Mormonen

Zum Thema Zehnter

Posted in der Zehnte
Mein ernstgemeinter Rat an alle, die meine Worte hier lesen, lautet: zahlt euren Zehnten, und laßt euch dafür segnen. Der Zehnte ist keine freiwillige Spende, sondern eine Schuld, und wer sie bezahlt. wird reich gesegnet.
Im 104. Abschnitt des Buches ,Lehre und Bündnisse' führt der Herr einige Gründe für den Zehnten an:
„Denn es ist ratsam, daß ich, der Herr, einen jeden rechenschaftspflichtig mache, nämlich als Treuhänder über die irdischen Segnungen, die ich geschaffen und für meine Geschöpfe bereitet habe” (LuB 104:13).
Denn, so fährt er fort:
„Ich, der Herr, habe die Himmel ausgespannt und die Erde gebaut, ja, meiner Hände Werk; und alles darin ist mein.
Und es ist meine Absicht, für meine Heiligen zu sorgen, denn alles ist mein.
Aber es muß notwendigerweise auf meine Weise geschehen; und die Art und Weise, die ich, der Herr, beschlossen habe, um für meine Heiligen zu sorgen, ist die: Die Armen sollen erhöht werden, indem die Reichen erniedrigt werden.
Denn die Erde ist voll, und es ist genug vorhanden, ja. daß noch übrigbleibt, ja, ich habe alles bereitet, und ich gewähre den Menschenkindern, daß sie selbständig handeln.
Darum, wenn jemand von dem Überfluß nimmt, den ich geschaffen habe, und von seinem Teil nicht, wie es dem Gesetz meines Evangeliums entspräche, den Armen und Bedürftigen abgibt, so wird er zusammen mit den Schlechten in der Hölle die Augen emporheben in seiner Qual" (LuB 104:14-18).
Als ich zu verstehen begann, was alles in dieser Aussage liegt, habe ich den Entschluß gefaßt, meinen Zehnten immer voll zu zahlen.
Das Gesetz des Zehnten
Als der Abschnitt 104 offenbart wurde. galt für die Heiligen das Gebot, den Armen und Bedürftigen von ihrer Habe abzugehen — und zwar nicht ein Zehntel. sondern dem Gesetz der Weihung gemäß.
1838, also vier Jahre darauf, hat der Herr das Gesetz des Zehnten erlassen. Die Kirche befand sich damals in ernsten finanziellen Schwierigkeiten, weil sie kein Abgabengesetz hatte. In dieser Lage erhielt der Prophet Joseph Smith eine Antwort auf seine flehentliche Bitte: „Herr, zeige deinen Knechten, wieviel du vom Eigentum deines Volkes als Zehnten verlangst” (LuB 119, Vorspann).
Der Herr antwortete darauf:
„Wahrlich, so spricht der Herr: Ich verlange, daß all ihr überschüssiges Eigentum dem Bischof meiner Kirche in Zion in die Hände gelegt werde — für die Errichtung meines Hauses und um den Grund Zions zu legen und für das Priestertum und für die Schulden der Präsidentschaft meiner Kirche.
Und das soll der Anfang des Zehnten meines Volkes sein.
Und danach sollen diejenigen, die so gezehntet worden sind, jährlich ein Zehntel all ihres Ertrags bezahlen; und das soll für sie, für mein heiliges Priestertum, ein feststehendes Gesetz sein immerdar. spricht der Herr' (LuB 119:1-4).

