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 AdminKaya
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Geschlecht: männlich aus: Türkei/Istanbul Registriert: Dez 2007 Geburtsdatum: 25-02-1959
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1 Geschrieben Mittwoch, März 16, 2011 @ 18:20:49
Heute 16:01#1 Wie ist die Auferstehung oder der Jüngste Tag zu verstehen? Die Auferstehung gehört zu den 6 Glaubensartikeln, die im Wikipedia-Artikel prägnant folgendermaßen erklärt wird:
Im Islam gibt es sechs Glaubensartikel, nämlich den Glauben an:
Erwähnt werden diese Glaubensartikel u. a. im Koran (z. B. Sure 4, Vers 136):„Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und seinen Gesandten und an die Schrift, die er auf seinen Gesandten herabgeschickt hat, und an die Schrift, die er schon (früher) herabgeschickt hat! Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften, seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit abgeirrt.“
Der fünfte Punkt gehört zu unserem Thema:
"de[r] Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod: Der Mensch werde eines Tages für seine Taten zur Verantwortung gezogen und mit dem Höllenfeuer bestraft oder mit dem Paradies belohnt"
Man stellt sich den Zustand ungefähr so vor:
Nach dem physischen Tode lebt der Geist/die Seele in einer Zwischenwelt weiter. Nach einer von Gott festgesetzten Frist des irdischen Lebens, werden all die von Adam und Eva bis zum letzt gestorbenen Menschen aus ihren Gräbern mit dem ihnen ehemals zugehörigen materiallen Körpern auferstehen. Ein kollektives Gericht findet statt, wonach die Guten ins paradies und die Bösen in die Hölle kommen werden.
So wie der oben zitierte Qur'an-Vers sagt, ist jener abgeirrt, der an diese(n) Artikel nicht glaubt. Als freiwilliger Muslim bekenne ich mich dazu und glaube natürlich an sie.
Ich dennke allerdings auch, daß der fünfte Punkt, der unser Thema ist, von den Muslimen erstens unterschiedlich verstanden und gedeutet wird, und zweitens mehr oder weniger irrealistisch "vorgestellt" wird. Das ist meine Meinung, nicht die der Gelehrten, deren "Vorstellung" ich ebenfalls dazu zähle.
Daran einfach zu glauben, ist kein Problem. Es geht aber hier um den tatsächlichen Hergang, Zustand, Vorgang. Die Aussage: "Gott ist allmächtig und Ihm ist nichts unmöglich", wurde hier u.a. darauf bezogen öfter geäußert. Auch das ist ja richtig und von allen gläubigen Muslimen anzurkennen. Aber es sollte nicht als "Alibi" dienen, nicht als Verdeckung seines eigenen Unwissens, um der besagten irrealistisch erscheinenden Vorstellung eine Legitimation zu verschaffen.
Und selbstverständlich ist es auch richtig, daß Allah allwissend ist und alles besser und am besten weiß. Auch dies ist keine Antwort, keine Erklärung der Frage nach der Auferstehung und dem Jüngsten Tag. Schließlich sagte der Gesandte (s.a.w.), wir sollen uns über alles Gedanken machen, Fragen stellen, Antworten suchen - außer über Allahs Wesen/Natur/Zat. Also was Er in Seinem innersten Wesen wirklich ist. Das können wir nicht begreifen.
Warum ich denke, daß die Vorstellungen darüber irrealistisch seien: Der menschliche Körper ist ein Reittier des Geistes, der Seele, dem man also durch die vorgestellte Auferstehung eine größere Beachtung geschenkt, wird, als er es verdiente. Dies wird um so irrealistischer, wenn man auch sagt, der Mensch wird nach dem kollektiven Gericht mit dem physischen Körper ins Jenseits, also Paradies oder in die Hölle kommen.
Wenn das wahr wäre, würde ich daran glauben, denn ich bin doch kein Feind irgendwelcher Wahrheit, sondern im Gegenteil, ist sie der wertvollste Schatz im ganzen Sein, der bei Gott ist. Danach suche ich seit ich denken kann, d.h. nach ihren unendlichen Aspekten.
Die Vorstellung nach dem körperlichen Eingang ins Jenseits widerspricht so manchen Qur'an-Versen, Ahadith, der Logik und Vernunft, der mystisch-metaphysischen Erkenntnissen und Erfahrungen. Es sind so viele dagegen sprechende Punkte vorhanden, daß ich nicht mal genau wüßte, wo ich anfangen sollte.
