DISKUSSIONS- und DIALOG-FORUM

JUDENTUM - CHRISTENTUM - ISLAM - RELIGION - WISSENSCHAFT - MYSTIK - METAPHYSIK - UFOLOGIE - GEHEIMGESELLSCHAFTEN

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/======================================================== Stufen zu Gott ========================================================\

»Einem jedem Volke gaben wir Norm (Religion) und einen offenen Weg. Wenn es Allah nur gewollt hätte, so hätte er euch allen nur e i n e n Glauben gegeben; so aber will er euch in dem prüfen, was euch zuteil geworden ist. Wetteifert daher in guten Werken, denn ihr werdet alle zu Allah heimkehren, und dann wird er euch über das aufklären, worüber ihr [auf der Erde] uneinig wart.« (Qur'an, 5:48)

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Es gab einmal einen Rosenstrauch. Er war mit Sorgfalt gepflanzt, und so wuchsen die Wurzeln tief in die Erde hinein, die lange darauf vorbereitet worden war, ihn zu empfangen. Diese Wurzeln waren Abraham. Als die Rose heranwuchs, musste sie richtig beschnitten werden, sonst wäre sie wild gewuchert und hätte nicht erfüllt, was der Gärtner mit ihr vorhatte. Dank der guten Erde, den tiefen Wurzeln und dem Beschneiden war der Stamm gerade und stark. Dieser Stamm war Moses. Eines Tages kam in der Knospe die vollkommenste rote Rose hervor, die man je gesehen hatte. Die Knospe war Jesus. Die Knospe ging auf; die Blüte war Muhammed

"Der, der nicht weiß, daß er nicht weiß, ist ein Narr - meide ihn. Der, der nicht weiß, und weiß, daß er nicht weiß, ist ein Kind - lehre ihn. Der, der weiß, und nicht weiß, daß er weiß, schläft - erwecke ihn. Doch der, der weiß, und weiß, daß er weiß, ist ein Weiser - folge ihm. (Sufi-Spruch)

HERZLICH WILLKOMMEN!

Wer Du auch bist, woher Du auch kommst, Wohin Du auch gehst,

Sei einfach anständig und freundlich zu Deinem Gegenüber,

Denn von einer Quelle stammen wir, zu ihr kehren wir einst wieder zurück.

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...bis zum 21 Dezember 2012 / 00:00 Uhr
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offline Habakuk
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60 Geschrieben Sonntag, Juni 13, 2010 @ 12:37:12  

Hi Cemil,


Nein, lieber Habakuk, einen begrifflichen. Anderenfalls würde ich ja nicht dich verstehen und den Sachverhalt verständlicher zu erklären versuchen. Einen ähnlichen Satz wie Das Leben von Leben komme, lesen wir in der Bibel:

Nun, darüber brauchen wir eigentlich nicht weiter zu diskutieren. Wenn man es so nimmt, wie es dastand, dann war es ein logischer, wenn du sagts, du hättest es etwas anders gemeint, dann mag es ein begrifflicher sein. 


Quote:
Wenn du jetzt sagst, daß alles Leben der Geschöpfe von Gott kommt und der lebendige Gott als ewiges Wesen unverursacht ist, so bliebe zu fragen, ob es hier von den beobachtbaren Umständen her notwendig ist, eine zusätzliche Ursache ( Gott genannt)  einzuführen. Denn das was wir in der Natur sehen ist schließlich, daß Leben durch Fortpflanzung/Teilung usw aus "Elternorganismen" entsteht. Göttliches Wirken scheint dabei nicht vonnöten, jedenfalls können wir dabei keines bemerken.

 

Die Frage, was die wahre Ursache des Seins sei, ist uralt und immer aktuell, zudem insofern notwendig, als man die Wahrheit darüber erfahren und verstehen will, und ich denke, die meisten Menschen wollen es. Selbst du hast selber gesagt (implizit gemeint), daß eine unendliche Regres von "Schöpfer" (=Göter) paradox oder unlogisch ist:

Was aber imho einen Gott auch nicht wahrscheinlicher macht. Da könnte man genausogut annehmen, daß das Universum ewig ist.  Ich weiß wohl, daß die Wissenschaftler von einem beschränkten Alter (ein paar Milliarden Jahre) ausgehen, aber am Beginn dieses Universums stand ja eine Singularitität. Und die könnte ja einem ewig existierenden Was-auch-immer entsprungen sein. Aber das wären dann schon Spekulationen, wie auch Gott eine ist. 

Das ist ja nicht meine Überzeugung. Gott, der Schöpfer allen Seins, braucht angesichts Seiner All-Attribute und Absolutheiten (unendlich, ewig, allumfassend, unsterblich...) keine Ursachen. Wenn man auch nur ansatzweise verstanden hat, was Ewigkeit bedeutet, stellt man keine Frage, woher diese kommen möge. Übrigens ist die Ewigkeit notwendig zu akzeptieren, da nichts, was entstanden ist, "ewig gewesen" sein kann. Ein Anfang von Etwas aus dem buchstäblichen Nichts ist nicht möglich.

Man könnte genau so gut sagen, daß das Sein ewig ist und daher keine Ursache hat! Immerhin können wir beobachten, daß es etwas gibt (=Sein). Gott dagegen ist eine Fiktion. 
Mit freundlichen Grüßen 
Der Habakuk.

offline AdminKaya
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61 Geschrieben Montag, Juni 14, 2010 @ 07:39:44  

Hallo Habakuk,

so wie aussieht, sind wir auf ein mit dem vorliegenden in Zusammenhang stehendes, verwandtes Thema übergegangen, welches lautet:

Quote:
Da könnte man genausogut annehmen, daß das Universum ewig ist.  Ich weiß wohl, daß die Wissenschaftler von einem beschränkten Alter (ein paar Milliarden Jahre) ausgehen, aber am Beginn dieses Universums stand ja eine Singularitität. Und die könnte ja einem ewig existierenden Was-auch-immer entsprungen sein. Aber das wären dann schon Spekulationen, wie auch Gott eine ist.

