1 Geschrieben Sonntag, Dezember 30, 2007 @ 06:15:55
30. Dez. 2007, 05:15 Uhr
Hallo, Seid gegrüßt,
Nach über 20 Jahren der Entdeckung und nach 7 Jahren lediglicher Streifung der Frage nach dem ältesten Symbol des Christentums und dessen wahre Bedeutung in den Foren und Newsgroups, werde ich zum ersten Mal öffentlich in meinem Forum das "Geheimnis" dieses Symbols aus meiner Sicht und Überzeugung lüften. Das wird eine Weile dauern, weil ich die entsprechenden alten Schriften und Diskussionen darüber erst finden will und muß, damit die ganze Sache verständlicher wird.
Das älteste Symbol des Christentums ist nicht das Kreuz, das erst Konstantin der Große einführte, sondern der Fisch. Letzteres wurde und wird auch von vielen, wenn nicht allen, Christen anerkannt und geäußert. Das hat für meine Theorie großen Wert, denn ansonsten müßte ich ja erst diese Behauptung (denn es wäre ja dann nur eine subjektive Behauptung von mir) nachweisen. Gott sei dank fällt diese Arbeit für mich weg.
Jeder, der den Islam unvoreingenommen erforscht, wird unschwer feststellen, daß er einen sehr großen Wert auf den Verstand, auf die Vernunft, also auf den Intellekt, legt, weswegen ja im Qur'an mehrere Hundert Male darauf hingewiesen und gesagt wird, darüber können nur Nachdenkende, Vernünftige Menschen etwas sagen; daß wir über alles sinnieren/nachdenken, Überlegungen anstellen und meditieren (Zikr) sollen usw., und deshalb auch sagt Muhammed (s.a.w. = der Friede sei mit ihm und Gottes Segen) in einem Hadith (Plural: Ahadith), daß Gott als erstes den Verstand erschaffen habe. Mit dem Verstand ist implizit das Bewußtsein gemeint, dessen Hauptkomponenten der Verstand (Vernunft, Intelligenz), der Wille (Wollen) und das Gefühl (Empfinden) sind. Es ist für einen Normalsterblichen, auch für mich (obwohl ich mich damit schon sehr lange beschäftige), sehr schwierig, alle Unterarten bzw. -aspekte dieser drei Hauptkomponenten und die menschlichen Eigenschaften, Wahrnehmungen sowohl mit ihnen in richtige Relation bzw. richtigen Bezug zu bringen als auch die richtigen energetischen Elementezugehörigkeiten (Feuer, Wasser, Luft, Erde) herauszufinden. Aber das ist hier nicht das Thema. Damit wollte ich eigentlich nur auf meine Vorgehens- und Betrachtungsweise der Thematik vorbereiten, welche ist der Verstand, die Vernunft. Nichts gegen Dogmen und ursächlich emotionale Äußerungen, aber der Verstand sollte eine primäre Rolle bei der Beurteilung spielen. Dabei sind selbstredend nicht auf den Willen und das Gefühl zu verzichten, wo ich doch früher oft von der Wichtigkeit der Intuition sprach. Nach Möglichkeit allerdings sollten alle drei Hauptkomponenten miteinander einhergehend harmonisieren, was sehr schwer zu erreichen ist und mit der Reife der gesamten Persönlichkeit (Geist, Seele, Körper) zu tun hat, kurz mit der Selbsterkenntnis. So führt z.B. eine höhere Intellektualität, jedoch niedrigere Intuition (Gefühl) und niedrigerer Willen einerseits zum intellektuellen Wissen (Sach- u. Fachkundigkeit z.B. in Wissenschaften), andererseits (die zwei anderen Defizite) zum Atheismus, Materialismus und zu ähnlichgelagerten materiellen, a-spirituellen Tendenzen.
30. Dez. 2007, 05:40 Uhr
Das Thema war damals doch nicht nur gestreift. Ich habe ein Posting von mir gefunden, das ganz schön viel darüber enthält, doch das Entscheidende nicht konkret preisgibt:
Cemil Kaya, 30 Aug. 2002, 08:31
Newsgroups: de.sci.theologie
Von: Cemil Kaya
Datum: Fri, 30 Aug 2002 09:27:33 +0200
Lokal: Fr 30 Aug. 2002 08:27
Betreff: Das Zeichen Jonas
Hallo Freunde,
vor zwei Jahren kam zwischen mir und insbesondere dem Missionaren
Michael Molthagen, indirekt ein Thema auf, das mit der Frage der
christlichen Symbolik zu tun hatte. Wie es allbekannt ist, ist das
Kreuz das Symbol dessen, jedoch nur wenige wissen, daß tatsächlich
nicht dies, sondern der _Fisch_ das Ursymbol des Christentums
darstellt. Aus diesem grunde kann man auf verschiedenen christlichen
HP's Fisch-Motive im Hintergrund erkennen. Das gaben Michael und
andere ja auch zu, zumal hier nichts zuzugeben ist,
wenn das doch der Tatsache entspricht.
