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    |- Chronische Schmerzen > Post-Vasektomie Schmerzsyndrom > Vasektomie-Voraufklärung in der Schweiz
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Autor Beiträge
offline Uwe
hat sich eingelebt


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2 Geschrieben Samstag, Januar 27, 2018 @ 10:48:32  

Tja, Dominik, Geld regiert die Welt! Mit der entsprechenden Kohle und einem guten Anwalt im Rücken würde ich bis in die obersten Gerichtsinstanzen klagen und bin mir sicher, dass das "Schweizer Urologen müssen den Patienten nicht über das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom aufklären" dann vom Tisch wäre. Das ist doch ein absolutes Unding und eine Verhöhnung der Patientenrechte!

Mal von einer anderen Seite betrachtet: Wer legt das denn eigentlich fest und wo steht das im Gesetz oder den Ausführungsbestimmungen? Ich meine: Gott ruft da ja nicht von oben herab und legt das auf diese Weise fest. Wenn mir eine Firma etwas verweigert und sich dabei auf ihre AGBs beruft, dann lasse ich mir immer genau die Stelle in den AGBs zeigen, wo der entsprechende Passus steht. Und schon mehrfach habe ich erlebt, dass es gar nicht so in den AGBs stand, wie ursprünglich behauptet wurde. Und selbst wenn es wirklich in den AGBs steht, dann recherchiere ich erst mal, ob die AGBs auch gesetzteskonform sind.

Also: Versuche mal, das, was Dir erzählt wird, zu hinterfragen, ggf. mit Hilfe eines Anwalts. Das, was Dir eine Basler Versicherung erzählt, darauf würde ich erst mal gar nichts geben. Was ich im Zusammenhang mit dem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom selbst erlebt habe und auch von anderen Betroffenen erzählt bekommen habe, hat schon fast mafiöse Züge in sich! Jemand anderes hier hat es in drei Worte gefasst: "Geld über Patient". Leider lässt sich mit der Vasektomie sehr leicht und gut Geld verdienen - sonst sähe das alles anders aus! Von Dir weiß ich, dass Deine Vasektomie 1000,- Schweizer Franken gekostet hat. Überleg mal, wie lange der Urologe für die Vasektomie gebraucht hat. Ich vermute mal, so ne halbe Stunde - lass uns einfach mal eine Stunde annehmen. Gut, dann kommt noch ein zeitlicher Aufwand für die bereits erwähnte "Aufklärung" und die Nachuntersuchung hinzu. Trotzdem: Da geht es um enorme Stundensätze! Aus meiner Sicht: Die Krankenkassen sollten die Vasektomie als Kassenleistung zulassen und nur mit einem niedrigen Gebührensatz entlohnen. Ich bin mir sicher: Ganz schnell würde vor dem Eingriff ausführlich über das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom als mögliche Folge der Vasektomie aufgeklärt werden.

Was ich auch nicht verstehe ist folgendes: Die Krankenkassen müssen ja die Folgekosten, die durch Vasektomie-Probleme entstehen, tragen. Warum die Kassen also nicht darauf Einfluss nehmen, dass eine korrekte Patientenaufklärung vor dem Eingriff erfolgt, ist mir rätselhaft. Auch wäre es doch im Interesse der Kassen, dass klare Ausschlusskriterien definiert werden, also Kriterien, die festlegen, in welchen Fällen eine Vasektomie NICHT durchgeführt werden sollte (siehe auch: http://www.homepage-dienste.com/foren/F_15817/ausschlusskriterien-bei-einer-vasektomie_44_548.html). Aber vielleicht bekommen die Kassen auch in den meisten Fällen gar nicht mit, dass von den Ärzten abgerechnete Kosten dem Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom zuzuschreiben sind. In meinem Fall hat der Urologe, der die Vasektomie durchgeführt hat, bei meinen Schmerzproblemen die Diagnose "Testalgie" gestellt, ohne jeden Hinweis auf die zuvor durchgeführte Vasektomie.

Auch dass die Urologen nach vielen Jahren (eigentlich Jahrzehnten!) an durchgeführten Vasektomien die konkreten Zahlen bezüglich der Vasektomie-Problemfälle erfolgreich unter dem Tisch gehalten haben, spricht für sich. Nicht umsonst schreiben viele Quellen bezüglich des Post-Vasektomie-Schmerzsyndroms sinngemäß: Wie häufig das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom auftritt, ist noch nicht ausreichend erforscht.... (überlege mal: Nach so vielen Jahren! Das kann doch nur Absicht sein!) Und jeder Arzt, der die 3% bis 5% für das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom hinter vorgehaltener Hand nennt, sagt auch gleich: Das haben Sie aber nicht von mir, sonst bekomme ich Probleme mit den Kollegen. Zumindest jedoch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland hat den Mut und ergänzt den vorstehen Satz mit: Die Angaben dazu, wie viele Männer sich deswegen in ärztliche Behandlung begeben, schwanken zwischen einem und 14 Prozent.

[geändert von Uwe am Mittwoch, Januar 31, 2018 @ 07:46:56]

offline Dominik RIEDO
war schon öfter hier


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1 Geschrieben Freitag, Januar 26, 2018 @ 16:10:58  

Nun habe ich es von den Basler Versicherungen schriftlich: In der Schweiz muss im Vorgespräch vor einer Vasektomie NICHT aufgeklärt werden über das Post-Vasektomie-(Schmerz)Syndrom! Zitat aus dem Brief an mich vom 15. Januar 2018: «Betreffend Post-Vasektomie-Syndrom kann bemerkt werden, dass […] in der Praxis […] dieses Problem nicht explizit erklärt wird.»
Zudem muss ebenfalls NICHT darauf aufmerksam gemacht werden in der schriftlichen Aufklärung, also dem Merkzettel, den man unterschreiben muss, wie man hier sehen kann: http://vasektomie-gegner.blogspot.ch/2017/11/normal-0-21-false-false-false-de-ch-x.html.

Anders gesagt: In der Schweiz muss GAR NICHT aufmerksam gemacht werden auf das Post-Vasektomie-Syndrom, obwohl weltweit alle seriösen Studien zeigen, dass zumindest am Anfang mindestens fünf Prozent der Männer davon betroffen sind (und selbst nach Jahren und Nachfolgeoperationen immer noch etwa drei Prozent). Die Ärzte müssen darüber jedoch nicht aufklären, nicht einmal im Kleingedruckten. Die Schweiz hinkt Deutschland hintendrein.

[geändert von Dominik RIEDO am Freitag, Januar 26, 2018 @ 16:12:25]

[geändert von Dominik RIEDO am Freitag, Januar 26, 2018 @ 16:14:02]

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