AndreaBerg4ever Blog

Beschreibung

Hier gibt es alle Berichte über Andrea`s Auftritte und Konzerte.


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Mein Bauch sagt mir, was richtig ist

Über fünf Millionen Alben hat Andrea Berg verkauft. Ihr erstes Best-of-Album war über 332 Wochen in den deutschen Top 100. Das hat noch nie jemand vor ihr geschafft – nicht die Beatles, nicht Pink Floyd, nicht die Rolling Stones. Das Album wurde bis heute über 1,7 Millionen Mal verkauft. Andreas Sommer erwischte Deutschlands erfolgreichste Schlagersängerin in Wien am Telefon.

Was machen Sie in Wien, Frau Berg?

Andrea Berg: Ich bereite meine Konzerte in Wien und Salzburg vor, danach geht es nach Leipzig, also langweilig ist es mir nicht.

332 Wochen in den Top 100. Das sind mehr als sechs Jahre. Wie erklären Sie sich das?

Berg: Das ist Kontinuität. Ich bin permanent auf Konzerttour, drei, vier Mal im Monat mache ich richtig große Konzerte, das verbindet mich mit den Menschen. Meine Fans reisen mir hinterher, und ich kümmere mich sehr intensiv um sie. Und außerdem ist es auch gute Musik.

Ihr Tophit heißt „Du hast mich tausendmal belogen“. Schreiben Sie alle Lieder selbst?

Berg: Die Kompositionen sind seit dem ersten Ton von Eugen Römer. Schon über 17 Jahre arbeite ich mit ihm zusammen. Die Geschichten sind im Grunde aus dem Leben genommen. Ich habe „Du hast mich tausendmal belogen“ selbst geschrieben wie viele andere Lieder.

Bis Ihre Karriere 1992 begann, haben Sie als Arzthelferin gearbeitet. Wie kam die Musik in Ihr Leben?

Berg: Ich habe eigentlich immer Musik gemacht. Ich habe auch Eiskunstlaufen probiert, was ja auch sehr viel mit Musik und darstellender Kunst zu tun hat. Ich bin mit Bands rumgezogen und habe Tanzmusik gemacht. 1992 lernte ich Eugen Römer kennen und wir nahmen unser erstes Album auf.

Und von da an ging’s steil bergauf.

Berg: Ja, aber ganz gemütlich. So, dass man sich auch daran gewöhnen konnte. Und ich habe bis zur Geburt meiner Tochter Lena-Maria in meinem Beruf weitergearbeitet. Was sicher gut war, weil es mir für dieses Experiment in der Musikbranche Gelassenheit gegeben hat.

Mittlerweile sind Sie die erfolgreichste Sängerin in Deutschland. Wie lebt man denn mit so einem Attribut?

Berg: Ich kann ganz gut damit leben, weil ich mir denke, dass es etwas ist, was man nicht greifen kann. Es hat eine Dimension erreicht, wo man es nicht mehr fassen kann. Ich denke, das Gehirn macht genau das Richtige, wenn man sich nicht damit beschäftigt. Ich lebe ganz normal, bin Hausfrau und Mutter, kümmere mich um mein Hospiz in Krefeld und gehe drei Mal im Monat auf Konzerttour, ich bin im Studio, und es ist ein ganz normaler Beruf, ein ganz normaler Alltag. Meine Tochter geht ganz unbefangen damit um.

Sie pendeln also zwischen ihrer Geburtsstadt Krefeld und Kleinaspach, wo Sie leben.

Berg: Mein Studio ist ja auch in Köln. Auf der A 61 und der A 3 kenne ich mich schon ganz gut aus (lacht). Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich auch der Liebe wegen aus dem Rheinland weggehen konnte. Ich bin flexibel. Was ich mache, kann man von jedem Ort in Deutschland aus machen.

Sie betreuen Sterbende in Krefeld?

Berg: Wir haben das Sterbehaus zusammen mit der Stadt Krefeld vor über zehn Jahren in einem alten Kloster gegründet und betreuen dort sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg. Das ist ein sehr intensives Erlebnis für mich, was mir die Ehrfurcht vor dem Leben immer wieder klarmacht.

Welche Menschen mögen Ihre Musik?

