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Autor Beiträge
offline Steve
Command Sergeant Major


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1 Geschrieben Samstag, Februar 14, 2009 @ 15:56:22  

Hallo, hallo, wie verhält man sich am besten, wenn die neue Freundin keine Lust auf Makrobiotik hat und partout nicht mitziehen will? Ich finde das sehr schwierig. Kennt jemand von euch das Problem, und wie geht ihr damit um?

Gruß, Steve {#emotions_dlg.emo_stress}


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Des einen Leid ist des andern Freud {#emotions_dlg.emo_wink}


offline Karin
Sergeant First Class


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2 Geschrieben Samstag, Februar 14, 2009 @ 16:12:34  

Tja, das Problem habe ich mit der besseren Hälfte auch. Das gibt schon ein Organisationsproblem, deshalb eiere ich ja auch noch so halb und halb rum. Wäre einfacher, wenn ich die 'alten' Sachen einfach komplett rauswerfen könnte, anstatt die Versuchung immer vor der Nase zu haben. Es gibt Makrobioten, die sagen, das geht gar nicht, zwei so verschiedene Philosophien gehen nicht zusammen. Ich denke, man muss es trotzdem probieren. Am überzeugendsten ist es wohl, wenn man auch mit Makro-Zutaten leckere Gerichte macht, das kommt an. Und wenn der andere dann partout noch seine tierischen Produkte essen will - lass ihn. Hier bei uns isst er Suppen, Seitan und sowas mit, besteht nur auf sein Stück Fleisch und Kartoffeln. Das kriege ich meistens hin, auch wenn einige Gerichte schon nicht mehr auf dem Plan stehen, weil sie sich für eine Person einfach nicht lohnen.

Aber ich würde auch gern wissen, wie die anderen damit umgehen - wenn sie das Problem denn haben. Denn die Frage stellt sich wohl bei vielen.


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What has a front has a back - and the bigger the front, the bigger the back! (Dirk Benedict in 'Confessions of a Kamikaze Cowboy')  

 


offline Kerstin
Second Lieutenant


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3 Geschrieben Sonntag, Februar 15, 2009 @ 18:18:34  

Hallo Steve,

das ist natürlich ein großes Problem. Ich habe keinen Partner und kann mich essenstechnisch voll austoben. Die Lösung liegt in meinen Augen in der Vielfalt der Zubereitungsart. Erkunde was sie gerne ist und versuche, diese Speisen makrobiotisch zu wandeln. Diese Vorgehensweise bedarf natürlich einiger Erfahrungen - die kannst Du erlangen. Vielleicht ist es auch hilfreich, das Thema MB verbal nicht zu intensiv an den Partner heranzubringen. Denn viele können damit nichts anfangen und schalten direkt auf stur. Wenn ich oftmals sage was ich nicht esse kommt sofort die Frage: "Ja und was isst Du denn noch?". Bei dieser Frage gucke ich dann wie ein Auto, da ich diese Gegenfrage nicht verstehe - mein Kühlschrank und meine Teller sind immer gut und reichlich gefüllt.

Jetzt am Valentinswochenende habe ich für meine Mutter gekocht, die nicht MB ist:

Samstag:     Vorspeise        Posteleinsalat mit Jacobsmuscheln              Hauptgericht:  Risotto mit Gemüse, Garnelen und Heilbutt

Sonntag:     Vorspeise         Posteleinsalat mit gebr. Austernpilzen          Hauptgericht: gebr. Polentascheiben (vorher in Misosuppe gegart), gedünsteter Broccoli mit Sesam, gebratener Seeteufel.

Dazu selbstgebackenes Brot und eingelegter Rettich.

Würde so etwas Deiner Freundin nicht schmecken?

Bleib am Ball, redet miteinander und noch besser, kocht zusammen.

