Manjas Argentinien Blog

Iguazú...Wasserfaelle soweit das Auge reicht.

9:30 PM, 26.8.2008 .. 0 Kommentare .. Link

Okay, die Reise beginnt typisch argentinisch. Das Taxi, welches ich am Freitag Abend fuer 6 Uhr Samstag morgen bestellt habe, kommt natuerlich nicht. Was habe ich mir auch gedacht? Die Dinge funktionieren hier nicht so wie in Deutschland. Hier ist alles anders und daran muss man sich gewoehnen. Noch halbwegs entspannt, winke ich mir ein Taxi auf der Strasse heran (ja die gibt es auch ohne Vorabreservierung, aber jeder hier hat mich davor gewarnt, abends und frueh morgens eins auf der Strasse anzuhalten)...na ja hat alles geklappt, ich bin rechtzeitig am Flughafen und sitze dann auch in der richtigen Maschine Richtung Iguazú.  Der Flug ist relativ unspektakulaer, wenn man davon absieht, dass man das Gefuehl hat, dieses Flugzeug hat schon einige Jahre und Fluege hinter sich. Ja die Dinge sind hier wirklich etwas anderes, also entspanne ich mich weiter J

Nach 1,5 Stunden Flug landen wir puenktlich in Puerto Iguazú und nach weiteren 30 Warten faehrt dann auch das Sammeltaxi endlich los, um die Leute an ihren Hotels abzusetzen. Mein Hotel, „La Strada“ ist nicht besonders schoen, die Anlage schon, aber die Zimmer aehneln einer Jugendherberge, aber egal...ich bin hier ja nicht, um mein Hotelzimmer zu geniessen, sondern, um die beruehmten Wasserfaelle zu sehen.

Ich habe vorher ein Paket bei einer Reiseagentur gebucht, habe aber gar keinen Plan, wie¨s jetzt eigentlich weiter geht und der sehr nette Argentinier an der rezeption leider auch nicht. Wir sind eben in Argentinien. Gluecklicherweise kommt da wie gerufen die Señora von der Agentur und uebergibt mir meine Voucher fuer Sonntag und Montag...moment mal Montag? Montag fliege ich doch schon wiedre nach Buenos Aires zurueck. Hatte ich der Dame nicht vorher meinen Reiseplan geschickt. Oh ja, hat sie auch bekommen, aber irgendwie ignoriert. Egal, sie streicht die Daten auf den Vouchern einfach durch...ja ja.

Gegen 11.30 mache ich mich dann auf den Weg zur naechsten Bushaltestelle, an der man einen Bus zum Nationalpark Iguazú nehmen kann. Kostet auch nur 5 Pesos (1 €). Dafuer wartet und steht man gerne.

Im Park angekommen mache ich mich auf die Suche nach der Stelle, an der ich meinen ersten Voucher fuer die Tour „Grand Aventura“ loswerden kann und werde auch schnell fuendig.

Zunaechst geht es per Auto durch den tropischen Regenwald. Die Fahrt dauert ca. 20 min und man hat das Gefuehl, den meisten ist eigentlich egal, was der Tourguide da gerade erzaehlt, man ist ja schliesslich hier, um die Wasserfaelle zu sehen. Am Ende der Fahrt steigen wir einige Stufen zum Fluss hinunter und da erwarten uns auch schon etwas groessere Schlauchboote. Wir helfen uns gegenseitig in die Schwimmwesten und bekommen alle einen wasserdichten Sack, in dem wir alles verstauen sollen, damit es nicht nass wird. Denn nass werden wir wohl .... das betont der Kapitaen des Schlauchbootes immer wieder mit einem haemischen Grinsen im Gesicht.

Mit voller Geschwindigkeit fahren wir den Fluss hinauf und werden schon auf der Fahrt zu den Wasserfaellen nass, denn wir fahren ca. 2 km durch Stromschnellen. Ich bin froh, dass das „Schlauchboot“ kein normales Schlauchboot ist, sonst wuerden wir das wohl nicht heil ueberstehen.

Und endlich...in einiger Entfernung tauchen die ersten Wasserfaelle auf...WOW!

Nachdem wir gnaedigeweise einige Fotos machen koennen, ohne nass zu werden, muessen wir alles in unseremSack verstauen und der Kapitaen nimmt Kurs auf die Wasserfaelle. Wir fahren so nah an die Faelle heran, dass wir alle eine kostenlose Dusche von oben bekommen. Das ganze wiederholt er dann noch an einer anderen Stelle. Als wir spaeter aus dem Boot steigen, habe ich nichts trockenes mehr an und mir wird klar, warum die am Parkeingang Regenklamotten verkaufen J

Auf dem Boot lerne ich eine nette Argentinierin kennen, deren Onkel im Park arbeitet. Wie praktisch. Der gibt uns beiden dann noch eine Rundtour durch den Park, erzaehlt noch einiges ueber die Wasserfaelle...einiges verstehe ich, anderes nicht...was soll´s. Fuer den wunderbaren Blick auf die Wasserfaelle, die Landschaft braucht man kein Spanisch zu verstehen.

Am Ende meiner Tour fahre ich dann noch mit einem Zug zur Station „Garganta“. Von dort aus kann man ueber sehr enge Stege bis zu einem weiteren Highlight des Parks laufen, immer ueber den Fluss und umringt von kleineren Faellen und Stromschnellen. Der Steg endet genau an der Stelle, an der das Wasser an La Garganta del Diablo, der Kehle des Teufels, in die Tiefe stuerzt. Ich mache ein Foto nach dem anderen und hoffe, dass man spaeter zu Hause auch nur einen kleinen Eindruck von dem bekommt, was man fuehlt, wenn man quasi „am Abgrund steht“. Nach 6 Stunden Erkundungstour fahre ich zurueck zu meinem Hotel und freue mich auf den naechsten Tag.....

 

... mit ca. 50 Fotos in der Tasche fahre ich am naechsten Tag mit einigen anderen Touristen nach Brasilien. Die Fahrt vom Hotel dauert keine 5 Minuten und yippeh jetzt habe ich auch noch einen brasilianischen Stempel in meinem Pass.

Nach weiteren 20 Minuten kommen wir im Parque Nacional do Iguacu an, der brasilianischen Seite der Wasserfaelle. Der Fluss bildet quasi die Grenze zwischen Argentinien udn Brasilien, die Faelle sind mehr auf der argentinischen Seite, aber von Brasilien aus bekommt man einen wunderbaren Panoramablick auf die gesamten Wasserfaelle....Ich kann sehen, wo ich am Vortag lang gelaufen bin und auch heute komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Wahnsinn!!!

 

Meine erste Reise in Argentinien hat sich wirklich gelohnt. Alles was im Reisefuehrer geschrieben steht, stimmt. Ich habe mir die Wasserfaelle gigantisch vorgestellt, aber das, was ich gesehen habe, hat meine Vorstellungen weit uebertroffen. Ich freue mich schon auf meine naechste Reise. Am 5. September fliege ich nach San Juan auf die Suche nach Dinosauriern und alten Reliquien....


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