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 Akkarin
Private
Geschlecht: Keine Angabe Registriert: Aug 2007 Geburtsdatum: --
Beiträge: 4
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1 Geschrieben Montag, August 13, 2007 @ 02:49:11
Hallo,
Was muss für einen guten Schreibstil alles beachten? Wie verbessere ich ihn?
Kann mir da jemand n paar allgemeine Tipps geben, oder kennt ne Seite wo es Tipps dazu gibt?  --------------------
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 Isena
First Sergeant
Geschlecht: weiblich aus: Guter Kinderstube entsprungen Registriert: Dez 2006 Geburtsdatum: --
Beiträge: 217
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2 Geschrieben Dienstag, August 14, 2007 @ 13:18:01
Hallo Akkarin,
wenn es um den Schreibstil allgemein geht, empfehle ich das Buch "Über das Schreiben" von Sol Stein. Der Autor führt alles auf, was man für das Verfassen eines guten Romans/Kurzgeschichte wissen muss.
Gruß
Isena --------------------
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 Grimmer
Sergeant Major
Geschlecht: männlich aus: Mönchengladbach Registriert: Feb 2007 Geburtsdatum: 06-06-1973
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3 Geschrieben Dienstag, August 14, 2007 @ 13:49:01
Hallo Akkarin!
Auch zu empfehlen wären die Bücher von von James N. Frey, beginnend mit "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Bd.1".
Da kann man sich schon jede Menge für den Aufbau eines eigenen Romans herausziehen.
Wenn du mehr an Ausdruck oder Rechtschreibung (also dem Schreibstil) arbeiten willst, solltest du dich verstärkt in den vielfältigen Schreibforen tummeln (ohne Werbung machen zu wollen zum Beispiel Kurzgeschichten.de/ Leselupe.de usw.), da dir von vielen Schreibbegeisterten meist ordentliche Kritik zuteil wird.
Darüber hinaus lese soviel wie du kannst! Nichts schult besser als sich viele Bücher von verschiedenen Autoren reinzuziehen und dann ein wenig auf deren Stil zu achten. Das macht schon ne Menge... --------------------
Keine Geschichte ist jemals fertig, sie wird nur vorher aufgegeben. Dan Simmons, 1987 Phantastische Geschichten auf www.carsten-steenbergen.de oder www.carsten-steenbergen.blog.de
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 Charlie
Private First Class
Geschlecht: weiblich aus: Köln Registriert: Jun 2007 Geburtsdatum: 16-09-1971
Beiträge: 10
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4 Geschrieben Dienstag, August 14, 2007 @ 19:42:31
Ergänzenderweise möchte ich anmerken:
Den Frey halte ich nur für beschränkt empfehlenswert. Ich habe vieles von dem, was er im Buch schreibt, wieder verworfen. Aber einige wichtige Grundlagen sind in dem Buch zu finden, wie erzählte Zeit vs Erzählzeit und die Arten der Perspektiven.
An Autoren würde ich übrigens dringend die deutschen Klassiker anraten. Große Stilmeister sind Thomas Mann und Bertold Brecht. Sicher keine leichte Kost, aber weitaus besser als die zur Zeit üblichen schlechten bzw. mittelmäßigen Übersetzungen in der Unterhaltungsbranche.
Meine Buchempfehlungen in Stilfragen sind: "Steering the craft" von Ursula LeGuin und "Schreiben wie gemalt" von Rebecca McClanahan.
Liebe Grüße
Charlie --------------------
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 AndiE
Corporal
Geschlecht: männlich Registriert: Jul 2007 Geburtsdatum: 31-05-1967
Beiträge: 28
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5 Geschrieben Mittwoch, August 15, 2007 @ 13:06:03
Hallo,
meine wichtigste Erfahrung in dieser Frage:
"Sei vorsichtig bei Kommentaren Anderer ! Hüte Dich Insbesondere vor Deutschlehrern und Germanisten! Suche die Nähe zu Verlagen und anderen Autoren und ihren Werken!"