Bevor ich konkret mit der Darlegung des Themas beginne, sei hier erst
einmal aus einem Posting vom 30. Juli 2000 kurz zitiert, in dem dieser
Punkt von mir und Michael angesprochen wird:
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Cemil:
"Das Ursymbol des Christentums ist FISCH"
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Michael:
"Ist Dir schon einmal aufgefallen, daß fast alle meine Internetseiten
ein Fisch ziert und das Kreuz eher selten zu finden ist?"
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Cemil:
"Diesen Satz von Dir muß ich gut aufheben. Denn es kommt selten vor,
daß Du von mir etwas akzeptierst ;-) (bringe das [den Fisch] in
Verbindung mit Jona!)."
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Michael:
"Das bringt sogar Jesus selbst in Verbindung mit Jona
(kein anderes Zeichen...)
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Cemil:
Genau! Und in seinem Verweis auf Jona stecken zumindest zwei sehr
aufschlußreiche Punkte,
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Auch der jüdische Gelehrte Ben-Chorin sagt:
"Der Fisch ist als christliches symbol älter als das Kreuz" und: "Der
Kirchenvater Tertullian bezeichnete (De Babt. 1) Jesus als großen
Fisch".
(Die genaue Quelle fand ich leider nicht auf die Schnelle).
Wie auch immer, den Fisch als das Ursymbol des Christentums
festzustellen, war und ist nicht schwer, zumal Christen dies
ja selber offen aussprechen.
So wie Michael oben sagt, wurde das sogar von Jesus (a.s.) "selbst in
Verbindung mit Jona" gebracht. Damals, als ich mit Michael noch
diskutierte, brachte ich diesen Hinweis mehrmals zur Diskussion, worauf
weder er noch ein anderer einging. Ich vermute, zumindest Michael hat da
was erahnt, zumal ich in Kurzform auch das Ergebnis meiner Arbeit
äußerte.
Nun, was hat das Symbol "Fisch" auf sich und wie und warum hat Jesus
(a.s.) dies mit Jona in Verbindung gebracht?
"Das böse und treulose Generation [Volk] fordert ein Zeichen", schelt
Jesus, nach dem einige Schriftgelehrte und Pharisär von ihm ein
"Zeichen" zu sehen wünschten, und fährt fort: "...aber es wird ihr kein
anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie
Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch
der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein..."
(Mt. 12:38 40.).
Vier Kapiteln weiter lesen wir die gleiche Geschichte, jedoch diesmal
ohne "Ausschmückung":
"Da kamen die Pharisär und Sadduzäer zu Jesus, um ihn auf die Probe zu
stellen. Sie baten ihn: Laß uns ein Zeichen vom Himmel sehen. Er
antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein
Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen
des Jona. Und er ließ sie stehen und ging weg." (Mt. 16:1-4).
Daß beide Stellen ein und die selbe Situation ansprechen ist klar,
unklar scheint der vorherige Zusatz zu sein, der eine logische
Verbindung zum "Zeichen des Jona" herzustellen versucht. Ich sage
"versucht", weil einige tiefe Gedanken darüber lassen Ungereimtheiten
feststellen: Entweder ist diese Stelle nämlich eine spätere Zufügung,
eine Anpassung an die spätere Auferstehungsdogmatik, wobei hier Fehler
steckt, oder Jesus wurde tatsächlich gekreuzigt und lag drei Tage "im
Inneren der Erde". Wo steckt der Wurm? Hier: Wenn dies authentisch sein
sollte und Jesus selber den dreitägigen Aufenthalt des Jonas im Bauche
des Fisches in Verbindung mit seinem dreitägigen Liegen im Erde bringen
wollte, ist die Frage zu stellen: War Jesus (a.s.) in den drei Tagen
"tot" oder "lebendig"? Wenn tot, wie kann er dies als Beispiel mit Jona
bringen, der _lebendig_ drei Tage im Bauch des Fisches war? Lediglich
die Dauer von drei Tagen entspricht dem "Zeichen von Jona" sonst nichts
besonderes, außer vielleicht, daß beide daraus kamen. Doch behält dabei
die wichtige Frage immer noch ihre Gültigkeit, daß Jesus diese drei Tage
_nicht_ tot gewesen war, sondern _lebte_ - wie auch Jona.
Ich möchte darauf hinweisen, daß diese Gedanken nur sekundäre bedeutung
bei meiner Arbeit haben und ich nicht derjenige bin, der diese Fragen
als erster stellt. Der muslimische Gelehrte und Autor Ahmed Deedat kam
auf diese interessanten Fragen. Auch Holger Kersten stellt dies in
seinem Buch "Jesus lebte in Indien" fest:
"Die Evangelientexte bezeugen das Überleben am Kreuz insofern, als Jesus
selbst auf die Ähnlichkeit zu Jona hinweist, der im Bauche des Wales
[Im Jona-Text ist nur die Rede von einem 'Fisch'; C.K.] ebenfalls nicht
tod gewesen war, bevor er wieder erschien. Wenn Jesus aber tot im Grab
gelegen hätte, wo bliebe dann die Ähnlichkeit zwischen beiden Fällen?"