Man könnte genau so gut sagen, daß das Sein ewig ist und daher keine Ursache hat! Immerhin können wir beobachten, daß es etwas gibt (=Sein). Gott dagegen ist eine Fiktion.

Obwohl ich diesen Einwand oder dieses Argument so oft behandelt und geklärt habe, macht es mir jedes mal Spaß, ihn oder es erneut zu behandeln und zu klären.

Die Lösung steckt in der Kurzform nur in einer einzigen Frage: Welche Eigenschaften müssen in der - wie auch immer gearteten Ewigkeit - stecken, damit aus ihr die Singularität entstehen konnte? Und die Fortsetzung der Frage: Welche Eigenschaften müßte die Ewigkeit der Singularität verliehen haben, damit wiederum aus dieser die bekannte Pluralität, das ganze Universum und dessen Inhalt, entstehen konnte?

Die Lösung steckt jeweils in der Frage. Sowohl das ewige "Etwas" als auch die aus ihr hervorzugehende Singularität müßten irgendwelche Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen, damit überhaupt etwas entstehen kann. Die einfachsten Eigenschaften wären (bei der Singularität) Teilung und/oder Ausdehnung. Eine Singularität, die explizite aus Singularität besteht, hätte allein nicht einmal diese oder nur auch eine Eigenschaft davon. Diese müßten nämlich ihr ebenfalls von der Ewigkeit verliehen worden sein.

Ein einfaches Bespiel: Luftballon. um diesen aufzublasen (auszudehnen), braucht man Luft oder Gase, die aber bekanntlich auch nicht von alleine in der Lage wären, den Luftballon aufzublasen: ein Luftballon würde "ewig" als solcher bleiben, auch wenn um ihn herum ausreichende Luft oder Gase gäbe. Gehen wir einen Schritt weiter und lassen den Luftballon (die Singularität) irgendwie ausdehnen. Was passiert dann? Dann haben wir eine aufgeblasene Blase, die zu nichts anderem in der Lage wäre, als aufgeblasenes "Etwas" da zu stehen. Ob ewig oder nicht, sei dahingestellt.

So wie die Wissenschaftler am Anfang eine wie auch immer geartete Singularität annehmen müssen, weil nichts aus dem Nichts entstehen kann, müssen wir bei tieferen Überlegungen gewisse Eigenschaften und Fähigkeiten annehmen, die jeweils oder in der Zusammensetzung irgendwelche anderen Dinge hervorbringen können. Insbesondere müssen wir solche Eigenschaften dem ewigen Etwas, aus dem die Singularität entstanden sein soll, zuschreiben, da ansonsten daraus absolut nichts entstehen würde. Stelle dir ein ewiges Etwas vor, das sich explizite durch Ewigkeit, also ewig existent, jedoch undefinerbares Etwas, "beschreiben" läßt. Es hat nichts, was etwas neues oder anderes hervorbringen könnte, kurz, es hat keine weiteren Eigenschaften und Fähigkeiten, als nur ewig zu sein.

In der Fortsetzung dieses Gedankenexperimentes kommt man durch die komplettierung der Eigenschaften notwendigerweise zum Schöpfer mit all Seinen schöpferischen Eigenschaften. Es ist also die Lösung, die Logik, die Vernunft schlechthin. Der ewige Schöpfer mit all Seinen bekannten Eigenschaften ist nicht im entferntesten mit einem "ewig existierenden Was-auch-immer" zu vergleichen, welches nichts anderes hätte oder besäße, als nur "da" zu sein. Wenn du jetzt aber diesem Etwas irgendwelche notwendigen Eigenschaften zuschreibst, damit das universum mit all seinem Inhalt entstehen könne, dann hast du "eigenhändig", höchstpersönlich den Schöpfer gefunden.

Und das ist ja auch eine unserer Daseins-Aufgaben überhaupt; ja, es ist der Grund der Erschaffung, Gott zu finden und Ihm zu dienen. Ausschließlich durch den Allschöpfer erhält das Dasein einen wirklichen, wahrhaften und endgültigen Sinn und Zweck.

 

MfG
Cemil

 


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62 Geschrieben Montag, Juni 14, 2010 @ 09:11:09  

Hi Cemil,

ich gehe noch auf deinen Text ein (später). Jetzt also erst mal  ein Zitat aus einer website http://www.dittmar-online.net/religion/gott/existenz.html dazu:

 

Existenz existiert - unverursacht

Das Argument von der Existenz

Letztlich ist Existenz unverursacht, d. h., kausal nicht determiniert. Das sage ich nicht so daher, das kann man beweisen - und zwar analytisch. Die Argumentation habe ich ausführlich unter Nichts geschieht ohne Ursache behandelt, dies ist eine Verfeinerung. 

Definition: Was ist eine Ursache?


