Mormonen

Ich konnte die Aufforderung nicht vergessen

Posted in der Zehnte
Von den Missionaren wird oft verlangt, daß sie ihrem Missionspräsidenten Bericht erstatten. Gewöhnlich verfolgt ein Missionspräsident sogar gern das Schicksal „seiner” Missionare während ihres ganzen weiteren Lebens. Aber es kommt nicht oft vor, daß ein Missionspräsident dazu kommt, dem Missionar Bericht zu erstatten, der ihn im Evangelium unterwiesen hat. Und gerade das möchte ich tun.

Als ich mich der Kirche angeschlossen habe, habe ich die tiefe Bedeutung des Gesetzes des Zehnten nicht voll verstanden. Aber ich kannte Sie, Elder Dan Hawkley, und ich habe Ihnen vertraut. Ich versprach Ihnen, den Zehnten zu zahlen. Ich wußte, wie sehr Ihnen daran lag, daß ich mein Versprechen hielt. 1964 gab es in Japan nur eine Mission, die Northern Far Last Mission. Wenige Monate nachdem Sie mich unterwiesen hatten, wurden Sie an einen Ort versetzt, der von meinem kleinen Zweig weit entfernt war. Als Sie mit dem Schnellzug abfuhren, lauteten Ihre letzten Worte: „Lieber Bruder Hotta, zahlen Sie Ihren Zehnten, und halten Sie den Sabbat heilig.”
Ich konnte diese Aufforderung nicht vergessen. Um ehrlich zu sein, muß ich jedoch eingestehen. daß ich darauf erpicht war, mir eine schöne und prachtvolle japanische Bibel zu kaufen, wie Sie sie hatten. Ich wünschte sie mir, damit ich mir besser merken konnte, was man mir beigebracht hatte, und damit sie mich an den Missionar erinnert, der mich unterwiesen hat. Aber sie war für mich zu teuer.
Ich überlegte mir, daß ich die Bibel anschaffen konnte, wenn ich den Zehnten nicht zahlte. Der Satan flüsterte mir zu : „Kaufe sie doch! Es ist dein Geld. Mache dir keine Gedanken!”
Aber ich konnte Ihre Aufforderung nicht vergessen, lieber Elder. Ich wußte, dal3 Sie sie durch die Macht des heiligen Priestertums und des Heiligen Geistes ausgesprochen hatten. So kaufte ich die Bibel nicht. Dafür zahlte ich den Zehnten. Und weil ich diese hohe Anforderung bewältigte, lernte ich die Bedeutung des Zehnten als ein zwischen dem Herrn und mir geschlossenes Bündnis wirklich verstehen.
Wenige Monate später kam der Postbote zu uns und ließ ein Geschenkpaket für mich zurück. Es hatte die Größe eines Kuchenbehälters. Ich machte es auf und nahm die schöne, prächtige Bibel heraus. Sie hatten mir ein wunderbares Geschenk geschickt. Ich weinte vor Freude über Ihre tiefe Liebe. Dann sah ich, was
Sie in das Buch hineingeschrieben hatten :
„Lieber Bruder Hotta, ich hoffe, daß Sie ein schönes Weihnachtsfest hatten. Hier in Gunma geht die Arbeit wirklich gut voran. Lesen und lernen Sie viel! Sie können schon recht bald Ältester werden. Tun Sie mir den Gefallen und versuchen Sie, zum Tempel in Hawaii zu kommen. Ist das Evangelium nicht wunderbar? Liebe Grüße, Elder Dun Hawkley.”
Seither habe ich stets den Zehnten gezahlt. Ich bin mit meiner Frau auch im Tempel gewesen. Und dies alles ist mir teilweise deswegen möglich gewesen, weil Sie als Repräsentant des Herrn Aufforderungen an mich gerichtet und mir Verheißungen gegeben haben.
Um den Sabbat heiligen zU können, mußte ich einmal meine Arbeitsstelle verlieren. Aber ich weiß jetzt, daß Gott lebt. Dies ist eine große Freude. nicht wahr?
Kurz nach meiner Eheschließung wurde ich schwer krank. Zwei Jahre lang verschlechterte sich mein Zustand, und die Ärzte machten mir keine Hoffnung auf Genesung. Schließlich wurde meine Gesundheit durch einen machtvollen Priestertumssegen jedoch ganz wiederhergestellt. Ohne Ihre Hilfe und die der anderen Missionare hätte ich vielleicht nie von der Wiederherstellung des Priestertums erfahren. Ich weiß nicht, wie ich Ihnen allen genug für Ihre Aufrichtigkeit und Ihre Liebe danken kann.
Per 2. Juli 1979 wurden meine Frau und ich berufen, über die Japan Sapporo Mission zu präsidieren. Wir wurden in Salt Lake City von Gordon B. Hinckley eingesetzt. Dies ist mein Bericht an Sie, Elder Hawkley. Sie sollen wissen, daß meine schöne, prächtige japanische Bibel zu meinen kostbarsten Besitztümern gehört, auch wenn sie vom Lesen inzwischen alt und abgenutzt ist.
Tohru Hotta, August 1980

6:31 PM - 1.5.2008


Last Page Next Page
Description
Hier veröffentliche ich alles, was ich in alten Kirchenzeitschriften zum Thema ZEHNTEN finde.
Home
User Profile
Archives
Friends
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Mormonwiki
FAIR
Jesus Christus
Das Buch Mormon überzeugt
Bekehrungsgeschichten
besondere Erlebnisse
Bekehrungsgeschichten
Das Evangelium in aller Welt
Berichte der Pioniere
Abenteuer der Mormonen
Geschichte der Kirche
Propheten
Offenbarungen
Der Geist des Elija
Genealogie
Tempel und Tempelarbeit
Missionsarbeit
Die Gebote
Gedenke des Sabbats
Gesetz der Keuschheit
Wort der Weisheit
Fasten
Kontroversen
Recent Entries
- Schwester, haben Sie Ihren Zehnten gezahlt?
- Das Gesetz des Überflusses
- Die Segnungen des Zehnten
- Der Zehnte und die Errettung
- Dirks neuer Fußball
- Der Zehnte des Herrn
- Das Gesetz des Zehnten -- ein heiliges Gesetz
- Ich konnte die Aufforderung nicht vergessen
- Die Versetzung nach Caritonville
- Der Zehnte zuerst
- Das göttliche Gesetz des Zehnten
- Der Zehntenmantel
- „Stellt mich auf die Probe damit”
- Vier Gedanken über den Zehnten
- Das göttliche Gesetz des Zehnten
- Die Schleusen des Himmels
- "Ohne mich könnt ihr nichts tun"
- Die Verheipung des Herrn auf die Probe stellen
- Der Zehnte – er funktioniert
- Zum Thema Zehnter
- Der Zehnte - ein Vorzug
- Bruder Cuencas Glaube
- Den Zehnten zur Gewohneit werden lassen