Unsere Schreibwerkstatt ist zusammengebrochen, weil die Leiterin als Germanistin der Meinung war, dass die Vorraussetzung zum Schreiben das Genie oder das Talent ist. Daß Schreiben lernbar ist, war für sie "Blasphemie"- Gotteslästerung.
Ich habe einer befreundeten Deutschlehrerin mal eine Geschichte gegeben. Der erste Absatz wimmelte von "I"- Fehler, "W"- Wiederholung und "A"- Ausdruck. Doch die stilistischen Fragen, die für mich wichtig waren, konnte sie nicht beantworten.
Wichtig erscheint mir die Frage: "Für wen willst du schreiben?".
Die Antwort sollte eine Person sein, die du sehr gut kennst, weil du ständig mit ihr umgehst. Das bist du.
DU SOLLTEST FÜR DICH SELBST SCHREIBEN.
Du willst ein Buch über ein bestimmtes Thema lesen? - Dann schreibe es. Der Stil wird genau so sein, wie er sich ergibt. Das Buch spiegelt deine Begeisterung für das Thema wieder. Später wirst du das Buch so oft umschreiben, bis es so ist, wie du es haben willst.
Laß das Script liegen, einen Monat oder ein Jahr.
Wenn du es dann wieder liest, wirst du feststellen, was noch umgeschrieben werden muß und wo es hakt.
Ich habe es gerade gemacht mi einem Skript, das ich vor 3 Jahren begonnen habe.
Wenn du Lesungen besuchst, kann sich manchmal en kollegiales Gespräch mit dem Autor nach der Lesung ergeben.
Sage, was du machst und wo es klemmt, meist bekommst du einen Rat.
MfG
AndiE
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 Grimmer
Sergeant Major
Geschlecht: männlich aus: Mönchengladbach Registriert: Feb 2007 Geburtsdatum: 06-06-1973
Beiträge: 341
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6 Geschrieben Mittwoch, August 15, 2007 @ 17:40:51
| Quote: |  | | Erstellt von AndiE
"Suche die Nähe zu Verlagen und anderen Autoren und ihren Werken!"
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Das kann ich tatsächlich nur bestätigen. Ich habe die Erfahrung "Germanistik" auch gemacht. Geholfen hat es mir nur insofern, dass ich keine Vertreter dieser Gattung mehr um Rat frage.
Wirklich helfen können echt nur andere Autoren oder Lektoren, da diese sich tagtäglich mit der Materie beschäftigen. Wobei man hier auch die Erfahrenen von den Unerfahrenen oder den VonSichSelbstEingenommenen unterscheiden muss.
Es schadet nicht, den wohlgemeinten Rat auch eines vermeintlichen "Profis" kritisch zu hinterfragen. Wenn du das tust, bist du schon auf dem besten Wege zu deinem eigenen Stil.
Um mal einen bekannten Autorenspruch zu zitieren, dessen Urheber mir grad nicht mehr einfällt:
"Schreiben sind 10 Prozent Talen und 90 Prozent Schweiß."
Wie wahr.
[geändert von Grimmer am Mittwoch, August 15, 2007 @ 17:41:21] --------------------
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 Akkarin
Private
Geschlecht: Keine Angabe Registriert: Aug 2007 Geburtsdatum: --
Beiträge: 4
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7 Geschrieben Freitag, August 17, 2007 @ 02:46:36
Vielen Dank für die vielen Tipps.
Mal sehen, ob ich mir mal eins von diesen Büchern übers Schreiben kauf.
Übrigens, ich habe mal gehört, man solle so wenig Adjektive wie möglich verwenden. Stimmt das?
