers für die Ewigkeit unschwer feststellen. Der Körper wird sogar zur Kategorie der Tiere (Dabbetun) gezählt.
Muhammed (s.a.w.) sah in seinem Miradsch (Himmelsreise) sowohl die Hölle als auch den Himmel (Paradies), und zwar nicht etwa "leer" - nein, beide waren von Menschenseelen besetzt, was besagt, daß die bis dato Verstorbenen sich nicht in ihren Gräbern aufhalten und darauf "warten", in der "Endzeit" aufzuerstehen. Die Auferstehung wurde bisher - meiner Ansicht nach - gründlich mißverstanden. Wieso sollten die Seelen erst einmal in die Hölle oder ins Paradies gehen, dann am Ende der Zeit wieder in ihren früheren Körpern in den Gräbern zurückkehren, auferstehen, um schlußendlich für den "Rest" der Ewigkeit nochmals in die Hölle _oder_ ins Paradies geschickt zu werden???
Nein. Man sollte schon seinen gottgegebenen Verstand nutzen und das wahre Ziel des Geistes verstehen. Der Qur'an sagt, am Ende werde _jeder_ (Qur'an u.a.: 5, 105) zu Gott zurückkehren. Man muß die Bedeutung des "Rückkehrs" zu verstehen versuchen; es ist kein Leben im Jenseits d.h. im Paradies, sondern die Einswerdung oder Djemal-Allahs (Angesicht-Gottes).
Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, wird man ebenfalls eingestehen, daß die Reinkarnation den Menschen die beste, ja, perfekteste Möglichkeit dafür bietet, sich durch mehrere Inkarnationen so weit zu entwickeln, daß man den physischen Körper nicht mehr benötigt und der Geist vollkommen entwickelt ist. Dies sagt übriegens auch
die vollkommene Gerechtigkeit Gottes aus. Denn die Gerechtigkeit verlangt Möglichkeiten, die vielen Menschen in der Geschichte und heute nicht gegeben sind. Viele haben schlechte oder ungebildete Eltern, keine Lernmöglichkeiten, sterben in Kindesalter usw. Die Reinkarnation gleicht dies aus.
Die imaginäre Möglichkeit, das verpaßte im Jenseits "nachzuholen" ist eine Ilusion, da der Geist bis zu einem bestimmten und gewissen Entwicklungsgrad die Erde d.h. den physischen Körper unbedingt benötigt, weil erst die Materie dem Geist diese Möglichkeiten bietet. Warum sonst sollte Gott unseren Geist in den Körper schicken? Etwa wegen der "Ursünde"? Die christlich völlig mißverstandene "Ursünde" ist eine Wahrheit, jedoch ein noch größeres Geheimnis als die Reinkarnation.
Gott vergebe mir, falls ich durch diese Ausführungen manche verwirrt haben sollte. Amin. Doch unsere Zeit, abgesehen von allen bestehenden Schlechtigkeiten, ist der Beginn des geistigen Erwachens.
Wassalam
Cemil
Geschrieben von Cemil am 20. September 2000 21:51:57:
Als Antwort auf: Antwort auf: Reinkarnation geschrieben von Nuhi Musliu am 20. September 2000 16:39:14:
Hallo Nuhi, grüß Dich
>>Dabei sollte man unbedingt auch in Erinnerung rufen, daß Gott am Anfang der Schöpfung das Wesen des Menschen schuff und sie fragte, wer ihr Herr, ihr Schöpfer, sei. Alle Menschen, die eines Tages auf der Erde leben sollten, haben einhellig darauf geantwortet, daß Gott, Allah, ihr Herr und Schöpfer sei. Nun, dies macht eindeutig klar, daß Gott erst unseren Geist schuff und diesen fragte, nicht unseren Körper, der noch nicht existierte.
>Nuhi: du meinst meine Seele besteht schon seit anbegin der Zeit?.
