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offline Janne
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9 Geschrieben Mittwoch, September 25, 2013 @ 17:39:26  

Hallo Painkiller (gutes Pseudonym übrigens!),

das mit der Einschränkung auf 2 Wochen kam ja jetzt erst vor kurzer Zeit.
Vorher, wie gesagt, haben etliche Ärzte das Mittel recht unkritisch verordnet...

Klar dürfte man eigentlich nichts nehmen, aber als Schmerzpatient braucht man ja "painkiller"! Ich bespreche das immer mit dem Arzt meines Vertrauens. Wenn er mir etwas Neues verschreibt, sagt er mir schon dann, welche Nebenwirkungen häufig sind, und wie man die notfalls in den Griff bekommt.

Ein anderer Arzt hat mal zu mir gesagt: "Ich kann Sie nicht waschen, wenn Sie nicht nass werden wollen." Das fand ich gut.

Aus meiner Selbsthilfegruppe kenne ich Menschen, die sagen: "Bei mir wirkt sowieso nichts". Oder: "Das Mittel vertrage ich sowieso nicht" (obwohl sie es noch gar nicht ausprobiert haben).
Aber viele hören dann in der Gruppe von anderen Betroffenen, dass das Medikament XY doch nicht "so schlimm" ist oder bei ihnen doch keine starken Nebenwirkungen hat.

Welche Art von Schmerzen hast Du?

Grüße
Janne

offline Painkiller
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8 Geschrieben Mittwoch, September 25, 2013 @ 14:57:08  

Hallo janne,

ist ja interessant, ich habe letztes Jahr im Juni vier Schmerzmedikamente bekommen und ich bin absolut kein Medi-Fan und habe neun Jahre nicht eine einzige Tablette genommen, aber es ging schmerzmäßig nicht anders.
Diclofenac wurde nach 3 Monaten abgesetzt und Katadolon letzten Monat nach 14 Monaten, soviel zu 2 Wochen.
Aber, wenn man die Beipackzettel liest dürfte man gar nichts nehmen.

Grüße

offline schnully2908
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7 Geschrieben Sonntag, September 22, 2013 @ 21:11:07  

Hallo janne,

Ich habe gerade in einer Leseprobe des Buches gelesen. Es ist schon wie wir beide sagen, als Patient muss man wirklich sehr aufmerksam sein. Das eine ist, dass wir ohne Werbung ( egal in welchem Bereich ) erst gar keine Informationen bekommen, dass andere ist natürlich, dass jeder der Werbung macht auch verkaufen möchte. Ich war erstaunt, als meine Tochter vor zwei Jahren operiert wurde nach der OP Katadolon gegen die Schmerzen bekam. Dort sagte man: keiner muss unter Schmerzen leiden. Das war das neue Motto der Klinik. Die warfen dort mit Schmerzmittel rum, als würden sie Bonbons verteilen. Aufgeklärt über die Nebenwirkungen wurde man dort nicht. Ich war wirklich fassungslos. Ein anderes Mal erzählte mir jemand, dass sie bei einem Arzt war, der eine ganz neue Methode gegen Schmerzen hat. Natürlich nur privat. Man geht dahin, bekommt Kopfhörer und der Arzt sitzt einem gegenüber am PC. Er sagte, dass man eingescannt wird und diese ganzen schwarzen Punkte die man auf dem Bildschirm sieht, die müsste er mit der Maus bearbeiten bis sie weg sind ??? Danach würde es ihr besser gehen, wei das ja alles die Negativpunkte im Körper sind. Kostenfaktor einer Sitzung 150,00 Euro. Reinste Verarschung, so ein Programm hätte ich auch gerne. Da kocht bei mir alles über, da wird wieder ein Geschäft mit denen gemacht, die nach dem letzten Strohalm greifen.
Ich kann da immer nur an alle appelieren: informiert euch und vor allem redet mit eurem Arzt. Fragt andere Patienten in der Praxis was die nehmen oder andere Mitglieder in Selbsthilfegruppen. Es ist nicht jedes Medikament für jeden Patienten. Jeder ist individuell und jeder verträgt ein Medikament anders. Geht sorgfältig mit euren Medikamenten um und nehmt sie so ein, wie der Arzt es verordnet. Wenn es dann so nicht vertragen wird, informiert euren Arzt darüber und sucht mit ihm zusammen eine geeignete Lösung. Nehmt nicht einfach mehr oder setzt sie nicht einfach ab ohne mit eurem Arzt darüber zu sprechen. Ich bin der Meinung, dass es sehr wichtig ist mit seinem Arzt über seine Ängste bei bestimmten Medikamenten zu reden und zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Wenn ich Angst habe ein Medikament zu nehmen, dann sollte ich meinem Arzt das auch sagen. Vor allem wenn ich ein neues Medikament bekomme, dann sollte mein Arzt mich auch darüber aufklären.

