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Autor Beiträge
offline Kerstin
Second Lieutenant


Geschlecht: weiblich
aus: NRW
Registriert: Jan 2009
Geburtsdatum: 02-11-
Beiträge: 669

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1 Geschrieben Sonntag, März 1, 2009 @ 18:55:40  

Hallo zusammen,

es ist jetzt wirklich ein heikles Thema und ich möchte keinem zu Nahe treten.

Mir ist aufgefallen, dass die Menschen, die eine gesunde Ernährung praktizieren, dies oftmals aus zwei Gründen tun.

1. Krankheit/Gesundheit: Sie tun es als gesundheitliche Präventivmaßnahme oder weil das bestehende Krankheitsbild dazu zwingt.

2. Weil sie ernährungsbewusst sind.

Bei Punkt zwei handelt es sich aus meinem Wissen heraus oftmals um Menschen, die eine höhere Schulbildung haben.

Lieg ich das falsch?

Ich war völlig überrascht, das z. B. Jamie Oliver die Schulverpflegung in England reformieren wollte (bzw. musste). Mir kam gar nicht in den Sinn, dass ein staatlich gefördertes Essen so miserabel sein kann. Wie können wir eine gute Entwicklung und Leistung bei unseren Kindern erwarten, wenn sie nicht die entsprechende Grundausrüstung erhalten? Die Ernährung hat nun mal Einfluss auf unsere Entwicklung, Leistung, Konzentration, ....

Gesundheitsreform hin oder her. Wo ist die Reform? Letztendlich werden doch nur Gelder von links nach rechts verschoben. Von einer staatlich geförderten Gesundheitsernährung (losgelöst von der Nahrungsmittelindustrie bzw. wirtschaftlichen Vorteilen ) habe ich noch nichts gehört. Jeder Ernährungsberater erzählt was anderes. Vielleicht je nachdem, wer sein Studium finanziert hat - "in die Hand, die mich füttert beiße ich nicht".

Gesundheitsreform heißst für mich, dass ich losgelöst von wirtschaftlichen Interessen aufklären und fördern sollte. Die monetären Einsparungen wären gigantisch.

Aber z. Zt. muss sich jeder selber informieren und es eigenhändig umsetzen. Das macht die Masse nicht.

Wie seht Ihr das?

Liebe Grüße, Kerstin


offline Agape
Board Owner


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Registriert: Dez 2008
Geburtsdatum: 05-01-
Beiträge: 1177

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2 Geschrieben Sonntag, März 1, 2009 @ 19:40:12  

Hi Kerstin, 

ich teile deinen Eindruck. Die einen sehen die Makrobiotik als letzten Strohhalm (viele Krebspatienten z.B.), oder auch als eine Art zeitlich begrenzte Diät zum Gesundwerden, aber hinterher darf man wieder. Und andere haben begriffen, dass sie besser einen Schritt zurück machen in Richtung unserer traditionellen, ehemals gesunden Ernährung. Die bleiben meistens dabei. Dann gibt's aber auch welche, die erstmal aus gesundheitlichen Gründen damit beginnen, dann aber merken, was sich alles an Positivem daraus ergibt. Die bleiben auch dabei, weil sie bereit sind in sich hinein zu spüren.

Ich war fassungslos, als ich zum ersten Mal mitbekam, was in englischen Schulkantinen angeboten wurde: Meat Pie, Chips, Apple Pie, Fisch & Chips - all so'n Zeugs, kein frisches Obst, kaum Gemüse, wenn dann totgekocht, einfach nur furchtbar. Und die Kids? 1/3 davon übergewichtig. Die Snacks zwischendurch kamen dann aus dem Automaten: alle möglichen Süßriegel u.ä., massenhaft Zucker drinnen. Dazu: Cola, Fanta & Co. Zuhause bei Muttern gibt es oft nichts anderes. Deshalb sind ja viele Mütter auch in die Schulen gerannt und haben ihren "armen" Kids Pommes durch den Zaun gereicht, als die Reform in Gang kam. Unglaublich. Und diese Mütter selber stark übergewichtig. Du hast völlig Recht, viele dieser Mütter kamen aus der weniger gebildeten Bevölkerung, die sich z.T. auch Naturkost oder die ganzen Makrosachen sowieso nicht leisten zu können meinen - oder es auch wirklich nicht können. Jedoch: Man kann Makrobiotik auch ohne die Makroartikel praktizieren. Getreide, Bohnen, frisches und wechselndes Gemüse, frische Kräuter, ab und zu Fisch - schon bist du gesund ernährt. Und preiswert ernährt. Und satt.