Ich habe diese Frage, die Frage nach der Auferstehung und nach dem Jüngsten Tag, unter der Reinkarnationsthematik öfters behandelt oder die gestellten Fragen darüber zu beantworten, zu klären versucht, sowie auch selber Fragen gestellt. Zum Beispiel: Welchen Sinn hat es, den schwerfälligen, beschwerlichen, materiellen Körper mit ins Jenseits zu nehmen? Und wenn manche sagen, man wird nicht mit dem uns bekannten materiellen Körper ins Jenseits gehen, sondern, er wird verwandelt werden zu einem feinstofflichen Körper, so käme dies der Wahrheit viel näher. Etwas ganz ähnliches sagt auch Said Nursi irgendwo, wenn ich mich recht erinnere. Und tatsächlich ist damit nichts anderes gemeint, als die Seele, die genau so aussieht, wie unser materieller Körper, aber eben feinstofflich, nicht grobmateriell ist. Materielle Gegenstände sind nicht für die höheren und geistigen Welten und Sphären geschaffen, sondern für die materielle Welt (womit - außer die Erde - das ganze sichtbare Universum gemeint ist).
Wenn das geklärt ist, stellt sich die Frage nach dem Sinn der materiellen Auferstehung für kurze dauer, für die Zeit des besagten Gerichtes. Alles, was der physische Körper empfindet, vermag die Seele um vielfaches besser, da er dazu in der Lage ist, der Leib jedoch nicht. Also warum erst mit dem verstorbenen Körper auferstehen, nach dem kollektiven Gericht ihn wieder verlassen, als ob er, der phyische Körper, notwendig wäre für das Verstehen des Gerichtes. Was natürlich Quatsch ist, weil, wie gesagt, kann die Seele dies um vielfaches besser.
Wenn man aber fragt: ja warum brauchen wir denn dann überhaupt den materiellen Körper, wenn die Seele genauso aussieht und zu mehr in der Lage ist als er? Ganz einfach: Für die Entwicklung. Die Entwicklung geht durch die erschwerliche und beschwerliche körperliche/leibliche Existenz um vielfacher besser als nur mit der Seele, die keine Zeit kennt, sondern nur den Raum, die wie ein Reiter ohne Reittier (den Körper) sehr viel "länger" (keine Zeit im Jenseits) für sein zu erreichendes Ziel benötigt, als mit seinem Reittier (der Körper). Man erkennt vielleicht: Hier eine Logik, ein nachvollziehbarer Sinn, warum es den physischen Körper gibt; dort, in der irrigen Auferstehungsvorstellung mit dem Leib jedoch nur Probleme damit, mit dieser Vorstellung.
Ich sage: es gibt mindestens drei Arten von Auferstehung, die miteiander verwechselt worden sind und werden:
- Auferstehung nach dem physischen Tode im Jenseits mit der Seele; die wir auch jetzt im Körper haben, daher heißt es: mit dem gleichen körper (= gleicher Seele als Pendant zum physischen Körper)
- Auferstehung mit dem physischen Körper als Reinkarnation, eine Wiedergeburt (im anderen, neuen Körper);
- Eine kollektive Auferstehung im Geiste und in der Seele, als kollektive Bewußtwerdung von allem (Leben, Tod...).
Ich denke: Diese unbewußte Verwechslung ähnelt der von Geist und Seele; die meisten Menschen, nicht nur Muslime, verwechseln diese beiden Komponenten des Menschen miteinander und sagen zu Seele Geist und umgekeht oder glauben, sie seien idetisch, dasselbe. Es ähnelt auch der Verwechslung der Christen bezüglich der Aussage über das "Gottesreich", von dem Jesus (a.s.) so oft in der Bibel spricht und sogar sagt, er sei nur deshalb gekommen, um vom "Reich Gottes" zu verkünden. Auch dieses hat mehrere Bedeutungen, wurde aber von den Christen vereinheitlicht, auch wenn es dort widersprüchliche Vorstellungen darüber gibt. Tatsächlich ist das Gottesreich mal das Jenseits, mal der Islam, der kommen und ein auf Offenbarung basierendes Gottes-(Welt-)Reich auf Erden darstellen sollte.
