| Mormonen |
Den Zehnten zur Gewohneit werden lassenvon WinnifredCc. Jardine , Dezember 1999Ich sage meiner Enkelin immer, daß ich mein Geld gar nicht besser ausgeben kann als für den Zehnten. Es ist schon fast sechzig Jahre her, daß ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, den Zehnten zu zahlen. Damals war ich nach Chicago gezogen, um mir dort nach dem Abschluß des Colleges eine Stelle zu suchen. In der Tasche hatte ich das Geld, das ich im Sommer verdient hatte. Es war zwar nicht viel, aber weil ich ja bei Freunden wohnte und die Lebenshaltungskosten 1941 ziemlich niedrig waren, dachte ich, daß mein Geld schon für meinen Lebensunterhalt reichen würde, his ich wieder etwas verdiente. Als ich am ersten Sonntag im Großraum Chicago zur Kirche ging, legte einer der Redner in seiner Ansprache ganz überzeugend dar, wie wichtig es ist, den Zehnten zu zahlen. Er gab auch Zeugnis von den Segnungen, die einem zuteil werden, wenn man dieses Gebot hält. Obwohl ich in der Kirche aufgewachsen war, hatte ich nie den Zehnten gezahlt und auch niemals darüber nachgedacht. Doch das änderte sich während jener bewußten Abendrnahlsversammlung. Als die Versammlung vorüber war, rechnete ich nach, was ich während des Sommers verdient hatte, und legte fest, wie hoch der Zehnte war, den ich darauf schuldete. Ich brauchte fast mein gesamtes Bargeld auf, um den Zehnten zu zahlen, und hatte kaum noch genug Geld für die Bus und die Zugfahrkarte. Außerdem hatte ich auch noch keine Stelle. Als ich meine Familie, die in einem anderen Bundesstaat wohnt, verlassen hatte, war ich ganz sicher gewesen, daß ich es ohne die finanzielle Hilfe meiner Eltern schaffen könnte. Aber jetzt war ich mir da nicht mehr so sicher. Als ich schließlich nur noch ein paar Münzen in der Tasche hatte, ging ich in ein Geschäft und schrieb dort auf dem Geschäftspapier (das ja nichts kostete) einen Brief an meine Eltern, in dem ich um Hilfe hat. Der Brief brauchte wahrscheinlich drei Tage, bis er hei ihnen ankam. Oh ich es wohl noch so lange schaffe?, fragte ich mich. Am nächsten Tag rief eine Firma hei mir an, die vorübergehend eine Arbeitskraft brauchte (daraus wurde später eine Vollzeitstelle). Fröhlich rief ich meinen Vater an und sagte: ,Vergiß, was ich dir geschrieben habe. Ich brauche kein Geld mehr." Seit damals habe ich immer alles gehabt, was ich brauchte, wenn ich den Zehnten gezahlt hatte. Und deshalb sage ich meiner Enkelin immer: Besser als für den Zehnten kann ich mein Geld gar nicht ausgeben. Damit erkaufe ich mir inneren Frieden." 5:04 PM - 9.2.2008
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