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Bis ans Ende der Welt und zurueck
2:29 PM, 1.10.2008
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Na ja ganz am Ende der Welt war ich noch nicht, das waere Tierra del Fuego, Feuerland. Aber auch in Patagonien kommt man dem Ende der Welt schon ein ganzes Stueck naeher. Weites Land, kleine Doerfer, Handys funktionieren nicht...aber dennoch wunderschoen. Am Sonntag um 4 Uhr morgens habe ich mich auf den Weg gemacht, mein letztes Abenteuer in Argentinien zu erleben. Ziel: El Calafate, im Zentrum Patagoniens, im Sueden Argentiniens. Nach 3 Stunden Flug lande ich hier genau neben dem Lago Argentino, der umringt ist von riesigen schneebedeckten Bergen. Es sind -2 Grad. Da die Sonne hier aber den ganzen Tag scheint, spuert man die Kaelte kaum. Nach einer Entdeckungstour durch El Calafate geht´s am naechsten Tag auf zum ersten Gletscher, dem wohl bekanntesten in Argentinien - Perito Moreno. Waehrend in ganz Argentinien der Fruehling begonnen hat, herrscht hier in Patagonien noch Winter. Zum Glueck, denn das reduziert das Touristenaufkommen drastisch und man kann alles viel mehr geniessen. Ca. 10 km vor Erreichen des Gletschers zeigt sich dieser zum ersten Mal in der Ferne. Und schon aus dieser Entfernung ist der Anblick unbeschreiblich. Und dann erreichen wir endlich den Teil des Nationalparks "Los Glaciares", von dem aus man die komplette 5 km lange und 60 m hohe Front des Gletschers sehen kann. Dieser imposante Gletscher erstreckt sich insgesamt ueber 30 km und ist aufgrund der Erreichbarkeit der bekanntestes und meist besuchte Gletscher Argentiniens. Jeden Tag waechst er um 2 km in den See hinein und bewegt sich damit auf die kleine Halbinsel Magallanes zu. Im vergangenen Jahr hatte er die Halbinsel komplett erreicht und dem Wasser eines Flussarmes des Sees den Zugang versperrt, was im Juli diesen Jahres dazu fuehrte, dass riesgige Teile des Gletschers abbrachen ... ein Naturschauspiel, welches nur alle 2 Jahre stattfindet. Aber auch jetzt kann man immer wieder kleine "Explosionen" hoeren, Eis das abbricht und ins Wasser stuerzt. Am Nachmittag fahren wir dann noch mit einem Boot an den Gletscher heran...In der Nachmittagssonne schimmert das Eis tuerkisblau..ohne Worte. Am naechsten Tag fahren wir frueh zeitig mit einem Bus zum Puerto Bandera, wo um 8.30 unser Boot ablegt und uns den ganzen Tag ueber den Lago Argentino und seine Flussarme faehrt, immer auf der Suche nach Gletschern...Gleich zu Beginn treffen wir auf kleine Eisberge und irgendwie ueberkommt mich das Gefuehl, auf der Titanic zu sein...aber der Kapitaen schlaeft zum Glueck nicht und kennt sich hier aus, also manoevrieren wir uns durch die Eisberge hindurch und weiter ueber den See. In der Onelli Bucht bzw. kurz davor treffen wir auf die naechsten Eisberge, die uns die Weiterfahrt in die Bucht versperren. Diese stammen vom Gletscher Upsala, dem groessten in Patagonien (trotz der Schmelze in den letzten Jahren). Seinen Namen verdankt er der schwedischen Stadt Upsala, deren Uni die ersten Studien dieses Gletschers finanzierte. Die Hoehe des Gletschers schwankt zischen 60 und 80 km, und genau deshalb koennen wir ihn auch in der Ferne sehen. Zu schade, dass wir nicht naeher heran fahren koennen. Wir fahren weiter zum Gletscher Spegazzini, der eine Flaeche von 60 km bedeckt und mit 80-135 m der hoechste Gletscher Patagoniens ist. Ein anderes Boot haelt genau vor dem Gletscher und dessen Hoehe wird dadurch erst deutlich und imposanter. Das Eis ist auch hier durch den Einfall der Sonne blaeulich. Wir verbringen ca. 20 Minuten vor dem Gletscher, der auch nach laengerer Betrachtung nichts von seiner Schoenheit verliert. Auf dem Rueckweg fahren wir wieder vorbei an kleineren Eisbergen, die in der Nachmittagssonne zu schmelzen begonnen haben und jetzt komplett tuerkisblau sind. Man kann nicht in Worte fassen, wie schoen diese Natur hier in Patagonien ist. Umso erschreckender, dass auch hier die Gletscher insgesamt in den letzten Jahren stark geschmolzen sind....zum Teil 7 km in 20 Jahren. Mein letzter Ausflug in Argentinien neigt sich dem Ende und ich kann nicht sagen, was mir hier am besten gefallen hat. Alle Orte, alle Nationalparks, die ich besucht haben, haben mich zu tiefst beeindruckt und mir Argentinien so viel naeher gebracht...und dabei habe ich doch noch gar nicht alles gesehen. Ich verlasse Patagonien traurig und mit dem Entschluss, definitiv nach Argentinien zurueck zu kommen...
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