Berg: Das Schöne ist, dass ich eine riesige Zielgruppe habe. Im Grunde genommen sind meine Konzerte Familienprogramm. Da kommen die Omas mit ihren Enkeln, da kommen die Teenager, wo ich auf dem Rucksack unterschreiben muss. Also es ist schon ein Phänomen, wenn da bis zu 10 000 Menschen in so eine Halle reinkommen. Es beginnt bei den Drei- oder Vierjährigen, die bei mir auf der Bühne sitzen. Und es geht bis zu den 80-Jährigen, die auch noch mitfiebern. Ich denke, es ist auch für jeden etwas dabei. Man kann richtig Party machen mit „Wenn du mich willst, dann küss mich doch“, und dann gibt es auch etwas für die Traurigen, meine Balladen.

Sie haben eine soziale Ader. Stimmt es, dass Sie nie mehr als 20 Euro für einen Stehplatz verlangen?

Berg: Meine Musik lebt von der Zwiesprache zwischen dem Publikum und mir. Eine Konzertkarte darf in dem Bereich, wo ich es steuern kann, nicht teurer sein, damit die Menschen sie sich leisten können, ein gutes Gefühl haben und dazu noch ein Bierchen oder eine Cola trinken können.

Sie sind mit einem Kleinaspacher Hotelier verheiratet und leben ja sehr abgeschottet, man liest wenig über Sie.

Berg: Ich lebe überhaupt nicht abgeschottet. Ich habe nur nicht so viel mit Medien zu tun. Ich bin mitten im Hotelbetrieb, im Service, ich zapfe Bier, spüle Gläser, kümmere mich um die Gäste. Das Schöne ist eben einfach, dass ich mir diese Freiheit nehmen kann. Das ist für mich ein Stück Lebensqualität.

Haben Sie denn schlechte Erfahrungen mit den Medien gemacht?

Berg: Ich mag nicht so gern in diesen Fokus, ich mag vor allem nicht, dass meine Familie da mit reingezogen wird, dass meine Tochter in irgendeiner Form darunter leidet. Und es geht ja auch anders. Ich bin die erfolgreichste Interpretin Deutschlands, ohne dass ich ständig in der Yellow Press stehe.

Schaut man sich Ihre Liedtitel an, kommt sehr oft das Wort Traum vor.

Berg: Träume sind das Wichtigste, Träume sind der Motor. Ich denke, viele Menschen lassen sich viel zu sehr fremdbestimmen. Letztendlich hat mir mein Bauch noch immer gesagt, was richtig ist. Ich versuche, die Träume rauszukitzeln, oder den Menschen zu sagen, hör doch mal in dich rein, was ist für dich tatsächlich wichtig. Da kommen wir auch wieder zurück zum Hospiz. Viele Menschen erkennen erst, was wichtig ist, wenn sie es verloren haben oder wenn es zu spät ist, weil sie unheilbar krank sind oder weil sie plötzlich ein nahestehender Mensch verlässt. Es geht darum, ein Bewusstsein zu entwickeln, was wichtig ist. Und das steckt auch in meiner Musik drin.

Sie tragen auf der Bühne gerne Miniröcke, Strapse und Stiefel. Nicht gerade ein zurückhaltendes Outfit.

Berg: In dieser Performance bin ich stark, da lebe ich die Musik, da kommuniziere ich mit den Zuhörern. Und es ist ein Ausdruck von Lebensfreude. Manchmal ist sicher auch ein wenig Infantilität im Spiel. Der Straps ist eine Hommage an Pippi Langstrumpf und ihre infantile Lebensfreude. Ein bisschen Provokation ist sicher auch dabei.

Was erwartet das Publikum beim Open Air am Samstag?

Berg: Das Open Air ist etwas ganz Besonderes. 11 000 Menschen kommen. Auf den Konzerten lade ich die Menschen zu mir nach Hause ein. Und die Fangemeinde aus ganz Europa pilgert herbei. Überall stehen Campingwagen, alle Hotels im Umkreis von 50 Kilometern sind ausgebucht. Ein Event, das als Sommerfest nachmittags beginnt. Da müssen alle da sein.

Info: Open Air im Aspacher Fautenhau am Samstag, 5. Juli, ab 16 Uhr. Die Mark-Fischer-Band und Fantasy heizen ein, ehe Andrea Berg gegen 21 Uhr auftritt. Danach Feuerwerk und Aftershow-Party. Karten: www.ferber-marketing.de oder Telefon 07148/37540.


Geschrieben: 9:28 PM, 11.7.2008

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