Normalerweise, wenn wir sagen, dass A die Ursache von B ist, gehen wir davon aus, dass alle der folgenden vier Bedingungen erfüllt sind. und zwar ausnahmslos: 

  1. A liegt zeitlich vor B oder geschieht gleichzeitig (Zeit als Voraussetzung).
  2. A ist im räumlichen Kontinuum nahe B (Raum als Voraussetzung).
  3. A überträgt auf B Energie (Energie als Voraussetzung).
  4. A hat das Potenzial, B zu verursachen (Potenzial als Voraussetzung).
    1. (1) Die Kette der verursachenden Ereignisse ist unendlich lang.
    2. (2) Die Kette hat einen Beginn.
    3. (3) Die Kette ist kreisförmig.
    1. Liegt A zeitlich vor oder geichauf mit B? Nein, denn wenn B nicht existiert, existiert es auch in keiner Zeit. Erst, wenn (nachdem!) B anfängt zu existieren, befindet sich B in der Zeit. A kann also nicht vorher oder gleichzeitig existieren, folglich kann A nicht die Ursache für B sein. Bedingung 1 ist nicht erfüllt.
    2. Ist A in räumlicher Nähe zu B? Wenn B nicht existiert, befindet sich A nicht in der Nähe von B. Wieweit ist A von einem noch-nicht existierenden B entfernt? Die Frage ist sinnlos, man kann keine "Nähe" zur Nichtexistenz angeben. Sobald B anfängt, zu existieren, geht das - aber erst danach. Folglich kann A nicht die Ursache für B sein. Bedingung 2 ist nicht erfüllt.
    3. Kann A auf B Energie übertragen? Man kann auf etwas, was nicht existiert, keine Energie übertragen. Erst wenn (nachdem) B angefangen hat, zu existieren, kann A Energie auf B übertragen. Folglich kann A nicht die Ursache für B sein. Bedingung 3 ist nicht erfüllt.
    4. Hat A das Potenzial, B hervorzubringen? Diese Frage kann man nicht beantworten, es gibt auch keine logische Verbindung zwischen der Existenz von A und dem beginn der Existenz von B. Auch hier kann man sinnvollerweise nicht davon reden, dass A B verursacht hat.

  5. Ist eine einzige dieser Bedingungen nicht erfüllt, können wir nicht von Verursachung reden oder davon, dass A die Ursache von B ist. Außerdem setzt der Begriff der Ursache noch zwei weitere Dinge voraus: erstens, die Gültigkeit der Logik,zweitens, dass sowohl A als auch B bereits existieren. Bestreitet man hierfür die Gültigkeit der Logik, dann kann man auch nicht davon reden, dass Gott das Universum geschaffen (oder verursacht) hat. Auf die zweite Voraussetzung komme ich gleich zu sprechen. 

    Nun wird auch behauptet, dass Existenz verursacht wurde. Das ist, wie wir noch sehen werden, falsch. Aber gehen wir um des Arguments Willen erstmal davon aus, dass Existenz verursacht wird. Ich definiere das folgendermaßen: 

    Definition: A ist die Ursache von B, wenn B nicht ohne A existieren würde und die A Existenz von B begonnen oder hervorgebracht hat. Man kann auch sagen, dass A die Existenz von B erklärt (Warum existiert B? Weil A B hervorgebracht hat). 

    Nun gehen wir meistens davon aus (als "unbewusstes Vorurteil"), dass alles verursacht ist. Und da alles verursacht wurde, muss beispielsweise auch das Universum verursacht sein worden. 

    Also A bringt B hervor, B bringt C hervor usw. Oder, Gott bringt das Universum hervor, das Universum bringt Leben hervor usw. usf. (stark verkürzt). Wir können als Analogie eine Kette annehmen, wo ein Glied mit dem anderen verbunden ist. Welche möglichen Formen kann diese Kette annehmen? 

    Es gibt nur exakt drei logische Möglichkeiten (nicht mehr, nicht weniger): 

    Ob die Kette ein Ende hat im Fall (1) oder (2) interessiert hier nicht, wir betrachtn nur den Anfang (wenn es einen gab, was im Fall (1) oder (3) nicht gegeben ist). Auch ist es nicht relevant, ob sich diese Kette in irgendeiner Form verzweigt (meine Eltern brachten mich und meine Schwester hervor, und sie hatten ihrerseits wieder zwei Eltern etc.). Auch kann man, was die Form der Kette angeht, sich beliebige komplexe Muster ausdenken, davon wird das Argument nicht berührt, weil wir nur einen möglichen Anfang betrachten. 

    Alle drei Fälle sind logisch möglich, und eine der Möglichkeiten muss wahr sein. Fall (1) oder (2) werden übrigens nicht dadurch ausgeschlossen, dass das Universum einen Anfang (den Urknall) hatte, weil man nicht auschließen kann, dass ein Universum ein anderes hervorbringt. Nun untersuchen wir alle drei möglichen Fälle: 

    Fall (1): Es gibt keine erste Ursache (und, nebenbei, wenn dies der Fall ist, kann kein Gott der Verursacher aller Existenz sein). Aber: Die Existenz der Kette als Ganzes hat keine Ursache. Zwar ist jedes einzelne Glied dieser Kette verursacht, aber eben nicht die Kette als Ganzes. Warum diese Kette existiert, ist nicht erklärbar. D. h., letztlich ist die Existenz unverursacht. 

    Fall (2): Die Kette hat einen Beginn, aber dieser Beginn (etwa Gott oder das Universum selbst) kann selbst keine Ursache haben. Warum diese Kette existiert, ist nicht erklärbar. D. h., letztlich ist die Existenz unverursacht. 

    Fall (3): Hier trifft alles zu, was wir für den ersten Fall schon betrachtet haben - die Kette hat keinen Beginn, sie hat als Ganzes keine Ursache. Zwar ist jedes einzelne Glied dieser Kette verursacht, aber eben nicht die Kette als Ganzes. Warum diese Kette existiert, ist nicht erklärbar. D. h., letztlich ist die Existenz unverursacht. 