Liebe Grüße, Kerstin

 


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 senza pietà


offline Steve
Command Sergeant Major


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Beiträge: 426

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4 Geschrieben Dienstag, Februar 17, 2009 @ 22:32:53  

Hallo Kerstin,

deine beiden WE-Menüpläne lassen mir das Wasser im Munde zusammen laufen. Du hast völlig Recht: Nicht reden, TUN. Genau das habe ich mir auch gedacht. Meine Freundin mag gern Süßes, und sie war am Meckern, weil ich den Zucker aus meiner Küche verbannt habe. Als ich sie dann aber mit Marion's Apfelkuchen gefüttert habe, war sie halbwegs gnädig gestimmt. Ich denke, wenn ich deiner Vorgehensweise mit deiner Mutter ein wenig nachfolge und ihre Lieblingsgerichte einfach makrobiotisch nachvollziehe, könnte ich sie zumindest ab und zu zum Mitessen bewegen. Na ja, erstmal muss ich ein bisschen mehr Erfahrung bekommen. Aber das kommt mit der Praxis. Ach wie gut, dass es hier Gleichgesinnte gibt, da steht man nicht wie der Ochs vorm Berge, wenn das ganze Leben aus den Fugen geht (essenstechnisch, meine ich). Ist schon beruhigend zu wissen, dass ihr das auch alle durchgemacht habt oder gerade in derstelben Situation seid.

Hallo Karin,

machst du für deinen Mann wirklich etwas extra? Ich wollte neulich für meine Freundin Fleisch machen, aber ich habe es nur mit Mühe fertig gebracht das rohe Hühnchen zu zerlegen. Nicht weil ich es nicht mehr konnte, sondern weil ich mir vorgestellt habe, dass dieses Stück Fleisch mit Knochen und Haut einmal gelebt hat, und plötzlich war es mir unmöglich da reinzuschneiden. Irgend etwas hat sich in mir verändert. Kann noch nicht sagen, was da passiert ist, es kam ganz unerwartet. Ich habe ja bis vor kurzem noch Fleisch gegessen. Meine Freundin fand das merkwürdig. Sie meinte, ich solle mal aufpassen, dass ich mich nicht von der Gesellschaft komplett entferne. Nee, das habe ich gar nicht vor, ich will mich aber auch nicht zwingen lassen Fleisch zu verarbeiten. Mir geht es viel besser ohne. Ich habe meine Freundin gebeten, ihr Fleisch selber zuzubereiten, wenn sie bei mir ist und etwas anderes essen möchte als ich.

Also, so ganz problemlos wird die ganze Sache wohl nicht abgehen {#emotions_dlg.emo_stress}, aber ich arbeite dran.

Ich wünsch euch was!

LG Steve {#emotions_dlg.emo_biggrin}


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Des einen Leid ist des andern Freud {#emotions_dlg.emo_wink}


offline Karin
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5 Geschrieben Mittwoch, Februar 18, 2009 @ 13:14:59  

Hallo Steve,

solche Probleme wie du mit dem Hähnchen hatte ich bisher zum Glück nicht. Mir bleibt doch gar nichts anderes übrig, als zwei verschiedene Essen zu machen. Er will sein Fleisch und seine Karoffeln, mit Reis und Tofu kann ich ihn nicht abspeisen. Und ich bin nicht so ganz willens, der Makrobiotik meine bisher glückliche Ehe zu opfern... Einig sind wir uns zum Glück bei Suppen, in denen akzeptiert er sogar die Algen Lächelnd So ganz einfach ist das wirklich nicht und ich bin auch kein begnadeter oder begeisterter Koch, deshalb eiere ich ja auch noch ziemlich rum mit der ganzen Organisation. Trotzdem, muss irgendwie gehen und ich bin sicher, dass wir das beide noch hinkriegen mit unseren störrischen Partnern {#emotions_dlg.emo_wink} Die wollen sich vielleicht nicht zwingen lassen, aber das müssen wir auch nicht, oder? So wie die erwarten, dass wir deren Lebensweise akzeptieren, so können wir auch erwarten, dass sie unsere anerkennen.


