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offline SUEDBALKON
hat sich eingelebt


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4 Geschrieben Sonntag, Juni 23, 2019 @ 00:28:24  

Na also, wer ist jetzt schuld?
Meine Scheidungsrichterin sagte: es gibt kein Schuldprinzip mehr, also bin ich schuld.

Town
Deine Schilderung der Schmerzen gefällt mir, denn jede dieser Beschreibungen belegen meine Schmerzen, meiner durch Idioten Arzt völlig entgleisten Op deren Brutalvorgang mir bis heute miemand glauben will,
dass der " Arzt " mir die Samenleiter rausgerissen hat. Somit die Nebenhoden aus den Hoden und die Nieren aus ihrem Nierenbett.

Und besonders blöt dran sind Männer die sexuell besonders aktiv sind, öhm waren.

Bei Ejakulation bei mir, wie wenn fast sofort ein Hydraulikventil schließt, die Ejakulation unterbricht

Warum sind eigentlich die Ärzte nicht schuld? Ich hab diesen Monat mit einem Arzt der Kommando Spezial Kräfte ( KSK ) gesprochen, also Betreuer besonders körperlich aktiven Männern.
Wenn die Kameraden jung austrainiert sind, also männlicherseits auf höchstem Punkt auch hier werden keine Hormontests gemacht.
Ich klärte Ihn über meinen Fall auf. Er meinte das sei nicht nötig da Hormonwerte sich sowieso auf und ab bewegen.
Doch bei meinem Fall könnte er meine Beweggründe verstehen.

Wollte jedoch nicht die Jungs vor den Gefahren der Vas warnen. Das hab ich dann wieder getan und verschiedene Gespräche geführt mit Elite Bw und Polizei. Selbst höhere Offiziere wurden vor Gericht ausgebremst
wie ich und sehen ihre Kinder nicht, weil die Alte es nicht will
Korrekt handelnden Personen werden vor Gericht eben abgezogen. Kenntnis aus Facebook hier Männer und Frauen gleich blöt dran.

Ergo:
Wenn Die Frau auf Abwegen ist, kannst Du sie nicht halten. Dazu brauchst Du wie vorher funktionierenden Pimmel und Eier, keine Schmerzen von Bauchnabelbis Leiste und Hoden.
Du hast einfach verloren und spielst jetzt in der Liga Behindertensex.

Solltest nur vorher deine Gelder und Wertsachen in Ordnug bringen und sichern. Meine hat immer wenn sie bei mir rumgeschleimt hat irgend ein Teil verschwinden lassen ( wollen ). Bis ich das gerafft hatte.
Das lernen Die von deren guten Freundinnen und "Freunden"

offline rm
war schon öfter hier


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3 Geschrieben Donnerstag, Juni 20, 2019 @ 13:51:52  

Naja, es ist schwierig, hier eine "Schuld" jemandem zu geben. Hauptlast am Problem tragen sicher die Urologen, die weiterhin so tun, als wäre der Eingriff unproblematisch. Wenn doch viele offizielle Seiten einiger Länder (also von den medizinischen Landesdiensten) zugeben, dass mindestens 5 Prozent der Männer nach einer Vasektomie von starken Schmerzen betroffen seien. In Deutschland reden sie von 1-14 Prozent!
Aber es ist schon so, dass heute fast die Männer mehr untendurch müssen als die Frauen. Im Moment schreit es an allen Ecken, dass die Frauen sooooo weniger Chancen hätten, dass auch das, was nun mal Frauensache wäre - nämlich die Verhütung (ich weiss, das ist ein Nachteil; dafür haben sie auch Vorteile: Wer darf das Kind meist behalten nach einer Trennung etc.?) - wie selbstverständlich auf die Männer geschoben wird. Meine meinte plötzlich, sie habe jetzt 8 Jahre verhütet, jetzt könne ich auch mal. Dabei sind acht Jahre und etwas für immer zu machen deutlich anders! trotzdem hatte ich Depp mich einverstanden erklärt, solange der Eingriff unproblematisch sei. Und das hat der Urologe ja leider garantiert! (Das dürfen sie nach wie vor in der Schweiz. Was nicht MEHR ALS 1 Prozent vorkommt, dürfen Sie verschweigen; als Grundlage gilt irgendeine Studie, meist die, die eben am wenigsten angibt - und da findet man schon eine, die sagt, es passiere nur bei einem Prozent: https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/sterilisation/mann/#c52169 )
Alles in allem: Ja, ich hatte auch Krach mit meiner Partnerin und bin jetzt mit einer anderen zusammen, die sagt, das sei ja nie und nimmer an der Frau, das zu verlangen vom Mann. Das sei wie wenn ein Mann verlangen würde, eine Frau müsse sich die Brüste vergrössern lassen - wobei man das noch rückgängig machen könne. (Verkleinern lassen würde es eher treffen! :-) )
offline TvG
neu hier


