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Das Gesetz des Zehnten -- ein heiliges Gesetzvon Präsident Gordon B. Hinckley "ich werde immer dankbar sein, daß mein Vater und meine Mutter uns von Anfang an gelerht haben, den Zehnten zu zahlen. Mir ist noch nie ein treuer Zehntenzahler begegnet, der nicht bezeugen kann, daß die Segnungen des Himmels auf ihn herabgeschüttet werden."Mehr als einmal habe ich Präsident Heber J. Grant aus tiefster Überzeugung Zeugnis geben hören vorn heiligen Gesetz des Zehnten und von den wunderbaren Verheil3ungen, die der Herr denen macht, die den Zehnten und die Opfergaben ehrlich zahlen. Ich war von dem, was ich hörte, zutiefst beeindruckt.
Häufig werden diese erhabenen Worte des Propheten Maleachi zitiert: „Darf der Mensch Gott betrügen? Denn ihr betrügt mich. Doch ihr sagt: Womit betrügen wir dich? Mit den Zehnten und Abgaben! Dem Fluch seid ihr verfallen, doch ihr betrügt mich weiter, ihr, das ganze Volk. Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist. Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heere, und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte. Den Fresser wehre ich von euch ab, damit er nicht die Früchte eurer Äcker vertilgt und damit der Weinstock auf eurem Feld nicht ohne Ertrag bleibt, spricht der Herr der Heere. Dann werden alle Völker euch glücklich preisen; denn ihr seid ein glückliches Land, spricht der Herr der Heere.” (Maleachi 3:8-12.) Ich wußte, der Herr, der Gott des Himmels, hatte diese Verheißungen ausgesprochen. Ich wußte, daß er imstande war, seine Verheißungen zu erfüllen, und ich habe die Erfahrung gemacht, daß er es wirklich tut. Ich werde immer dankbar sein, daß mein Vater und meine Mutter uns von Anfang an gelehrt haben, den Zehnten zu zahlen. In der Gemeinde, in der wir damals wohnten, hatte der Bischof kein Büro im Gemeindehaus. Zur Zehntenerklärung gingen wir zu ihm nach Hause. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als ganz kleiner Junge zitternd in jenes Haus gegangen bin, um Bischof John C. Duncan meine Zehntenerklärung abzugeben. Es handelte sich vielleicht nur um fünfundzwanzig Cent, da wir in jenen mageren Jahren nicht viel Taschengeld bekamen, aber es waren ehrliche zehn Prozent, wie wir sie uns auf unsere kindliche Art ausgerechnet hatten. In der Sonntagsschule hatten wir nämlich den kleinen Vers gelernt: Zehnter ist ganz einfach, wenn man es mal kennt: vom Dollar einen Zehner, vom Zehner einen Cent. Wir hatten nie das Gefühl, es sei ein Opfer, den Zehnten zu zahlen. Wir empfanden es als Pflicht, und schon als kleine Kinder wollten wir unsere Pflicht tun, wie der Herr es gesagt hatte. Und wir hatten das Gefühl, wir seien seiner Kirche behilflich, ihr großes Werk zu verrichten. Wir erwarteten dabei eigentlich keine materiellen Segnungen, aber wir können bezeugen, daß sie gekommen sind. Der Herr hat wirklich die Schleusen des Himmels geöffnet und seinen Segen auf wunderbare Weise herabgeschüttet. Ich weiß, er segnet jeden, der dieses Gebot befolgt. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich will nicht sagen, daß, wenn Sie den Zehnten zahlen, alle Ihre Träume in Erfüllung gehen – ein schönes Haus, ein großes Auto, ein Ferienhaus am Meer. Der Herr öffnet uns die Schleusen des Himmels so, wie wir es brauchen und nicht so, wie wir es begehren. Wenn wir den Zehnten zahlen, um reich zu werden, dann tun wir es aus den falschen Beweggründen. Der eigentliche Zweck des Zehnten besteht darin, der Kirche die Mittel zu verschaffen, die sie braucht, um das Werk des Herrn zu tun. Der Segen für den, der gibt, ist eine zweitrangige Gegenleistung, die nicht einmal immer in materieller Form erfolgt. In bezug auf die Schleusen des Himmels, die der Herr öffnen will, sagt er: „Den Fresser wehre ich von euch ab, damit er nicht die Früchte eurer Äcker vertilgt und damit der Weinstock auf eurem Feld nicht ohne Ertrag bleibt... . Dann werden alle Völker euch glücklich preisen; denn ihr seid ein glückliches Land, spricht der Herr der Heere.” (Maleachi 3:11,12.) Der Herr kann uns – außer mit weltlichen Reichtümern – auf mancherlei Weise segnen. Zum Beispiel mit Gesundheit, die eine große Gnadengabe ist. Der Herr hat verheißen, er werde den Fresser von uns abwehren. Maleachi spricht von den Früchten unserer Äcker. Kann sich dieses Abwehren des Fressers nicht auch auf unsere Anstrengungen und Sorgen beziehen? Weisheit, Erkenntnis, ja, verborgene Schätze der Erkenntnis sind ein großer Segen. Uns ist verheißen, daß wir ein glückliches Land sind, wenn wir dieses Gesetz befolgen. Das Wort Land kann ich auch als Volk deuten, nämlich daß