heldenwelten

Das Blog.

by Juliane


So eine Scheiße. Gottverdammischnochema! Jetzt steht die Idee schon fast zwei Monate. Fast zwei Monate der Gedanke mit meiner hinreißenden Co-Bloggerin eine Homepage zu betreiben. Fast zwei Monate die Idee, Geschichten zu schreiben. Geschichten zum lachen, zum weinen, zum nachdenken.

 

Es ist wie mit dem Blog schreiben.

Genau so ist es.

Man setzt sich vor den Rechner und starrt auf den Bildschirm. Tschja, über was möchte ich denn heut mal schreiben? Um meinen Überlegungen kurz auf die Sprünge zu helfen, schau ich in meinen „sonstiges“ – Ordner. Der in dem sämtliche Word-Dokumente landen, die ich einst anfing zu schreiben und die vermutlich bis zu meinem Tod darauf warten, jemals vollendet zu werden. Dabei sind es Themen, die es mehr als wert sind, besprochen zu werden.

 

Einer springt mir wieder ins Auge: „Jeden Sonntag“. So der Titel. Der vorläufige. Man weiß ja nie, ob ich diesen in 429,34 Tagen, wenn ich mich wieder heranwage, es weiter zuschreiben, noch mal umbenenne. Um den Inhalt kurz anzureißen: jeden Sonntag ist Mittagessen bei meinen Eltern angesagt. Ich laufe dahin. Und jeden Sonntag auf dem Weg hin und wieder zurück muss ich an diesem Schild vorbei. Das Schild, dass mich immer den Atem anhalten lässt: „Elternverein Krebskranker Kinder e.V. Chemnitz“. Darauf geschaut, folgt mein Blick in die Einfahrt. Wird er wieder da stehen? Der rote BMW, der seit Wochen jeden Sonntag da steht? Diesen Sonntag stand ein anthrazitfarbener Kombi am Ende der Einfahrt. Das ließ meinen Atem ein zweites Mal stocken. Doch dann sah ich ihn, den roten BMW. Versteckt hinter dem Grün einiger liebevoll gepflanzter kleiner Bäume im Garten  links neben dem anderen Wagen. Danach fragte ich mich für den Rest des Weges, warum ich Angst davor hatte, den roten BMW nicht mehr da stehen zu sehen. Sollte es doch nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen sein. Ganz im Gegenteil.

 

Es ist wie mit dem Blog schreiben. Die Frage ist natürlich, weshalb nun habe ich diesen Eintrag nie vollendet? Die Antwort ist so simple, wie geistlos: ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich weiß nicht, wie ich es schreiben soll. Ich habe Angst vor dem, was ich schreiben könnte. 

 

Und so sitze ich vor dem Bildschirm und starre drauf. Und überlege was ich doch für eine Geschichte schreiben könnte, um die Seite endlich füllen zu können. Wie ein Fluch lande ich immer bei dem selben Thema, als sei es das einzige bei dem ich irgendwas zusammenkritzeln kann: Liebe. Beziehungsdingenszeugs. Dabei weiß ich doch eigentlich gar nichts darüber. Nichts. Ich will nicht länger darüber schreiben, wenn alles was ich darüber weiß auf Fiktion beruht.

 

Heute treffe ich mich wieder mit meinen zwei Freunden aus der Schulzeit. Und wieder werde ich ihnen sagen, dass ich noch immer unbeschlafen und unbeleckt bin seit dem letzten triologischen Zusammentreffen. Nur eine unbedeutende Nacht in der ich damit beschäftig war, Mensch von sekundären Geschlechtsmerkmalen fernzuhalten. „Du könntest jetzt sowieso nichts dagegen machen, wenn ich jetzt…“. Zurückblickend. Beängstigend. Geblieben ist das Nachhallen, wie ich denn vergessen konnte, wer ich bin und Unbedeutendes machen konnte, wenn ich damit alles von Bedeutung in den Schatten stelle.  

 

So bleibt sie leer. Die Seite. Mit dem Vorsatz nur noch über Dinge zu schreiben, in denen ich mich auskenne. Meine Unzulänglichkeiten fallen mir spontan ein. Und Karamelschokolade.

 

 

 

 



3:24 PM - 27.8.2008 - Einen Kommentar schreiben


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