Viele Grüße,
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offline Janne
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6 Geschrieben Sonntag, September 22, 2013 @ 19:43:46  

Hallo schnully,

ich stimme Dir zu: Man sollte als Patient aufmerksamer sein - bei allem, wo Geld mit im Spiel ist!

Lies das Buch "Patient im Visier", dann weißt Du, was ich meine.

Ich kann mich daran erinnern, dass früher unkritisch mit dem Medikament Katadolon umgegangen wurde. Als ich früher in einer Schmerzklinik war, sollte ich nach der Entlassung dieses Präparat weiter nehmen, obwohl es mir so gut ging, dass ich es meiner Meinung nach nicht brauchte. Der Chefarzt meinte, dass ich damit vielleicht eine erneute Verschlechterung hinauszögern könnte. Ich denke nicht, dass er "finanzielle" Gründe hatte, mir diese Empfehlung zu geben. Aber heute bin ich froh, dass ich auf mein Gefühl gehört habe und ihm gesagt habe, dass ich ein Medikament nur nehme, wenn ich es auch nach meiner Meinung brauche.
Wer weiß, vielleicht hätte ich dann schon ein Leberversagen?

Ich erlebe im Bekanntenkreis oft, dass Medikamente allzu unkritisch eingenommen werden, auch schon bei leichten Beschwerden. Meinen Freunden erzähle ich auch manchmal, dass verschiedene Mittel vom Markt genommen wurden und nenne auch die Gründe dafür. Einige sind dann ganz betroffen und schränken ihren Arzneimittelkonsum dann ein.

Damit meine ich natürlich nicht Menschen mit chronischen Schmerzen so wie uns.

Viele Grüße
Janne

offline schnully2908
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5 Geschrieben Sonntag, September 22, 2013 @ 13:15:10  

Hi,

Ich habe da gerade einen Bericht über Katadolon gelesen

http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/20130716.pdf

Bei manchen Mitteln die zugelassen sind, erfährt man erst hinterher die Nebenwirkungen, oder es werden im Nachhinein Studien gemacht, die solche Nebenwirkungen erst feststellen. Es gibt bestimmt viele Menschen, die nicht wissen was sie ohne dies Medikament machen sollen. Das gleiche kenne ich noch von dem Vioxx. Es hat vielen Menschen geholfen und die schwören darauf. Ich denke das jeder für sich das Nutzen und Nebenwirkungenrisiko für sich entscheiden muss. Es geht natürlich nicht mehr, wenn das Mittel vom Markt genommen wird. Aber jedes Medikament was ich verschrieben bekomme, da muss ich doch mit einverstanden sein. Und mein Arzt und ich selber sollte mich über die Nebenwirkungen informieren. Im Endeffekt muss ich doch selber entscheiden, ob ich dieses Medikament nehme oder nicht. Wir hatten gerade einen Vortrag über Schmerztherapie bei Nierenerkrankungen. Und wie es dann noch sein soll, liegt gerade eine Bekannte in der Klinik mit Nierenversagen nach der Einnahme von Morphinen als Tabletten. Da fängt man schon an nachzudenken. Mein Neffe steht gerade vor seiner zweiten Nierentransplantation, da hab ich auch schon Angst meine Medikamente zu nehmen. Aber sie helfen mir nun mal ein einigermaßen lebenswertes Leben zu führen. Ich möchte damit sagen, dass jeder für sich überlegen soll, ob er solche Medikamente nimmt oder nicht. Und vor allem, dass sich jeder informieren sollte über die Risiken die nun mal viele Medikamente mit sich bringen. Ob die Pharmaindustrie mit irgendwelchen Ärzten wirbt oder nicht, ich muss für mich und mein Wohlbefinden entscheiden. Ich kann nur sagen, seid einfach aufmerksamer und lasst euch von eurem Arzt gut aufklären.

