2 Geschrieben Dienstag, Dezember 26, 2006 @ 13:08:43
Griff zum letzten Strohhalm
Finanzbetrüger zocken ihre Opfer gern ein zweites Mal ab - als Helfer getarnt Markus Balser
Wir haben gelernt, aus wenig viel zu machen", versicherte der Finanzberater am Telefon und schwärmte von hohen Gewinnen an der Börse. Manfred Kluge (Name geändert) glaubte ihm. Auch dass der Verkaufsprospekt der Düsseldorfer Finanzberatung schlicht Das Buch vom Risiko hieß, schreckte den promovierten Psychologen nicht. Insgesamt 80 000 Mark überwies er ins Rheinland. Und die Finanzbetrüger zögerten nicht, das Geld zu verschleudern - im Gegensatz zu ihrem Werbespruch "Analysieren geht über Probieren". Um rund 100 Millionen Mark, schätzen Anwälte, prellten die Düsseldorfer Finanzbetrüger ihre Opfer. Sie selbst profitierten von hohen Provisionen.
Allein in Deutschland werden Anleger mit dubiosen Finanzanlagen jedes Jahr um rund 60 Milliarden Mark gebracht, schätzt die Stiftung Warentest. Ob russische Aktien, die es nur auf dem Papier gibt, riskante Terminkontrakte oder windige Ökofonds-Anteile - das Repertoire der Abzocker am Grauen Kapitalmarkt ist groß. Dass immer wieder Anleger auf die Gaunerstücke hereinfallen, liegt an der Raffinesse der Betrüger: Kleine Geschäfte mit anfänglichen Renditen dienen als Köder. Wer, so ermuntert, mehr investiert, wird ausgenommen, Mark für Mark.
Wer sein Geld zurück möchte, muss schnell sein
--------------------