    Existenz ist generell unverursacht


    Gleichgültig, welchen Fall wir auch für gegeben halten, der Schluss bleibt immer gleich: 

    Letztlich ist der Beginn von Existenz unverursacht, d. h., es kann keine Erklärung dafür geben, warum etwas existiert

    Nehmen wir einmal die gängige theistische Erklärung: Das Universum wurde von Gott verursacht (= geschaffen), weil Gott alleine in der Lage ist, überhaupt Existenz hervorzubringen. Aber Gott selbst kann nicht verursacht sein (seine Existenz etwas anderem verdanken). Das ist unabhängig davon, ob man Gott als zeitlich ewig existierend oder als "außerhalb von Zeit und Raum" existierend betrachtet. Das bedeutet, dass man die Frage: "Warum existiert Gott?" nicht beantworten kann, weil die Warum-Frage ja eine kausale Erklärung voraussetzt, also dass es eine Ursache für Gott gab (etwas hat Gott hervorgebracht), aber dann hätten wir es nicht mit "dem" christlichen Gott zu tun. 

    Das bedeutet: Gott ist die Ursache aller Existenz, aber Gott selbst ist unverursacht. Letztlich ist damit - wie bei allen betrachteten Fällen - Existenz durch nichts verursacht. Wenn Gott existiert, dann kann er selbst die Frage danach, warum er existiert, nicht beantworten. Nicht einmal der allwissende Gott weiß, warum er existiert, nicht einmal er kann seine Ursache kennen (weil es keine gibt). Gott muss seine eigene Existenz ebenso als ein unlösbares Rätsel ansehen wie wir unsere Existenz! 

    Es hilft auch nichts, wenn man nun einfach behauptet, dass Gott "irgendwie" auf eine ganz spezielle Art und Weise existiert - existieren muss er, aber eben unverursacht, d. h. ohne dass er selbst erklären könnte, wieso es ihn gibt und nicht nichts. Was auch bedeutet: Letztlich erklärt die Existenz Gottes überhaupt nichts! 

    In jedem Fall lautet die Antwort auf die Frage nach der Existenz also: 

    Existenz existiert unverursacht, alle Fragen nach dem "Warum" sind letztlich unsinnig. Letzten Endes gibt es für Existenz keine Erklärung, ja, es kann keine geben, vor allem keine kausale. 

    Und nun zu einem impliziten Missverständnis: Ich habe Existenz als verursacht bezeichnet, wohl wissend, dass dies ein Irrtum ist. Nehmen wir als Beispiel einmal die Quantenfluktuation. Bei dieser erscheinen Positronen-Elektronen-Paare quasi aus dem Nichts, und laut den Physikern geschieht dies ohne Ursache. Wie kann man das behaupten? Ist die Ursache nicht einfach nur unbekannt? 

    Nein. Ich hatte oben die Bedingungen definiert, unter denen man etwas als "verursacht" bezeichnen kann. Nun nehmen wir einmal an, dass irgendwo ein A existiert, und dass B in der Nähe anfängt, zu existieren. Können wir behaupten, dass A B verursacht hat? Untersuchen wir alle Möglichkeiten: 

    Wie ich sagte: Alle vier Bedingungen müssen erfüllt sein, ist eine der Bedingungen nicht erfüllt, kann man nicht mehr von Ursache und Wirkung reden. Wir haben aber mindestens drei, wenn nicht sogar vier unerfüllte Bedingungen. A kann nicht die Ursache von B sein, egal, um was es sich bei A handelt (das gilt auch für Gott). Nicht einmal Gott ist in der Lage, Existenz zu verursachen. Der Ausdruck "A verursachte B" ist schlicht falsch. 

    Wir sehen, dass wir bei Verursachung noch zwei weitere Dinge implizit vorausgesetzt haben: Die Logik und Existenz (wie oben bereits erwähnt). 

    Nur ein existierendes A kann etwas bei einem schon existierenden B verursachen. Man kann auch sagen: Bei Ursache und Wirkung nimmt ein bereits existierende A einen Einfluss auf ein existierendes B. Aber beide müssen zusammen existieren. Ursache setzt Existenz voraus, ohne Existenz keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Und nun kann man auch sehen, warum die Physiker sagen, dass die Quantenfluktuation unverursacht ist. 

    Offensichtlich gibt es nicht nur unverursachte Ereignisse - es ist logisch nicht möglich, dass Existenz verursacht ist. Man missbraucht den Begriff der Ursache, wenn man sagt, A habe B verursacht. Und es kann nicht anders sein, denn letztlich ist Existenz - wenn man "an den Anfang" geht (sofern es den überhaupt gab!) unverursacht. 

    Und nun verwundert es auch nicht mehr, dass es so etwas wie Quantenfluktuation überhaupt gibt. Quantenfluktuation - wenn sie Existenz hervorbringt - hat keine Ursache und kann keine haben. 

    Schlussfolgerungen


    Gott kann die Existenz von irgendetwas nicht verursacht haben. Anders gesagt, der Gott, der die Ursache unserer Existenz ist, kann nicht existieren. 

    Die "Erklärung", dass Gott der Grund, die Antwort auf die Warum-Frage nach der Existenz ist, ist nicht haltbar. Für Gott ist das Rätsel seiner Existenz ebenso groß wie das Rätsel unserer Existenz. Das gilt auch, wenn man die Allwissenheit Gottes voraussetzt- sie hat hier ihre deutliche Schranke. 

    Auch ein allmächtiger Gott existiert nicht: Gott kann keine Existenz verursachen, weil dies selbstwidersprüchlich ist. Er kann auch den letzten Grund der Existenz nicht hervorbringen, denn dazu müsste er sich selbst hervorgebracht haben, was wiederum selbstwidersprüchlich ist - er müsste bereits existieren, um sich als Existenz hevorzubringen. Somit ist jede Existenz ohne eine letzte Ursache, ohne einen letzten Grund, ohne eine Erklärung. Existenz existiert unverursacht ist die letztliche "Erklärung" (die keine ist, aber es kann keine Erklärung notwendig sein, weil es keine geben kann). 