Nein, Deine Seele, vielmehr Dein Geist (Ruhh) existierte bereits _vor_ der "Zeit". Denn, wie Du sicher weißt, sagte Muhammed (s.a.w.), daß Gott zuerst den Verstand (Intellekt) erschaffen hat, dann das Übrige. Und die Intelligenz ist ein Teil des Ich-Bewußtseins unseres Geistes (der seinerseits ohnehin nicht an Raum-Zeit gebunden ist). Die anderen Komponenten sind der Wille und das Gefühl (Empfinden). Erst der Bestand aller drei Komponenten machen das Bewußtsein als solches aus. Fehlt eine davon, hört es auf, Bewußtsein zu sein.
>Entspringt ein Kind nicht dem freien Willen der Eltern - das heisst, ob eine Seele herabgesandt wird oder nicht wird indirekt von den Eltern bestimmt.
Nach meinem bisherigen Wissen aus der Metaphysik zu beurteilen, gibt es den wahren freien Willen nur bei Gott (implizit im Begriff "Samad" in der 112. Sure) und bei jenen, die eins mit Ihm geworden sind. Wir gewöhnliche Menschen beziehen unseren freien Willen aus unserer Unkenntnis der Raum-Zeitlosigkeit. Wüßtest Du die Zukunft genau, so gäbe es für Dich keinen freien Willen mehr, es sei denn, Du bist so hoch wie etwa Moses, Jesus oder Muhammed (Frieden über alle), die mit dem geheimnisvollen schicksal (Kadar) theoretisch wie praktisch umzugehen vermochten (bei diesen Themen gibt es "zwei Islame": eine exoterische und eine esoterische).
Ob und wo, zu welchem Körper eine Seele und ein Geist (der Mensch auf der Erde besteht aus drei unterschiedlichen Körpern) herabgesandt wird, entscheiden nicht die Eltern - mitnichten (die meisten glauben nicht einmal an die Seele und den Geist, geschweige denn, sie zu kennen und entsprechende Entscheidungen zu treffen!). Es ist Gott bzw. die von Gott beauftragten Engel, Urintelligenzen in der Metaphysik, die dafür sorgen, daß, wo und wann ein Mensch inkarniert. Natürlich erscheint das Ganze aus unserer Perspektive wie ein freier Wille (Teils ist es ja auch im besagten Sinne) oder zuweilen wie ein "Unfall".
Würde Gott die Seele und den Geist nicht mehr zum Körper herabsenden, hätte keine Macht der Erde die Möglichkeit, Nachkommen zu zeugen.
>Es gibt genügend Hadithe, die bezeugen das der Prophet as. den Coitus Interreptus erlaubt. Und der Coitus war früher die Einzige möglichkeit um einer neuen Seele einen Körper zu geben, geschichtlich gesehen ist nur Isa as. unnatürlich Empfangen worden, und der war bekantlich ein Prophet.
Du hast schon recht, doch möchte ich Dich nur ergänzen: Nicht nur Jesus, sondern auch Adam + Eva, sowie alle Paare der ersten Tierarten wurden auf "unnatürliche" weise erschaffen, weswegen ja der Koran die Erschaffung oder Erzeugung (nicht Zeugung!) Jesu' (as) mit Adam (as) vergleicht.
Der körper ist nur ein Werkzeug, ein Reittier der Seele und des Geistes auf der Erde. Auch Jesus existierte schon vor seiner materiellen Körper und er existiert bis heute in alle Ewigkeit (es sei denn, er löst freiwillig seine Individualität in Gott auf).
Ich sehe also keinen Widerspruch zwischen meinen Ausführungen und Deiner jetzigen Feststellung.
>Also, um einer Seele einen Körper zu geben, sind bekanntlich gewisse Vorleistungen auf der Erde zu erbringen. Sogesehen, ist eine art Wiedergeburt nicht möglich, den die wäre Zeitabhängig (das heisst der Mensch bestimmt wann und wo, Indien, China, Bangladesch, Albanien
, usw.).
