1 Geschrieben Montag, April 4, 2011 @ 04:09:46
Bismillah
Selam
Zur Verfassung dieses Artikels hat mich heute der türkische Forscher und Autor Ömer Celakil geführt. Zwar kam mir der Qur'an-Vers, den er in einer Diskussionsrunde im türkischen TV erwähnt, als ein wissenschaftlicher Hinweis bekannt vor, aber erst jetzt fand ich die Muße, es als Artikel, wenn auch erstmals kurz, zu posten.
Es handelt sich um den folgenden Vers:
"Und ich [=Satan, Teufel] werde sie irreführen, und ich werde sie Wünschen nachjagen lassen, und ich werde ihnen befehlen [einflüstern?], und sie werden die Ohren der Herdentiere abschneiden [wörtlich: einschlitzen], und ich werde ihnen befehlen, und sie werden die Schöpfung Gottes verändern..." (4:119)
Normalerweise ziehe ich die Übersetzung von Ullmann/Winter vor. Nur wenn es um schwere Themen geht, muß ich die Bedeutung der Verse genauer erkundigen, in dem ich mir so viele Übersetzungen wie möglich anschaue. Ach, wenn ich das Arabische wenigstens so gut wie Deutsch beherrschen würde!
Die obige ist die von Adel Theodor Khoury unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah.
Die Ullmann-Winter-Übersetzung lautet so:
"...und verführen, ihnen verbotene, böse Begierden einhauchen und ihnen befehlen, den Tieren die Ohren abzuschneiden, und ihnen befehlen, Allahs Geschöpfe zu mißbrauchen..."
Die Anmerkung hierzu lautet bei Ullmann/Winter folgendermaßen:
Dies war ein götzendienerischer, abergläubischer Gebrauch."
Und bei Khoury/Abdullah so:
"Wahrscheinlich geht es hier um einen altarabischen Brauch, bestimmte Tiere als Tabu zu kennzeichnen und sie nicht mehr als Lasttiere zu benutzen."
Der uns angehende Teil bei der Übersetzung von Rudi Paret:
"und ihnen befehlen, den (geweihten?) Herdentieren die Ohren abzuschneiden (oder: enzuschlitzen) und die Schöpfung Gottes zu verändern."
Bei anderen Übersetzungen meist so, wie bei Khoury und Paret. Es ist nicht die Rede von Mißbrauch, sondern von einer Veränderung.
Die Übersetzer sind meist entweder traditionell gläubige Muslime oder aber Nichtmuslime, die bei ihren Kommentaren die der Genannten und/oder ihre Ansichten (vom Qur'an und Islam) mit einfließen lassen. Daher sind manchmal die Verse und manchmal auch die Kommentare, Anmerkungen entweder sehr subjektiv oder mißverständlich, respektive mißinterpretiert.
Tatsächlich ist der Qur'an die "komprimierteste Wissensansammlung" der Welt. Was sagte hz. Muhammed (s.a.w.): "Wer vergangenes und Künftiges Wissen erlangen will, der schaue in den Qur'an". Leider haben manche dies mißverstanden und sagten, man "brauche nur den Qur'an, sonst nichts; in ihm ist alles gesagt worden bzw. in ihm ist alles Wissen enthalten". So wörtlich hat der Gesandte (s.a.w.) es auch wieder nicht gemeint.
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'Was du suchst, ist das, was sucht'
*******Franz von Assisi*******