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Autor Beiträge
offline Kerstin
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1 Geschrieben Sonntag, Januar 25, 2009 @ 21:00:19  

Hallo zusammen,

hier eine kleine Anregung, wie ich meine Mutter als nicht MB an das Essen heranführe.

Ich war am Samstag mit meiner Mutter unterwegs und sie wollte unbedingt, dass ich für sie am Samstagabend noch einen kleinen Snack mit Jacobsmuscheln und am Sonntag eine Dorade mache. Dies ist gar nicht so einfach, da meine Mutter eine konservative Esserin ist.

Den Snack habe ich wie folgt gemacht:

- Meeresgemüse eingeweicht nach ca. 20 Minuten gekocht. Dann in ein Sieb geschüttet und erst einmal beiseite gestellt.

- Muscheln in Shoyu mariniert.

- Pro Muschel einen kleinen Kreis aus "meinem" Vollkornbrot gestochen und diese knusprig angebraten. Danach ein bisschen Ume-Paste darauf gegstrichen.

- Die Jacobsmuscheln in wenig Olivenöl braten und das Meeresgemüse daneben.

Anrichten: einen Brotkreis, darauf gemischte Sprossen (Quinoa, Linsen, Weizen und Sango), darauf die Muschel und zum Schluss ein bisschen von dem gebratenem Meeresgemüse + frischer Pfeffer. Dazu habe ich Vollkornbrot gereicht.

Am Sonntag:

Dorade - erst einmal auf Wunsch meiner Mutter Kopf und Schwanz ab. Normalerweise nutze ich die Karkassen für einen Fond. Doch diesmal habe ich mir einen Spaß daraus gemacht und alles auf ein Schälchen nach draußen gestellt. Kurze Zeit darauf stritten sich einige Katzen darum. Ein schönes Spektakel.

Weiter zum Fisch. salzen und pfeffern von innen und außen. In den Bauch eingeweichtes Meeresgemüse (man kann auch eine andere Algensorte wählen, die hatte ich nunmal mitgenommen), frischen Salbei, Knoblauch und eine dünne Zitronenscheibe in zwei Hälften geschnitten. Die vorher mit Olivenöl ausgestrichene Auflaufform in dem nun der Fisch liegt mit etwas Gemüsebrühe füllen (ich habe keinen Kohl für die Brühe verwendet, da der zu geschmacksintensiv ist). Nicht zuviel von der Brühe, da sie nur verhindern soll, dass der Fisch nicht zu trocken wird. Der Gemüsebrühe habe ich vorher einwenig Miso hinzugefügt. In die Form habe ich noch drei kleine Cherrytomaten für meine Mama im Ganzen gelegt. Ab in den Ofen bei 200 Grad. Die Garzeit ist abhängig von der Fischgröße. Ich habe ca. 10 Minuten mit Deckel und weitere 20 Minuten offen gewählt.

Dazu gab es Vollkornreis und gedünstete Zucchini. Mit einer halbierten Zitrone konnte jeder nach Gusto die Säure bei dem Fisch selber bestimmen.

Da ich keine "Süße" bin, gibt es bei mir kein Dessert.

Meiner Mama hat es geschmeckt.

Habt Ihr für mich Rezepte oder auch nur Anregungen?

Liebe Grüße, Kerstin

 

 

 


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offline Agape
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2 Geschrieben Montag, Januar 26, 2009 @ 00:54:06  

Kerstin, deine Ideen gefallen mir sehr gut - vor allem der Brotkreis mit den Jakobsmuscheln lässt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ich mag es, wenn das Essen nicht nur ein Gaumen-, sondern auch ein Augenschmaus ist.

Die Dorade war sicher auch sehr lecker. Wie hat der Fisch in Verbindung mit der Alge im Bauch geschmeckt - und welches Meeresgemüse hast du verwendet? Die Gewürzmischung mit Salbei, Knoblauch und Zitrone kann ich mir gut vorstellen, und auch die Zusammenstellung mit Reis und Zuccini. Hmmmm. 

Ein Tipp: Karen Acuff hat uns in der Kochschule geraten, immer entweder Fisch oder Algen zu verwenden, weil beide aus dem Meer kommen und vor allem beide viel Salz brauchen. Sie hat z.B. nie Algen in die Fischsuppe getan. Bei der Menüplanung geht es darum, ein Gericht mit salzig-würziger Betonung, eins mit süßem Geschmack (Wurzelgemüse, Zwiebeln), eins mit exotischer Note und ansonsten mit sauer, bitter und scharf Akzente zu setzen. Das aber nur am Rande, und natürlich kann man es auch anders machen. Karen ging es hauptsächlich darum, nicht zwei salzbetonte Gerichte - Fisch und ein Algengericht - gemeinsam zu servieren. 