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2 Geschrieben Mittwoch, Juni 19, 2019 @ 09:27:46  

Hallo Town
Wow, das tut mir (wie bei mir und allen anderen hier) extrem leid! Nur zu Deiner Beziehung: Hat sie Dich denn gedrängt? Und hat sie immerhin die Kupferspirale versucht? Die könnte man (im Unterschied zur Vasektomie) einfach wieder rausnehmen, falls es Probleme gibt - und sie verhütet zuverlässig.
Aber wenn sie nicht gedrängt hat, würde ich ihr keine Schuld geben.

offline Town
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1 Geschrieben Dienstag, Juni 18, 2019 @ 19:20:47  

Vielleicht liest ja jemand diesen Bericht, der noch nicht in das Unglück gestürzt ist bzw. geschnitten wurde.
Es soll ein Denkanstoß sein und den Zweifler zu einem „Nein“ bewegen, für die schon Betroffenen wir es eine weitere, gruselige Lektüre sein.

Ich war sexuell immer schon sehr aktiv, zumindest seit der Zeit, die man als „Stimmbruch“ bezeichnet. Es nahm -und nimmt auch- eine großen Teil meines Lebens ein. Durch die hohe Wahrscheinlichkeit von ungewollten Schwangerschaften kam schon recht früh das Thema Vasektomie auf – es war aber für mich immer klar, dass mir niemand „da unten“ rumschnibbelt. Das war ein gesundes Bauchgefühl, denn durch eine Krampfader / Varikozele am linken Hoden in meinem 15. ten Lebensjahr (entfernt durch OP) fühlte sich die linke Seite immer etwas anders an. Nicht schlimm, aber anders. Ich hätte diese Operation also niemals gemacht und habe dies auch fast drei Jahrzehnte nicht getan.

Die änderte sich nach meiner Hochzeit. Meine Frau hatte einen schmerzhaften Schwangerschaftsabbruch, sie hat sehr gelitten. Danach kam die Spirale, welche sie nicht vertrug und Depressionen auslöste (Spirale wird auch immer gerne schnell verkauft, über die Risiken darf man sich erkundigen, wenn es einem schlecht geht). Immer mehr in den Focus einer Lösung geriet dann die Vasektomie. Ich habe es nach wie vor abgelehnt und „auf die lange Bank“ geschoben. Ich sagte meiner Frau auch, dass die OP nicht so harmlos ist, wie immer dargestellt wird. Letztendlich mündete es in einen lauten Streit, und ich fand mich im Beratungsgespräch beim Arzt wieder. Das war der erste Fehler. Der Arzt, welcher das Beratungsgespräch durchführte, war übrigens nicht der Operateur. Und meine ehemalige Varikozele stellt auch überhaupt kein Problem dar.

Die OP war entsetzlich. Teilnarkose und los ging es. Bei der rechten Seite funktionierte alles noch ganz gut, aber an der linken Seite konnte der Samenleiter nicht gefunden werden. Die Schmerzen stiegen durch das vergebliche Suchen mit einem Instrument im Hodensack, der Schnitt wurde vergrößert, immer noch erfolglos, weiteres Stochern und mehrmalige Injektionen des Narkosemittels, welches auch nicht mehr half. Kalter Schweiß überall, es war ein Horrorfilm. Alles fühlte sich falsch an. Irgendwann war die Arbeit erledigt.