Vielleicht bin ich nicht gebildet genug, zumal ich ja auch kein Gelehrter bin, um Dir jetzt folgen zu können. Ich verstehe Dein Argument nicht so ganz. Was soll gegen die Wiedergeburt sprechen? Die "Vorleistungen" (Geschlechtsverkehr, Schwangerschaft)? Warum? Weil die Wiedergeburt "zeitabhängig" wäre? Das trifft sich gut, denn im Jenseits gibt es keine Zeit, also ist der zu inkarnierende Geist und die Seele jederzeit "bereit" zu inkarnieren. Welcher Mensch bestimmt, wann und wo und als was er auf die Welt kommt?
Tatsache ist, daß Diener Gottes (Engel oder Urintelligenzen) dem zu inkarmnierenden Menschen bis zum Schluß mit Rat und Tat beistehen und alles Organisieren. Der Mensch im Jenseits hat eine "gewisse" Entscheidungsfreiheit, und zwar insofern, als es ihm klar einleuchtet, warum er dann und wann und als was auf die Erde kommen muß. Ihm sind seine Aufgaben auf der Erde vorher klar, die er allerdings durch ein Prozeß während der Inkarnation vergißt bzw. ihm wird vergessen gelassen.
>Wie soll ich das verstehen, wenn beispielsweise ich in diesem Leben die Vollkomenheit nicht erreiche, und es wird eine Wiedergeburt von nöten sein, wie und wann komme ich dann in einem anderen Körper?, oder ist der Islam die letzte Stuffe?, muß also jeder der die Vollkomenheit erreichen will ein Muslim werden?...
Es tut mir leid, aber mir scheinen diese Fragen und Argumente etwas unzusammenhängend. Ich werde dennoch versuchen, darauf zu antworten . Ob sie Dich allerdings ansprechen und Dir einleuchten, ist eine andere Sache.
Ob Du die Vollkommenheit (zu verstehen als einen bestimmten Entwicklungsgrad) in diesem Deinen Leben ereichst, hängst maßgeblich von Deiner früheren Reife ab, die Du in dieses Leben mitbrachtest. Wenn Du also einen gewissen Reifegrad in diesem leben nicht erreichst, wird eine Wiedregeburt vonnöten sein, ja. Das "wie" und "wann" liegt in Gottes Händen. Ich kann nur sagen, daß dies sehr unterschiedlich ist. Manche kommen nach einem Jahr, manche nach 10 oder 100 Jahren. Das hängt von vielen Faktoren ab, hauptsächlich von dem geistigen Zustand des Betroffenen. manche sind "dort" blinder und tauber als hier auf Erden, manche wiederum bewußter und reifer als hier.
Was die Frage betrifft, ob der Islam die "letzte Stufe" sei. Diese Frage müßte man genauer definieren, damit man auch keine Fehler beim Antworten begeht. Der Islam ist die letzte Religion, ja, und zwar für jene, die dies akzeptieren und annehmen. Doch wichtig vor allem sind seine Universal-Lehren oder, anders ausgedrückt, seine universal und ewig gültigen, absoluten Realitäten oder Wahrheiten, wie primär seine Lehre von der absoluten Einheit d.h. Unteilbarkeit Gottes sowie Seinen exoterischen und esoterischen Eigenschaften (offenbare und verborgene Aspekte).
Stell Dir vor, ein Mensch erreicht fast die (menschliche) Vollkommenheit. In diesem Zustand der Entwicklung wird dieser Mensch genau wissen, ob Muhammed (s.a.w.) ein echter und zwar der letzte Prophet und Gesandter Gottes ist oder nicht. Wenn er es ist, dann wäre es zumindest töricht von ihm, dies nicht anzuerkennen, oder?
>...Der Prophet hat oft das Gebet vor allen anderen Pflichten gestellt, also ist beispielsweise für die Erlangung der Vollkomenheit das fünfmalige Beten "absolut" notwendig, um das wird man dann nicht herumkommen.
Der Prophet zählte ja drei Dinge auf, die er von der Erde mochte: Schöne Gerüche (das hat nicht oder nicht nur mit Parfüms zu tun!); Frauen (das hat nichts mit Sex oder Nafs zu tun!) und das Gebet stellte er über diesen zwei als das Licht seiner Augen (das hat nichts mit den physischen Augen zu tun!).
