1 Geschrieben Sonntag, April 6, 2008 @ 15:23:54
Zugegeben, ein etwas ungewöhnliches Umfeld für eine Science-Fiction Kurzgeschichte, aber ich freue mich trotzdem, dass ich sie hier veröffentlichen konnte:
Partnerschaft ade - eine Anthologie
ISBN 978-3-940305-49-7

Ist ein Buch auch lesenswert, wenn das Thema keinen Spaß
macht, weil es sich dabei um ein tieftrauriges und erregendes Thema handelt? Um
die Schwäche in zwischenmenschlichen Beziehungen, um Verwerfungen,
Grausamkeiten und seelische Ausweglosigkeiten?
„Partnerschaft ade“ klingt fast lustig, vielleicht auch
sarkastisch, aber die Autoren dieser lesenswerten Anthologie gehen dem Thema
auf den Grund, wenn zum Beispiel Andrea Redmann gleich zu Anfang feststellt
„Dass wir versagt“ haben.
49 Autoren quer durch Europa philosophieren und konstatieren
in Gedichten und Erzählungen über das Leid und die Folgen von
Trennungs-Erlebnissen.
„Bitte lass mich gehen“, sagt Angie Adams selbstbewusst und
lässt sich dabei doch ein kleines Hintertürchen offen, "lass in deinem
Herzen noch einen kleinen Platz für mich ...“
Armin Schmidt spricht von „Abschied“, „Rache“ und „Schweigen“,
so schmerzliche Erkenntnisse und Lebensbrüche, die mit jeder Trennung verbunden
sind.
Besonders weh tut es, wie Brigitte Kleimaier schildert, wenn
einer dem anderen nach einer Zeit des Zusammenseins plötzlich vorwirft, er sei
ein Versager, obwohl man doch aus Liebe geheiratet hat.
Bernd Rosarius sieht da nicht nur die seelischen Schmerzen
und Verletzungen, die sich die beiden Partner zufügen, sondern vor allem die
Problematik für die in zwei Stücke gerissenen, wehrlosen Kinder.
Ganz anders Hellmut Schmidt, er malt in wunderschönen,
lyrischen Bildern das „Einst der Liebe“ aufs Papier: „wir weinten unserem Fluss
der Liebe nach.“
Und Klaus Edelmann denkt über die Zeit nach der Scheidung
nach, wenn die Zeit getröstet hat und wieder schöne Erinnerungen auftauche. Bis
dahin aber „werde ich verletzen!“
Das sind nur wenige Beispiele aus 200 Seiten, auf denen die
Verschleifungen menschlicher, partnerschaftlicher Emotionalität und Grausamkeit
von allen Seiten beleuchtet werden. Die Texte stimmen nachdenklich, manchen
manchmal auch unsäglich traurig und wütend. Gelegentlich erinnern sie an
eigenes Erleben. Die Lebendigkeit der Sprache, die manchmal eruptiv emotional,
manchmal sachlich konstatierend oder in ihren lyrischen Akzenten schwelgerisch
sein können, dringen tief in das Bewusstsein des Lesers ein, rühren ihn an und
beteiligen ihn unmittelbar.
Am besten, man hört selbst hinein.
Folgende Autoren/innen wirkten bei dieser Anthologie
mit:
Andrea Redmann - Angela Redeker - Angelika Pauly
Angie Adams -
Anita Aeppli - Armin Schmidt
Bernd Rosarius - Birgit Kleimaier - Chris Bendig
Conchita Laurenz - Elisabeth Stock - Florian Stummer -
Gabriele Hülsmann - Hans Christoph Neuert - Heike Frey - Helmut Mair - Hellmut
Schmidt
Janina Gantzert - Jürgen Kraußlach - Katarina Niksic
Katharina Stegen - Klaus Edelmann - Linda Köberl
Lorina Marie Barczik - Manfred Pricha - Manuela Deutschland
- Mara Laue - Martin Pfennig - Michael Boeken - Nina Horvath - Olaf Piecho -
Patricia Koelle - Pavel Hulka - Petra Carolus - Regine Stahl - Reimund Schön -
Sigrid Güssefeld - Sonja Maria Abel - Sonja Rabaza - Stefanie Dietz - Stefanie
Platthaus - Steffen Glauer - Stella M.Th. Sigl - Sylvie Freytag - Vera Klee -
Wolfgang Schulze - Wolfgang Soppe - Yvonne Christa Bayer - Yvonne Habenicht
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