Die Rekonvaleszenzphase war mehr oder weniger durchwachsen, aber nicht untypisch. Aber etwas tat weh. Die linke Seite. Dazu war der Knoten des linken Samenleiters nicht da, wo er sein sollte. Er war deutlich sichtbar am Penisschaft. Sex war unangenehm, es kamen die ersten trüben Gedanken, doch übte ich mich in Geduld. Bis zum zweiten Termin / Nachuntersuchung ein halbes Jahr später hatte ich ein Ziehen im linken Hoden, besonders während des GV‘s, und ein unangenehmes Gefühl nach einer Ejakulation. Jetzt hieß es, dass ich noch abwarten sollte – ein halbes Jahr. Es hat mit dem Schmerzgedächtnis zu tun, und ich solle einfach nicht daran denken.
Ob ich so einen Tip auch erhalte, wenn ich mir ein Messer in das Bein ramme? Habe ich nach dem Entfernen des Messers nur Phantomschmerzen? Der Knoten am Schaft könne nachoperiert werden, sofern er nicht verschwindet (er ist verschwunden und in den Hodensack abgestiegen).

Ab diesem Punkt wurden die Gedanken zu meinem Ableben immer häufiger – und konkreter. Auch der Ärger und die Wut wuchsen. Denn ich habe diese OP ohne Not durchführen lassen, und mein Leben ist nicht mehr das, was es vorher war. Dazu kommt und kam, dass ich meiner Frau Mitschuld an dieser Misere gebe.
Ich habe mir gesagt, dass ich jetzt noch ein halbes Jahr abwarte, aber so lange brauchte ich nicht warten. Es kam eine Ejakulation, und eine halbe Stunde später lag ich vor Schmerzen gelähmt im Bett. Es war ein Samstag. Zwei glühende Eisenstangen wurden mir von unten Richtung Nieren geschoben, so fühlte es ich an. Akut dauerte das bis Sonntagnachmittag.

Bin am Montag direkt zum Arzt, und (zum Glück) wurde festgestellt, dass hier etwas nicht stimmt. Es befand sich etwas im Hodensack, was da nicht hingehörte. Und schon hatte ich den nächsten OP-Termin.
Bis zu diesem Termin habe ich mich wieder mit meinem Suizid beschäftigt, und dies auch meiner Frau mitgeteilt. Sollte diese OP nichts wesentlich verändern, so war dies das letzte Jahr für mich. Es fühlte sich auch so an, als sei es nicht schwer. Lieber in Stolz und Würde gehen, als so weiterzuleben.

Übrigens gab es auch zwei Ejakulationen, wo nichts – gar nichts ! herauskam. Alles neue Realitäten mit Hang zum Bodenlosen.

Die kommende OP hatte ich unter Vollnarkose. Es wurde eine Zyste im Hodensack entfernt, die wohl auch noch ein Kalkskelett hatte. Tatsächlich stellte sich eine massive Besserung ein. Aber nicht 100%-ig. Der linke Hoden zieht immer noch, und an manchen Tagen schmerzt der Knoten des linken Samenleiters. Im Vorleben hatte ich -wenn es mit der Partnerin passte- Sex im 2-stelligen Bereich pro Tag. Jetzt ist 3x schon viel, danach stellt sich ein unangenehmes Gefühl ein.

Heute, ein halbes Jahr nach der Letzen OP, hatte ich einen Termin bei einem anderen Urologen. Er sah sich das an und stellte direkt mit dem Auge fest, dass der linke Nebenhoden geschwollen ist. Ich produziere wohl immer noch mehr Spermien, als absorbiert werden können.

Diese OP ist dabei, meine Beziehung zu zerstören. Mein Unterbewusstsein steuert wesentlich mehr, als ich mir das hätte in dieser Angelegenheit vorstellen können. Rational und emotional stehe ich zu meiner Frau, aber es wird immer schwerer, mich ihr körperlich zu nähern. Ich will es, aber etwas in mir verweigert sich. Es ist der Teil von mir, welcher ihr „Schuld“ gibt und sie „bestrafen“ möchte. Sie empfindet auch diese Schuldgefühle, und nicht wenig Tränen sind die letzen Wochen geflossen. Ich bin bemüht, einen Weg aus dieser Misere zu finden. Ich denke an Paare, die eine Fehlgeburt erlebt haben und sich meist trennen. Schuld spielt hier immer eine Rolle, auch und gerade weil sie nicht rational ist. Derzeit haben wir ein so gestörtes Verhältnis dass die Tendenz in mir erwächst, mit einem Menschen zu leben, der von alldem nichts mitbekommen hat, also auch unbeteiligt war. Mal sehen, es liegt hier noch viel Arbeit vor mir. Und vielleicht ja auch noch eine OP.

Es war, neben der ersten Zigarette, DIE falscheste Entscheidung meines Lebens. Mach‘ es besser!


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