Cemil --------------------
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2 Geschrieben Mittwoch, März 16, 2011 @ 18:26:52
Bei den Ahamdiyas habe ich eine gute Vorstellung drüber gefunden: 5. Glaube an den Jüngsten Tag |  |
Am Jüngsten Tag muss jeder Mensch vor Gott Rechenschaft über seinen Glauben sowie über seine guten und schlechten Taten ablegen. Das Leben im Jenseits ist die Fortsetzung des Lebens im Diesseits. Durch den Tod wird die Trennung von Körper und Seele verursacht, wobei die Seele im Gegensatz zum Körper nicht stirbt, sondern ewig weiterlebt. Es ist falsch, sich die islamische Hölle und das islamische Paradies materiell im irdischen Sinne vorzustellen; die Schilderungen darüber im Heiligen Koran sind symbolisch zu verstehen. Die Hölle ist der Schmerz der selbstverschuldeten Trennung von Gott, das Paradies die Freude des Verbundenseins mit Ihm. Die Strafe der Hölle ist jedoch, im Gegensatz zum Paradies, nicht ewig; sie wirkt läuternd auf die Seele, die schließlich gereinigt ins Paradies kommen wird (7:157). http://www.ahmadiyya.de/islam/grundlagen-und-geschichte/glaubensartikel-des-islam.html
Anmerkung: Ich gehöre nicht zur Ahamadiya an, und kritisiere selber manche Vorstellungen von ihnen. Hz. Muhammed, unser Prophet (s.a.w.) ist der letzte Gesandte und Ghulam Ahmed ist kein Prophet, weder einer überhaupt, noch als Wiederkunft von Jesus (a.s.) oder hz. Mehdi (r.a.). --------------------
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3 Geschrieben Freitag, April 20, 2012 @ 21:35:08
Der folgende Artikel steht auch unter der Reinkarnations-Sparte, gehört aber auch hierher: B. Selam »Allah sprach: ... 'Wer sich aber von meiner Ermahnung abwendet, der soll ein unglückliches Leben führen, und wir wollen ihn am Tage der Auferstehung blind vor uns erscheinen lassen.' Er [der Blinde] wird dann sagen: 'Oh mein Herr, warum läßt du mich blind auferstehen, da ich doch [vorher, im ersten bzw. vorherigen Leben] sehend war?'...« (20:124, 125 ff. bei Ullmann/Winter)
Das ist sehr interessant, da es hier um die Auferstehung geht, in der der Betroffene Blind auf die Welt kommt. Das muß speziell betont werden, damit wir nicht voreilig und oberflächlich lesend das Entscheidende darin übersehen bzw. überlesen. Was ist die Aufererstehung nach klassischem, allgemeinen Verständnis im Islam? Es ist der Zustand, wo unmittelbar nach der Endzeit alle bis dato verstorbenen Menschen von den Toten auferstehen sollen, um kollektiv einem Göttlichen Gericht unterzogen zu werden. Nach den entsprechenden Urteilen sollen dann alle Menschen entweder ins Paradies oder in die Hölle kommen, wohlgemerkt: mit den auferstandenen physikalischen Körpern. Letzteres ist allerdings momentan nicht sehr wichtig. Ausschlaggebend und entscheidend ist diese Frage: Die Auferstehung soll so stattfinden, daß die vorher verstorbenen Menschen körperlich zumindest genauso seien, wie vorher in ihrem Leben, zumal man annehmen müßte, daß vorher blind gewesene sehend und taub gewesene hörend, stumm gewesene sprechend sein müßten, damit sie dem Gericht auf gesunde Art beiwohnen können und alles hören, alles sehen und zu allen Fragen auch antworten können sollten. Also warum wird der oben Betroffene blind auferweckt, obwohl er vorher in seinem Leben sehend gewesen war? In der Forsetzung des Verses lesen wir die Antwort darauf, die nicht minder interessant ist: »...Allah aber wird antworten: 'Deshalb, weil unsere Zeichen dir zuteil geworden sind, welche du aber vergessen hast, und darum sollst du auch heute vergessen werden.' So vergelten wir es dem Nachlässigen, welche an die Zeichen seines Herrn nicht glaubt.«
Was fällt uns hier besonders auf? Ich würde sagen: Die Strafe in der Form von Vergeltung, und Vergeltung als (gerechter) Ausgleich der vorherigen Sünde. Das wird eigentlich ziemlich offensichtlich gesagt. Wie kann es jedoch sein, daß die Vergeltung schon bei der Auferstehung erfolgt, obwohl das Gericht noch gar nicht stattgefunden hat? Es geht an der Stelle sehr interessant weiter: »Doch wird die Strafe in zukünftigem Leben [im Jenseits] noch strenger sein und noch länger dauern als die in diesem Leben. Wissen den die Menschen (Mekkaner[?] nicht, wie wir manche Gechlechter vor ihnen vertilgt haben, deren Wohnungen sie nun betreten (bewohnen)? Wahrlich, hierin liegen Zeichen genug für solche Menschen, die Verstand besitzen.«
Die Blindgeborenen auf dieser Erde sind oben gemeint, keine Totenerweckung. Beinahe unmerklich wird im letzten Vers vom zukünftigen Leben im Jenseits gesprochen, damit uns klar wird, daß oben vom diesseitigen Blinden in seiner nächsten (nun gegenwärtigen) Wiedergeburt gesprochen wird. Es wird speziell darauf hingewiesen, daß darin Zeichen (versteckte Hinweise, versteckte Wahrheiten) vorhanden seien. Schließlich wird von "Wohnungen" gesprochen, die wir als "Körper" verstehen können, nicht in dem Sinne, daß wir deren Körper bewohnen, sondern neue Körper haben, denn wieviel Menschen "bewohnen" denn die Häuser der vergangenen Zivilisationen oder Geschlechter? Die in Klammern zu lesenden "Mekkaner" sind es nicht, die gemeint sind. Es ist nur die Meinung der Übersetzer. Die Worte in eckigen Klammern sind Zusätze von mir. ws Cemil --------------------
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