    Alle "Erklärungen" für Existenz sind Pseudoerklärungen. Sie erklären nichts. 

    Existenz selbst ist notwendig, sie wäre auch die Vorbedingung für Gott. Existenz ist das "notwendige Wesen" - sonst würden wir diese Dinge hier nicht diskutieren können. Gott ist kein notwendiges Wesen, sondern könnte allenfalls die Folge von Existenz sein. 

    Der christliche Gott als Erklärungsprinzip und als metaphysischer Grund für die Existenz existiert nicht, er kann nicht existieren, seine Existenz ist logisch unmöglich - und deswegen bin ich Atheist. Ich kann die Existenz eines Schöpfergottes mit analytischer Sicherheit ausschließen. Ich glaube nicht an seine Existenz, weil ich weiß, dass er nicht existieren kann. 

    Existenz existiert unverursacht ist ein letztlich notwendiges metaphysisches Prinzip - der Beginn und das Ende zugleich einer jeden Metaphysik. Es gibt zwei metaphysische Prinzipiene, die sich gegenseitig ausschließen - das (1) Primat der Existenz (Existenz existiert) und das (2) Primat des Bewusstseins (Bewusstsein existiert, bevor etwas anderes existiert). Ist (1) wahr, kann es (2) nicht sein und umgekehrt (siehe Links für einen Beweis). Da Bewusstsein nicht existieren kann ohne Existenz vorauszusetzen, und Bewusstsein immer ein "bewusstes Sein" voraussetzt, also das Sein selbst (oder die Existenz) gibt es kein Bewusstsein ohne Existenz, oder eben, Existenz geht dem Bewusstsein voraus - was bedeutet, dass es keinen Gott geben kann, der Existenz verursacht, weil das selbstwidersprüchlich wär. 

    Alle "Erklärungen" wie "Gott als erste Ursache" oder als "unbewegter Beweger" oder als "nichtkontingentes Wesen" sind letztlich falsch. Denn Existenz hat keine Ursache, also gibt es keine erste Ursache außer der Existenz selbst, sie benötigt keinen Beweger, weil Bewegung eine Eigenschaft ist, die man nicht von der Existenz ablösen kann, und Existenz ist selbst nicht kontingent, weil sie von nichts abhängt und durch nichts verursacht wurde. Außerdem, wie man eine Kette von Ursachen anordnen kann, ist keine Frage der Logik, dies ist von jeder Logik unabhängig, die Möglichkeiten einer Anordnung ist - bezogen auf die Ursache - begrenzt. 

    Die Annahme, dass man die Logik hier irgendwo nicht verwenden kann, bringt nichts, weil ohne Logik gibt es auch keine Ursache. Man käme auch dann zu dem Schluss, dass Existenz letztlich nicht verursacht ist. Gott als die Erklärung der Existenz hat selbst dann ausgedient, Gott als Annahme ist überflüssig. 

Ende Zitat. {#emotions_dlg.emo_biggrin}
Zitat Cemil:

In der Fortsetzung dieses Gedankenexperimentes kommt man durch die komplettierung der Eigenschaften notwendigerweise zum Schöpfer mit all Seinen schöpferischen Eigenschaften. 

Hm, ihr kommt da beide zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen.  ;-)  Und ich muß mir jetzt überlegen, wem von euch ich Recht geben soll. *g*
Später mehr
Der Habakuk.

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63 Geschrieben Montag, Juni 14, 2010 @ 16:51:49  

Hi Habakuk,

ein interessanter Artikel, den du da gefunden hast. Volkers Argumente ähneln deine oder umgekehrt. Du bist doch nicht er, oder?

Du schreibst:

Quote:
Hm, ihr kommt da beide zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen.  ;-)  Und ich muß mir jetzt überlegen, wem von euch ich Recht geben soll. *g*
Später mehr

Auf das "später mehr" warte ich gespannt

Wem du glauben, Pardon: recht geben sollst, mußt du natürlich selber entscheiden. Gibst du Volker recht, hast du seiner Logik recht gegeben; gibst du mir recht, so hast du meiner Logik und meinem Wissen (von der Existenz Gottes) recht gegeben. Die Entscheidung liegt bei dir.

Quote:
Volker:

Normalerweise, wenn wir sagen, dass A die Ursache von B ist, gehen wir davon aus, dass alle der folgenden vier Bedingungen erfüllt sind. und zwar ausnahmslos: 

  1. A liegt zeitlich vor B oder geschieht gleichzeitig (Zeit als Voraussetzung).

Bereits hier, in diesem ersten Punkt, erkenne ich Fehler: Die Zeit kann hier nicht als Voraussetzung gelten, da sie am "Anfang" noch gar nicht existierte. Gottes Ewigkeit umfaßt und durchdringt Gestern, Gegenwart und Zukunft, ohne Selbst davon beeinflußt zu werden. Der Prophet Muhammed (s.a.w.) sagte: "Allah ist nach der Schöpfung genau so, wie vor der Schöpfung". Sein Wissen und Seine Erfahrungen nehmen weder ab noch zu. Er ist in der Lage, jeden Moment, jedes Geschehen und an jedem Ort alles "gleichzeitig" zu sehen, zu hören, zu erfahren, zu wissen und jedes Gefühl, jeden Gedanken, jeden Wunsch und jede Bitte zu erfassen.

