3 Geschrieben Sonntag, April 19, 2009 @ 05:20:39
CK:
Abgeschickt von Cemil Kaya am 11 Oktober, 2005 um 03:42:47:
Antwort auf: Re: Das Licht am Horizont - Nahtoderlebnisse von Dexter am 10 Oktober, 2005 um 12:11:17:
Hallo Dexter,
Du als "werdender Jehovas Zeuge" kannst natürlich nicht an das Jenseits glauben. Einer der großen Irrtümer der JZ ist genau die Ansicht, daß es kein Leben nach dem physischen Tode existieren würde. Das Gegenteil davon will ich im Folgenden darlegen. Ob Du es anerkennst oder nicht, liegt allein an Dir.
: : ...
: Der Mensch hat gemäß der Bibel KEINE unsterbliche Seele. Nach dem Tod ist es aus.
: (Hesekiel 18:4)[...]Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.
:
: Also: Keine unsterbliche Seele!
Darauf sind vier Argumente entgegenzubringen, wovon eines weiter unten angebrachter wäre und daher dort vorgebracht werden soll:
1. Der Begriff "Seele" (nefesh, arab.: nafis/nefis) wird in der Bibel auch als Synonym für "Leben", "Mensch"... verwendet, so daß damit nicht immer die Seele, also der Astralkörper, gemeint ist (1).
2. Selbst wenn damit die eigentliche Seele gemeint sein sollte, muß bestätigt werden, _daß_ sie _sterblich_ ist!
Es ist nämlich der _Geist_ (ruah, arab, ruuh), der unsterblich ist; die _Seele_ lebt nur etwas länger als der physische Körper (nach unserer Zeitrechnung, da es im Jenseits keinen Zeitbegriff - dafür aber Raumgebundenheit - gibt).
3. Der Umkehrschluß von der Aussage: "Die Seele, die sündigt - sie soll sterben", lautet: "Die Seele, die der Sünde fern bleibt - sie wird leben" (2), bedeuten muß, genauso wie der Umkehrschluß von Jesu' Aussage: "Hütet euch vor den falschen Propheten... An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen..." (Mt. 7,15 f.), die Tatsache impliziert, daß es nach Jesus auch _echte_ Propheten auftreten würden, welche man wiederum an deren Früchten (als echt) erkennen würde. Sonst hätte Jesus sagen müssen, daß nach ihm keine Propheten mehr kämen, genauso, wie Muhammed seine Gemeinde vor falschen Propheten warnte, jedoch hinzufügte, daß er der letzte sei, weshalb alle anderen - automatisch - falsch sein würden.
: Was geschieht dann bei dem Tod?
: (Prediger 9:5-6) 5 Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt (!!), auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. 6 Auch ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht sind bereits vergangen, und sie haben auf unabsehbare Zeit keinen Anteil mehr an irgend etwas, was unter der Sonne zu tun ist.
Diese Aussagen predigen aus der Perspektive des Irdischen und betrachten daraus den Tod der Menschen, den Leib also, und visieren die auf Erden Lebenden an im Hinblick auf deren Lebendigkeit im Körper. Im gleichen Buch ist ein versteckter Hinweis auf das Jenseits zu lesen:
"Wer weiß, ob der Odem [Geist oder Seele] der Menschenkinder emporsteigt [zu Gott], der Odem des Tieres aber hinabfährt zur Erde?" (Prediger 3,21).
Das ist ein Hinweis darauf, daß der Geist des Menschen nach dem Physischen Tode gen Himmel emporsteigt, anstatt wie der des Tieres, zur Erde hinabzufahren.
Und zwei Kapitel weiter:
"...Erkläre nie vor dem Boten [-Gottes = Gottes Engel]: 'Es war ein Versehen'" (5,5)
Da jeder Mensch vor dem Engel des Gerichtes tritt, gilt das für alle Menschen. Zu meinen, der Engel Gottes würde auf die Erde kommen und man dann vor ihm stünde und der Mensch sich zu rechtfertigen suchte, wäre gänzlich falsch.