Eine gesetzliche Verpflichtung gegenüber dem Herrn
Aus der obigen Schriftstelle geht klar hervor. daß der Zehnte eine Schuld ist. die jedermann beim Herrn hat — als Pacht dafür, daß er davon den Nutzen hat, was der Herr geschaffen hat und ihm zum Gebrauch überläßt. Und der Herr hat als Gläubiger Vorrang. Wenn man nicht genug hat, um alle Gläubiger zu bezahlen, sollte man seine Zahlungen an ihn als erste leisten. Das mag vielleicht schockieren, doch ist es so. Die anderen Gläubiger brauchen sich allerdings keine Sorgen zu machen, der Herr segnet nämlich den, der genug Glauben hat, seinen Zehnten zu zahlen, immer, sodaß die anderen Gläubiger auch nicht leer ausgehen.
In meinen Augen ist das Zehntenzahlen eine vernünftige Investition. Dem, der seinen Zehnten zahlt, verheißt der Herr nämlich: „Prüft mich hiermit. ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.
Und ich will um euretwillen den ,Fresser' bedrohen, daß er euch die Frucht auf dem Acker nicht verderben soll und der Weinstock auf dem Felde euch nicht unfruchtbar sei, spricht der Herr Zebaoth.
Dann werden euch alle Heiden glücklich preisen, denn ihr sollt ein herrliches Land sein, spricht der Herr Zebaoth” (Maleachi 3:10-12).
Diese Verheißung materiellen Lohnes gilt ganz allgemein. Der Erretter hat sie nämlich nach seiner Auferstehung auch an die Nephiten ausgesprochen und sie angewiesen, das in ihren Aufzeichnungen festzuhalten, damit wir es im Buch Mormon nachlesen könnten (s. 3. Nephi 24:10-12).

Schutz vor dem Verbrennen
Das Zehntenzahlen lohnt sich auch als Feuerversicherung. Der Herr hat uns durch seine Propheten mitgeteilt, bei seiner Wiederkunft werde es eine große Feuersbrunst geben. Maleachi spricht im Zusammenhang mit Zehnten und anderen Opfergaben folgendermaßen davon:
„Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.
Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber” (Maleachi 3:19 f.).
Diese Prophezeiung hat Jesus den Nephiten zitiert (s. 3. Nephi 25:1 f.), und Moroni hat sie, mit geringen Abweichungen, Joseph Smith gegenüber angeführt.
Im September 1831 hat der Herr in einer Offenbarung noch einmal auf das Brennen anläßlich seiner Wiederkunft Bezug genommen.
„Siehe, jetzt, bis des Menschen Sohn kommt, sagt man ,heutigen Tages', also ,heute`; und wahrlich, es ist ein Tag des Opferns und ein Tag, daß mein Volk gezehntet werde: denn wer gezehntet ist, wird bei seinem Kommen nicht brennen müssen.
Denn nach dem ,Heute' kommt das Brennen — wenn man nach der Weise des Herrn redet —, denn wahrlich, ich sage:
Morgen werden alle Stolzen und alle. die Schlechtes tun, wie Stoppeln sein; und ich werde sie verbrennen, denn ich hin der Herr der Heerscharen; und ich werde keinen schonen, der in Babylon bleibt.
Darum, wenn ihr mir glaubt, werdet ihr arbeiten, solange es noch ,heute' heißt° (LuB 64:23-25).
Das heißt: wenn man dem glaubt, zahlt man seinen Zehnten.
Ich weiß aus eigener Erfahrung und gebe Ihnen Zeugnis davon: wenn man ehrlich seinen Zehnten zahlt, werden einem Frieden und innere Ruhe zuteil. Und wenn Sie einmal nicht genau wissen, wieviel Sie schuldig sind, dann zahlen Sie ein bißchen mehr. Es ist besser. zuviel zu zahlen als zu wenig.

Ein Segen

Möge der Herr Sie segnen. Zahlen Sie auch weiterhin treu Ihren Zehnten; lassen Sie darin nicht nach. Wir leben doch um des ewigen Lebens willen. Wir sind nicht hier, um dieses Leben bloß durchzustehen; wir sind hier, um uns für das ewige Leben bereitzumachen. Wenn einmal der Abend naht und die Zeit kommt, wann man die Dinge dieser Welt nicht mehr braucht, ist es wunderbar, wenn man sich darauf verlassen kann, daß man einen Platz in der Gegenwart des Vaters im Himmel hat — zusammen mit den Rechtschaffenen aller Zeitalter. Man kann sich diesen Platz verdienen, indem man Tag für Tag und Jahr für Jahr dem Gesetz des Zehnten und den übrigen Forderungen des Evangeliums Jesu Christi nachkommt.
Ich geben Ihnen meinen Segen und bete zu Gott. dem Vater im Himmel. er möge uns alle fähig machen, so zu leben, daß wir den Zweck des Lebens erfüllen und einmal in seine Gegenwart zurückkehren.

Marion G. Romney, Feburar 1981

7:26 AM - 17.3.2008


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