Ach ja, das Gebet. Was glaubst Du, wieviel Menschen wissen wohl von dem Geheimnis und der wahren Bedeutung sowie dem Sinn und Zweck des Salah-Gebets? Wieviel Menschen wissen wirklich, warum die Zahl der Pflichtgebete 5 sind? Der Prophet verriet es (das Geheimnis) uns mit den Worten, daß dieses Gebet der Gläubigen die Bedeutung der kleinen Miradsch (Himmelsreise) habe.
>Ich kann auch noch so gut, nett freundlich, hilfsbereit usw. sein, wenn ich die Pflichtgebete nicht erfülle, dann muss ich immer wieder zurückkehren?
Es geht bei der Vollkommenheit nicht um die Pflichtgebete des Islam. Das absolut Wichtigste ist die Entwicklung ethisch-moralischer Einstellungen und Prinzipien. Daher nennt der Koran den wahren Sinn der Sendung Muhammeds als die Vollendung der Ethik.
>Mir ist noch immer der Sinn nicht klar, den Wiedergutmachung kann es nicht sein, das ist ausgeschloßen, das erlaubt der freie Wille nicht!, und schluß endlich ergibt das "Sein" dann überhaupt keinen Sinn mehr, warum soll es Gut und Böse geben, wenn am Ende sowieso das Gute (die Wiedergutmachung aller fehler) herausschaut, dann wäre "das Spiel" wie Gott das hierige Leben im Kur'an nennt, nicht von nöten, wenn wir alle wissen wie das Ergebniss auzuschauen hat, ergo kann es keinen Himmel und keine Hölle geben im Jenseits, der Jüngste Tag ist nicht notwendig, Munkar und Nekir dürften nicht existieren (oder wären Arbeitslos)!, die Verführung durch den Shaitan wäre auch nicht notwendig, weil immer am Ende der Reine Mensch stehen würde. Sogesehen wäre dann die Hölle der Phantasie der Propheten entsprungen!, und dann bleibt noch offen die Frage, wie es denn mit den Djinnen ist?
Gott war ein "verborgener Schatz", sagt ein Kudsi-Hadith, und wollte entdeckt werden; deswegen schuff Er uns Menschen. Ist das nicht Antwort genug auf die Frage, was denn der Sinn des Lebens sei? Würde _ein_ Leben dafür ausreichen, diesen Schatz zu finden, Seine Größe (an-) zu erkennen und Seine Schönheit zu entdecken, zu bewundern?
Das Wissen vom Ausgang einer Sache macht sie doch nicht irrelevant oder sinnlos! Hierfür könnte ich tausend bekannte Beispiele liefern. Man geht in die Schule, um zu lernen, um später etwas zu werden usw. man weiß also, wie der Ausgang sein wird. Man heiratet und weiß von vorneherien, was das ist und daß man höchstwahrscheinlich auch Kinder haben wird usw. Das macht doch die Sache nicht sinn- und bedeutungslos!
Das Schlimmste, was einem passieren kann, ist die völlige Resignation und der Verlust jeglicher Lust, Bedeutung und Sinn am Leben.
>Bruder Cemil, bei allem Respekt, die Reinkarnation wirft alles, ohne Ausnahme auf den Kopf.
Das mußt Du für Dich selber entscheiden. Ich für meinen Teil, betrachte die Reinkarnation als eine der fundamentalsten Wahrheiten des Lebens.
>Aufrgrund folgender "technischer Gründe" ist eine Reinkarnation aus islamischer Sicht nicht Denkbar: Muhammad as. hat vielen die Umstände ihres Todes prophezeit, als das nicht genug wäre, auch die Ortschaften wo sie hinkommen werden hat er bereits genannt.
>Diese wären: Omar ra. - Paradies
>Uthman ra. - Paradies
>Ali ra. - Paradies
>Badr teilnehmer - Paradies
>Shahid =Djihad kämpfer - Paradies
>Abu Lahab - Hölle
>Seine Frau - Hölle
>Die, die zu Lebzeiten über Ihren Stand wussten, hätten so gesehen eine Reinkarnation nicht notwendig wenn sie ins Paradies hinein kommen werden.