Die beste Aussage über die Existenz des Jenseits bzw. des Lebens nach dem physischen Tode steht am Ende dieser Predigten:
"Denn der Mensch geht in sein ewiges Haus, und die um ihn [nach seinem physischen Tode] klagen, ziehen auf der Gasse umher. Und der Staub [aus der der Körper besteht] wird wieder zur Erde, wie er gewesen, der Odem [Geist/Seele] aber kehrt wieder zu Gott [zurück]..." (12,6 f.).
Jemand, der von diesen Dingen Ahnung hat, wird sehen, daß es bei den Predigten um die Nichtigkeit des irdischen Lebens oder Leibes geht, dessen manche so erachten, als ob es oder er _alles_ wäre, was das Leben und den Lebenssinn insgesamt ausmacht.
Nun kommen die Argumente, die zum vierten Punkt gehören:
"...doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er [Johannes d.T.]. (Mt. 11,11)
Daß mit Himmelreich das Jenseits oder Geistreich gemeint ist, muß den JZ wohl fremd sein. Mit dem "Kleinsten" ist natürlich der Mensch im Jenseits gemeint, nicht die Engel oder andere Geistgeschöpfe.
"...dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt." (Mt. 12,32 - Einheitsübersetzung)
"...weder in dieser noch in jener Welt" ( (Mt. 12,32 - Luther-Bibel)
"weder in diesem System der Dinge noch in dem kommenden" (Mt. 12,32 - Neue Welt Übersetzung).
Letztere Übersetzung ist natürlich quatsch, weil dort nicht vom "System der Dingen" geredet wird, sondern ganz einfach von der Erde als "diese Welt" bzw. "Diesseits". In der NW-Übersetzung spielt hierbei die JZ-Anschauung eine große Rolle.
"...dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters [= Himmelreich] wie die Sonne leiuchten." (Mt. 13,43 - EÜ
"Da erschienen vor ihren Augen plötzlich Moses und Elija und redeten mit Jesus" (Mt. 13,3 - EÜ
Diese Stelle wurde von Egon genannt und von Dir folgendermaßen kommentiert:
"Moses und Elia 'erscheinen' meines Erachtens, damit den Aposteln, die dabei standen, sahen, dass sich an Moses wirklich die Prophezeiungen, die Moses gegeben wurden und die Elia prophezeit hat, sich wirklich an Jesus Christus erfüllen. In der Bibel ist ja eindeutig zu Ersehen, dass diese Leute nciht im Himmel leben, sondern starben."
Die Bedeutung des _Erscheinens_ von Moses und Elija brauchst Du gar nicht durch Anführungsstriche zu reduzieren, weil das eine tatsächliche Erscheinung von den beiden Propheten gewesen war, was man unter dem Begriff Materialisation ziemlich gut kennt. Maria beispielsweise _erschien_ auch ein Engel, nämlich Gabriel (was = Erscheinung eines Engels, in der BIbel oft zu lesen ist). Hier gibt es, außer daß dieser ein Engel ist und jene Propheten waren, keinen entscheidenden Unterschied, was Erscheinen betrifft.
Was ist mit Elijas zweites Kommen (Gott sagt, er werde ihn, wohlgemerkt: _senden_. Um gesendet zu werden, muß derjenige vorhanden sein; und Jesus sagt_ "Ja, Elija _kommt_" Um kommen zu können, muß derjenige irgendwo sein)? Und was ist damit, daß Jesus es in Johannes d.T. als realisiert bestätigte (Mt. 17,10-13)? Dies ist sowohl für das Leben nach dem Tode als auch für die Reinkarnation ein starkes Indiz - wenn man es begreifen kann.
"...so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben" (Mt. 19,21 - EÜ
"...eher geht ein Kamel durch ein nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt." (Mt. 19,24 - EÜ
Daß mit Himmel- oder Gottes-Reich das geistige Reich gemeint ist, braucht nicht extra betont zu werden. Und ich will das Thema hier nicht so weit ausdehnen und ausführen, daß das Gottesreich an anderer Stelle in einem _anderem_ Zusammenhang die in der Bibel verheißne Religion/Offenbarung Gottes" meint. Das tut hier nichts zur Sache - und der besagten Bedeutung keinen Abbruch.