Da wir in der Zeit leben, ist für uns nicht ohne weiteres möglich, zeitlose Geschehnisse oder Fähigkeiten treffend zu beschreiben. Wir müssen immer wieder zeitliche Begriffe für unzeitliche Dinge heranziehen, wie ich oben mit dem "Anfang". Dieser ist nicht zeitlich, sondern Seinsmäßig zu verstehen. Unser Geist, der an sich raum-zeit-los ist, ist zum Verständnis dazu in der Lage. Dazu muß er aber sich vom Körper (raumzeitlich) und von der Seele (nur räumlich) befreien/trennen. Dies geschieht zum Teil nach dem Tode, und zwar was die Zeit betrifft, da er mit der Seele zusammen ins sogenannte Jenseits übergeht und die Seele (Astralkörper) in der Astralwelt keinen Zeitbegriff kennt, dafür aber raumgebunden ist. Natürlich weiß ein Verstorbener, daß es so was wie "Zeit" existiert, die er auf diese unsere Seite kennenlernte. Doch kann er dort damit nicht mehr zeitlich arbeiten, agieren.

Quote:
Volker:

     2. A ist im räumlichen Kontinuum nahe B (Raum als Voraussetzung).

Auch den Raum gab es am "Anfang" nicht. Und auch "nach" der Erschaffung des Raums gibt es für Gott keine räumlichen Distanzen, da Er "gleichzeitig" alles umfaßt und durchdring.

Quote:
Volker:

      3. A überträgt auf B Energie (Energie als Voraussetzung).

Bei der Schöpfung gibt es keine Übertragung von Energie, weil zwischen Gott und dem erschaffenen Ding weder zeitliche noch räumliche Trennung existiert. Dieser Punkt ist zugleich sehr einfach und doch schwer zu verstehen. Eine Erschaffung ist sowas wie eine Geburt, das heißt ganz grob: das Geschöpf kommt aus Gott "heraus" und aber bleibt in Gott. Das "Herauskommen" ist metaphorisch zu vestehen, ohne jegliche Distanzen. Ein ziemlich der Realität nahe stehendes Beispiel oder ihr nahe kommender Vergleich wäre die Entstehung von Atomen, die sich aus vorhandene Energie zusammensetzt. So ähnlich (aber nicht gleich) ist der schöpferische Vorgang vorzustellen. Gott bzw. Gottes Licht (=Akasha) ist unendlich und unendlich feinstofflich. Aus und in dieser "Energie" entsteht das der Göttlichen Idee entsprechende Geschöpf, und zwar immer durch die vier UR- oder schöpferischen Elemente. Wenn wir die Schöpfung von Etwas zurückverfolgen könnten, würden wir sehen, wie dieses sich immer mehr zu seinen Einzelteilen oder Urelementen zerlegt und zum Schluß aus der beobachtbaren Sicht verschwindet, und zwar: in Gott bzw. in Gottes ewigem Licht (Akasha). Der satz: "Von Gott kommen wir und zu Gott kehren wir zurück" ist letztlich durchaus wörtlich zu nehmen. Es ist aber so, daß Gott manchen Wesen, namentlich Seinem Ebenbild, ewige Existenz geschenkt hat. Daher ist die endgültige Aufhebung und Auflösung des Ichs, der Individualität des Geistes in Gott, völlig den Individuen überlassen. Ich persönlich bin noch Lichtjahre entfernt davon, verstehen und mich dazu entscheiden zu können, meine Individualität aufzugeben. Ohnehin muß der Geist erst einmal die Vollkommenheit erreicht haben, um diese Entscheidung überhaupt treffen zu können.

Momentan sollten diese ausreichen.

 

MfG
Cemil


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64 Geschrieben Mittwoch, Juni 16, 2010 @ 04:26:36  

Hallo habakuk,

die drei ersten Punkte habe ich behandelt, ohne die Kommentare Volkers miteinzubeziehen, die aber automatisch mitbeantwortet wurden. Nun führe ich ab dem 4. Punkt meine Gedanken weiter.

Quote:
4 . A hat das Potenzial, B zu verursachen (Potenzial als Voraussetzung).

  • Hat A das Potenzial, B hervorzubringen? Diese Frage kann man nicht beantworten, es gibt auch keine logische Verbindung zwischen der Existenz von A und dem beginn der Existenz von B. Auch hier kann man sinnvollerweise nicht davon reden, dass A B verursacht hat.
  • Die Frage kann und muß man stellen, und ihre Antwort lautet "ja" - ja, A hat die Macht und das Wissen dazu, ohne Einschränkungen von Macht, Wissen oder Raum und Zeit. Unrealistische und unlogische Paradoxien als Voraussetzungen sind davon vernünftigerweise auszuschließen.

    Die Begründung Volkers scheint mir unverständlich, weil man unter "logische Verbindung" alles oder gar nichts vorstellen kann. Nach meinem Verständnis liegt die logische Verbindung in den Potenzen d.h. in Allmacht (Allwillen) und Allwissen. Oben sprach ich von unrealistischen und unlogischen Paradoxien sowie Voraussetzungen oder Forderungen (von Gott). Es gibt auch realistische Paradoxien aufgrund unserer mangelhaften Fähigkeit, raumzeitlose, ewige und unendliche Begriffe zu verstehen. Mit der Intuition kommt man da viel weiter, aber diese kann man begrifflich nicht gebührend in Worte fassen. Aus diesem Grund sagte ja auch Muhammed (s.a.w.), daß wir über alles außer Gottes Wesen nachdenken sollen, da unser Verstand nicht dazu in der Lage ist. Wäre er, der Verstand, dazu in der Lage, hätten wir auch dazu eine Denkaufforderung.