Zunächst kommt es darauf an, was man unter "Paradies" und "Hölle" versteht und was sie tatsächlich sind. Allein aus der offiziellen d.h. exoterischen Lehre des Islam ist unschwer zu entnehmen, daß bei der Beschreibung dieser beiden Begriffe reine Symbole benützt wurden und tatsächlich sie auf der Erde nicht beschreibbar und nicht verstehbar sind.
Warum ist ein schlechter Mensch eigentlich schlecht? Und warum ein guter gut? Würde ein guter Mensch aus jux und dollerei sich verstellen und "schlecht" und "böse" werden? Wenn nein, und die richtige Antwort ist "nein", dann gilt die Begründung dazu auch für einen "schlechten" Menschen, der nicht plötzlich "gut" und "engelhaftig" werden kann.
Die Wahrheit ist tatsächlich eine ganze Einheit; man muß nur die Analogien zu verstehen lernen.
Himmel und Hölle sind verschiedene Schichten des gesamten Jenseits, welche sie entsprechende Seelen beinhalten. Die oberen können die unteren besuchen, die unteren jedoch nicht die oberen Wesen. Es gibt "dort" auch Richter und Gerichte, Bestrafungen und Belohnungen, die wir uns hier nicht genau vorstellen können. Dies alles ist kein Grund und kein Argument _gegen_ die Reinkarnation - im Gegenteil. Auch solche wie der Pharao oder Abu Lahab werden ihre Chance bekommen, denn Gott ist gerecht, aber auch gnädig und barmherzig. Seine Gerechtigkeit übertrifft nicht seine Gnade, und Seine "Bestrafung" überwiegt nicht und niemals die "schlechten Taten" dieser Menschen.
>Was ist aber mit den Pharao der Muslime, er hat auch eine Seele besessen, also hat auch er dann das Versprechen gegeben, Allah als den Schöpfer anzuerkennen, dem zu folge müßte er dann wiedergeboren werden, um seine fehler Gutzumachen.
Was ist daran so abwegig? Gönnst Du ihnen nicht eine zweite Chance?
Das letzte Wort sollst Du hier bekommen, weshalb ich die untenstehenden nicht kommentiere.
Frieden
Cemil
>>Beachte auch die qur'anische Tatsache, daß Gott darin uns ansprechend immer wieder darauf hinweist, wir sollen uns _erinnern_. "Erinnere Dich..." - so beginnen zahlreiche Ajets über die Geschichten von Vergangenheit, die wir ja in "diesem" Körper gar nicht miterlebten oder mitbekamen.
>Nuhi: Von Anfang an wird dir in der Moschee oder Kur'an Schule von den Unheil erzählt, was andere betroffen hat weil sie so und so handelten, mir kammen diese Geschichten wie Märchen vor, nur heute weiss ich das es keine Märchen sind, und auf nichts als das, Zielt die Aufforderung "errinere dich", du sollt dich an die Belehrungen in deiner Kindheit errinern, bzw. soll man sich an das Errinern was den Vorfahren gestoßen ist, beispielsweise ist die Geschichte mit dem Herrscher von Jemen und den Elefanten gar nicht so alt gewesen, es haben sogar noch zeitgenossen gelebt, und die war aber ein Wunder Gottes, und genau an solche hat sich der Mensch zu errinern.
>Du gehst davon aus, das der Mensch wieder mit "nichts" geboren wird, sondern nur in einer besseren umgebung.
>Unabhängig von der Religion der Eltern, den technischen möglichkeiten die man hat zum lernen, den geographischen gegebenheiten (früher), hat jedes Volk einen Propheten bekommen nach dessen Regeln die Gemeinde hat leben müßen, wer dies befolgt hat, hat das Heil erreicht, es kamm nicht nur der Muslim ins Paradies, sondern jeder, der gute Taten vollbrachte, wie Schuldig ist ein Kind?, trotzdem sterben viele noch vor der Geburt, manche während der Geburt, und mancher wird über hundert Jahre. Al das sind Umstände die jedem zu Denken geben sollten.
>Schönen Tag
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******