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offline Agape
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6 Geschrieben Mittwoch, Februar 18, 2009 @ 14:13:59  

Quote:
Erstellt von Karin

Hallo Steve,

solche Probleme wie du mit dem Hähnchen hatte ich bisher zum Glück nicht. Mir bleibt doch gar nichts anderes übrig, als zwei verschiedene Essen zu machen. Er will sein Fleisch und seine Karoffeln, mit Reis und Tofu kann ich ihn nicht abspeisen. Und ich bin nicht so ganz willens, der Makrobiotik meine bisher glückliche Ehe zu opfern...

Hi Steve und Karin,

bei mir war es ähnlich - ich konnte nach der Umstellung auf Makrobiotik nur mit Mühe mit Fleisch umgehen, wenn ich für meinen Sohn etwas anderes machen wollte als für mich. Ich habe ihm das gesagt, was du auch meinst, liebe Karin: Ich akzeptiere deine Essweise, bitte respektiere du auch meine. Und dann habe ich ihm einen Kochkurs für Normalkost gegeben {#emotions_dlg.emo_blush}. Geht natürlich bei Söhnen und Töchtern, kommt nicht so gut bei Ehemännern Unschuldig. Vorher haben wir viel indisch, chinesisch und thailändisch gekocht, weil wir so lange dort gelebt haben, und natürlich immer mit Fleisch. Da diese Gerichte außer dem Fleisch aber auch so viele Gewürze brauchten, wollte ich so nicht mehr essen, es war einfach auf Dauer nicht gut für mich. So habe ich ihm unsere bis dahin heiß geliebten Gerichte beigebracht, und heute ist er ein toller Koch - gut für seine jeweiligen Freundinnen und seinen Mitbewohner. Das kann man aber natürlich mit einem Ehemann nicht machen. Mein Sohn hat das damals schon als Liebesentzug empfunden, wieviel mehr muss es einen Ehepartner vor den Kopf stoßen, wenn er plötzlich sein Essen selber machen soll. Dieser Weg geht wohl für euch nicht. Aber vielleicht findet ihr ja einen Weg. Ich habe z.B. mal einen Kochkurs bei einer jungen Frau zu Hause gegeben, ein ganzes WE lang, und sie hat ihren eigentlich sehr unwilligen Mann dazu eingeladen. Wir haben gemeinsam gekocht und gegessen, Fragen gestellt und beantwortet, und nun ist er ziemlich positiv eingestellt - kriegt aber auch hin und wieder seine Extras. Das funtkioniert gut.

In meiner eigenen Beziehung lief es damals ähnlich. Mein damaliger Freund war Holländer, lang, dünn, Haare bis zum Po, Jung-Hippy. Er lebte in Amsterdam und kiffte, soff, aß Unmengen an Käse, regelmäßig Fleisch... dem habe ich eine Beratung mit Steven Acuff spendiert, und danach haben wir einen Win-Win-Weg gefunden für die Zeit, in der wir zusammen waren. Bestimmt hat er noch Käse gegessen, wenn ich nicht in Amsterdam war, aber keinen Zucker mehr, keine Milch, wenig Fleisch, mehr Fisch. Das Rauchen wurde weniger, der Alkohol und das Kiffen, wenn ich dort war, auch. Wie es heute ist, weiß ich allerdings nicht. Aber damals ging es uns ganz gut damit. 

Essen ist nach wie vor stark umweltgeprägt, auch familiengeprägt, Gewohnheiten, gemischt mit emotionalen Befindlichkeiten. Da braucht es Geduld, wenn wir etwas ändern wollen. Eigentlich können wir nur eins ändern: uns selber. Und dann müssen wir abwarten, ob die anderen uns so noch akzeptieren und haben wollen. Als Ehepartner geht man natürlich nicht das Risiko ein, eine glückliche Ehe auf den Prüfstand zu stellen. Das verstehe ich gut.

Steve, du bist doch noch nicht so lange mit deiner Freundin zusammen, oder? Kennt sie dich noch als Fleischesser?

So, jetzt muss ich los, mein neues Handy wartet. Euch erstmal liebe Grüße!

Marion {#emotions_dlg.emo_biggrin}

 


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"You don't get to choose how you're going to die. Or when. You can only decide how you're going to live. Now." Joan Baez, Singer, Songwriter and Activist


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