    Doch was macht Volker? Obgleich er nicht dazu in der Lage ist, ja, nicht einmal annähernd, beurteilt er über das geheimste Geheimnis, nämlich "warum existiert Gott?" Mehr noch, er schlußfolgert, daß selbst die Allwissenheit die Frage nicht beantworten können würde. Zitat:

    Quote:
    Die "Erklärung", dass Gott der Grund, die Antwort auf die Warum-Frage nach der Existenz ist, ist nicht haltbar. Für Gott ist das Rätsel seiner Existenz ebenso groß wie das Rätsel unserer Existenz. Das gilt auch, wenn man die Allwissenheit Gottes voraussetzt- sie hat hier ihre deutliche Schranke.

    Das ist ein Widerspruch in sich, und wäre zu vergleichen mit dem Widerspruch, daß die Ewigkeit oder Unendlichkeit irgendwo enden würde. Denn die Voraussetzung des Allwissens läßt nicht ein einziges Unwissen übrig; ansonsten sollte man nicht von Allwissen reden. Er macht also einen logischen fehler und spricht von der Logik und logischen Widerlegung der Gottes-Existenz. Paradox.

    Er macht einen weiteren Fehler, in dem er die Existenz generell als unverursacht behauptet. Dies ist aber teils richtig und teils falsch. Ein Mensch, ein Tier oder eine Pflanze ist auch eine Existenz, die selbstverständlich ihre Ursachen haben und diese wiederum ihre Ursachen usw. Anderereseits spricht Volker eine Wahrheit aus, die er aber sich anders vorstellt: Die wahre Existenz, womit Gott gemeint ist, ist in der Tat unverursacht. Alle anderen Existenzen sind relative Schöpfungen oder viel mehr: "Emanationen des Ewigen". Die großen Eingeweihten und Sufis erkannten, daß im Grunde nichts existiert - außer Allah/Gottt. Man könnte sagen: "Es gibt relative Existenz, die vorübergehend eine Ausstrahlung der absoluten, ewigen, unendlichen Existenz darstellt. Vorzustellen als Wasser- und Luftblasen in ewigem Ozean. Oder als Strahlen, Explosionen, Implosionen etc. der (ewigen) Sonne.

    Aufgrund der Unreife der Menschheit wurden die offenbarten Religionen in ganz einfache Art und Weise den Menschen gegeben. Aus dieser Einfachheit entstanden unter weniger intelligenten Menschen sozusagen primitivere Vorstellungen von Gott, Jenseits, Engel, Teufel, Geist usw., und bei intelligenten, jedoch mit falschem Stolz behafteten Menschen erzeugte es entweder den Atheismus oder andere falsche Vorstellungen wie z.B. den Pantheismus. Dieser trifft, zusammen und in der richtigen Relation, in richtigem Verständnis mit Monotheismus und Panentheismus, nur indirekt zu. Am ehesten und besten entspricht der Panentheismus der Wahrheit. Er ist sowohl monotheistisch als auch indirekt pantheistisch.

     

    MfG
    Cemil


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    65 Geschrieben Sonntag, Juni 20, 2010 @ 19:29:11  

    Hallo Habakuk,

    machst du eine kleine Atempause?

    Das muß auch mal sein.

    Je mehr ich Volkers Ausführungen/Argumente lese, desto mehr erkenne ich Zirkelschlüsse1 und selbstgebastelte Logiken. Er hat natürlich nicht immer unrecht, aber er baut entweder Falsches auf Richtigem oder umgekehrt, Richtiges auf falschen Voraussetzungen auf.

    Seine Schlußfolgerungen:

    Quote:

    Schlussfolgerungen

    Gott kann die Existenz von irgendetwas nicht verursacht haben. Anders gesagt, der Gott, der die Ursache unserer Existenz ist, kann nicht existieren. 

    Die "Erklärung", dass Gott der Grund, die Antwort auf die Warum-Frage nach der Existenz ist, ist nicht haltbar. Für Gott ist das Rätsel seiner Existenz ebenso groß wie das Rätsel unserer Existenz. Das gilt auch, wenn man die Allwissenheit Gottes voraussetzt- sie hat hier ihre deutliche Schranke. 

    Auch ein allmächtiger Gott existiert nicht: Gott kann keine Existenz verursachen, weil dies selbstwidersprüchlich ist. Er kann auch den letzten Grund der Existenz nicht hervorbringen, denn dazu müsste er sich selbst hervorgebracht haben, was wiederum selbstwidersprüchlich ist - er müsste bereits existieren, um sich als Existenz hevorzubringen. Somit ist jede Existenz ohne eine letzte Ursache, ohne einen letzten Grund, ohne eine Erklärung. Existenz existiert unverursacht ist die letztliche "Erklärung" (die keine ist, aber es kann keine Erklärung notwendig sein, weil es keine geben kann). 

    Alle "Erklärungen" für Existenz sind Pseudoerklärungen. Sie erklären nichts. 

    Existenz selbst ist notwendig, sie wäre auch die Vorbedingung für Gott. Existenz ist das "notwendige Wesen" - sonst würden wir diese Dinge hier nicht diskutieren können. Gott ist kein notwendiges Wesen, sondern könnte allenfalls die Folge von Existenz sein. 

    Der christliche Gott als Erklärungsprinzip und als metaphysischer Grund für die Existenz existiert nicht, er kann nicht existieren, seine Existenz ist logisch unmöglich - und deswegen bin ich Atheist. Ich kann die Existenz eines Schöpfergottes mit analytischer Sicherheit ausschließen. Ich glaube nicht an seine Existenz, weil ich weiß, dass er nicht existieren kann. 