die Gehorsamen ein glückliches Volk sind. Wie wunderbar, ein glückliches Volk zu sein, das alle Völker glücklich preisen! Wir hören heute manch einen sagen, aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten könne er es sich nicht leisten, den Zehnten zu zahlen. Dazu fällt mir etwas ein, was ich vor einigen Jahren als Pfahlpräsident erlebt habe. Ein Mann, den ich kannte, kam wegen der Unterschrift für seinen Tempelschein. Ich stellte ihm die üblichen Fragen und erkundigte mich unter anderem, ob er ehrlich den Zehnten zahle. Er erwiderte ganz offen, das tue er nicht; wegen seiner vielen Schulden könne er es sich nicht leisten. Da fühlte ich mich gedrängt, ihm zu sagen, er werde seine Schulden erst dann bezahlen können, wenn er den Zehnten zahle. Ein, zwei Jahre machte er weiter wie bisher, und dann traf er eine Entscheidung. Wir unterhielten uns später einmal darüber, und er sagte: „Was Sie mir gesagt haben, hat sich als wahr erwiesen. Ich hatte das Gefühl, wegen meiner Schulden könnte ich den Zehnten nicht zahlen. ich habe aber festgestellt, daß ich von meinen Schulden nicht loskam, so sehr ich mich auch bemühte. Schließlich haben meine Frau und ich uns zusammengesetzt und darüber geredet und sind zu dem Schluß gekommen, wir würden die Verheißung des Herrn auf die Probe stellen. Und das haben wir auch getan. Irgendwie hat der Herr uns auch gesegnet, und zwar auf eine Weise, die ich gar nicht so recht verstehe. Das, was wir ihm geben, fehlt uns nicht, und zum ersten Mal seit Jahren werden unsere Schulden weniger. Wir lernen, wie weise es ist, unsere Ausgaben zu planen und festzustellen, wofür wir unser Geld ausgeben. Da wir jetzt ein höheres Ziel haben, können wir manche unserer Wünsche leichter beherrschen. Und vor allem haben wir das Gefühl, daß wir jetzt ins Haus des Herrn gehen können und diese wunderbare Segnung auch verdienen.” Wir können wirklich den Zehnten zahlen. Es ist weniger eine Frage des Geldes als des Glaubens. Mir ist noch nie ein treuer Zehntenzahler begegnet, der nicht bezeugen kann, daß sich die Schleusen des Himmels auf eine buchstäbliche und wundersame Weise geöffnet haben und Segnungen auf ihn herabgeschüttet worden sind. Brüder und Schwestern, ich bitte Sie alle inständig, nehmen Sie den Herrn in dieser wichtigen Angelegenheit beim Wort. Er hat das Gebot gegeben und die Verheißung ausgesprochen. Ich möchte Nephi zitieren, der in grol3en Schwierigkeiten zu seinen Brüdern gesagt hat: „Laßt uns im Halten der Gebote des Herrn treu sein; denn siehe, er ist mächtiger als die ganze Erde.” (1 Nephi 4:1.) Von ganzem Herzen bitte ich die Heiligen der Letzten Tage: Seien Sie dem Herrn gegenüber ehrlich, und zahlen Sie den Zehnten und die Opfergaben. ich bitte die Jugendlichen inständig: Macht euch das zur Gewohnheit, solange ihr noch jung seid, und nehmt euch fest vor, euer Leben lang nicht davon zu lassen. Ich bitte die Beamten der Kirche inständig: Wirken Sie auf die Mitglieder ein, daß sie zu ihrem Nutzen und Segen den Zehnten und die Opfergaben treuer zahlen. Ich empfinde es als Wunder, daß die Kirche so viel vollbringt. Es ist ein Wunder, das durch den Glauben ermöglicht wird, und zwar gemäß dem Plan, den der 1lerr selbst für die Finanzierung seines Reiches aufgestellt hat. Der Zehnte ist so einfach, so unkompliziert. Der Grundsatz, wie er für uns gültig ist, findet sich in einem Vers im Buch ,Lehre und Bündnisse', und zwar in Abschnitt 119: „Und danach [nachdem die Heiligen 1838 dem Bischof ihr ,Überschüssiges Eigentum' übergeben hatten] sollen diejenigen, die so gezehntet worden sind, jährlich ein Zehntel all ihres Ertrags bezahlen; und das soll für sie, für mein heiliges Priestertum, ein feststehendes Gesetz sein immerdar, spricht der Herr.” (LuB 119:4.) Dieser Vers 4 besteht aus dreiunddreißig Wörtern. Vergleichen Sie das mit den schwerfälligen, komplizierten Steuergesetzen, die die Regierungen erlassen. im einen Fall handelt es sich um eine kurze Aussage des Herrn, wobei die Zahlung dem einzelnen überlassen bleibt und dem Glauben entspringt. im anderen Fall handelt es sich um ein kompliziertes Netz, das von Menschen geschaffen und durch Gesetz geregelt ist. Der Herr hat der Kirche eine gewaltige Verantwortung auferlegt. Der Zehnte stellt das Einkommen der Kirche dar, womit sie die ihr gegebenen Aufgaben erfüllt. Der Bedarf ist immer größer als die verfügbaren Mittel. Möge Gott uns helfen, daß wir den erhabenen Grundsatz des Zehnten, der von ihm stammt und von seiner wunderbaren Verheißung begleitet ist, immer treu befolgen. Mai 1991 10:47 AM - 7.5.2008
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