Mormonen

Der Zehnte zuerst

Posted in der Zehnte
Sollen wir den Zehnten oder die Rate für unsere Farm zahlen?" Diese schwierige Entscheidung mußte Henry L. Smith, mein Vater, im Jahr 1920 treffen. Wie andere Siedler, die sich in einem kleinen Gemeinwesen der Heiligen der Letzten Tage in Virilen, New Mexico, niedergelassen hatten, waren auch meine Eltern fleißige Menschen, die dem Herrn vertrauten. Doch finanziell gesehen ging es uns nicht besonders gut. Außer einigen Säcken mir Getreide hatten wir am Ende eines Jahres nichts vorzuweisen.
Nach viel Beten und angestrengter Arbeit gab es 1920 eine gute Ernte. Doch die Nachfrage war sehr gering, was den Verkaufspreis drückte. Durch Tauschgeschäfte hatten wir wenigstens genug zu essen. Aber dann mußte die Rate für die Hypothek auf unsere Farm gezahlt werden. Es war wichtig, daß alle Familien, die gemeinsam Land gekauft hatten, rechtzeitig zahlten, weil sonst das Eigentum aller in Gefahr geriet.
Wie die meisten Farmer mußten auch meine Eltern bis zur Ernte warten, um den Zehnten zahlen zu können. Leider wurde ihnen bewußt, daß sie entweder den Zehnten oder die Rate für die Farm zahlen konnten, aber nicht beides. Vater hatte noch mehrere Säcke mit Weizen, die er verkaufen konnte, aber es gab keine Interessenten dafür.
„Wir spürten, daß wir den Zehnten zahlen mußten, aber wir mußten unbedingt auch die Rate für die Hypothek auf unser Land zahlen”, schrieb Vater in sein Tagebuch. „Wir wandten uns an den Herrn und trugen ihm unser Problem vor. Anschließend hatten wir das Gefühl, daß wir zuerst den Zehnten zahlen sollten.”
Laut Vaters Tagebuch erschien einige Tage, nachdem er den Zehnten gezahlt hatte, „ein Mann, den ich nie vorher gesehen hatte. Er kaufte unseren gesamten Weizen zu einem guten Preis. Jetzt hatten wir genug Geld für die Rate.”
Vater fand nie heraus, woher der Mann gekommen war und wohin er verschwand. Er erfuhr auch nie, warum der Mann bereit gewesen war, einen so guten Preis zu zahlen. In seinem Tagebuch heißt es dazu einfach: ,Wir spürten, daß der Herr für uns sorgt, wenn wir treu sind und auf ihn vertrauen."
Der Herr hatte wirklich die Schleusen des Himmels geöffnet und Segen herabgeschüttet.
Osborne N. Smith, Dezember 1996

3:01 AM - 17.4.2008


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