1 Geschrieben Donnerstag, Februar 17, 2011 @ 16:21:04
Re: Der Feind ist ein Typ namens Satan
Geschrieben von Cemil am 20. Oktober 2003 18:39:29:
Als Antwort auf: Re: Der Feind ist ein Typ namens Satan geschrieben von Christoph Heger am 20. Oktober 2003 10:16:55:
Hallo Christoph,
>Guten Morgen allerseits, Halil,
>>Grundsätzlich kommt auch das "Üble" auch von Allah cc , jedenfalls die Erschaffung...
>Das ist wohl die durchgängige (philosophische) Auffassung der Muslime. Sie ist falsch, nämlich simplistisch.
Wenn Du nur wüßtest, wie sehr Du Dich darin irrst...! Im AT steht, Gott gebe das Leben, Gott nehme das Leben (Er läßt uns sterben), er erschaffe das Licht, er erschaffe den Schatten usw.
Metaphysisch gesprochen, hat Gott die ganze Welt in Polarität geschaffen, ohne die keine Entwicklung denkbar wäre.
Dies ist also nicht nur eine muslimische Auffassung, sondern auch metaphysische wie biblische, die jedoch bei letzterer leider zu kurz geraten ist. Ob das mit der Manipulation zu tun hat, kann ich nicht sagen, wenn nicht, dann ergibt sich erneut, wie sehr die übrigen Religionen auf die letzte Offenbarung (Islam) angewiesen waren.
Das Negative dem Satan und (nur) das Positive Gott zuzuschreiben, bedeutet einmal eine Verletzung des reinen Monotheismus, da der Satan zum Gott des Bösen erhoben wird (Zweigötter- bzw. Dualitätslehre) und zum anderen dem Einen Gott eine Schwäche unterschoben. Man muß nicht en Genie sein, um die Notwendigkeit der Polaritätsgesetze (Gottes) zu verstehen.
Christen machen den Fehler, daß sie nicht eingehend über diese Thematik nachdenken, nicht also, daß sie dumm oder unvermögend wären, sondern sie kommen nicht auf die Idee, darüber aus verschiedenen anderen Aspekten sachlich nachzudenken, weil sie vom Dogma her ständig auf der Suche nach dem Gegenteiligen vom Besagten sind.
Denken wir doch ein wenig nach, daß Wasser weder nur gut noch nur schlecht sein kann, ergo muß dessen negative Seite (Überflutung, Ertränken, Vernichten...), die mit ungemein komplexen und vielseitigen biologischen, physikalischen... Gesetzen zu tun hat, ein Werk des Satans gewesen sein; Gott war also unfähig, die polaren Gesetze und Prinzipien ins Dasein zu rufen, brauchte den Satan dafür. Man kann hier noch unendlich viele andere Beispiele von Luft (Sauerstoff, Wasserstoff, Winde...), Feuer, Erde, Krankheiten usw. geben und erkennen, daß die Hälfte der Schöpfung (nach christlichem Verständnis) das Werk Satans sein müsse.
Ich gebe Dir noch ein Beispiel, das mir gerade eingefallen ist: Stell' Dir vor, zu Hause gibt es ein kleines Kind und ein Herd, der an und heiß ist: das Kind verbrennt sich seine Hand und denkt bei sich: "Das kann nicht mein Vater hingestellt haben; das muß vom Teufel kommen, denn es ist böse". Wenig später nimmt das Kind seine Nahrung, die im Herd für ihn vorbereitet wurde. So sind Christen also Kinder, die ihre Hände in Gottes Herd verbrennen und wähnen, dies käme vom Satan, später aber ihre Nahrung von Gottes Herd erhalten.
MfG
Cemil
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******