2 Geschrieben Mittwoch, Januar 7, 2009 @ 14:35:40
Hi Kerstin,
du bist ja wirklich eine Schreibhexe - toll, wieviel Energie du in deine Umstellungspläne hineinsteckst.
Das "Naturalmente" in Berlin-Charlottenburg ist ein sehr guter Tipp. Während meiner Kochausbildung habe ich dort unter Hans Schmid, Angela Agathi und Ken Prange mein Praktikum gemacht und habe viel von ihnen gelernt. Angela war früher übrigens zwei Jahre Assistentin von Cornellia Aihara, einer der großen alten Lehrer aus der Makrowelt. Später waren wir alle zusammen im Vorstand des Vereins "Makrobiotik in Berlin", und inzwischen sind Angela und Ken in Schottland und kochen und arbeiten für das Deeksha-Zentrum in Penninghame (dort findet auch das One-World-Festival der englischen Makrobiotikszene statt). Angela ist Headcook beim jährlichen Festival, einmal über Pfingsten in Schottland und einmal Anfang August in England. Infos zum Festival und Fotos vom Zentrum und vom Festival findest du übrigens hier: http://www.sturmruhe.de/makro/oneworld.htm. Vielleicht hast du ja später einmal Lust teilzunehmen, entweder als zahlender Gast oder auch als Küchenhilfe, Kinderbetreuerin oder Sitestaff. Du triffst dort Makrobioten und andere gesundheitsinteressierte Menschen aus aller Welt, die dort gemeinsam lernen und sich austauschen, und das bei makrobiotischer Verpflegung dreimal am Tag. Das Essen wrid übrigens unter der Leitung von Angela aus dem Naturalmente gekocht - ihre Küche ist toll - makrobiotisch mit italienischem Einschlag.
Und da sind wir wieder beim Naturalmente. Der Mittagstisch in der Woche besteht aus einem makrobiotischen Teller, zu dem du zusätzlich Suppe und Nachtisch ordern kannst. Man sitzt gemütlich um Holztische herum, ein Raum hat freien Blick auf das Leben draußen vor den beiden großen Fenstern. Die Küche im Naturalmente war immer sehr lecker, vor allem der ausgiebige Sonntagsbrunch. Da gibt es zwei Versionen: All you can eat vom Buffet, mit vegetarischem Proteinangebot und Fisch, und für einen Tellerpreis kannst du dir von allem einmalig etwas auflegen. Letzteres ist gut für den kleineren Hunger (und Geldbeutel). Als ich noch in Berlin lebte, lag meine Wohnung beinahe um die Ecke - in 10 Minuten konnte ich das Restaurant zu Fuß erreichen, und so habe ich häufig und gerne dort gegessen. Schade, dass wir ein solches Restaurant hier in Hamburg nicht haben.
In Köln gibt es auch eins, über das ich viel Gutes gehört habe: das Restaurant Melisse, das zum Makrobiotikzentrum Sonnenblume gehört: http://www.makrobiotik-zentrum.de.
Wenn du Restaurants oder Angebote für makrobiotischen Mittagstisch in Deutschland suchst, schau doch mal im Terminkalender von "Das große Leben" nach - dort sind die wichtigsten Adressen aller Anbieter rund um die Makrobiotik verzeichnet: http://www.das-grosse-leben.de/.
So, ich muss wieder weiter machen. Schreib weiter so fleißlig, und vielleicht hast du ja Freunde und Bekannte, die sich ebenfalls für gesunde Ernährung (und unser Forum) interessieren könnten. Dann schick' Ihnen einfach den Link und lad' sie zu uns ein. Steter Tropfen höhlt den Stein, man braucht Geduld, wenn man anderen Menschen das wegnehmen will, was ihre Verbindung mit der Kinderzeit ist: ihr gewohntes Essen. Deshalb versuche ich oft, herkömmliche Gerichte, die für viele Menschen traditionell sonntags oder an Feiertagen im Familienkreis gegessen wurden, makrobiotisch umzuarbeiten. Dann ist das Gefühl des Verzichtenmüssens nicht so stark, und viele versuchen es zumindest mal. Wir nehmen ihnen damit nichts weg, sondern geben ihnen stattdessen etwas Neues, das auch noch lecker schmeckt. Besonders Seitangerichte - siehe z.B. http://www.sturmruhe.de/makro/seitan/indexseitan.html - sind dafür gut geeignet, weil Seitan eine fleischähnliche Konsistenz hat, so aussieht wie Fleisch und auch so gewürzt werden kann. Wenn man erstmal aus dem Teufelskreis der herkömmlichen Küche heraus ist, lernt man auch die anderen Proteinvarianten wie Tofu, Tempeh, Fu und Hülsenfrüchte lecker zuzubereiten und zu schätzen.
In diesem Sinne wünsche ich dir gutes Gelingen
Marion 
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"You don't get to choose how you're going to die. Or when. You can only decide how you're going to live. Now." Joan Baez, Singer, Songwriter and Activist