1 Geschrieben Donnerstag, Dezember 24, 2009 @ 16:34:13
Der Buddhismus ist nicht meine Religion und die Reinkarnation habe ich nicht daraus selektiert. Im Folgenden einige Zitate und einige Gedanken von mir darüber:
»Der Buddhismus ist weitgehend frei von Metaphysik. Ein Dualismus von Geist und Materie, von Gott und der Welt, existiert nicht. Die Realität ist nach der Ansicht der Buddhisten ein Kontinuum von Prozessen. So wurde die Welt nicht von einem göttlichen Schöpfer erschaffen. Alles ist in gegenseitiger Abhängigkeit entstanden. Nichts hat seine Identität aus sich heraus. Alles was existiert, existiert nur in Bezug auf anderes. Es ist der ständige Wandel aller Dinge und die Substanzlosigkeit allen Seins, auch des eigenen Ichs, die im Mittelpunkt des Buddhismus stehen.
Man könnte den Buddhismus auch als Philosophie einordnen, aber da sich der Buddhismus nicht rational beweisen lässt, muss er als Religion, als Glaubensrichtung, eingeordnet werden.
Eine Grundlage der buddhistischen Lehre ist der ewige, leidvolle, unfreiwillige Kreislauf des Lebens. Der Kreislauf, samsara, besteht aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Das karma, die moralische Qualität der Taten des Einzelnen im Leben, bestimmt wie man wiedergeboren wird. Wer gut ist und auch gutes tut, auf den wartet ein Leben in Wohlstand, wer Schlechtes tut, wird im Elend oder im Körper eines Tieres wiedergeboren werden. Diese Konsequenzen sind nach buddhistischer Lehre keine Strafen oder Belohnungen, sondern ein Automatismus – es gibt keine übergeordnete, wertende Instanz.
Den Buddhismus könnte man deshalb auch als Religion ohne Gott bezeichnen. Der Buddhismus ist eine Weltanschauung, die über Jahrtausende ethische Regeln und eine kultische Praxis hervorgebracht hat. Er hat zahlreiche Kulturen beeinflusst. Der Buddhismus ist in weiten Teilen Asiens beheimatet und wirkt dort als einendes Element.«
http://www.religion-ethik.de/buddhismus/was-ist-buddhismus.html
Zunächst wird die Metaphysik hier, wie sonst auch im Allgemeinen nicht selten, mißverstanden. Jede spirituelle Praxis hat Qualitäten wie Quantitäten, wovon ersteres (Qualität) Mystik und letzteres (Quantität) Metaphysik ausmacht - auch wenn man sie nicht so nennen sollte. Metaphysik beinhaltet und behandelt quantitative Praktiken, die Kräfte, Fähigkeiten, Phänomene. So hat der Buddhismus viele Joga und andere praktische Lehren, die allesamt zur Metaphysik zugehören.
Daß im Buddhismus keine Dualität von Geist und Materie gebe, ist ebenfalls nicht ganz richtig, denn er betrachtet den materiellen Körper genauso wie andere Religionen, nämlich sterblich, vergänglich, ergo materiell, an sich leblos. Der Geist hingegen lebt weiter, im Buddhismus, und kommt in einem anderen Körper erneut auf die Welt. Zugegeben, über den Geist und die Reinkarnation gibt es im Buddhismus in der Tat unterschiedliche bis gegensätzliche Ansichten. Manche Buddhisten glauben gar nicht an die Reinkarnation, wie sie sich im Allgemeinen beschreiben läßt. Ich selbst habe einem erfahrenen bzw. langjährigen Buddhisten zu beweisen versucht, daß es die Reinkarnation in diesem Sinne gewißlich im Buddhismus existiere (!). Er war nicht zu überzeugen. Übrigens findet man so einige Diskussionen zwischen mir und ihm an anderen Stellen des Forums. Sein Name ist Egon, und wir haben in Thomas Waschkes Forum lange Zeit miteinander heftige Diskussionen geführt.
Es wird gesagt, daß "alles in gegenseitiger Abhängigkeit entstanden" sei. Wie können diese "entstanden" sein, wenn im Ursprung die Abhängigkeitsfaktoren noch gar nicht existiert haben können? Ab einem gewissen Punkt kann man sich die gegenseitige Abhängigkeit und deren Entstehung auf Bestehendes beruhend ja vorstellen, aber je weniger die bestehenden Dinge Richtung Ursprung werden, desto schwieriger wird die Erklärung der Abhängigkeiten sein. Und das Erste, was entstand, dürfte keine Abhängigkeit mehr aufweisen, jedoch läßt es uns die Frage nach dessen Ursprung notwenig stellen. Auch die Frage nach der unendlichen Kraft im Sein, die (ewig) bestehen müßte, wird ein Problem sein, wenn man keinen Schöpfer mit all den All-Attributen (Allmächtig, Allwissend, Allgegenwärtig usw.) mitberücksichtigt.
Je mehr Dinge entstehen, desto mehr Kraft/Energie wird gebraucht; woher beziehen die Dinge ihre Energien? In einer hypothetisch gedachten ewigen Kreislauf der Dinge ohne Gott, kommt man auch zu dem Schluß, daß es irgendwann zum Stillstand kommen müßte, da - ungter anderem - die einzelnen Dinge selber "keine Ahnung" von ihren jeweiligen Abhängigkeiten besitzen, zumal es gefragt werden müßte, was die Abhängigkeit verursacht und antreibt. Wir sehen das z.B. bei der Paarung, die ja eine Abhängigkeit besitzt. Es sind mehrere Begriffe dazu nötig, nämlich: Lust (Gefühl), Wille/Wollen, und bei dem Menschen hinzu noch der Verstand.
(wird inschaAllah fortgesetzt werden)
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******