"...Versprich, daß meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen..." (Mt.20,21).
Daß das "Reich Jesu" nicht in und "von dieser Welt" ist, sondern identisch mit Gottes-Reich bzw. Geist-Reich, weiß der Wissende.
"Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben." (Mt. 25,46)
Auch bei diesem Vers haben die JZ-Übersetzer "ganze Arbeit" geleistet:
"Und diese werden in die ewige Abschneidung [!] weggehen."
Luther: "Und sie werden in die ewige Pein gehen"
Zürcher Bibel: "Und diese werden in die ewige Strafe gehen"
Jerusalemer Bibel: "Und sie werden hingehen, diese in ewige pein."
"in das ewige Feuer" (Mt. 25,41)
Einer der starken Beweise, den Jesus uns für das Weiterleben nach dem physischen Tode liefert, liegt hier:
"...Denn nach der Auferstehung werden die Menschen nicht mehr heiraten, sondern sein wie die Engel im Himmel. Habt ihr im übrigen nicht gelesen, was Gott euch über die Auferstehung der Toten mit den Worten gesagt hat: 'Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs'? Er ist doch nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebenden." (Mt.22,29-32)
Hier sind auf zwei Dinge besonders zu achten: 1. Nach der Auferstehung sind die Menschen wie Engel im Himmel d.h. Geistwesen, und 2. Wären die Genannten _wirklich_ tod, hätte "Gott, der Lebenden", nicht gesagt: "ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, denn diese waren zur Zeit der Verkündigung dieser Sätze zwar tod im Leib, lebendig jedoch im Gottesreich, also im Geiste. Es wird von Jesus hervorragend begründet: Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden.
Aber das werden und können die JZ niemals verstehen und akzeptieren.
Was aber sowohl von anderen Christen als auch von den meisten Muslimen falsch verstanden wird, ist die Auferstehung, die dreierlei bedeutet:
- geistig-seelische Auferstehung nach jedem Tode des Leibes;
- Reinkarnation;
- Auferstehung vom gesunkenen Niveau des Geistes in das Ebenbild Gottes im vollkommenen Bewußtseins-Zustand.
: Gruß
: DeX
: P.S.: Nahtoderfahrungen halte ich für eine gewisse Illussion des Gehrins, mit dem weißen Licht und so.
Nahtoderfahrungen haben auch solche Beweise zutage gefördert, daß die sich vom Leib Lösenden in einem anderen Zimmer des Krankenhauses oder an einem anderen Ort zu der Zeit des Phänomens geschehenen Dinge exakt beschrieben haben. Das macht die Ansicht von der "Illusion" selbst zur Illusion.
Gruß
Cemil
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FUßNOTEN:
1) In der Bibel gibt es noch mehr Beweise dafür, daß der Leib und die Seele zwei verschiedene Komponenten des Menschen darstellen. Z.B.:
"Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele _und_ Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann" (Mt. 10,28).
Interessant sind auch die Aussagen von Jesus, die sich nur einige Verse entfernt vom obigen befinden (Mt. 10,32 f.). Wenn der Mensch nicht im Jenseits wäre, könnte Jesus ihn auch nicht "vor meinem Vater" anklagen oder loben. Denn er, der Angehende, hätte als NIchts nichts davon. Aber das und vieles mehr sind bei JZ nur Seifenblasen - ich weiß, da ich mit ihnen genug Erfahrung habe.
2) Es wäre paradox, hier zu sagen, daß es keine Seele gäbe, die nicht sündigte, denn es gibt im sog. AT auch dagegen sprechende Verse (die ich jetzt aus Zeitgründen nicht suchen werde). Zudem wird mit Sünde keine kleinere Fehler und Fehltritte gemeint, sondern besonders schwerere Sünden, die den Propheten unbekannt waren, auch wenn ihnen im AT so manche davon unterstellt werden. Aber das ist eine andere Frage.
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******