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 Grimmer
Sergeant Major
Geschlecht: männlich aus: Mönchengladbach Registriert: Feb 2007 Geburtsdatum: 06-06-1973
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8 Geschrieben Freitag, August 17, 2007 @ 11:24:46
Finde ich schon, auch wenn es mir selber manchmal schwer fällt. Aber der Leser kann sich meist mehr vorstellen, als man wirklich beschrieben soll.
Negativ-Beispiel: Ihr glänzendes, schwarzes Haar lag breitgefächert auf den seidenen, weichen Kissen...
Positiv-Beispiel: Ihr Haar verteilte sich auf den Kissen.
Oder so...
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 AndiE
Corporal
Geschlecht: männlich Registriert: Jul 2007 Geburtsdatum: 31-05-1967
Beiträge: 28
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9 Geschrieben Montag, August 20, 2007 @ 18:42:16
Hallo,
über das Thema Adjektive habe ich mir auch schon öfter Gedanken gemacht. Ich denke es hat mit dem genre-Begriff "Fantasy" zu tun. Im bereich er "non-Fantasy" ist die Welt, in der sich die Geschichte abspielt dem Lser eher bekannt.
Ich will als "Fantasy"-Autor den Leser in meine eigene Welt mitnehmen, die der Leser (logischerweise) so nicht kennt, deshalb sollte ich die Dinge schon sehr genau beschreiben. Das gilt auch für Stereotypen, wie z. B. Menschenrassen. Sieht ein Zwerg z.B. für jeden von uns gleich aus? Ich denke nicht.
Aber ich denke, der Unterschied ist, wann ich viele Adjektive einsetze.
Beschreibe ich, was eine Person wahrnimmt, kann man durchaus viele Adjektive benutzen.
" Er betrat den, in ein schwaches Licht, getauchten Raum. Er sah sich vorsichtig um. In der Mitte des kreisrunden Raumes stand ein großes hölzernes Bett, vor dem ein seidenes Tuch hing. Langsam trat er näher heran, um zu sehen, wer in diesem, mit Schnörkeln verziertem, Bett lag. Er sah das entspannten Gesicht einer schlafenden Frau.
| Quote: |  | | Ihr glänzendes, schwarzes Haar lag breitgefächert auf den seidenen, weichen Kissen |
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usw.
In andereren Situationen stimme ich mit Grimmer überein.
MfG
AndiE --------------------
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 Valbrouel
Private
Geschlecht: männlich Registriert: Aug 2007 Geburtsdatum: 22-03-1991
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10 Geschrieben Mittwoch, August 22, 2007 @ 13:03:28
Mit Deutschlehrern hatte ich auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Ich habe einer meiner früheren Lehrerinnen ein Gedicht zum Durchsehen gegeben und stilistisch hat sie nur
eines von sich gegeben: "Sehr gut... mehr weiß ich auch nicht zu sagen." Dafür hat sie mein Blatt derart mit Fehlerzeichen verunstaltet, dass ich mir direkt vorgenommen hatte niemals wieder Germanisten/Deutschlehrern ein Gedicht oder anderes zu zeigen. ^^°
Ansonsten kann man prinzipiell nur Weltliteratur empfehlen, natürlich muss die Leidenschaft zum Lesen da sein.
An sich wäre es auch nicht unpraktisch vor dem Grotesken Ekel zu empfinden
Nun denn, vielleicht fällt mir noch etwas ein, ansonsten verbleibe ich mit
freundlichen Grüßen,
Valbrouel --------------------
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 Nina
Master Sergeant
Geschlecht: Keine Angabe aus: Österreich Registriert: Sep 2007 Geburtsdatum: --
Beiträge: 101
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11 Geschrieben Samstag, November 17, 2007 @ 19:35:54
Ich denke mal, man verbessert seinen Stil am besten durch bewusstes Lesen. Und zwar nicht von irgendwelchen Ratgebern, sondern gleich von Texten ähnlicher Art, wie man sie schreiben möchte. Natürlich ist es nie verkehrt, "die Großen" des Genres zu studieren. Aber man lernt auch sehr viel, indem man nicht so ausgegorene Texte in Foren liest - und wenn einer nicht gefällt, dann sollte man sich fragen: Warum?