Als ich in Australien lebte, habe ich mein Englischstudium damit finanziert, dass ich in einem französischen Takeaway Shop als Sandwichhand arbeitete. Das Lieblings-Sandwich der Kids und ihrer Daddies aus den unteren Bevölkerungsgruppen war folgendes: Eine Scheibe weißes, getoastetes Brot, Butter, eine Lage Pommes, ein Spiegelei darauf, zwei Scheiben Bacon darüber, Ketchup, nein, bitte kein Salatblatt, eine weitere Scheibe weißen Toast obendrüber. Und nach der Schule holten sich die Kids einen Meatpie (Fleischpastete aus der Mikrowelle) und eine große Portion Pommes - und jetzt kommt der Brüller: Bitte mit Essig, keine Mayo. Der Essig macht nämlich nicht dick. ROFL. Aber runtergespült wurde mit Coke.

Die Ladies aus dem Bankenviertel und ihre Kids aßen da bewusster: Vogels Bread stand für Vollkorntoastbrot, eine deutsche Marke. Ganz dünn Mayo drauf, dann Salat. Das Salad Sandwich erfreute sich unter diesen Ladies großer Beliebtheit. Oder auch ganz fein gezupfte Hühnerbrust (damit war ich morgens Stunden beschäftigt, die übriggebliebenen Brathühner auseinanderzuzupfen). Oder auch grated cheese - ganz fein geriebener Käse, das hat viel Volumen, aber wenn man es zusammendrückt, ist es nur eine dünne Scheibe. Dazu gab's dann eine Vanillajoghurt - damals DIE Neuheit. Schon sehr spannend, die Ernährungsgewohnheiten der verschiedenen Klassen.

Wenn ich beim One-World-Festival bin, sieht man eher die gesundheitsbewussten Leute, aber sobald man sich von der campsite entfernt, trifft man sie, die Ernährungsfreaks der dritten Art. Natürlich auch andere, es gibt inzwischen eine ganze Menge ernährungsbewusster Menschen in England. Aber eben auch viele Uninteressierte.

Wie bei uns hier in Deutschland. Ein Grund für meine Homepage und dieses Forum ist genau der: Information, Unterstützung für diejenigen zu geben, die etwas ändern wollen. Wir müssen klein anfangen, das greift vielleicht nur bei ein paar Leuten, aber die tragen es weiter, und dann sind da wieder ein paar mehr, die etwas ändern wollen, und plötzlich akkumuliert sich das zu einer starken Gruppe, die etwas bewirken kann. Wir hier tun einen wichtigen Schritt. Laurence z.B. haben wir schon "infiziert". Gut S. Freundin leider nicht, aber wer weiß, wer unsere Ergüsse hier liest und dann den nächsten Schritt macht? Ich sehe ja immer, wieviele unsichtbare Gäste hier sind, und wieviele von denen sich hinterher mit sturmruhe.de verbinden (zeigt meine Statistik an). Also, wir sind da schon ganz gut dabei.

So, und jetzt muss ich erstmal. Hab' noch einiges zu tun - Unterricht vorbereiten für morgen, z.B..

Erstmal liebe Grüße
Marion
{#emotions_dlg.emo_smile}


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"You don't get to choose how you're going to die. Or when. You can only decide how you're going to live. Now." Joan Baez, Singer, Songwriter and Activist


offline heja4711
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3 Geschrieben Sonntag, März 1, 2009 @ 21:43:50  

Also, ich denke bei denen, dies verstanden haben zum einen und dann die bei denen auch noch Erfolge eingetreten sind, die bleiben dabei und erzählen es auch positiv weiter. Mein Grundgedanke war, wenn ich nichts oder nur wenig Schädliches in meinen Körper "reintue" dann hat wesentlich mehr Zeit und Energie um sich um die wichtigen Dinge, nämlich Krankheiten und Bakterien abzuwehren, zu kümmern. Ähnlich ging es mir als ich mit dem Rauchen aufhörte und ebenso mit dem Alkohol. Ohne all diese Dinge geht es mir einfach besser und wichtig es verbietet mir keiner diese Dinge zu nehmen, ich lasse sie feiwillig weg. Und ebenfalls als noch sehr wichtig halte ich es, dass es für mich kein Verzicht sondern eine Bereicherung ist,

hhhuuuiiii so'n "Erguss", nu aber erstmal gut is aber das wollte jetzt schnell raus {#emotions_dlg.emo_wink}, tschaui Heiko


offline Agape
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4 Geschrieben Sonntag, März 1, 2009 @ 23:33:52  

Hallo Heiko, da hast du etwas auch für mich Wesentliches formuliert: Ich kann selbst entscheiden, was ich zu mir nehmen will, egal was, und es wird mir niemand verbieten. Und ich entscheide das danach, wie ich mich mit dem einen oder anderen fühle. Ich lasse das weg, was mir nicht gut tun, und nehme das herein, womit ich mit gut fühle. Und das kann mal dies, mal das sein, je nach Situation und meiner persönlichen Kondition. Das ist meiner Meinung nach der Sinn von Makrobiotik: Ausgleich, und zwar nach den Gegebenheiten des jeweiligen Moments. Und man muss flexibel sein, um zu spüren, wann Veränderung notwendig und angesagt ist, und wann nicht.

So, das war mein Wort zum Sonntag *ggg*.

LG Marion {#emotions_dlg.emo_smile}


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