Lg
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4 Geschrieben Sonntag, September 22, 2013 @ 10:59:21  

Hallo Cassadra,

ja, beim Flupirtin (Originalpräparat: Katadolon) gibt es eine Anwendungsbeschränkung. Es soll nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden. Dabei sollen wöchentlich die Leberwerte kontrolliert werden. Das Anwendungsgebiet soll nun die Kurzzeitbehandlung von akuten Schmerzen sein.
Bisher wurde ja (manchmal) recht unkritisch von einigen Ärzten Katadolon verschrieben.

Einige Ärzte veröffentlichten eine massive Kritik dieser Anwendungsbeschränkung. Aber auch wenn die Leberschäden recht selten auftreten: Wer möchte wegen dieser Einnahme möglicherweise eine Lebertransplantation bekommen bzw. an diesen Leberschäden versterben? Schon ein Toter ist einer zuviel!

Wir sollten uns kritisch fragen, ob es mögliche "Interessenskonflikte" für solche Kritik an diesen Anwendungsbeschränkungen gibt. Wurden in der Vergangenheit nicht gerade Präparate wie Katadolon (mit denen der Hersteller viel Geld verdiente) oft von manchen Ärzten öffentlich in Vorträgen oder in Zeitschriftenartikeln "gelobt"? Hinter solchem Lob stecken oft Zahlungen der jeweiligen Pharmafirma, also des Herstellers!

Wenn eine unabhängige Behörde, wie hier die Europäische Arzneimittelbehörde, vor der längerfristigen Einnahme von Katadolon warnt, sollte man das sehr ernst nehmen!

Bei Diclofenac gibt es Bedenken dieser Behörde wegen der Gefahr von Blutungen im Magen-Darm-Trakt und wegen möglicher Risiken im Herz-Kreislauf-System.

Macht's gut,
Janne

[geändert von Janne am Sonntag, September 22, 2013 @ 19:32:15]

offline Cassadra
neu hier


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3 Geschrieben Sonntag, September 22, 2013 @ 07:53:01  

Katadolon gegen schmerzhafte Muskelverspannungen wird auch nicht mehr verschrieben.
offline schnully2908
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2 Geschrieben Montag, Juli 22, 2013 @ 20:29:21  

Hi,

Mein Arzt erzählte mir das letzte Mal, dass Diclofenac innerhalb der nächsten fünf Jahre auch vom Markt genommen werden soll.

Viele Grüße,

[geändert von schnully2908 am Montag, Juli 22, 2013 @ 20:30:30]
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1 Geschrieben Montag, Juli 22, 2013 @ 18:48:01  

Ab 1.8.13 ruht die Zulassung für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tetrazepam. Diese Medikamente wurden bisher vor allem für schmerzhafte Muskelverspannungen oder Spastiken verschrieben. Patienten sollten mit ihrem Arzt besprechen, wie man die Therapie beendet, z. B. langsam reduzieren.
Grüße
Janne
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