Und weiterfragen: Warum gefällt der Text nicht? - Weil er langweilig ist. Warum ist der Text langweilig? usw.
Umgekehrt sollte man auch mal, wenn man sich denkt: "Das ist ja eine geile Formulierung!" auch innehalten und das auf sich wirken lassen.
Testleser sind auch für den Anfang nicht verkehrt. Allerdings muss man auch hier das Glück haben, dass man auf Leute trifft, die ausformulieren können, was ihnen denn genau nicht passt (Kommentare wie "Der Text konnte mich nicht fesseln" oder: "Das hättest Du schon spannender schreiben können!" helfen ja nicht weiter - denn man hat es ja gleich bestmöglichst versucht!) und konkret Lösungsansätze anbieten. --------------------
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 nihilyst
Corporal
Geschlecht: männlich Registriert: Sep 2007 Geburtsdatum: 28-09-1984
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12 Geschrieben Samstag, März 15, 2008 @ 01:29:09
Ist zwar schon etwas länger nichts mehr los, aber egal. Als Germanist muss ich hier mal gegen die Über-Den-Kamm-Schererei einspringen. Dass nicht jeder Germanist Ahnung vom kreativen Schreiben hat, ist klar. Das verlangt ja auch keiner. Empörend finde ich nur, wie sie sozusagen allein wegen ihres Studiums abgelehnt werden (und das ist mir auch schon in einigen anderen Foren untergekommen). Wenn jemand gut kommentieren und kritisieren kann, sollte man ihn ruhig um Hilfe bitten; wenn man allerdings merkt: Nein, das ist nicht das Wahre, kann man das sagen. Aber das trifft ebenso für alle anderen zu, seien es professionelle Autoren oder Amateure. Dass Deutschlehrer zuerst auf Fehler schauen, ergibt sich allein aus der Art des Berufs. Doch wenn man mal nachfragt, wird man merken, dass sehr viele von ihnen wirklich gut zu kommentieren wissen. Und wenn der eine es vielleicht nicht kann (oder er mit dem Genre nicht vertraut ist), gibt es andere, die es können. EDIT: Im Übrigen vertreten Germanisten nicht von Haus aus das Genialitätsprinzip. Es handelt sich hierbei um einzelne Germanisten, ebenso wie einzelne Schriftsteller dieses Prinzip vertreten könnten. Generell gilt: Kommentare anderer sollte man nach ihrem Gehalt hin überprüfen. Manch ein Kommentar mag nicht viel helfen, oder man mag ihn überhaupt nicht für sinnvoll halten, aber manch anderer kann sehr wertvoll sein. Letztlich kommt man nicht darum herum, sich selbst Gedanken über das Schreiben zu machen. Auch habe ich manchmal das Gefühl, es sei unehrenhaft, Rechtschreib- oder ähnliche Fehler anzumerken. Wie bei jedem anderen Kunstwerk auch sollten Fehler, sofern sie keinen Zweck erfüllen, ausgebessert werden. Und wenn ich hin und wieder Geschichten zu lesen bekomme, habe ich nach den ersten fünfzig Fehlern nach zwei Seiten das Gefühl, es sei keinerlei Mühe in die Arbeit geflossen, es sei nur so eben hingeschnuddelt worden. Leider höre ich auch hin und wieder: Wen interessieren Rechtschreibfehler? Spätestens den Leser. Sollte also ein Lehrer mal wieder nur Fehler angestrichen haben: Sagt "Danke, aber ich wüsste gerne noch etwas über den Inhalt/Aufbau/Stil." Ein Danke kann bei einem Lehrer viel bewirken. Leider hört er es nur sehr selten. Zu Ninas hervorragendem Kommentar möchte ich noch hinzufügen: Nicht nur durch bewusstes Lesen verbessert man seinen Stil, sondern auch durch bewusstes Schreiben. Welche Formulierung trifft das, was ich sagen will, am besten? Kann ich das prägnanter formulieren? Welchen Zweck erfüllt die Szene, die ich eben geschrieben habe. Wie sieht der Leser sie? cheers, nihilyst