    Existenz existiert unverursacht ist ein letztlich notwendiges metaphysisches Prinzip - der Beginn und das Ende zugleich einer jeden Metaphysik. Es gibt zwei metaphysische Prinzipiene, die sich gegenseitig ausschließen - das (1) Primat der Existenz (Existenz existiert) und das (2) Primat des Bewusstseins (Bewusstsein existiert, bevor etwas anderes existiert). Ist (1) wahr, kann es (2) nicht sein und umgekehrt (siehe Links für einen Beweis). Da Bewusstsein nicht existieren kann ohne Existenz vorauszusetzen, und Bewusstsein immer ein "bewusstes Sein" voraussetzt, also das Sein selbst (oder die Existenz) gibt es kein Bewusstsein ohne Existenz, oder eben, Existenz geht dem Bewusstsein voraus - was bedeutet, dass es keinen Gott geben kann, der Existenz verursacht, weil das selbstwidersprüchlich wär. 

    Alle "Erklärungen" wie "Gott als erste Ursache" oder als "unbewegter Beweger" oder als "nichtkontingentes Wesen" sind letztlich falsch. Denn Existenz hat keine Ursache, also gibt es keine erste Ursache außer der Existenz selbst, sie benötigt keinen Beweger, weil Bewegung eine Eigenschaft ist, die man nicht von der Existenz ablösen kann, und Existenz ist selbst nicht kontingent, weil sie von nichts abhängt und durch nichts verursacht wurde. Außerdem, wie man eine Kette von Ursachen anordnen kann, ist keine Frage der Logik, dies ist von jeder Logik unabhängig, die Möglichkeiten einer Anordnung ist - bezogen auf die Ursache - begrenzt. 

    Die Annahme, dass man die Logik hier irgendwo nicht verwenden kann, bringt nichts, weil ohne Logik gibt es auch keine Ursache. Man käme auch dann zu dem Schluss, dass Existenz letztlich nicht verursacht ist. Gott als die Erklärung der Existenz hat selbst dann ausgedient, Gott als Annahme ist überflüssig.

    Den logischen Fehler oder Widerspruch im zweiten Satz, das Rätsel von Gottes Existenz wäre selbst für einen allwissenden Gott ein Rätsel (Unwissenheit), hatte ich bereits erwähnt. Abgesehen von diesem Widerspruch: Gesetzt den Fall, ein allwissender Gott wüßte nicht den Grund seiner Existenz: Inwiefern würde diese eine hypothetische Defizite den Schöpfer als solchen widerlegen? Das würde es nicht um einen Deut. Trotzdem erwähnt Volker diesen - tatsächlich widersprüchlichen - Sachverhalt, um der weiteren Überlegungen indirekt mehr Gewicht verleihen zu können.

    Volker setzt voraus (Zirkelschluß ), daß die zwei Prinzipien "Existenz" und "Bewußtsein" sich gegenseitig ausschließen würden. Warum? Die Existenz Gottes an sich ist das eigentliche und undefinierbare Wesen Gottes und das Bewußtsein wiederum drückt sich in Gottes Wesen als Eigenschaften des vierten Elementes aus, nämlich des Erd-Elementes, und zwar als Allgegenwärtigkeit, Unsterblichkeit, Ewigkeit. Ohne diese Eigenschaften des vierten Erdelementes gäbe es kein Sein, keine Existenz also. Demnach ist die Sachlage genau umgekehrt: Die ewige Existenz verdankt ihr ewiges Dasein dem einen Aspekt des sogenannten Allbewußtseins, das heißt der Allgegenwärtigkeit, Unsterblichkeit und also der Ewigkeit. Das von uns "Bewußtsein" genannte Größe teilt sich bei Menschen in 3 + 1 = 4 Aspekte auf:

    1. Wille (Wollen) = Feuerelement
    2. Intellekt/Verstand/Vernunft = Luftelement
    3. Gefühl/Empfinden = Wasserelement

    und diese drei zusammen ergeben durch das Erdelement (4) das einheitliche, zusammenhängende Bewußtsein.

    Bei Gott können wir nicht einfach von Bewußtsein reden, da dieses eine geschaffene Einheit darstellt, eine Miniatur von Gottes vier Grundeigenschaften, welche sind:

    1. Allmacht = Feuerelement
    2. Allwissen, Allweisheit = Luftelement
    3. Barmherzigkeit, Liebe, Lebendigkeit bzw. Leben = Wasserelement
    4. Unterblichkeit, Ewigkeit = Erdelement

    So wie der menschliche Geist der Sitz sämtlicher Eigenschaften, namentlich des Bewußtseins, ist, so ist das undefinierbare Wesen (=Existenz) Gottes der Sitz sämtlicher Göttlicher Eigenschaften.

    Volker schreibt richtigerweise, daß Existenz notwendig sei, um aber leider gleich den Fehler zu begehen, daß diese auch Vorbedingung für Gott wäre. Wenn Gottes Wesen die (ewige) Existenz selbst ist, wie kann dann diese eine Vorbedingung für Gott sein? Lieber Habakuk, erkenntst du den Fehler?

     

    MfG
    Cemil

     

      

    ------------------
    1) 

    Ein Zirkelschluss ist der Versuch eine Aussage zu beweisen indem die Aussage selbst als Voraussetzung verwandt wird. Dies kann auch über mehrere Stufen geschehen sodass der Zirkelschluss einem unvorsichtigen Betrachter verborgen bleibt. Zirkelschlüsse sind in der abendländischen Logik keine legitime Form des logischen Schließens.

    Sie werden aber gerne verwendet um wissenschaftlich nicht

    haltbare angebliche Tatsachen aber auch Glaubenselemente zu "beweisen" und

    so Anhänger für eine Idee zu bekommen. Um die Legitimität des Schlusses zu untermauern wird der

    Zirkelschluss oft ergänzt durch die Widerlegung eines angeblichen

    oder stark verfälschten unhaltbaren Arguments der Gegenseite.

    http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Zirkelschluss.html


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    *******Franz von Assisi*******


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