1 Geschrieben Freitag, Dezember 17, 2010 @ 15:52:12
"Serjo Lasalle" <serjo.lasalle@gmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:ictgon$m5m$4@speranza.aioe.org...
> Cemil wrote:
>
> Genau darum geht es mir; und darum
>> geht es mir wiederum wegen der Wahrheit, zu der man evtl. für sich kommen
>> könnte. Welche Wahrheit? Eigentlich geht es mir allgemein um eine
>> ganzheitlihe Betrachtung der Wahrheit von allen Dingen.
>
> Definiere bitte Wahrheit:
>
> [ ] die Wahrheit kann man jederzeit beweisen
> [ ] die Wahrheit ist, was der Überzeugung der Mehrheit einer Gruppe
> entspricht
> [ ] die Wahrheit ist das, was vom "Staat/geistlichen
> Führer/Weltanschauung"
> als Wahr angeordnet wird
Es gibt noch mehr als diese drei Möglichkeiten, was Wahrheit sein könne oder
solle. Doch anzukreuzen wäre - mit Revision und/oder Zusatzerklärung - die
erste Zeile: Die Wahrheit hat die Möglichkeit, jederzeit allgemein und
absolut bewiesen zu werden. Worauf es jedoch ankommt: Wessen oder welche
Wahrheit? Welche Beweisarten? Die relative(n) oder die absolute(n)
Wahrheit(en)? Muß bei der größeren, großen, größten Beweisführung auf die
Entwicklungssituation und Reife der Individueen Rücksicht genommen werden?
Und so weiter...
Wenn es bei der Wahrheitsfrage um meine obigen Aussagen gehen sollte, die
lauteten:
"Welche Wahrheit? Eigentlich geht es mir allgemein um eine
ganzheitlihe Betrachtung der Wahrheit von allen Dingen,"
so sind zahlreiche Betrachtungspunkte zu beweisen.
> Ein paar Anmerkungen meinerseits:
>
> zu Punkt 1: könnte man Gott beweisen würde es nicht mehr Glaube, sondern
> Naturwissenschaft heissen
Es ging oben zwar um eine ganzheitliche Betrachtung der Wahrheit von allen
Dingen, nicht (nur) von Gottes Existenz, aber auch in diesem Punkt ist dir
zu widersprechen. Ich hatte mehrmals ausgeführt (du magst es vielleicht
nicht gelesen haben), daß der Glaube das Fundament aller Überzeugungsarten
darstellt und er bei Wissen, Weisheit, Beweise und Naturwissenschaft immer
dabei ist. Das Problem bei vielen Menschen liegt in der mangelnden oder
ungenügenden Kenntnis über den Glauben und seine Funktionen. zunächst ist zu
wissen, daß Glaube ein fundamentaler Aspekt oder Teil des Willens ist und
als Fundament für alle Überzeugungen fungiert. Fällt der Glaube weg, gäbe es
keinen Willen mehr. Der Wille ist der dritte fundamentale Teil des
Bewußtseins, welches ohne den Willen nicht funktioniert. Somit würde also
der Mensch zu einer Maschine werden, die "weiß", aber nicht weiß, das sie
weiß.
> zu Punkt 2: wenn Wahrheit der Mehrheitsmeinung entspricht, dann predigt
> die
> "Bild" die Wahrheit.
Mehrheitsmeinungen entspringen oft den Emotionen, egozentrischen Gefühlen,
weshalb sie nur bei bestimmten Dingen der Wahrheit entsprechen können. Diese
Entsprechung wiederum geht einher mit der Gesetzmäßigkeit, daß das Positive
gegnüber dem Negativen überwiegen müsse, um weiter existieren zu können.
Höchstens ist eine annährende Gleichgewichtigkeit kann noch gewisse Zeit
existieren. Bei überwiegender Negativität wird das Positive vernichtet, um
auf der anderen Seite eine neue Positivität zu entstehen und erneut über das
negative zu herrschen. Diese Gesetzmäßigkeit verleiht also vielen Dingen die
Tatsache, daß Mehrheitsmeinungen bei vielen (bestimmten) Punkten der
Wahrheit entspricht. Dies ist allersings kein Kriterium für die Wahrheit.
> zu Punkt 3: entspricht dem, was man gemeinhin unter Diktatur versteht.
Das ist nicht wahr. Ob Diktatur, Demokratie, Monarchie oder was anderes - es
gibt immer Führende und Geführte; Lehrende und Lernende; Beeinflussende und
Beeinflußte... bei Systemänderung ändern sich lediglich die Methoden. Wäre
es nicht so, könnte man keine gut oder einigermaßen gut funktionierende
Geselschaft zustande bringen.
MfG
Cemil
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******