[geändert von nihilyst am Samstag, März 15, 2008 @ 01:34:10] --------------------
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 Nina
Master Sergeant
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13 Geschrieben Mittwoch, April 2, 2008 @ 23:22:36
Ich denke, dass manche der geschildeten Probleme mit Germanisten auch eben auf der genannten Rechtschreibsache basieren könnten. Es ist anzunehmen, dass diese Leute sich mit Rechtschreibung auskennen und dann vor lauter Fehlern, denen ihnen in die Augen springen, sich nicht auf den eigentlichen Text konzentrieren können. Das ist natürlich nur eine Vermutung, aber mir geht es zumindest manchmal so. Klar, die Rechtschreibprüfung in Word ist nicht das Allheilmittel, aber damit und mit ein paar Mal durchlesen kann man als Autor schon sehr viel in die Richtung machen. Ich denke mir manchmal dann auch, wenn der Autor es nicht mal geschafft hat, diese auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, kann er sich wohl noch nicht sehr intensiv mit seiner Geschichte auseinander gesetzt haben. Ich habe mal mit einem Autor über seine Geschichte in einem Forum diskutiert, wo ich dann mal fragte, ob er denn keine automatische Rechtschreibprüfung gemacht hat und er meinte drauf: "Was, Rechtschreibprüfung? Nein, die habe ich direkt ins Forum getiptt. Fehler? Ist doch egal, ich will Meinungen zum Inhalt!" Bei manchen Leuten ist es eben genau das Problem, dass sie zu ungeduldig sind und sich Testleser schon suchen, bevor die Geschichten auch nur halbwegs ausgegoren sind. Und das macht meiner Ansicht nach keinen Sinn. Testleser, Korrekturleser, Lektoren oder wen auch immer sollte man erst bemühen, wenn man selbst alles getan hat, damit die Geschichte möglichst gut ist. Umgekehrt gibt es natürlich auch Kritiker, denen nichts gut genug ist. Es gibt zum Beispiel Foren, wo echt kein einziger Text gut wegkommt. Oder Leute, die sich dann an Details aufhängen, z.B.: "Der Name gefällt mir nicht!". Wenn man wissen will, ob die Geschichte stimmig und inhaltlich logisch ist, wo die stilistischen Schwächen liegen usw., ist das dann auch nicht sonderlich hilfreich. Bei mir ist es inzwischen so, wenn ich einen Textleser suche, dann weiß ich durch meine über Jahre aufgebauten Kontakte schon, an wen ich mich wenden kann und wo es vernünftige Kommentare gibt. Ich finde es auch am besten so, wenn man Kontakte zu anderen Autoren aufbaut, auch selbst weiterhilft und nach einer Weile weiß man schon, mit wessen Art man am besten zurecht kommt. Mit dem Genialitätsprinzip bin ich selbst zwiegespalten. Ich denke, es stimmt schon, dass eine gewisse Grundbegabung vorhanden sein sollte, wenn man sich einem Gebiet ernsthaft widmen will. Das ist bei anderen Künsten, bei Wissenschaft, Handwerk, Sport usw. ja auch nicht anders. Andererseits bedarf es sicher auch Übung und die ersten Versuche werden auch bei Leuten, die man als "Genies" bezeichnen würde, sicher nicht so toll. Und auch gestandene Autoren werden das eine oder andere fehlgeschlagene Experiment aufzuweisen haben. Es ist aber immer heikel, wenn jemand anderer eine Begabung beurteilen soll bzw. jemandem seine Einschätzung dazu gar aufzwingt. Ob man begabt ist oder nicht, muss man schon selbst rausfinden. --------------------
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