Ich bin nicht für die Theorie, daß Jesus in Indien gelebt und gelehrt
hätte. Mich interessiert hier nur die Logik.
Die Primärarbeit meiner Wenigkeit läuft allerdings auf etwas anderes
bei dieser Geschichte hinaus, nämlich auf den Fisch als Symbol des
Christentums. Das konkrete Ergebnis meiner Arbeit werde ich nicht
erschöpfend darlegen. Das ist auch gut so, weil ich damit auch den
anderen Hinweise und Denkanstöße geben werde, über die sie nachdenken
und als Diskussionsstoff verwenden können.
Gehen wir ein Paar Jahrhunderte vor Jesus zurück, zu Jona, nach dem er
aus Ninive flüchtete, in ein Schiff stieg, unterwegs am Meer ein Sturm
aufkam und er über Bord ging. Da kam ein Fisch und schluckte
ihn, worauf Jona die ganze Zeit, drei Tage lang, wie oben gesagt,
quicklebendig im Bauche des Fisches verbrachte und seine Gebete
aussprach:
Jona 2: 3 & 8:
3: "In meiner Not rief ich zum Herrn, und er erhört mich..."
8: " Als mir [im Bauch des Fisches] der Atem schwand, dachte ich an
den Herrn, und mein Gebet drang zu dir."
Und endlich: "Da befahl der Herr dem Fisch, Jona ans Land zu speien."
Bei dem Sturm wäre Jona im tiefen und wild brausenden Meer mit seinen
stürmischen Wellen ertrunken; der Fisch war seine Rettung. Also: Fisch =
Christentum = Rettung.
Die Geschichte noch einmal, diesmal aus dem Qur'an. Darin heißt Jona
"Dhulnun" = Fisch-Mann bzw. Mann des Fisches:
"Erinnere Dich auch des Dhulnun, wie er sich in Grimm [von Ninive]
entfernte und glaubte, daß wir nun keine Macht mehr über ihn hätten.
Und er flehte aus der Finsternis [aus dem Bauch des Fisches]: 'Es gibt
außer dir keinen Gott; Lob und Preis sei dir! Wahrlich, ich war ein
Sünder'. Wir erhörten ihn und retteten ihn aus der Not, so wie wir
die Gläubigen stets zu retten pflegten." (21:88,89).
Finden wir so was auch bei Jona? Ja, Zitat:
"Als mir der Atem schwand, dachte ich [nur] an den [einen] Herrn ...
wer nichtige Götzen verehrt, der handelt treulos. Ich aber will ...
_dein_ Lob verkünden." (Jona, 2:8-10.
Man beachte dabei an das Wort "treulos", das Jesus von jener
"Generation" sprach, die "treulos" war.
Warum erklärt Jona im Bauche des Fisches Götzen für nichtig und setzt
sich für das Einssein Gottes ein, dies nachdrücklich darin bekennt,
obwohl er im Schiff die Frage der Passagiere nach seiner Identität
beantwortete mit:
"Ich bin ein Hebräer und verehre [nur] Jahwe, den Gott des Himmels, der
das Meer und das Festland gemacht hat."?
Jona war vor dem "Fisch-Erlebnis" also ein strenger Monotheist. Folglich
ergibt es scheinbar keinen klaren Sinn, weshalb er im bauch des Fisches
sein Bekenntnis so ablegt, als reute es ihm "Götter" neben dem einzigen
Jahwe gestellt zu haben und er sich _erneut_ nur zu _Ihm_ wendet. Der
Qur'an deutet auf diesen Verdacht von mir hin, wenn er sagt, Jona habe
aus der Finsternis _gefleht_: "Es gibt außer dir keinen Gott...
Wahrlich, ich war ein Sünder..." Die Sünde steht also in Kontext mit
Jonas Bekenntnis, das im Schiff so war wie er es im Bauch ausspricht.
Für die Analysen dieser Thematik ist es irrelevant, ob die Geschichte
sich tatsächlich in der Realität so abgespielt hat oder sie als eine da
steht, aus der man lernen sollte. Wie der Fisch ein Symbol ist, so ist
m.E. auch das Schiff ebenfalls ein Symbol, nämlich das des Judentums.
So wie der Fisch zu Jona von Gott geschickt wurde, wurde das Christentum
(Offenbarung) zu Jesus und durch ihm den Menschen geschickt und das
Zeichen Jonas wurde zum Zeichen Jesus.
(Das Thema wird fortgesetzt)
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******