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"You don't get to choose how you're going to die. Or when. You can only decide how you're going to live. Now." Joan Baez, Singer, Songwriter and Activist


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3 Geschrieben Montag, Januar 26, 2009 @ 01:45:12  

Hallo Marion,

was ich als Meeresgemüse bezeichnet habe ist "Meeressalat" eine Mischung französischer Meeresalgen bestehend aus Dulse, Nori und Meereslattich. Diese Algensorte habe ich gewählt, da sie sehr dezent schmeckt - genau das richtige für meine Mutter. In meinen Augen also auch ideal für Algenanfänger.

Algen ohne Fisch - da habe ich ein Problem. Meistens esse ich zwar fischlose Sushi, da ich nicht immer den entsprechenden frischen Fisch bekomme. Aber Sushi (Maki, Nigiri, ...) sind für mich mit rohem Fisch das Non Plus Ultra.

z. Zt. esse ich immer eine kleine Portion eingelegten Ingwer (leider gekauft - mein Pickle mit Kohl und Ingwer braucht noch ca. 3 Tage) zu jedem Gang. Das ist nichts für meine Mutter. Ich habe es lieben gelernt, denn beim ersten Mal in einem japanischen Restaurant hatte ich das Gefühl, einen kalten nassen Waschlappen im Mund zu haben. Heute kann ich mich da hineinsetzen.

Als nächstes steht Fingerfood auf meinem Plan. Dein Zwiebelkuchen mit Bohnen hat mich dazu angeregt. In meinen Miniförmchen werde ich Zwiebelkuchen und/oder eine Variation einer Quiche machen. Die lassen sich dann auch prima mit ins Büro nehmen. Die Bohnen habe ich schon mal ins Wasser gelegt.

Was mich ungemein wundert ist, dass ich seit der Nahrungsumstellung weniger esse. Bitte nicht falsch verstehen, das Essen schmeckt mir ausgezeichnet aber im Gegensatz zu früher habe ich ein Sättigungsgefühl. Das hält auch an. Irgendwelche Gelüste überkommen mich auch nicht. Woran mag das liegen?

Schlaflos in NRW - Liebe Grüße, Kerstin

 


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4 Geschrieben Montag, Januar 26, 2009 @ 14:20:36  

Hi Kerstin,

du scheinst ja genauso eine Nachteule zu sein, wie ich!

Ja, gerade Dulse kann man Algenanfängern sehr gut unterschieben, sie schmeckt sehr dezent.

Algen ohne Fisch - da habe ich ein Problem. Meistens esse ich zwar fischlose Sushi, da ich nicht immer den entsprechenden frischen Fisch bekomme. Aber Sushi (Maki, Nigiri, ...) sind für mich mit rohem Fisch das Non Plus Ultra.

Nein, Sushi sind damit auch nicht gemeint, da genört einfach Fisch dazu - auch wenn ich leckere fischlose Sushi kenne, mit Gemüse, Tofu, Tempeh, Seitan, Wasabipaste, Umepase, Basilikum-Senfpaste - da gibt es viele Variationen.

Karen meinte eher, dass man einem Fischgericht keine Algenmahlzeit gegenüberstellen sollte, z.B. Aramé mit Mandeln, oder Hiziki, oder Kombu mit Pilzen - diese Gerichte brauchen verhältnismäßig viel Salz, wie auch der Fisch, und von daher wäre dann ein Yang-Übergewicht in der Gesamtmahlzeit vorhanden. Sie hielt auch nichts davon, Fisch mit Algen gemeinsam zuzubereiten. Aber wie gesagt,  das bleibt jedem selbst überlassen. Viele Köche verderben den Brei. Lass' dich also nicht verunsichern. Wenn es dir schmeckt und gut tut, ist es richtig für dich.

Und was Karen betrifft: Sie mochte überhaupt keine Wakame, und so gab es in Björklykkan auch niemals Misosuppe mit Wakame, wenn Karen im Hause war. Dennoch heißt es überall: Wakame gehört in die Misosuppe. Karen sagte, nein, bei mir nicht, und so blieb es dabei. Ich finde, gerade deshalb war sie für mich die perfekte Lehrerin. So mach' ich das nämlich auch. Hör auf deine Intuition - die wird dich schon richtig beraten.

Liebe Grüße {#}
Marion 


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