Andrea Berg ist die erfolgreichste deutsche Sängerin. Ihr erstes Best-of-Album blieb 332 Wochen in den Charts. Das ist Rekord, das haben nicht einmal die Beatles oder Pink Floyd erreicht.
Am 5. Juni tritt Andrea Berg beim großen Open Air im Aspacher Fautenhau auf. Im Interview mit BKZ-Redakteurin Ingrid Knack spricht die Sängerin über Auszeichnungen, Rekorde und ihren Alltag in Kleinaspach.
Frau Berg, sind Sie ein Superstar?
Um Gottes Willen. Das hört sich zu sehr nach Glanz und Glamour an – nicht nach Andrea Berg.
Sie brechen Rekorde, räumen Preise ab und füllen große Hallen.
Aber deshalb bin ich trotzdem ein ganz normaler Mensch. Ich gehe wie alle anderen auch zum Bäcker, zum Metzger, in den Supermarkt.
Sie leben in Kleinaspach…
... und ich liebe es.
Warum?
Weil ich hier einfach auftanken und ich selbst sein kann.
Was fasziniert Sie so daran?
Schauen Sie sich doch nur mal um. Als ich hier das erste Mal damals aus meinem Hotelzimmer geblickt habe, habe ich nur gedacht: Wow, das ist Wahnsinn. Diese tolle Natur mit den Weinbergen, diese Idylle – das fasziniert mich auch heute noch jeden Tag aufs Neue. Ich empfinde es als großes Privileg, hier mit meiner Familie leben zu können.
Und wenn Sie dann zum Metzger oder Bäcker gehen, müssen Sie laufend Autogramme schreiben.
Nein, überhaupt nicht. Für die Aspacher bin ich nicht die Sängerin, sondern eine ganz normale Mitbürgerin. Das schätze ich sehr.
Sie sind bekannt dafür, nicht zu häufig in der Öffentlichkeit aufzutauchen.
Ich brauche das nicht unbedingt. Ich lebe gerne etwas zurückgezogener. So- bald ich eine Kamera sehe, werde ich fast schon panisch.
Am 24. Juni wird es sich nicht vermeiden lassen. Da bekommen Sie eine weitere Ehrung – den Bild Osgar.
Dafür lege ich meine Kamerascheu gerne ab. Weil dieser Preis nicht nur mit der Zahl meiner verkauften Alben zu tun hat.
Den Osgar erhalten Personen, die sich um Frieden, Freiheit und das Zusammenwachsen von Deutschland und Europa verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern gehören unter anderen Michael Gorbatschow und der Dalai Lama.
Wie schon gesagt: Das ist eine große Ehre für mich – aber mit diesen zwei kann und will ich mich nun wirklich nicht vergleichen.
Am 5. Juni werden die Aspacher im Fautenhau eine weniger zurückhaltende Andrea Berg erleben. Eine, die auf der Bühne im Fautenhau über 12 000 Zuschauer mitreißen wird.
Hoffen wir das Beste. Wissen Sie, auch wenn es sich vielleicht wie eine Phrase anhört: Für mich ist dieser Auftritt tatsächlich etwas ganz Besonderes.
Sie sind es doch gewohnt, vor so vielen Menschen aufzutreten.
Das ist trotzdem etwas anderes. Aspach ist meine Heimat. Dieses Konzert ist für mich wie eine Feier mit ganz vielen Freunden. Wenn ich nur an die Stimmung im vergangenen Jahr denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Das war eine fantastische Atmosphäre.
Dieses Jahr kommen Sie als Rekordhalterin auf die Bühne. Ihr erstes Best-of-Album war 332 Wochen in den Top 100 – das hat noch niemand vor Ihnen geschafft. Auch die Beatles nicht.
Das ist mir manchmal schon selbst fast unheimlich. Das macht mich stolz, aber nicht bequem. Man sollte nie das Gefühl haben, es geschafft zu haben. Aber soll ich Ihnen etwas verraten?
Bitte.
Rekorde und Preise sind schön. Aber das Wichtigste im Leben ist, Menschen zu begegnen, ihnen zuzuhören und sie anzunehmen, wie sie sind. Und für mich ist es zusätzlich etwas Besonderes, wenn ich merke, dass ich die Menschen mit meiner Musik erreiche. Dass ich sie trösten oder ein kleines bisschen glücklich machen kann. Wenn mein Konzert zu Ende ist, und die Fans ein wenig glücklicher sind als zu Beginn meines Auftritts – dann bin ich richtig stolz